„Um zu leben, müssen wir uns unterstützen“
 

Die gegenseitige Unterstützung der asiatisch-pazifischen Regierungen und Industriellen ist der Schlüssel zur Wiederbelebung des regionalen Tourismus

Von Zhang Ruowu

Es ist schwer, ein Sprichwort in einer Übersetzung wiederzugeben. Es ist so traditionell, so familiär, eben so Chinesisch, dass kaum ein Äquivalent in Deutsch gefunden werden kann. So wird „xiang yi wei ming“ oft in Bezug auf Mann und Frau und auf Familienmitglieder verwendet, die sich treu und hilfsbereit auch in schwerer Bedrängnis bleiben.

„Ist das alles, was wir tun können, in dieser schweren Zeit?“, fragte Jennifer Cheung, eine geschäftsführende Managerin (Swire Travel Service), bei der Anmeldung zur Konferenz über die Revitalisierung des Tourismus in Asien.

Nie wurde Asiens Tourismus-Industrie so schwer getroffen wie durch SARS (Akutes Atemwegssyndrom), das diese geldscheffelnde Industrie in eine bodenlose Tiefe gestoßen hat. Eine Krise noch schlimmer als der Irak-Krieg oder der terroristische Bombenanschlag auf Bali, dem berühmten indonesischen Ferienort, so Francesco Frangialli, Generalsekretär der Welt-Tourismus-Organisation.

„Kommt der internationale Tourismus überhaupt nach Beijing zurück?“, fragte mich die Hong Konger Tourismus-Managerin, aber sie hat nicht wirklich auf eine Antwort gewartet. Sie ist lange genug im Geschäft, um die Antwort bereits zu wissen: „Ich schätze - noch nicht?“

Nachdem sie mir erzählt hatte, dass sie seit fast 20 Jahren in diesem Gewerbe ist, sagte sie: „Ich vermute nicht vor dem nächsten Frühling. Wir hoffen, dass in dieser Zeit die Epidemie nicht zurückkehrt. Wir drücken alle die Daumen.“

Beijing war eine der von der Krankheit am meisten betroffenen Regionen mit einem Einnahme-Verlust in Höhe von 11 Milliarden RMB Ende Mai in dieser Branche, wie ein Insider sagt.

„Nun, was können wir jetzt machen?“, fragte ich sie. „Nur abwarten?“

„Nein“, sie schüttelte ihren Kopf. „Natürlich nicht. Wie kann man leben, wenn man nur wartet? Das Erste, was wir tun müssen, ist, die Geschäftsleute aus Übersee zurück zu gewinnen. Sie sind die erste Welle. Wenn sie Hong Kong sicher finden, werden sie das nächste Mal, vielleicht im Herbst, ihre Familien mitbringen, das ist die beste Zeit in diesem Teil der Welt“, sagte sie.

„Von Beijing den ganzen Weg nach Hong Kong – und hoffentlich bleiben dann die Gäste länger hier“, fügte sie hinzu. „Wie die Erfahrung lehrt, kommen die größeren Reisegruppen aus dem Ausland mit asiatischem Reiseziel erst nach diesen zwei Wellen.“

Bis dahin wird vielleicht das Chinesische Neujahrsfest 2004, das jedes Jahr zwischen Januar und Februar gefeiert wird, vorbei sein.

„Aber nur wenn nichts mehr schief geht und wenn wir und das Festland versuchen, unser Bestes zu geben.“ Aber das erfordert nicht nur vom chinesischen Festland und Hong Kong Anstrengungen, worin die meisten Delegierten der Konferenz übereinstimmen. Internationale Reisegruppen kommen nicht nur, um eine oder zwei Städte zu besichtigen. Sie möchten mit einer Reise verschiedene Länder abdecken. Wenn sie die Große Mauer nicht sehen können, werden sie auch auf das Einkaufen in Hong Kong und die entsprechende Erholung verzichten.

Wenn sie ihre Ziele China und Hong Kong nicht erreichen können, dann werden sie ihren ganzen Asien-Trip stornieren. Und als dies alles während der SARS-Krise von März bis Juni geschah, gab es keinen Weg für die Reisebüros, Hotels und Souvenirläden auf dem ganzen Kontinent, die Krise unbeschadet zu überstehen.

Gafarov Kasim, Vorsitzender der tadschikischen nationalen Reisebehörde, führte aus, obwohl es keinen SARS-Fall, auch keinen Verdachtsfall, in Tadschikistan gegeben habe, hätten viele Länder gegenüber seinem Land eine Reisewarnung ausgesprochen, und das nur, weil es eine entlegene gemeinsame Grenze mit Chinas Provinz Xinjiang gebe.

Ganz zu schweigen von Tadschikistan, so Frangialli, „gingen die Ankünfte in vielen asiatischen Städten zurück, so Kuala Lumpur, Jakarta..., und zwar auf 30-40 %, wenn nicht weniger.“ Der zweitgrößte Tourismusmarkt der Welt, der 2002 ca. 125 Millionen Ankünfte verzeichnete, das sind 18% des Weltmarktes, sah sich selbst wie auf der Titanic – hilflos, versinkend.

„Glücklicherweise ist die SARS-Krise jetzt hinter uns – Dank der großen internationalen Zusammenarbeit, auf die Asien während jener kritischen Monate zurückgreifen konnte, als sich die chinesische Regierung auf eine Krisenzeit von zwei Jahren vorbereitete“, so Long Yongtu, Chinas früherer stellvertretender Minister für Außenhandel und Wirtschaftliche Zusammenarbeit, jetzt Generalsekretär des Boao-Asien-Forums; einer der Organisatoren der Tourismus-Konferenz.

Nachdem die Reisewarnungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) aufgehoben wurde, lockerten alle asiatischen Staaten einer nach dem anderen ihre Tourismus-Vorschriften untereinander. Über 100 Länder haben ihren Tourismus-Bann gegen China inzwischen aufgehoben.

„Wir sehen nun langsam Licht am Ende eines sehr langen Tunnels“, sagte Grangialli, „seit 22 Monaten, seit den Terrorismus-Attacken in