China praktiziert „Reisediplomatie“
 

Von Zhou Bian

Die Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK) hat endlich zugestimmt, an multilateralen Gesprächen teilzunehmen--aufregende Nachrichten für eine Region, die über die Aussichten einer nuklearen Bedrohung vonseiten der Halbinsel beunruhigt war. Und dieser Durchbruch ist zu großen Teilen den Bemühungen vieler Parteien, darunter China, einem Land, das selten die Art von „Reisediplomatie“, die es diesen Juli betrieb, verfolgt, zu verdanken.

Anfang Juli besuchten die stellvertretenden Außenminister Chinas Wang Yi und Dai Bingguo jeweils getrennt die USA und Russland. Vom 12.-15. Juli führte Dai tiefgehende Gespräche über die Nuklearkrise der DPRK mit dem DPRK-Führer Kim Jong Il. In einem überraschenden Schritt war Kim gegenüber den Vorschlägen des chinesischen Beamten empfänglich. Später im selben Monat flog Dai für weitere Gespräche erneut in die USA.

Nachdem die DPRK ihre Zustimmung gezeigt hatte, an multilateralen Gesprächen teilzunehmen, besuchte Vizeminister Wang Yi die DPRK für eine tiefgehende Allrounddiskussion über die kommenden Sechsparteiengespräche in Beijing vom 7.-8. August. Beide Seiten drückten ihre Hoffnung aus, dass die Sechsparteiengespräche in Beijing die Aussichten für eine friedliche Lösung der DPRK-Nuklearkrise durch Dialogführung eröffnen mögen.

Das chinesische Außenministerium sagte, dass Wang Yi und Dai Bingguo während dieser Treffen wiederholten, dass die DPRK-Angelegenheit Sicherheitsinteressen aller Nationen involviere und dass die friedliche Beilegung der Angelegenheit für den Frieden, die Stabilität und die Entwicklung der Halbinsel, in Ostasien und auf dem ganzen Kontinent ein Muss sei. Sie bestätigten ebenfalls erneut Chinas Position über die Gewährleistung des Friedens und der Stabilität in der Region und seine Opposition gegenüber der Entwicklung von jeglichen Nuklearwaffen auf der Halbinsel.

Auch wenn die Einzelheiten dieser Gespräche nicht öffentlich gemacht wurden, ist es sicher zu sagen, dass China einen großen Einfluss auf die Zustimmung der DRPK, an den multilateralen Gesprächen teilzunehmen, die sie einst so resolut abgelehnt hatte, gehabt hat. Und es ist ebenfalls sicher zu sagen, dass dies eine Chinas bester diplomatischer Errungenschaften gewesen ist, eine Ermutigung für Beijing, seine Reisediplomatie weiter zu betreiben.