SARS-Chronologie
 
November 2002: Eine mysteriöse Lungenentzündung taucht in der Provinz Guangdong auf. Sie wird weder SARS noch atypische Lungenentzündung genannt, sondern eher als eine Art Lungenentzündung unbekannter Ursache betrachtet. Monate später wird die Krankheit in immer mehr Ländern gemeldet.

Mitte Februar 2003: Insgesamt 305 Fälle der Atemwegserkrankung werden in China gefunden, darunter fünf Todesfälle. Zur gleichen Zeit findet der Ausbruch der Krankheit in Guangdong, Hong Kong und Vietnam die Aufmerksamkeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

12. März: Die WHO gibt einen globalen Alarm für die neue Krankheit aus.

15. März: Die WHO gibt der Krankheit, die atypische Lungenentzündung genannt wird, die Bezeichnung SARS und gibt Warnungen für Reisen in infizierte Länder aus.

21. März: Chinesische Experten finden Beweise eines neuen Corona-Virus in den Musterproben von SARS-Patienten. Es wird davon ausgegangen, dass das Corona-Virus die mögliche Ursache für SARS ist.

1. April: Das chinesische Zentrum für Krankheitsverhütung und -kontrolle (CDC) setzt eine Bekanntmachung auf seine Website, um mehr Informationen über SARS zur Verfügung zu stellen. China beginnt der WHO, täglich einen Bericht über die SARS-Situation in China zu erstatten.

3. April: Der chinesische Minister Zhang Wenkang gibt eine Pressekonferenz in Beijing über die Situation von SARS in China. Vier WHO-Experten kommen nach Tagen der Untersuchungen in Beijing in Guangdong an, um sich besser über die Verbreitung von SARS in der Provinz in Kenntnis zu setzen.

9.-10. April: Beijing eröffnet Hotlines auf Chinesisch und Englisch, um mehr Informationen über SARS zu liefern, so dass der Öffentlichkeit geholfen wird, besser über die Krankheit Bescheid zu wissen.

11. April: Beijings Gesundheitsbehörden ordnen intensive Epidemiekontrollmaßnahmen an und beginnen mit massiven Desinfizierungsarbeiten, um die Stadt keimfrei zu machen. Die Sterilisation wird auch in öffentlichen Plätzen wie Schulen, Märkten, Taxen, Zügen, Bahnhöfen und Unterhaltungseinrichtungen verstärkt. Weitere großangelegte Desinfizierungsarbeit wird ebenfalls durchgeführt.

12. April: Der chinesische Premier Wen Jiabao inspiziert das You’an-Krankenhaus in Beijing und lobt die medizinischen Mitarbeiter für ihren selbstlosen Einsatz und ihren humanitären Geist im Rahmen „der Heilung der Verwundeten und der Rettung der Sterbenden“.

14. April: Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao inspiziert Guangdong, um weitere Informationen über die Bemühungen der Kontrolle von SARS zu erhalten. Der Staatsrat bekräftigt eine Initiative zur Etablierung eines schnellen landesweiten Reaktionsmechanismus zur Handhabung von öffentlichen Gesundheitsnotfällen.

15. April: Chinesische Wissenschaftler finden erfolgreich die genetische Sequenz des neuen Corona-Virus heraus. Die Chinesische Bahn ergreift Maßnahmen zur Inspizierung und Stärkung der Hygiene des ganzen Bahnnetzes, um eine mögliche Verbreitung von SARS zu verhüten. Shanghai führt strikte und effektive Überprüfungen in Flugzeugen, Schiffen und unter Ein- und Ausreisenden durch.

16. April: Chinesische Wissenschaftler erfinden einen Schnelltest für SARS, der die Präsenz der Krankheit innerhalb von zwei Stunden bestätigen kann; die WHO gibt bekannt, dass ein neuer Krankheitserreger, ein Mitglied der Corona-Virusfamilie, das niemals zuvor bei Menschen festgestellt wurde, die Ursache für SARS ist.

17. April: Der Ständige Ausschuss des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) hält ein Treffen ab, um die weitere Stärkung der SARS-Kontrolle zu diskutieren. Die University of Hong Kong verkündet, dass sie die genetische Sequenz des Corona-Virus, das eine Rolle bei der Verursachung von SARS spielen könnte, vervollständigt habe.

18. April: Während er die SARS-Verhütung und -Behandlung in Kindergärten und Schulen inspiziert, drängt Premier Wen Jiabao die Regierungen auf allen Ebenen und in allen Orten, über die SARS-Lage akkurat, rechtzeitig und aufrichtig zu berichten. Ein Einsatzteam für die Verhütung und Kontrolle von SARS wird in Beijing gegründet.

19. April: Das Zentralkomitee der KPCh setzt Zhang Wenkang von seinem Posten als Sekretär der Führenden Parteimitgliedergruppe des Gesundheitsministeriums und Meng Xuenong als Mitglied und Vizesekretär des Beijinger Stadtkomitees der KPCh und als Mitglied dessen Ständigen Ausschusses ab. Es ernennt Gao Qiang zum Sekretär der Führenden Parteimitgliedergruppe des Gesundheitsministeriums und Wang Qishan als Mitglied und Vizesekretär des Beijinger Stadtkomitees der KPCh und Mitglied dessen Ständigen Ausschusses.

20. April:

Die verkündete Anzahl sowohl der bestätigten als auch der verdächtigten SARS-Fälle in Beijing steigt um das Mehrfache gegenüber dem Tag zuvor.

Das Hauptbüro des Staatsrates verkündet die Entscheidung, die einwöchigen Maiferien zu streichen.

Das Gesundheitsministerium beschließt, über die SARS-Lage jeden Tag anstatt nur alle fünf Tage zu berichten.

China setzt SARS in seinem Gesetz über die Verhütung und Kontrolle von Infektionskrankheiten, das 1989 verabschiedet wurde, auf die Liste der Infektionskrankheiten.

Die Staatliche Reform- und Entwicklungskommission verkündet, dass zusätzliche 900 Mio. Yuan (108 Mio. US$) zur Verfügung gestellt werden, die Entwicklung von Krankheitskontrollinstitutionen in den zentralen und westlichen Gebieten anzukurbeln, um die Verbreitung von SARS zu verhüten. Die Gesamtfonds in dieser Hinsicht erreichten 2,9 Mrd. Yuan (349 Mio. US$).

21. April-Ende April: Die SARS-Situation in Beijing tritt in ihre schlimmste Periode ein, in der die höchste Anzahl der bestätigten Fälle über 150 beträgt.

22. April: Wang Qishan übernimmt den Posten als Bürgermeister von Beijing.

23. April: Die Beijinger Stadtregierung beschließt, Quarantänemaßnahmen in schwer betroffenen Gebieten zu ergreifen.

24. April: Grund- und Mittelschulen in Beijing stellen den Unterricht für zwei Wochen ein. Das Volkskrankenhaus in Beijing wird abgesondert, womit es das erste Krankenhaus der Stadt in Quarantäne ist.

26. April: Vizeministerpräsidentin Wu Yi tritt die Position der Gesundheitsministerin an.

1. Mai: Nach acht Tage intensiver Bauarbeiten beginnt das Xiaotangshan-Krankenhaus, das erste SARS-Krankenhaus in Beijing, Patienten zu empfangen. Gleichzeitig kommen mehr als 1200 medizinische Mitarbeiter von der Armee in Xiaotangshan an.

6. Mai: China gibt die Vorschriften über die industrielle Verletzungsversicherung heraus, denen entsprechend Infektionen mit SARS unter medizinischen Mitarbeitern, die SARS-Patienten behandeln, als industrielle Verletzungen gehandhabt werden sollen.

8. Mai: Einige Hochschulen und Universitäten in China verkünden, dass sie Kindern von medizinischen Mitarbeitern an der Front des Kampfes gegen SARS bei der Hochschulaufnahme Priorität einräumen werden.

9. Mai: Die Anzahl der bestätigten SARS-Fälle in Beijing fällt zum ersten Mal auf unter 50. Premier Wen Jiabao unterzeichnet ein Dekret, um das Krisenreaktionssystems für Gesundheitsnotfälle zu starten. Beijing verkündet, dass der Anteil der Infektionen unter medizinischen Mitarbeitern bedeutend zurückgegangen sei. Vom 21. April bis zum 1. Mai sei der Durchschnittsanteil 15,81% pro Tag gewesen und vom 2. bis zum 8. Mai sei er auf 6,3% gefallen.

15. Mai: Die erste Gruppe von sieben SARS-Patienten des Xiaotangshang-Krankenhauses wird nach der Genesung entlassen.

19. Mai: Die Anzahl der gemeldeten neu bestätigten SARS-Fälle fällt zum ersten Mal auf eine einstellige Zahl. Zum ersten Mal werden keine neu bestätigten Fälle in der Provinz Shanxi gemeldet.

22. Mai: Die Schüler der dritte Klasse der Sekundarschulen der Oberstufe in Beijing nehmen den Unterricht wieder auf. Das Messen der Temperatur beim Schulbetreten wird eingeführt.

29. Mai: Die gemeldete Anzahl von neu bestätigten SARS-Fällen in Beijing fällt zum ersten Mal auf Null. Die Gesamtanzahl von neu bestätigten Fällen und verdächtigten Fällen reduziert sich zum ersten Mal auf eine einstellige Zahl.

31. Mai: Mit der In-Schachhaltung von SARS werden die zur SARS-Behandlung bestimmten Krankenhäuser von 16 auf sieben reduziert.

1. Juni: Studenten, die im Juli ihren Abschluss machen sollen, kehren in die Unis zurück.

2. Juni: Die Anzahl der neu bestätigten SARS-Fälle, der von den bestätigten Fällen aus den ehemals Verdachtsfällen und der Todesfällen reduziert sich zum ersten Mal auf Null.

8. Juni: Beijing beginnt einen Rekord von null SARS-Fällen pro Tag zu halten.

13. Juni: Die WHO verkündet die Aufhebung ihrer Reisewarnung für die Provinzen Hebei und Shanxi, das Autonome Gebiet der Inneren Mongolei und die regierungsunmittelbare Stadt Tianjin.

19. Juni: Wissenschaftler von der Chinesischen Landwirtschaftsuniversität verkünden, dass ihre Studien zeigen würden, dass das Corona-Virus in Zibetkatzen wenig mit SARS zu tun hätte.

20. Juni: Das Xiaotangshan-Krankenhaus entlässt seine letzten 18 wieder gesund gewordenen SARS-Patienten. In das Krankenhaus waren seit dem 1. Mai 680 Patienten eingewiesen worden.

24. Juni: Beijing hält die Nullquote an bestätigten SARS-Fällen für den 13. Tag in Folge, 43 Patienten sind noch im Krankenhaus zur Behandlung. Das Ditan-Krankenhaus bleibt da einzige SARS-Krankenhaus in Beijing.

Die WHO hebt ihre Reisewarnung für die chinesische Hauptstadt auf und streicht Beijing gleichzeitig von der List der SARS-infizierten Gebiete.

25. Juni: Die Gesundheitsbehörde von Hong Kong erhält einen Bericht von den Guangdonger Gesundheitsbehörden, der einen SARS-Fall einer 77jährigen alten Frau aus Hong Kong bestätigt.

Beijing werde über die Erfahrungen und Lektionen, die aus dem Kampf gegen SARS gezogen worden seien, der erfolgreich beendet worden sei, wie durch die WHO-Entscheidung am 24. Juni, die Stadt von der Liste der SARS-infizierten Gebiete zu streichen, gezeigt worden sei, „ernsthaft nachdenken“, so Wang Qishan, amtierender Bürgermeister von Beijing.

China habe vor, in den nächsten sechs Monaten mehr Gelder in die Infrastruktur der öffentlichen Gesundheit des Landes und das Krankheitswarn- und -kontrollsystem zu stecken, so der chinesische Finanzminister Jin Renqing, der auch versprach, dass das Staatsbudget zum größten Teil in Chinas weiten ländlichen Gebieten zum Einsatz kommen würde.

26. Juni: Beijing hat seit 29 Tage keinen neuen bestätigten SARS-Fall gemeldet.