Rückverwandlung von Ackerböden in Grünflächen
 
China hat in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten, darunter die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen und den Schutz von Naturwäldern, durchgeführt, um die ökologische Umwelt zu verbessern.

Von Luo Zhongyun

China hat in den letzten Jahren seiner Forstwirtschaft große Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Reihe von diesbezüglichen ökologischen Projekten, darunter der Schutz von Naturwäldern und die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen bzw. Grasland, ist durchgeführt worden, um Katastrophen, die durch die Verwüstung, die Bodenerosion und Überschwemmungen verursacht wurden, unter Kontrolle zu bringen. Dadurch hat sich die ökologische Umwelt des Landes effektiv verbessert.

Weite Felder, große Wälder, klare Seen und zahlreiche Mandschurenkraniche ... Was für ein schönes Bild die Sanjiang-Ebene in Nordostchina bietet! Allerdings wurde dieses Gebiet aufgrund der rauen Naturgegebenheiten einst als „große nördliche Wildnis“ bezeichnet.

Die Sanjiang-Ebene mit einer Gesamtfläche von 5,4 Mio. ha ist seit den 1950ern eines der wichtigsten Getreideanbaugebiete Chinas gewesen. Allerdings führte eine übermäßige Urbarmachung zur Verschlechterung der ökologischen Umwelt in diesem Gebiet. Das Sumpfland ist reduziert worden, Wildtiere sind verschwunden und die Verwüstung und Bodenerosion wurden immer gravierender, so dass dieses Gebiet häufig von Dürre- und Hochwasserkatastrophen heimgesucht wurde, was das Leben der lokalen Einwohner beeinträchtigt hat. Um den ursprünglichen Zustand dieses Gebietes wiederherzustellen, verbot die Regierung vor zwei Jahren die Urbarmachung und implementierte Projekte zur Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen, Grasland und Sumpfland sowie zur Aufforstung und zur Errichtung von Naturschutzgebieten.

Der Qinghai-See, der in der nordwestlichen Provinz Qinghai liegt, wies früher aufgrund von Trockenheit einen niedrigen Wasserstand auf, und seine Wasserfläche war allmählich geschrumpft. Seit 2002 hat sich die lokale ökologische Umwelt beträchtlich verbessert, der Wasserstand des Qinghai-Sees ist schrittweise erhöht und seine Wasserfläche vergrößert worden. Der Hauptgrund dafür liege, so ein Mitarbeiter einer lokalen hydrologischen Station, in der Zunahme der Niederschlagsmenge im Einzugsgebiet des Sees. Hinzu komme die Rückverwandlung einer 15 100 ha großen Ackerbodenfläche in Wälder bzw. Grasland.

Die Provinz Qinghai hat in den letzten Jahren Umweltschutz-Projekte durch eine vertragsgebundene Bewirtschaftung von Grasland auf Basis von Haushalten und die Aufstockung des Investments in Gras- und Saatbasen implementiert. Gleichzeitig hat die Regierung Grasland planmäßig abgesperrt, um die Aufforstung zu fördern, wodurch die ökologische Umwelt im Plateau-Gebiet, in dem der Jangtse, der Gelbe Fluss und der Lancangjiang-Fluss entspringen, verbessert worden ist.

Die Reduzierung der Vegetation führt zu ökologischen Katastrophen

Die langjährige blinde Urbarmachung hat zum Schaden an Wäldern und zu einer schwerwiegenden Bodenerosion und Sandstürmen in den trockenen Gebieten geführt. Die Bodenerosionsfläche in China beträgt momentan 3,56 Mio. km². Der Gelbe Fluss fließt durch die Löß-Hochebene, die aufgrund des lockeren Erdbodens und häufiger schwerer Regenfälle unter einer gravierenden Bodenerosion leidet. Die Bodenerosionsfläche in der Löß-Hochebene erreicht 430 000 km², 1,6 Mrd. t Schlamm und Sand werden jährlich in den Gelben Fluss gespült. Die Verwüstungsfläche im ganzen Land erreicht 1,74 Mio. km², was 18,2% der gesamten Bodenfläche des Landes ausmacht.

Die gravierende Verwüstung und Bodenerosion haben Naturkatastrophen wie Sandstürme, Dürren, Überschwemmungen und Schuttströme mit sich gebracht, was einen negativen Einfluss auf die Produktion und das Alltagsleben des Volkes ausübt, die Öko-Sicherheit des Landes bedroht und die wirtschaftliche Entwicklung behindert.

Untersuchungen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften über die anhaltende Entwicklung der Wirtschaft des Landes zufolge leiden sechs der sieben Provinzen, die am Mittel- bzw. Oberlauf des Jangtse liegen, unter einer schwerwiegenden Bodenerosion. Eine Ausnahme ist die Provinz Hubei, die landesweit an 15. Stelle rangiert, was das Wirtschaftswachstum anbelangt. Die anderen sechs Provinzen stehen an den letzten 10 Stellen auf der Liste.

Aufforstung intensivieren

Mit einer Fläche von 159 Mio. ha an Naturwäldern und einer 46 Mio. ha großen Aufforstungsfläche hat sich Chinas Wald-Abdeckungsrate um 16,55% erweitert.

Zhu Lieke, stellvertretender Direktor des Staatlichen Amtes für die Forstwirtschaft, sagte, dass China im Jahr 2002 26,5 Mrd. Yuan für die Förderung der Aufforstung investiert habe, was dem gesamten Investment in diesem Bereich in den vergangenen 50 Jahren entspreche. Durch das Projekt für die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen, eines der sechs ökologischen Projekte, die China im Jahr 2002 in Angriff genommen hat, haben sich 1,98 Mio. ha Ackerböden in Waldflächen zurückverwandelt, und auf kahlen Bergen und öden Landstrichen, die für eine Aufforstung geeignet sind, sind Bäume auf einer Gesamtfläche von 2,16 Mio. ha angepflanzt worden. Große Anstrengungen wurden unternommen, um das Abholzen von Naturwäldern am Oberlauf des Jangtse und am Ober- und Mittellauf des Gelben Flusses in 13 Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten zu stoppen. Eine 2,28 Mio. ha große Fläche in fünf Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten, wo Sandstürme, die Beijing und Tianjin heimsuchten, herstammten, ist wieder mit Vegetation bedeckt worden.

Jedes Jahr werden 1,6 Mrd. t Schlamm und Sand, davon 600 Mio. t aus der Provinz Sichuan, in den Jangtse gespült. Der Staat hat 12,4 Mrd. Yuan in Sichuan investiert, um eine 19 Mio. ha große Waldfläche nach dem Gesetz zu schützen und eine 542 000 ha große Ackerbodenfläche in Wälder zurückzuverwandeln, was nahezu 60% der gesamten Aufforstungsfläche am Oberlauf des Jangtse ausmacht.

Zhang Zhongwei, Gouverneur der Provinz Sichuan, äußerte, dass das Ziel der Lokalregierung in den kommenden 10 Jahren sei, die 600 Mio. t Schlamm und Sand, die jährlich in den Jangtse gespült würden, um die Hälfte zu reduzieren.

Das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang hat Projekte zum Schutz einer Fläche von 8,61 Mio. ha an Naturwäldern, zur Sanierung einer 42 400 ha großen Bodenerosionsfläche und zur Wiederbepflanzung einer Fläche von 143 000 ha durchgeführt und dabei große Erfolge erzielt.

Der Staat wird in den kommenden 10 Jahren 25 Mrd. Yuan in die Fortsetzung dieser Projekte investieren, um 1 Mio. ha Ackerböden in Waldflächen zurückzuverwandeln und Bäume auf kahlen Bergen und öden Landstrichen mit einer Fläche von 530 000 ha zu pflanzen.

Nach dem Plan des Staatlichen Amtes für Forstwirtschaft soll im Jahr 2003 das „Programm der Rückverwandlung von Ackerböden in Grünfläche“ in 25 Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten durchgeführt werden. Nach diesem Plan, der mehr als 1800 Kreise betrifft, soll die Aufforstungsfläche 7,13 Mio. ha erreichen.

Informationen aus dem Büro für die Entwicklung Westchinas beim Staatsrat zufolge wird die Verstärkung der ökologischen Verbesserung und des Umweltschutzes die grundlegende Aufgabe für die Entwicklung Westchinas in den kommenden Jahren sein. Große Anstrengungen werden unternommen werden, um das o.g. Programm für die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen besser zu implementieren. Nach diesem Plan sollen in den kommenden 10 Jahren 14,67 Mio. ha große Ackerböden in Waldflächen zurückverwandelt und 17,33 Mio. ha große kahle Berge und öde Landstriche aufgeforstet werden. Gleichzeitig werden andere Projekte, darunter der Schutz von Naturwäldern, die Verwüstungsverhütung und -kontrolle und die Überwachung der Wasser- und Luftverschmutzung, fortgesetzt.

Neue Umweltgesetze

Betreffende Gesetze und Verordnungen sind veröffentlicht worden, um die Durchführung der o.g. ökologischen Projekte zu beschleunigen. Am 20. Januar 2003 traten die neu ausgearbeiteten Verordnungen über die Rückverwandlung von Ackerböden in Waldflächen in Kraft.

In Übereinstimmung mit diesen Verordnungen sollen Ackerböden, die unter ernster Bodenerosion, Verwüstung und Übersalzung leiden, und Felder mit niedrigen und instabilen Getreideerträgen in Waldflächen zurückverwandelt werden.

Die Regierung sollte zudem der bestätigten tatsächlichen Aufforstungsfläche entsprechend die Norm und Frist für die Getreidesubvention, die Zuschüsse zum Lebensunterhalt und die Zulagen für Setzlinge für die Bodenauftragnehmer festlegen.

In den Verordnungen heißt es nachdrücklich, dass diejenigen, die Bäume angepflanzt haben, das Eigentumsrecht auf wiederhergestellte Wälder bzw. Grasland genießen sollen. Die Bodenauftragsfrist kann bis auf 70 Jahre verlängert werden, wobei Vererbung und Übertragung erlaubt sind.