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Seitdem die WHO die Reisewarnung in Bezug auf Beijing am 24. Juni aufhob, kehren ausländische Touristen in die verlassene chinesische Hauptstadt zurück. In China ist ein wieder aufblühender Tourismusmarkt dabei, wieder in Erscheinung zu treten.

Von Lu Pi

Sechzig Touristen aus der Republik Korea (ROK) kamen am 30. Juni in Beijing an und wurden die ersten Gruppe ausländischer Besucher, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die chinesische Hauptstat von der Liste der von SARS (Akutes Atemwegssyndrom) betroffenen Gebiete genommen und ihre Reisewarnung in Bezug auf Beijing am 24. Juni aufgehoben hatte.

Die Gruppe, die aus Vertretern von Reiseagenturen der ROK sowie einigen Reportern bestand, kam nach China, um sich über den Tourismusmarkt in Beijing nach SARS schlau zu machen.

Zwei Tage nachdem die Reisewarnung aufgehoben worden war, gab das Beijinger Tourismusbüro (BTB) eine Reihe von Informationsveranstaltungen zur Erholung des Sektors bekannt.

BTB-Direktor Yu Changjiang lud die ersten 1500 ausländischen Besucher zu Banketten in der Großen Halle des Volkes, die stets für Freitag anberaumt wurden, auf Kosten des BTB ein.

Yu sagte zudem voraus, dass der Tourismusmarkt in Beijing bis Oktober wieder zur Normalität zurückgekehrt sein würde.

Als SARS im ganzen Land wütete und die WHO eine Reisewarnung für Beijing aussprach, ergriffen etwa 120 Länder Maßnahmen, um Reisen nach und von China im April und Mai einzuschränken. Alle inländischen Tourismusaktivitäten wurden aus Angst vor Massenansteckungen abgesagt.

Da SARS inzwischen effektiv unter Kontrolle gebracht worden ist, zeigt die Tourismusbranche nach zwei Monaten des „Winterschlafs“ Zeichen neuen Lebens.

Han Kui, stellvertretender Generalmanager der Ausreiseabteilung des China Youth Travel Service (CYTS), sagte, die Abteilung erhalte in letzter Zeit eine zunehmende Anzahl von Telefonanrufen. Auch wenn die Angestellten sehr beschäftigt und geschlaucht seien, so Han, seien sie auch froh, endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Inländische Tourismusanalytiker sagten, dass, auch wenn China für eine kurze Zeit gelitten habe, dennoch weiter davon ausgegangen werde, dass das Land ein hervorragendes Reiseziel in Übersee sei und die chinesischen Bürger ebenfalls bereit seien, nach dem Eingesperrtsein während SARS zu reisen.

Wei Xiaoan, ein leitender Beamter des Staatlichen Amtes für Tourismus (China National Tourism Administration, CNTA), sagte, die Tourismusbranche würde nach SARS in eine neue Runde der Entwicklung eintreten. Wei sagte voraus, dass nicht nur der Markt sich erholen und zurück auf sein Niveau von vor SARS finden werde, sondern auch die Qualität und der Profit der Tourismusbranche neues Wachstum gewinnen würden.

Dem BTB zufolge haben die großen Touristenattraktionen in Beijing wie der Sommerpalast früher als gewöhnlich Nachsaisonpreise angeboten. Die Hochsaisonpreise gelten gewöhnlich vom 1. April bis zum 31. Oktober.

Unterdessen macht Beijing auch Bemühungen, saubere und hygienischere Restaurants, touristische Sehenswürdigkeiten und öffentliche Toiletten zu schaffen. Schlechte öffentliche Gewohnheiten wie Spucken und das willkürliche Wegwerfen von Zigarettenkippen und Abfall auf der Straße werden jetzt streng bestraft.

Der CITS sagte, er werde im Juli 500 Gäste in sechs Gruppen in Beijing empfangen. Um dem Markt mehr Attraktivität zu verleihen, wird der Reiseservice ebenfalls flexibel Preise anwenden und gemeinsam mit Fluggesellschaften und Hotels noch mehr Werbung machen.

CITS-Beamte sagten, sie würden bis Februar nächsten Jahres Sonderpreise für Reisegruppen in Beijing anbieten. Eine einwöchige Reise würde 135 US$ kosten, im Vergleich dazu war früher vor SARS der niedrigste Preis pro Woche 150 US$.

CITS-Abteilungsmanager Wang Liang sagte, dass außer der Besichtigung der normalen touristischen Sehenswürdigkeiten den Reisenden mehr Zeit und Flexibilität gegeben würde, so dass sie selbst wählen könnten, wo sie hingehen und was sie sehen wollten.

Aus Marktkreisen hieß es, dass Reisedienste mehr „Selbstbedienungs“-Reiserouten anbieten würden. Zusätzlich zu der begehrten Route in die Provinz Hainan würden die Reisebüros mehr Touren zu den Drei Jangtse-Schluchten und in die Küstenstädte Dalian und Qinhuangdao anbieten. Die erfolgreichste Reiseroute soll die Tour zu den Drei Jangtse-Schluchten sein.

Die meisten Provinzen in China ermutigen jetzt ebenfalls Kurzreisen in umliegende Gebiete, Ausflüge mit dem eigenen Auto und Radtouren.

Einige Gebiete haben sich zusammengetan, um Reiserouten guter Qualität anzubieten. Li Wenyao, Direktor des Guangzhouer Tourismusbüros, sagte dass die Stadt einen gemeinsamen Tourismusmarkt mit Shenzhen und Zhuhai teilen würde, und diese drei zusammen mit den Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macao würden ein „goldenes Dreieck“ bilden.

Die Städte Ningbo, Shaoxing, Zhoushan und Taizhou haben gemeinsam den Tourismusmarkt der ostchinesischen Provinz Zhejiang angeworben, indem Reiserouten mit Stopps in jeder Stadt entworfen wurden.

Der Hong Konger Tourismusvorstand (HKTB) hat zudem ein weitreichendes Programm voller Sonderattraktionen und Veranstaltungen, die in den nächsten neun Monaten auf die Bühne gebracht werden sollen, bekannt gegeben. Diese Veranstaltungen würden den einzigartigen Hafen und die Skyline der Stadt im Fokus haben.

Während dieser Periode werden Frühbuchern Rabatte für Flugtickets und Hotelunterkunft sowie eine Reihe von Verpflegungs- und Shoppping-Vergünstigungen angeboten. Gleichzeitig plant der HKTB, mit seinen Tourismuspartnern an einer Reihe von Informationsveranstaltungen teilzunehmen, um Hong Kong in 28 großen Städten weltweit zu bewerben.

Die CNTA soll die Verbote für Reisegruppe in Kürze aufheben. Große Reiseagenturen haben zahlreiche Angebote für Kurzreisen von kleinen Reisegruppen zusammengestellt.

Während gemeinsame Bemühungen gemacht werden, haben die Reiseagenturen auch von den Lokalregierungen volle Unterstützung erhalten. Das BTB sagte, dass es sich auf die internationale Kooperation konzentrieren werde, um eine günstige Situation für die chinesische als auch die asiatische Tourismusbranche zu schaffen. Shanghai bereitet sich auf die Erholung des Tourismus im Jangtse-Delta, das Jiangsu, Zhejiang und Shanghai umfasst, und die Ankunft von ausländischen Medien und Reisenden in Shanghai vor.

SARS bot dem Tourismussektor ebenfalls eine Gelegenheit, eine notwendige Neuausrichtung und eine Selbstanalyse zur besseren Entwicklung zu machen. Während der beiden Monate des Stillstands ergriffen viele Tourismusgesellschaften die Chance, ihr Management zu verbessern. Eine Gruppe von Sterne-Hotels führte ein umfassendes Modernisierungsprojekt ihrer Einrichtungen durch.

Liu Jiaxiang, Generalmanager des CITS, sagte, der Tourismussektor nach SARS würde sich nicht nur erholen, sondern auch wachsen.

Eine Erhebung der größten Reise-Website auf dem chinesischen Festland zeigte, dass fast 80% der Befragten planten, zwei Monate nach der Bewältigung der SARS-Krise eine Reise zu machen. Sie zeigte auch, dass die Zuversicht der Öffentlichkeit als Motor für die Erholung der Tourismusbranche entscheidend sein wird.

Brancheninsider sagten, sie hätten auch erkannt, dass für die Förderung der Integration des chinesischen Tourismussektors mit der Welt die Stärkung der Kooperation und die Bildung eines internationalen Arbeitsmechanismus, um mit Notfällen wie SARS fertig zu werden, von wesentlicher Bedeutung seien.

Derweil ist der Tourismussektor weiter für Desaster, Kriege und Notfälle anfällig. Zwei verschiedene Mechanismen seien vonnöten, einer für Friedens- und einer für Kriegszeiten, so Analytiker.

Zudem wird verlangt, dass Firmen in der Tourismusbranche und Lokalregierungen Risikoverhütungspläne ausarbeiten sowie Kapazitäten bereitstellen, um mit Notfällen fertig zu werden.

Experten sagten, dass die allmähliche Erholung des inländischen Tourismusmarktes seit Juni ein großes Marktpotential signalisiere. China habe nach wie vor vielversprechende Aussichten in der Tourismusbranche, auf jeden Fall solange, wie die Touristen ins Land kommen.