Aufschwung durch Obst und Gemüse für den Freihandel zwischen China und der ASEAN
 

Von Kuang Ji

China und Thailand beschleunigten die Etablierung des Freihandels zwischen China und der ASEAN mit einem Abkommen über die Vorantreibung der gegenseitigen Befreiung von Tarifen auf 188 importierte Güter zwischen den beiden Ländern, unterzeichnet am 18. Juni in Beijing. Als ersten Schritt werden die beiden Länder ab 1. Oktober dieses Jahres einen Null-Tarif auf importiertes Obst und Gemüse praktizieren.

Chinas Tarifbefreiungsplan mit Thailand stehe ebenfalls allen anderen ASEAN (Vereinigung Südostasiatischer Nationen)-Mitgliedern offen, so Li Guanghui, Direktor der Abteilung für Asiatische und Afrikanische Studien des Forschungsinstitutes des Handelsministeriums. Die Befreiungen seien im Rahmen des Rahmenabkommens über Umfassende Wirtschaftliche Kooperation zwischen China und der ASEAN, unterzeichnet auf dem ASEAN-China-Treffen letzten November in Kambodscha, entworfen worden.

Der China-Thailand-Pakt sei ein Ansatzpunkt für den Freihandel mit Agrarprodukten zwischen den beiden Ländern und ein Schritt nach vorne im Rahmen der Ausführung des Aufbaus der vorgeschlagenen China-ASEAN-Freihandelszone, so Li.

Statistiken zeigen, dass das Handelsvolumen zwischen China und der ASEAN im Jahr 2002 54,77 Mrd. US$ erreichte, ein Plus von 31,7% gegenüber 2001, die zweitgrößte Wachstumsquote weltweit. Auch wenn Naturprodukte nur einen kleinen Prozentsatz im bilateralen Handel zwischen China und der ASEAN ausmachten, sei die Unterzeichnung des Abkommens ein gutes Beispiel im Rahmen der Bemühungen, eine regionale Freihandelszone aufzubauen, sagte Li.

Allerdings, so Li, bedeute der Null-Tarif auf Gemüse und Obst zwischen China und Thailand nicht, dass diese chinesischen Erzeugnisse ohne Beschränkungen auf andere regionale Märkte gehen könnten, da der interne Aufbau der ASEAN-Freihandelszone noch nicht fertiggestellt sei. Dem Abkommen, das unter sechs ASEAN-Mitgliedern erreicht worden ist, zufolge werden Brunei, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand im Jahr 2005 eine erste Freihandelszone bilden. Die China-ASEAN-Freihandelszone würde innerhalb von 10 Jahren etabliert werden.

China und die ASEAN-Länder teilten viele gemeinsame Interessen und die Aussichten für Zusammenarbeit seien vielversprechend, sagte der chinesische Außenminister Li Zhaoxing auf dem China-ASEAN-Dialogforum am 19. Juni in Phonm Penh. Li drückte die aktive, großmütige und kooperative Haltung der neuen chinesischen Führung gegenüber der regionalen Zusammenarbeit aus.

Die Kooperation zwischen China und der ASEAN hat sich in den Hauptbereichen der Landwirtschaft, der Informationsindustrie, der menschlichen Ressourcen, des gegenseitigen Investments und der Erschließung des Mekongs stetig gesteigert. China hat Finanzhilfe in Höhe von 5 Mio. US$ für Länder entlang des Oberlaufes des Mekongs zur Verfügung gestellt, darunter Myanmar, Laos und Thailand, um die dortige Bewässerung zu verbessern. China bot den ASEAN-Mitgliedsländern die gleiche Summe an Finanzhilfe für die Entwicklung von menschlichen Ressourcen an.

Die vorgeschlagene Freihandelszone involviert eine Bevölkerung von 1,7 Mrd. Menschen und die regionale Kooperation wird einen weitreichenden Entwicklungsraum und eine Menge Geschäftsgelegenheiten für regionale Unternehmen hervorbringen. In diesem Punkt haben China und die ASEAN-Länder einen Konsens erreicht. Allerdings gibt es nach wie vor einige Probleme im Aufbau der Freihandelszone. Der Yunnaner Zweigstelle des Chinesischen Rates für die Förderung des Internationalen Handels zufolge sind einige Gelehrte und Regierungsbeamte in der ASEAN ein wenig in Sorge über die möglichen Auswirkungen der chinesischen Unternehmen auf ihre wachsenden Industriebranchen, wie die Textil-, Motorräder- und Spielzeugbranche. Darüber hinaus hat China riesige Finanz- und menschliche Ressourcen in den Aufbau von großangelegten Infrastrukturprojekten wie die Pan-Asiatische-Bahn, die Kunming-Bangkok-Autobahn und die Umgestaltung des Lancanjiang-Mekong-Verlaufs gesteckt, einige ASEAN-Mitglieder haben die Realisierung der Zusammenarbeit jedoch verzögert. Chinesische Experten schlugen vor, dass der regionale Dialog die Förderung dieser konkreten kooperativen Projekte im Fokus haben sollte.

In China sei die Kooperation mit der ASEAN von großem Interesse der Zentralregierung als auch der akademischen Kreise, während die meisten Unternehmen die wirtschaftliche Anziehungskraft der regionalen Zusammenarbeit noch erkennen müssten, so Experten. Daher versucht die Regierung, chinesische Unternehmen anzuleiten, ihren Blick auf die ASEAN-Region zu werfen, und hat die Bedeutung der Vorantreibung der wirtschaftlichen Entwicklung und des Handels entlang der südwestlichen Landesgrenze befürwortet. Es sei dringend, eine wirtschaftliche Grenzstrategie zu implementieren und die wirtschaftliche Kapazität der Grenzgebiete zu verbessern, so Yang Xianming, Direktor des Institutes für Entwicklungsstudien der Yunnan-Universität, um das Fundament für die China-ASEAN-Freihandelszone zu legen.