Nordostchina braucht eine wirtschaftliche Generalüberholung
 

Von Lu Ning

Ich habe Berichte über die Verjüngung Nordostchinas durchgesehen. Lokalen Führungskräften in dem Gebiet scheint es, solange es Unterstützung von der Zentralregierung gibt, ein Leichtes zu sein, Nordostchina aus seiner gegenwärtigen Situation herauszumanövrieren.

Es wird allerdings nicht so ein Kinderspiel sein, und dies ist nicht nur etwas, was ich mir ausmale, sondern eine Schlussfolgerung, die auf Chinas sich ständig ändernden Wirtschaftsstruktur basiert.

Wie wir alle wissen, erfreute sich Nordostchina, anders als das weit unterentwickelte Westchina, einst eines landwirtschaftlichen und eines industriellen Sektors, die weit fortgeschrittener als der landesweite Durchschnitt waren. Ein Überschuss an Öl, Kohle, Stahl, Wasser und vielen anderen wesentlichen Ressourcen nährte den ersten Industriegiganten des Neuen China; und die Region wurde dank der hohen Konzentration an staatseigener Schwerindustrie in einer Planwirtschaft als ein wesentlicher Lieferant von Equipment in der Volksrepublik gesehen. Damals hatte die Industriebasis sich keine Sorgen über Rohmaterial, Kapital und Verkäufe zu machen.

Die Spielregeln ändern sich jedoch in einer Marktwirtschaft, die eine neue Ära praktisch ohne jegliche staatliche Vorzugsmaßnahmen und Gelder einleitet. Ganz gleich, was für eine ruhmreiche Vergangenheit es auch hatte oder was für enorme Beiträge es auch gemacht hat, wenn es den Markt nicht überleben kann, wird Nordostchina in Schwierigkeiten bleiben. Falls es sich nur auf sein gegenwärtig verkrüppeltes Marktsystem und die schlechte Industriewirtschaft verlässt, wird es für das Gebiet unrealistisch sein, seine rühmliche Vergangenheit wiederzubeleben, ganz zu schweigen davon, seinen Lebensstandard zu verbessern.

Und Geld alleine kann kein prosperierendes Nordostchina zurückkaufen. Mittlerweile ist Chinas Herstellungsstützpunkt in die Städte in den südlichen Küstengebieten gezogen, wohingegen der Nordosten des Landes nicht nur in Sachen wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch, was Innovationen anbelangt, hinterherhinkt.

Es ist nicht unmöglich für Nordostchina, wieder aufzustehen, es wird jedoch sein von staatseigenen Betrieben dominiertes Wirtschaftssystem zu reformieren haben. Ob die Region eine Erholung realisieren wird, wird davon abhängen, wie lange es dauern wird, eine Atmosphäre zu schaffen, die eine Marktwirtschaft und Privatunternehmen fördert.