Gemeinsam durch die Krise gehen

 

China hilft den Ausländern, die in China sind, sicher, gesund, ruhig und produktiv zu bleiben.

Von Feng Jianhua

Mitten in ihrer zunehmenden Besorgnis hinsichtlich des Akuten Atemwegssyndroms (SARS) zeigen die Beijinger besondere Fürsorge, wo immer sie können, für die ausländischen Mitbewohner ihrer Stadt, um Chinas Offenheit und Verbindungen mit der Welt aufrechtzuerhalten.

Regierungsinstitutionen mit ausländischen Angestellten oder den sogenannten ausländischen Experten und Hochschulen mit Austauschstudenten haben Maßnahmen ergriffen, um ausländische Staatsangehörige zu schützen, während sie verschiedene Notfallpläne für ihre chinesischen Belegschaftsmitglieder ausführen.

Ausländer würden nicht unbedingt Sondermaßnahmen oder spezielle Fürsorge bekommen, sagte Zhang Chongzhi, Direktor des Büros für auswärtige Angelegenheiten der Beijinger Fremdsprachenuniversität (BFSU) zu Beijing Rundschau. Dennoch gibt es eine Versicherung, dass es ihnen an nichts fehlen werde.

„Seit Beginn unserer SARS-Kontrollkampagne haben wir unseren chinesischen und ausländischen Angestellten bzw. Studenten die gleiche Behandlung zukommen lassen“, sagte Zhang, der für alltägliche Services für ausländische Lehrkräfte und Studenten auf dem BFSU-Campus verantwortlich ist. Aber gleich zu sein bedeutet, dass jeder gleich wichtig für uns ist und jeder die gleiche aufrichtige Hilfe erhält.“

Die BFSU ist eine der Beijinger Institutionen, die eine relativ hohe konzentrierte Anzahl von ausländischen Angestellten hat. Sie hat 56 ausländische Experten aus 24 Ländern und Regionen.

Allerdings gibt es eine weitaus größere Anzahl von ausländischen Studenten in Beijing, die hauptsächlich hier sind, um die chinesische Sprache zu erlernen. Traditionell hat die Beijinger Sprachenuniversität (BLU) die meisten ausländischen Studenten. der Verwaltungsdirektor der BLU lehnte es jedoch ab, einen Kommentar abzugeben, als er von Beijing Rundschau kontaktiert wurde.

Beurteilt man jedoch von dem, was in der BFSU getan wird, so sind die Maßnahmen zum Schutz ausländischer Staatsangehöriger auf guten Plänen fundiert. Am 24. April, vier Tage nachdem Beijing seinen Bürgermeister entlassen hatte, um ehrliche und ernste Anti-SARS-Bemühungen zu beginnen, gab die Städtische Bildungskommission ein Sonderrundschreiben heraus, in dem alle Beijinger Institutionen, hauptsächlich Hochschulen, aufgerufen wurden, ihre SARS-Vorbeugungsmaßnahmen für ihre ausländischen Studenten zu verstärken.

Su Xiaobo, Zhang Chongzhis Kollege, sagte, dass die BFSU bereits vom 1. April an, obwohl damals noch nicht berichtet worden sei, dass SARS in Beijing weit verbreitet sei, die Wohngebäude der ausländischen Experten und andere Orte, die sie häufig aufsuchten, regelmäßig desinfiziert habe.

Desinfizierung wird zweimal am Tag ausgeführt, einmal am Morgen und einmal am Nachmittag. Unterdessen hat die Universität neue Arbeiter angestellt, um die Innenräumlichkeiten der ausländischen Experten zu säubern. Jedem Experten wurde ein Fieberthermometer und Gesichtsmasken ausgehändigt. Ebenfalls können ausländische Experten nach Wunsch chinesische Kräutermedizin zur SARS-Vorbeugung kostenlos erhalten.

Um ausländischen Experten zu helfen, die jüngsten Informationen über die Krankheit sowie nützliche Gesundheitstipps zu bekommen, haben die BFSU-Verwaltungsangestellten Broschüren ausgegeben, die sie in Englisch, Japanisch und Koreanisch zusammengestellt haben.

Su gab zu, dass es während der Anfangsphase des Krankheitsausbruchs unter ausländischen Experten zur Panikmache gekommen sei, und vier von ihnen hätten die Universität verlassen und seien in ihre Heimatländer zurückgefahren. Aber diejenigen, die geblieben seien, hätten sich „relativ beruhigt“, sagte er, „und zwar sowohl was ihre Lehraktivitäten als auch ihr Alltagsleben anbelangt.“

Die Beijinger Huijia-Schule, deren Hauptcampus sich in den nördlichen Vorortgebieten der Stadt befindet, ist ein privates Internat mit ausländischen Schülern von der Grundschul- bis zur Gymnasiumsebene. Es gibt etwa 180 ausländische Schüler in der Schule, was etwa 10% der Gesamtschülerzahl ausmacht.

Liu Xinen, Huijias Direktor des Büros für ausländische Angelegenheiten, sagte Beijing Rundschau, dass die Schule ihre Tore seit dem 13. April für alle Besucher geschlossen habe, um eine mögliche Verbreitung des SARS-Virus zu verhüten.

Die Eltern haben die selbst auferlegte Isolierung größtenteils begrüßt, auch wenn sie ihre Kinder jetzt nur von außerhalb des Haupttores der Schule auf dem Campus beim Ballspiel sehen können.

„Wir verstehen jedoch, dass dies die beste Maßnahme ist, die die Schule für uns und unsere Kinder in diesen kritischen Zeiten ergreifen kann“, sagte ein Hong Konger Geschäfstmann, dessen Sohn, Daniel, in der ersten Klasse der Huijia-Grundschule ist.

Die einzigen Dinge, denen Eingang in die Schule erlaubt sei, seien Kleidungsstücke für die Schüler, die ihnen von Zuhause zugeschickt worden seien, die jedoch noch einmal desinfiziert werden müssten, bevor sie getragen werden könnten, so Liu.

Um die körperlichen Abwehrkräfte der Schüler gegen die Krankheit zu stärken, hat die Schule die Zeit für Aktivitäten im Freien verlängert. Normalerweise haben die Schüler täglich 75 Minuten von Aktivitäten im Freien, seit dem 13. April sind diese jedoch auf 160 Minuten verlängert worden. Da es nicht genug Sportlehrer gibt, sind die Klassenlehrer angewiesen worden, Überstunden zu machen, um die Aktivitäten im Freien der Schüler zu beaufsichtigen.

Die Schule hat ebenfalls der Ernährung der Schüler mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Mahlzeiten seien von drei auf fünf aufgestockt worden, zudem gebe es mehr Obst, so Liu.

„Ein halber Monat ist seit unseres Isolationsprogramms um, und kein einziger SARS-Fall ist in unserer Schule aufgetaucht. Wir haben unsere Institution und unsere Schüler in absolute Sicherheit gebracht“, setzte Liu mit gewissem Stolz hinzu.