Asiatisch-Pazifische Wirtschaften: Große Wachstumsdiskrepanzen
 
Von She Ke
(Nachrichtenagentur Xinhua)

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Weltwirtschaft ein langsames Wachstum einer durchschnittlichen Jahresrate von nur 2% gezeigt. Weltweit haben die Länder allerdings merklich unterschiedliche Wachstumsquoten verzeichnet. In der asiatisch-pazifischen Region lag das Jahreswirtschaftswachstum der USA von 2000-2002 bei etwa 2,5%, das von Japan bei nur 0,5%, fast ein Nullwachstum, und das von südostasiatischen Ländern bei 4,7%, während das von China über 7,5% lag. Dieses Phänomen hat die folgende Frage hervorgerufen: Was sind die genauen Gründe für diese große Diskrepanz im Wirtschaftswachstum zwischen China und anderen asiatisch-pazifischen Ländern?

Die US-Wirtschaft: Aufs und Abs

In den 1990ern gab das schnelle Wirtschaftswachstum der USA Anlass zu kühnen Voraussagen: Die New Economy habe das ursprüngliche Gesetz des wirtschaftlichen Kreislaufes geändert und Wirtschaftsrezessionen würden der Vergangenheit angehören.

Allerdings platzte diese Seifenblase im Jahr 2000 und zog die US-Wirtschaft letztendlich in die Rezession. Das folgende Wirtschaftstief und die schwache Erholung beweisen, dass die innewohnenden zyklischen Gesetze der Wirtschaftsentwicklung nach wie vor eine Rolle spielen. Selbst enorme äußere Auswirkungen wie die durch die Anschläge vom 11. September schafften es nicht, das Gesetz des wirtschaftlichen Kreislaufs zu ändern. Nach dem 11. September wurde die US-Wirtschaft eher Zeuge eines Anstiegs denn eines Abfalls und begann im letzten Quartal von 2001 wieder einen Aufwärtstrend zu zeigen.

Die New Economy mit der IT in ihrem Fokus führte, während sie die Produktivität und Profite ankurbelte, zu einem exzessiven Investment in die Produktion und zu Seifenblasen im Aktienmarkt. Seifenblasen können jedoch nicht unendlich aufgeblasen werden und als die Aktienpreise immer weniger mit den Geschäftsleistungen im Zusammenhang standen, hatte ihre weitere Steigerung sich auf Kapitaloperationen wie Fusionen und Aufkäufe sowie Aktienrückkäufe zu verlassen. Sobald das Fusions-/Aufkauffieber abgekühlt und ein Mangel an Fonds für den Aktienrückkauf auftat, wurde ein Fall der Aktienpreise unvermeidlich. Da die Preise von Unternehmensaktien mit den Verdiensten der Manager verbunden waren (wie Aktienoptionen, die in den 1990ern weit verbreitet waren), wurden Buchhaltungsbetrügereien zur letzten Zuflucht, um die Preise anzuheben. Das Platzen der Seifenblase und die folgenden Buchhaltungsskandale sind die Hauptgründe für den Vertrauensverlust der Investoren.

Anders als frühere Rezessionen hat dieses Wirtschaftstief unterschiedliche Investment- und Verbrauchertrends gesehen. Auf der einen Seite hat das träge Investment das Wirtschaftswachstum behindert, während auf der anderen Seite der anhaltende starke Konsum die Wirtschaftsrezession zu einem gewissen Grad gemäßigt hat. Dies erklärt, warum die US-Wirtschaft in den letzten beiden Jahren Zeuge einer milden Rezession und eine schwachen Erholung geworden ist.

Angetrieben von dem lebhaften Immobilienmarkt und der lockeren Währungspolitik hat der Verbrauch in den USA ein energisches Wachstum beibehalten, sogar 2001, als die Rezession noch regierte. Angesichts dieser Tatsache können wir ohne weiteres erklären, warum Entwicklungsländer wie China das rapide Wachstum ihrer Exporte in die USA, als die US-Wirtschaft nur langsam wuchs, beibehalten konnten. Exporte aus diesen Ländern sind hauptsächlich Verbrauchsgüter, nach denen in den USA eine große Nachfrage besteht. Im Gegensatz dazu haben Industrienationen, die vor allem Investmentprodukte exportieren, unter der Trägheit des Investments zu leiden gehabt.

Die unterschiedlichen Trends des Investments und des Konsums und die verhältnismäßig milde Rezession verkomplizieren zusammen den gegenwärtigen Prozess der wirtschaftlichen Erholung. Die Kontinuität des Erholungsprozesses zu erhalten, erfordert eine starke und solide Konsumption. Allerdings macht eine derartige Konsumption es schwierig, die strukturellen Widersprüche, die von der Periode des hohen Wachstums zurückgelassen wurden, zu lösen; einige wie die Schuldenlasten der Bürger und Seifenblasen im Immobilienmarkt tendieren dahin, sich zu verschlimmern.

Es kann gesagt werden, dass die US-Wirtschaft das Erbe der strukturellen Widersprüche aus der Ära des hohen Wachstums verarbeitet. Gleichzeitig mit anderen Problemen in politischen, sozialen und internationalen Angelegenheiten konfrontiert, kann selbstverständlich erwartet werden, dass die USA weiter krasse Schwankungen und ein langsames Wirtschaftswachstum erfahren werden.

Die japanische Wirtschaft: Um Anstieg ringen

Auch wenn sie von der US-Wirtschaft beeinflusst wurde, ist die japanische Wirtschaft durch ihre eigenen strukturellen Probleme weitaus stärker gehandicapt gewesen. Im letzten Jahrzehnt hat die japanische Wirtschaft unter den Nachwirkungen des Kollaps einer Seifenblasenwirtschaft gelitten. Selbst während der Periode des rapiden globalen Wirtschaftswachstums ist es Japan nicht gelungen, aufzuholen. Von der asiatischen Finanzkrise 1997 beeinträchtigt, geriet die japanische Wirtschaft 1998 in eine Rezession. Im Jahr 2001 geriet sie, aufgrund der Auswirkungen des Wirtschaftstiefs in den USA und der Welt, in eine weitere Rezession und blieb 2002 am Rande einer Rezession, trotz eines wirtschaftlichen Aufwärtstrends in den USA. Die grundlegende Ursache hierfür ist, dass Japans strukturelle Probleme, die von dem Zusammenbruch der Seifenblasenwirtschaft zurückgelassen wurden, ungelöst geblieben sind.

Die Not leidenden Darlehen (NPLs) der Banken bereiten Japan das größte Kopfzerbrechen. Der Fall der Immobilien- und Aktienpreise hat nicht nur die Motivationskraft für die Konsumption und das Investment geschwächt, sondern den Banken riesige Mengen von NPLs geschaffen. In Japan sind die Kommerzbanken sowohl Kreditgeber als auch Aktionäre von Unternehmen. Während er die Fähigkeit der Unternehmen Darlehen zurückzuzahlen einschränkt, verschlimmert der Börsenkurssturz auch die Qualität der Bankvermögen. Die Zunahme der NPLs und die Verschlechterung der Vermögensqualität dämpften den Wunsch der Banken weiter, Kredite zu geben. Wegen des schwachen Konsums, behinderte die Deflation das Wirtschaftswachstum. Darüber hinaus führte die lange Restrukturierung der Industrie dazu, dass Japan die von der IT-Industrie und der technologischen Innovation herbeigeführte Periode des hohen Wirtschaftswachstums verpasste.

Seit dem Zusammenbruch der Seifenblasenwirtschaft haben aufeinanderfolgende japanische Regierungen die wirtschaftliche Restrukturierung als wesentliche Methode ergriffen, das Land von der Rezession zu befreien. Leider ist es allen Reformen nicht gelungen, ihre erwarteten Ergebnisse zu erreichen. Beschränkungen vonseiten des innenpolitischen Systems des Lands sind ein grundlegendes Hindernis.

Daher hängt die Erholung der japanischen Wirtschaft zum großen Teil vom Prozess der Wirtschaftsreform ab. Im Jahr 2002 arbeitete die Koizumi-Administration ein ehrgeiziges Finanzreformprogramm aus und schlug das Konzept „kein Wachstum ohne Reform“ vor. Auch wenn die endgültigen Effekte noch abzuwarten sind, ist es zumindest von Nutzen für japanische Politiker, Lösungen für die träge Wirtschaft des Landes zu suchen beginnen, indem einheimische Probleme analysiert werden.

Die südostasiatischen Wirtschaften: Schwierige Erholung

Die exportorientierten Wirtschaften der südostasiatischen Länder sind eng mit der US- und der japanischen Wirtschaft verbunden. Nach der asiatischen Finanzkrise erholten sich die Wirtschaften der meisten Länder in der Region schnell, wobei das Wirtschaftswachstum von Ländern der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) fast 6% erreichte. Allerdings brachte die folgende globale Wirtschaftsstagnation sie wieder an den Rand der Rezession. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum dieser Länder stand 2001 bei nur 2%, einige verzeichneten sogar ein Negativwachstum. 2002 ging es mit dem Wirtschaftswachstum der Region aufgrund der Erholung der globalen Wirtschaft und angetrieben von den steigenden Exporten wieder aufwärts. Dies zeigt, dass die südostasiatischen Wirtschaften stark dem Einfluss von globalen Wirtschaftskreisläufen ausgesetzt sind.

In den fünf Jahren seit der asiatischen Finanzkrise haben südostasiatische Länder beträchtliche Ergebnisse bei Wirtschaftsstrukturreformen erzielt. Allerdings ist das Problem der NPLs der Banken, die das Wirtschaftswachstum belasten, noch nicht gründlich gelöst worden. Die meisten der südostasiatischen Länder wie Indonesien, die Philippinen, Thailand und Malaysia haben ihre schlechten Bankaußenstände vor allem durch deren Transfer an staatseigene Vermögensmanagementfirmen (AMCs) reduziert. Die Mehrheit der schlechten Außenstände, die von diesen AMCs erworben wurden, ist allerdings noch nicht wirklich beseitigt worden.

Einem Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank vom April 2002 zufolge hat sich die NPL-Rate von Indonesien und Thailand merklich reduziert. Wenn man allerdings die NPLs, die von den AMCs erworben wurden und die Menge, die auf die Beseitigung warten, mitberücksichtigt, bleiben die NPL-Raten der beiden Länder bei hohen Werten wie 50% bzw. 25%.

Die Schwierigkeit bei der Reduzierung der NPL-Rate liegt vor allem an der langsamen Restrukturierung der internen Organisation der Unternehmen und deren Produktmischung sowie an der zögerlichen Haltung der Banken, NPL-Haben zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Darüber hinaus hat die proaktive Finanzpolitik, die diese Länder in den letzten paar Jahren implementiert haben, zu einer rapiden Steigerung der staatlichen Schulden geführt, was neue Hindernisse hinzugefügt hat, um ein nachhaltiges Wachstum ihrer Wirtschaften zu realisieren.

Aufgrund ihres begrenzten wirtschaftlichen Ausmaßes können südostasiatische Länder die Probleme mit ihren Wirtschaftsstrukturen und -systemen nicht in absehbarer Zeit lösen. Ihre seit langem andauernde Abhängigkeit von Wirtschaftsmächten wie den USA und Japan scheint weiter unvermeidlich zu sein.

Die chinesische Wirtschaft: Robustes Wachstum

Warum ist China, ebenfalls ein Entwicklungsland, von den Auswirkungen des Wirtschaftstief in den USA und in Japan verschont geblieben?

Indem sie die Korrelation zwischen dem chinesischen und dem internationalen Wirtschaftskreislauf analysierten, fanden Experten heraus, dass die chinesische Wirtschaft ein niedriges Niveau der Korrelation mit dem US-Wirtschaftskreislauf und mit dem japanischen Wirtschaftskreislauf in Beziehung hat. Die grundlegende Kraft, die die chinesische Wirtschaft antreibt, kommt von der chinesischen Wirtschaft selber. Dies ist auch einer der Hauptgründe für die große Kluft zwischen dem Wirtschaftswachstum Chinas und dem anderer asiatisch-pazifischen Länder seit Beginn des 21. Jahrhunderts.

Seit Beginn der Reform und Öffnung 1978 hat China bemerkenswerte Errungenschaften in der wirtschaftlichen Entwicklung erzielt. Von 1978 bis 2002 erreichte das durchschnittliche Jahreswachstum des BIP 9,4% in vergleichbaren Preisen. Das Pro-Kopf-BIP erreichte 2002 1000 US$, was eine jährliche Steigerung von etwa 8% in konstanten Preisen seit 1978 zeigt. China hat zunehmend engere Verbindungen mit der Weltwirtschaft entwickelt. Das Volumen seines Im- und Exporthandels hatte 2002 verglichen mit 1978 um das 30fache zugenommen, was einen jährlichen Anstieg von 15% bedeutet. Nach der asiatischen Finanzkrise wuchs der Im- und Exporthandel von 1998-2002 jährlich um 14%, trotz der schwachen Weltwirtschaft und des Rückgangs im globalen Handelswachstum. Der Anteil des Landes am weltweiten Außenhandelsvolumen ist größer geworden; 1978 rangierte China diesbezüglich auf Platz 25, 2001 auf Platz sechs.

Der Umfang und die Qualität der Nutzung von Auslandskapital sind verbessert worden. China nahm 2002 Auslandskapital in Höhe von 52,7 Mrd. US$ auf, womit es weltweit die Nummer eins war. Unterdessen stiegen die Devisenreserven des Landes von 170 Mio. US$ Ende 1978 auf 286,4 Mrd. US$ Ende 2002. Dies hat eine wichtige Garantie für die Stabilität des RMB geliefert.

China ist aktiv dabei, sich zu industrialisieren und zu modernisieren, und auch wenn es noch einen langen Weg zu gehen hat, bis es sein Ziel realisiert hat, hat seine Reform- und Öffnungspolitik dazu beigetragen, diesen Prozess zu beschleunigen. China ist Zeuge eines goldenen Zeitalters geworden, ähnlich demjenigen, das Japan, die asiatischen Tiger (Singapur, die Republik Korea und Chinas Hong Kong und Taiwan) und Brasilien einst erlebt haben.

Auch wenn China sich zunehmend mit der Weltwirtschaft verbindet, ist die Hauptantreibungskraft für seine bemerkenswerten Wirtschaftserrungenschaften einheimischer Natur. Nach Ausbruch der asiatischen Finanzkrise ergriff die chinesische Regierung eine Reihe von politischen Maßnahmen, um die inländische Nachfrage energisch anzukurbeln, wobei ein Ziel war, die Auswirkungen vonseiten der ungünstigen internationalen Wirtschaftsumgebung abzufedern. Diese Maßnahmen haben einen stetigen Anstieg des Anteils der erweiterten inländischen Nachfrage am volkswirtschaftlichen Wachstum gewährleistet.

Was sind die Hauptgründe für die robuste Entwicklung der chinesischen Wirtschaft?

1. Die weitere Aufrechterhaltung der Reform und Öffnung und die Einrichtung und Verbesserung der sozialistischen Marktwirtschaftsstruktur.

Der wohl wichtigste Grund für die enormen Errungenschaften Chinas Wirtschaftsentwicklung ist die Aufrechterhaltung der Reform- und Öffnungspolitik. Die Reform- und Öffnungspolitik, die von der 3. Vollversammlung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) Ende 1978 ergriffen wurde, beseitigte die Hindernisse für die volkswirtschaftliche Entwicklung, die vom traditionellen planwirtschaftlichem System geschaffen worden waren, wodurch Chinas Produktivkräfte freigesetzt wurden. Die Politik, eine sozialistische Marktwirtschaftsstruktur zu etablieren, wie auf der 3. Vollversammlung des 14. Zentralkomitees der KPCh 1993 vorgeschlagen wurde, legte die Richtung Chinas Wirtschaftssystemreform weiter fest und lieferte eine grundlegenden Garantie für die konstante Vertiefung der Reform und Öffnung.

Mit der Verbesserung der sozialistischen Marktwirtschaftsstruktur und der wachsenden Rolle des Marktmechanismus für die Ressourcenzuteilung hat sich das moderne Marktsystem in Richtung eines einheitlichen, offenen, geordneten Wettbewerbsmusters entwickelt. Der Anteil der nichtstaatlichen Wirtschaftssektoren erweitert sich; ein Muster, in dem sich vielfältige Besitzformen Seite an Seite entwickeln, nimmt Gestalt an; und die Volkswirtschaft hat dem Mangel ein Ende gesetzt und hat sich einem grundlegenden Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zugewendet. Während dieses Prozesses hat China einen schrittweisen Reformmodus ergriffen und die Beziehungen zwischen Reform, Entwicklung und Stabilität effektiv und angemessen gehandhabt, womit es eine anhaltende, stetige und rapide Entwicklung seiner Wirtschaft gewährleistet hat.

2. Entsprechende Entwicklungsstrategien ausarbeiten und sich bemühen, die Wirtschaftsstruktur zu adjustieren und den Wachstumsmodus zu ändern.

Die Ausarbeitung von Wirtschaftsentwicklungsstrategien in Übereinstimmung mit den Charakteristiken und Bedürfnissen der verschiedenen Perioden ist ein weiterer wichtiger Grund für Chinas rapides Wirtschaftswachstum. China hat stets lang- und mittelfristige Strategieprogramme für neue Situationen angewandt, wodurch die kontinuierliche und stetige Entwicklung seiner Wirtschaft und die reibungslose Fertigstellung einiger kapitalintensiven Bauprojekte gewährleistet wurden.

Unterdessen hat China rechtzeitig strategische Adjustierungen im Licht von Problemen, die in seinem Entwicklungsprozess aufgetaucht sind, gemacht, womit es seine sozioökonomische Entwicklung konstant voran in eine neue Phase getrieben hat. Durch die Beschleunigung der Veränderung des Wirtschaftswachstumsmodus hat China die Verbesserung der Wirtschaftseffizienz als eine zentrale Aufgabe betrachtet und sich bemüht, den Modus des Wirtschaftswachstums von einer extensiven in eine intensive Weise zu transformieren. Im Prozess der Industrialisierung und Modernisierung haben die Bemühungen um eine Wirtschaftsrestrukturierung zur Optimierung und Modernisierung der Industriestruktur beigetragen.

Während des Verlaufs der wirtschaftlichen Restrukturierung ist der Anteil der Beiträge des technologischen Fortschritts am Wirtschaftswachstum gestiegen. Statistiken zeigen, dass der Anteil von 22% in den 1980ern auf fast 40% Ende der 1990er gestiegen ist. Der Staat hat der Entwicklung der Hightech und deren Rolle für die Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung große Bedeutung beigemessen. Das Investment von allen Sektoren in die Forschung und Entwicklung sowie in die Bildung stieg von 0,64% bzw. 3,4% des BIP 1997 auf 1,09% bzw. 4,3% 2001. Dies hat ein langfristiges, rapides und nachhaltiges Wachstum der chinesischen Wirtschaft gewährleistet.

3. Die makroökonomische Kontrolle stärken und die Politik der Antreibung des Wirtschaftswachstums durch die Erweiterung der inländischen Nachfrage implementieren.

Nach der Vertiefung der Reform und Öffnung und mit verschiedenen komplizierten Problemen zuhause und im Ausland konfrontiert, hat China seine makroökonomische Kontrolle kontinuierlich verbessert und in dieser Hinsicht viele Erfahrungen gesammelt. Dies ist auch ein wichtiger Grund für Chinas anhaltendes stabiles und rapides Wirtschaftswachstum.

Die makroökonomische Kontrolle zielt auf die Förderung des Wirtschaftswachstums, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stabilisierung der Preise und die Erhaltung der internationalen Zahlungsbilanz ab. Um diese Ziele zu erreichen, ist es wesentlich, die Wirtschaft durch die Erweiterung der inländischen Nachfrage nachhaltig, stabil und rapide wachsen zu lassen. Internationale Erfahrungen beweisen, dass das Wirtschaftswachstum eines großen Landes unvermeidlich von der inländischen Nachfrage stimuliert wird. China, das größte Entwicklungsland der Welt mit der größten Bevölkerung, kann sich dieser Gesetzmäßigkeit nicht entziehen.

Von 1978 bis 2001 erreichte der Beitrag der inländischen Nachfrage an China Wirtschaftswachstum 96%, wobei der Anteil des Investments 33% und der des Konsums 63% ausmachte. Von 1997 bis 2001 erreichte der Beitrag der inländischen Nachfrage zum Wirtschaftswachstum 102%, dank Chinas Verfolgung einer proaktiven Finanz- und umsichtigen Währungspolitik. Von diesem Gesamtbeitrag machte das Investment 35% und der Konsum 67% aus. Von 1998 bis 2002 gab die Zentralregierung langfristige Bauwertpapiere im Wert von insgesamt 660 Mrd. Yuan heraus, wodurch das Investment in verschiedene Bauprojekte auf 3,28 Billionen Yuan stieg. Das Wertpapierinvestment führte effektiv zu einer Zunahme von unterstützenden Investitionen von verschiedenen Lokalbehörden, Abteilungen und Unternehmen und von Bankdarlehen. Es brachte zudem einen merklichen Anstieg von nichtstaatlichen Investitionen. Während dieser Periode trug das Investment unterschiedlichen Typus jährlich 1,5- 2% zum volkswirtschaftlichen Wachstum bei.

Nach dem Anstieg der Geldversorgung hat die umsichtige Währungspolitik des Landes eine zunehmend wichtige Rolle für die Makrokontrolle gespielt. Die Politik der Erweiterung der inländischen Nachfrage hat nicht nur China geholfen, der asiatischen Finanzkrise erfolgreich gegenüber zu treten, sondern den Druck der Deflation abgefedert, womit ein rapides Wachstum der Volkswirtschaft gewährleistet wurde.

4. Unterstützenden Reformen Bedeutung beimessen und einen allseitigen sozioökonomischen Fortschritt fördern.

Das nachhaltige, stabile und rapide Wirtschaftswachstum eines Landes erfordert unterstützende politische Maßnahmen. Seit Beginn der Reform und Öffnung hat China verschiedenen unterstützenden Reformen große Bedeutung beigemessen, und zwar im Bemühen, eine sozialistische Marktwirtschaftsstruktur zu etablieren und zu verbessern, um eine allseitige sozioökonomische Entwicklung zu fördern.

In den letzten fünf Jahren hat Chinas Investment in den Umweltschutz 490 Mrd. Yuan erreicht; das 1,7fache des Gesamtbetrages, den es vor 1997 in diesen Bereich investiert hatte. Von 1998 bis 2001 erreichte die Anzahl der Neuangestellten durchschnittlich 8,01 Mio. pro Jahr, wobei die Anzahl 2001 alleine bereits 9,4 Mio. betrug. Was die Verbesserungen der Sozialabsicherung anbelangt waren Ende 2001 insgesamt 140 Mio. Arbeiter und Angestellte landesweit von dem System einer grundlegenden Rentenabsicherung erfasst worden, ein Plus von 40% gegenüber dem Jahr zuvor. Darüber hinaus waren über 76,3 Mio. Menschen im Rahmen eines Basisprogramms krankenversichert, eine Zunahme von 76% und etwa 100 Mio. Menschen waren arbeitslosenversichert, wobei die Fondseinnahmen um 16,8% gestiegen waren.

Die Anzahl der Landbewohner, die in tiefster Armut leben, ist von 250 Mio. 1978 auf gegenwärtig weniger als 30 Mio. gefallen, womit China weltweit das Land mit dem schnellsten Rückgang in dieser Hinsicht ist. Die landesweite Urbanisierungsrate erreichte 2001 37,7%, ein Plus von 4,3% gegenüber 1998. 2001 stieg das Festanlageninvestment in Westchina um 41,8% gegenüber 1998, wobei sein Anteil am landesweiten Anstieg 1,4% ausmachte.

All dies hat nicht nur wesentliche Bedingungen für ein nachhaltiges, stabiles und rapides Wachstum der Wirtschaft geliefert, sondern auch soziale Fairness und Fortschritt gefördert und eine Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung geschaffen.

5. Am internationalen Wettbewerb teilnehmen und aktiv günstige Elemente im internationalen Wirtschaftsumfeld nutzen.

Seine Politik der Öffnung nach außen weiter aufrechterhaltend hat China seine internationale Wirtschaftskooperation energisch gestärkt und die Initiative ergriffen am internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Dies ist auch ein wichtiger Grund für sein rapides Wirtschaftswachstum.

Im Zuge der Vertiefung der Reform und Öffnung hat sich das Muster Chinas Außenhandel bedeutend geändert und der Außenhandel ist ein wichtiger Motor für das Wirtschaftswachstum des Landes geworden. Der Anteil der Im- und Exporte an Chinas BIP stieg von 9,8% 1978 auf 44% 2001. Der Gesamtbetrag des direkten Auslandsinvestments von 1979 bis 2002 belief sich auf über 448 Mrd. US$.

1. Diese bemerkenswerten Außenhandelserrungenschaften waren teilweise aus Chinas effektiver Nutzung seiner einheimischen Vorteile gewonnen worden. Die reichen Ressourcen und niedrigen Arbeitskraftkosten des Landes haben dazu beigetragen, die Exporte zu steigern. Begünstigungsmaßnahmen und zahlreiche Geschäftsgelegenheiten haben beträchtliche Beträge an Auslandskapital angezogen.

2. Sie rühren aus Chinas Bemühungen ein Gleichgewicht zwischen Im- und Exporten beizubehalten und die Zusammensetzung der Im- und Exporte zu adjustieren her. Von 1978 bis 2001 stiegen Chinas Im- und Exporte pro Jahr 14,5 % bzw. 15,2%. Die Im- und Exportzusammensetzungen verzeichneten einen ähnlichen Trend. Der Anteil von Primärprodukten an allen Exporten fiel von 50,3% 1980 auf 9,9% 2001 und der Anteil der hergestellten Produkte wuchs von 49,1% auf 90,1%. Ebenso fiel der Anteil der Primärprodukte an allen Importen von 34,8% auf 18,8% und der der hergestellten Produkte stieg von 65,2% auf 81,2%. Dieses Muster ist für Chinas inländische Wirtschaftsentwicklung günstig und stellt gleichzeitig seinen Handelspartnern Entwicklungsgelegenheiten zur Verfügung.

3. Schließlich ist Chinas Erfolg seiner angemessenen Nutzung von günstigen internationalen Bedingungen zu verdanken. Insbesondere im Zuge seines WTO-Beitritts hat China sein Bestes getan, seine Verpflichtungen einzuhalten, während es sich gleichzeitig fairer Bedingungen für die Teilnahme am internationalen Wettbewerb erfreut. Die Gesamtplatzierung Chinas internationaler Wettbewerbfähigkeit war 2001 Rang 31, zwei Positionen nach oben im Vergleich zu 2000, aber immer noch relativ weit hinten.

Trotz ihres rapiden Wachstums seit der Reform und Öffnung ist das allseitige Entwicklungsniveau der chinesischen Wirtschaft nach wie vor niedrig. Die dualistische Stadt-Land-Struktur ist unverändert geblieben, die größer werdende Kluft zwischen verschiedenen Regionen muss noch geschlossen werden und der Bevölkerungsteil in tiefster Armut ist noch von gewisser Größe. Die chinesische Bevölkerung wächst kontinuierlich und der Anteil ihrer älteren Bürger ist im Anstieg begriffen. Der Beschäftigungs- und der Sozialabsicherungsdruck nehmen zu. Widersprüche zwischen der Umwelt, den Naturressourcen und der sozioökonomischen Entwicklung werden immer offensichtlicher. China ist nach wie vor mit Herausforderungen vonseiten wirtschaftlicher und wissenschaftlich-technologischer Stärken der Industrienationen konfrontiert. Das Wirtschaftssystem und die Verwaltung des Landes in anderen Aspekten sind noch weit davon entfernt, perfekt zu sein und die Reformen der staatseigenen Unternehmen und des Systems für die Verwaltung des Staatsvermögens müssen noch vertieft werden.

Zusammengefasst kann man sagen, dass China noch einen langen Weg zurücklegen muss, bis es seine Industrialisierung und Modernisierung realisiert haben wird. Nur durch den Erhalt eines relativ rapiden Wirtschaftswachstums kann es die Schwierigkeiten auf seinem Weg nach vorn überwinden und die Strömung des Weltfortschritts einholen.

Die Unterschiede zwischen den Wachstumsquoten der asiatisch-pazifischen Wirtschaften sind in erster Linie das Ergebnis von verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problemen, mit denen die unterschiedlichen Länder konfrontiert sind. Ein weiterer Grund ist der unterschiedliche Grad der Abhängigkeit von den Wirtschaftsmächten der Welt.

Die asiatisch-pazifischen Länder konkurrieren miteinander, aber ein fairer Wettbewerb ist für die Förderung einer extensiven Kooperation auf der Grundlage des gegenseitigen Nutzens, der Gegenseitigkeit und Ergänzung günstig. Während es die erfolgreichen Erfahrungen von anderen Ländern in deren Wirtschaftsentwicklung aufnimmt, sollte China auch aus den Rückschlägen lernen. Es wird die Reform weiter vertiefen, die Öffnung nach außen erweitern und seine eigenen Probleme angemessen lösen. Während es ein nachhaltiges, stabiles und rapides Wirtschaftswachstum beibehält, wird China auch mit anderen Ländern weltweit für die Prosperität und den Fortschritt der Menschheit zusammenarbeiten.