Chinas „große Chance“ wird weiter genutzt
 
Dalian war die Gastgeberstadt für das Wirtschaftsministertreffen der ASEM, eine „wichtige Brücke“ zwischen Asien und Europa

Von Deng Tianmei

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist Basis und Stütze der eurasischen Kooperation, sagte die stellvertretende chinesische Ministerpräsidentin Wu Yi auf der dem fünften Treffen der Wirtschaftsministertreffen (EMM) der Eurasischen Konferenz (ASEM) am 24 Juli.

An das Meeting gerichtet, das in Dalian in der nordöstlichen gelegenen Provinz Liaoning abgehalten wurde, lobte Wu die ASEM als wichtige Brücke zwischen Asien und Europa.

Dieses Jahr war das EMM auf sechs Themen ausgerichtet: das globale Wirtschaftswachstum, die nächste Runde der Gespräche über Freihandel in der WTO (Welthandelsorganisation), Handelserleichterungen, Förderung des Investments, die Entwicklungsrichtung der asiatischen und europäischen Wirtschaften und die Vertiefung der Partnerschaft zwischen den beiden Kontinenten.

Das Treffen verabschiedete den Investment-Förderplan und den Plan über Handelserleichterungen und gab die Erklärung des Vorsitzenden über EMM5 ab.

Das dreitägige Treffen in Dalian begann am 22. Juli mit der Eröffnung des hochrangigen Asien-Europa-Wirtschaftsforums, welches eines der am meisten interaktiven Gipfeltreffen zwischen Asien und Europa in diesem Jahr ist.

Die Vertreter verschiedener multinationaler Konzerne wie Japans Toshiba Corp., der deutschen Thyssen Krupp Stahl AG, sowie die offiziellen Repräsentanten der ASEM-Mitgliederstaaten nahmen an dem Forum teil. Die Teilnehmer präsentierten ihre Sicht und Kommentare über die Entwicklungstrends der Weltwirtschaft, die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der ASEM, den Handel und das Investitionsklima in China.

In seinen dem Forum vorgetragenen grundsätzlichen Überlegungen sagte der chinesische Handelsminister Lu Fuyuan, dass die Globalisierung der wichtigste Trend in der Weltwirtschaft sei, welcher im Ergebnis alle Länder ökonomisch näher bringe und voneinander abhängiger mache. So kann kein Land und keine Region mehr selbst das Wirtschaftswachstum realisieren; Zusammenarbeit für wirtschaftliches Wachstum sei jetzt eine gemeinsame Notwendigkeit für alle Länder und Regionen.

Die Mitglieder des ASEM – einschließlich der 15 Staaten der EU und der Europäischen Kommission, sieben ASEAN-Mitglieder (Association of Southeast Asian Nations), Japan, Süd-Korea und China – genießen die ausgezeichneten Bedingungen für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dank ihrer großen Populationen, reichen Ressourcen und gemeinsamer Eigenschaften. ASEM-Mitglieder sollten der Realität der unterschiedlichen nationalen Bedingungen und ungleichmäßigen Entwicklung bei ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit ins Auge blicken; der gegenseitige Nutzen und das gemeinsame Interesse sollten das Ziel sein, schlug Lu vor.

Die internationale Geschäftswelt hat sehr von Chinas Wirtschaftswachstum profitiert, fügte der Minister hinzu. Bis zum Ende von 2002 hat China über 420 000 Unternehmen mit ausländischem Kapital genehmigt, mit einer Vertragssumme von 828,1 Mrd. US$, von denen 44,8 Mrd. inzwischen tatsächlich genutzt wurden.

Gegenwärtig haben die meisten Unternehmen mit ausländischem Kapital in China gut gewirtschaftet.

„Chinas Mitgliedschaft in der WTO hat uns viele Möglichkeiten für Investitionen geliefert“, sagte Hartmut Heine, der oberste Vertreter der deutschen Thyssen Krupp Stahl AG in China. Thyssen Krupp ist in China durch ihre Teilnahme am Bau der Magnetschwebebahn in Shanghai wohlbekannt. Die deutsche Firma hat gegenwärtig 36 Jointventures in China mit über 3000 Angestellten.

Heine sagte weiter: „Als Westler, der in China über 20 Jahre gelebt hat, verstehe ich die wirtschaftlichen Leistungen der asiatischen Staaten, besonders die von China. Diese Leistungen haben zum Frieden, zur Stabilität und zum Wohlstand in der Welt beigetragen.“

Trotz einiger Rückschläge, d.h. v.a. der Ausbruch der SARS-Epidemie (akutes Atemwegssyndrom) in diesem Frühjahr, hält das kräftige Wachstum der chinesischen Wirtschaft an, sagte Lu.

Der Industrie-Minister von Brunei, Phehin Abdul Rahman Taib, betonte, dass sein Land und die anderen ASEAN-Mitglieder die Zusammenarbeit mit China verbessern möchten, „da die Öffnung der chinesischen Wirtschaft trotz einiger Herausforderungen uns manche gute Chancen bietet.“

Der chinesische Erfolg verdanke sich hauptsächlich der Befolgung seiner Öffnungspolitik, sagte der südkoreanische Handelsminister Hwang Doo-yun. Und: „China hat seine Handelsschranken immer weiter reduziert und ausländisches Kapital angezogen. Für China ist der Prozess der Öffnung eine Erfolgsgeschichte.“