„Business Unusual“ – Aber das Geschäftsleben geht weiter

 

Von Lan Xinzhen & Xiao Fang

Während die SARS-Krise ganze Restaurants- und Geschäftsstraßen in Beijing dicht gemacht hat, Aufträge aus dem Ausland abnehmen und die Lieferung langsamer vonstatten geht, mühen sich Mio. von kleinen Herstellungsunternehmen in Südchina genauso wie große internationale Unternehmen ab, ihre China-Geschäfte trotz der beispiellosen Schwierigkeiten weiter zu führen.

Motorola, das einen beträchtlichen Anteil Chinas Telekommunikationsequipmentmarktes innehat, habe ein Krisenmanagementteam gegründet, um mit der SARS-Krise fertig zu werden, so eine PR-Mitarbeiterin des Unternehmens gegenüber Beijing Rundschau.

Bisher, so sagte sie, „begrenzen und überprüfen wir strikt alle Besucher unserer Firma und haben die Regel eingeführt, dass Angestellte, die Fieber oder eine Erkältung haben, dies unverzüglich ihrem direkten Vorgesetzten oder der Personalabteilung mitteilen sollten“. Allerdings habe Motorola keine Pläne, seine China-Geschäfte herunterzuschrauben oder seine normalen Geschäfte zu verlangsamen, so die PR-Mitarbeiterin.

Es heißt, dass Shiseido, eine japanische Kosmetikfirma, ultraviolette keimtötende Lampen in luftdichte Arbeitsbereiche installiert und Gesichtsmasken und Desinfektionsseife aus Japan für seine Unternehmungen im Beijinger Wirtschafts- und Technologie-Entwicklungsgebiet (BDA) eingeführt habe.

Wenige Multis haben ihre Geschäfte aufgrund der SARS-Krise in Beijing oder Guangzhou, den beiden großen Städten, die die meisten SARS-Fälle gemeldet haben, heruntergeschraubt.

Ausländische Investoren können es managen, Ärger zu vermeiden und ihre Kosten zu kontrollieren, teilweise auch, weil es lokale Institutionen gibt, die ihnen helfen.

Nehmen wir das BDA-Administrationskomitee als Beispiel. Das Entwicklungsgebiet befindet sich etwa 10 km südöstlich vom Beijinger Stadtzentrum, dort, wo sich die meisten Herstellungsaktivitäten mit Auslandskapital der Stadt befinden – nicht nur Shiseido, sondern auch Nokia, Coca-Cola und Hunderte von anderen internationalen Unternehmen.

Strikte Maßnahmen sind ergriffen worden, um das BDA-Industriegebiet zu sichern. Das Administrationskomitee äußerte, es sei hier bisher kein einziger SARS-Fall gemeldet worden, auch wenn an einer nahegelegenen Baustelle vier Bauarbeiter krank geworden seien.

Die Fälle wurden jedoch in einem Gebiet, wo keine ausländischen Firmen operieren, gemeldet, in einem Gebiet, einige Kilometer entfernt von dort, wo das BDA seine normalen Geschäfte abwickelt.

Am 21. April gründete das BDA innerhalb von 24 Stunden nach der Bekanntgabe der Absetzung Beijings Bürgermeisters ein Sonder-SARS-Vorbeugungsteam und eröffnete fünf 24-Stunden-Hotlines für seine Mieter, insbesondere Firmen, die lokale Einrichtungen besitzen. Schulen, Geschäfte, Restaurants, Banken und alle anderen Serviceeinheiten haben Kontaktpersonen ernannt, um die Epidemiekontrollsituation zu beaufsichtigen und diesbezüglich jeden Tag vor 15 Uhr dem SARS-Verhütungsteam zu melden.

Alle Firmen mit Auslandskapital und öffentliche Orte (Treppen, Aufzüge, Treffpunkthallen, Restaurants, Geschäfte und Busse) in dem Gebiet werden regelmäßig desinfiziert. Angestellten sind Gesichtsmasken, Desinfizierungsmittel und Vorbeugemedizin von ihren Firmen unentgeltlich ausgehändigt worden.

Die meisten Firmen haben ihre Geschäftsreisen in schwer von SARS betroffene Gebiete gestrichen. Wenn solche Reisen dringend und notwendig sind, wird von den Reisenden verlangt, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Beijing für ein bis drei Wochen zur Beobachtung zu Hause bleiben.

Jeder Mitarbeiter, der eine Temperatur über 37,5 Grad Celcius meldet, muss ebenfalls zur Beobachtung zu Hause bleiben. Besucher in Firmen wird am Eingang eine Gesichtsmaske ausgehändigt, anschließend werden sie bis zu dem Raum ihres Treffpartners begleitet.