Regionale Integration wesentlich für die Entwicklung
 

Von Li Jianming

(Der Autor ist Leiter des Forschungsbüros des Chinesischen Unternehmensverbands.)

Die wirtschaftliche Globalisierung und die regionale Integration sind zwei Stützpunkte sowie zwei äußerst wichtige Trends in der heutigen Welt. Mit der Zunahme des Gesamtangebots bricht die Zuteilung von Ressourcen durch natürliche und künstliche Landes- und regionale Grenzen, um Profite zu maximieren und die bestmögliche Effizienz weltweit zu verfolgen. Wechselwirkung, Integration und Interaktion zwischen einzelnen und regionalen Wirtschaften werden ebenfalls zunehmend wichtiger.

Wenn der Fortschritt in der internationalen Arbeitsteilung erfordert, Grenzen zu durchbrechen, um den inländischen Markt eines Landes mit ausländischen Märkten zu integrieren, sind „internationale Konventionen“ und „institutionalisierte Arrangements“ innerhalb gewisser Parameter vonnöten, um die Geschäftsaktivitäten besser zu bedienen und zu regeln. Verglichen mit multilateralen Mechanismen involvieren regionale Arrangements weniger Teilnehmer und sind praktischer und leichter zu realisieren. Damit ist die regionale Wirtschaftskooperation populär geworden und gewinnt ständig an Schwung.

Zwei Haupteigenschaften

Gegenwärtig gibt es zwei Haupteigenschaften der regionalen Wirtschaftsintegration.

Erstens ist ihre Formation durch regionale Arrangements gekennzeichnet. Die regionale Wirtschaftsintegration, die durch Handel und Investmentaktivitäten unter Wirtschaften einer Region ermöglicht wird, wird allgemein nicht von den Regierungen der einzelnen Länder ermutigt. Sie ist eigentlich Teil der komplizierten und vielschichtigen Wirtschaftsglobalisierung sowie ein unausweichliches Netzwerk der Produktion, des Handels und der Investmentaktivitäten von Multis. Das Netzwerk ist global, aber noch wichtiger, es ist regional entworfen worden.

Zweitens handelt es sich um eine unerlässliche Form der internationalen Wirtschaftskooperation. Wenn die regionale Wirtschaftsintegration in ein vorgeschriebenes und institutionalisiertes Arrangement gewandelt wird, definiert durch Regierungsabkommen über den Handel, die Investmentliberalisierung und andere Formen der Kooperation, werden Regierungen der betroffenen Wirtschaften in eine Blaupause treten und den Prozess organisieren, ihre Entwicklungsziele und Durchführungsprogramme durch bilaterale oder multilaterale Verhandlungen festsetzen und in geplanten Schritten durchboxen. In diesem Sinn ist die regionale Wirtschaftsintegration ein Prozess, der Vorteile aus Geschäftsimpulsen und nicht-staatlichen Kreisen zieht, um sich zu entwickeln und zu vertiefen, bevor sie durch Regierungsvorschriften standardisiert und institutionalisiert wird. Seit die wirtschaftliche Globalisierung die Wirkungen der politischen Maßnahmen, die von einer einzigen Wirtschaft durchgeführt wurden, merklich reduziert hat, haben Länder in der ganzen Welt der regionalen und multilateralen Kooperation im Hinblick auf neue Gegenmaßnahmen große Aufmerksamkeit beigemessen.

Darüber hinaus haben erfolgreiche Wirtschaftsorganisationen wie die Europäische Union und die Nordamerikanische Freihandelszone, die ihren Mitgliedern durch Freihandelsabkommen viel Nutzen gebracht haben, eine Vorbildrolle gespielt. Als Ergebnis ist die regionale Wirtschaftskooperation eine wesentliche Form der internationalen Wirtschaftskooperation geworden.

Sich ergänzende Wirtschaften

Aufgrund der Differenzen in den Naturbedingungen, Wirtschaftslevels und Wirtschaftsmustern ergänzen asiatische Wirtschaften sich in verschiedenen Feldern wie Kapital, Technologie, Handel, Energie, Umwelt, Fischereiwesen, Tourismus und Transport.

Extensive und enge Kooperation zwischen Geschäften in dieser Region hat ein großes Potential und eine starke Motivation. Zum Beispiel ist das hoch entwickelte Japan sowohl ein großer Lieferant für Kapital und Technologie in Ostasien als auch ein Markt für Getreide, Primärprodukte und Rohmaterial. Neu industrialisierte Wirtschaften mit ihrem Überfluss an günstigen Arbeitskräften wurden als erstes die direkten Empfänger und Nutznießer der industriellen Restrukturierung in der asiatisch-pazifischen Region.

Dann, indem sie Nutzen aus ihren komparativen Vorteilen machten, entwickelten sie kapital- und technologieintensive Industriebranchen, wobei sie als Lieferanten von elektronischen und elektrischen Produkten auftauchten, und etwas Kapital und Waren in Asien.

China strotzt nur so von natürlichen und menschlichen Ressourcen und ist ein großer potentieller Markt in Asien. Das Land kann ebenfalls einige fortschrittliche kapital- und technologieintensive Produkte in andere Entwicklungsländer in der Region exportieren, indem industrielle und landwirtschaftliche Systeme etabliert und entwickelt werden.

Mitglieder der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sind jetzt, nach Jahrzehnten von Bemühungen, mit der „Leitgans“ in der regionalen Entwicklung aufzuholen, ein Ort, wo sich Auslandsinvestment sammelt.

Unterdessen haben diese ressourcenreichen Länder eine große Menge von Energie und Rohmaterial zu einem niedrigen Preis an Japan und andere Länder geliefert. Sich ergänzende Wirtschaften in der Region bilden jetzt eine solide Grundlage für eine verbesserte Kooperation unter asiatischen Unternehmen.

Die konstante industrielle Modernisierung in asiatischen Ländern und ihre Disparitäten in der Entwicklung werden Anstoß geben für eine tiefgehende und weitreichende Reform der internationalen Arbeitsteilung.

Erfolgreiche Transfers und die Evolution der industriellen Entwicklung haben sich als konventioneller Trend herausgestellt, der hauptsächlich in transnationalen Geschäftsoperationen verkörpert wird. Dies kann die industrielle Restrukturierung von sowohl der Quelle als auch des Empfängers des Transfers ermöglichen.

Wenn man die große Kluft in der Entwicklung unter asiatischen Ländern berücksichtigt, sind die industrielle Restrukturierung und der Transfer von ganz besonderer Notwendigkeit.

Nehmen wir China als ein Beispiel. Nach zwei Jahrzehnten der Reform und Öffnung wurde das Land seine Mangelwirtschaft Mitte der 1990er grundlegend los, als das Warenangebot im Allgemeinen die Nachfrage übertraf.

Die Produktionskapazität des Textil- und des Farbfernsehsektors erzielten einen 40 bzw. 60%igen Überschuss, während fast alle elektrischen Haushaltsgeräte im Überfluss angeboten wurden.

Angesichts dieser Umstände hatte eine Anzahl von Unternehmen begonnen, ausländische Märkte anzuvisieren, um dort neue Entwicklungsimpulse zu erhalten.

Die chinesische Regierung arbeitete eine Reihe von politischen Maßnahmen aus, den nach außen gerichteten Transfer von Technologien und Kapitalelementen einiger arbeits- und ressourcenverbrauchender Industriebranchen, deren Produkte in übergroßem Angebot auf dem inländischen Markt vorhanden waren, zu ermutigen, um Chinas Industriestruktur anzupassen und zu optimieren.

Ein Anstieg im Handel

In den letzten Jahren war der Investment-, Wirtschafts- und Handelsaustausch zwischen chinesischen Unternehmen und deren Gegenstücken in anderen asiatischen Ländern sowie der zwischen anderen asiatischen Unternehmen im Anstieg begriffen.

Ende 2002 hatten chinesische Unternehmen 6960 Unternehmen in mehr als 160 Ländern und Regionen finanziert, wobei deren Geschäftsbereich die Ressourcenausbeutung, Produktion und Verarbeitung, Verkehr und Transport, Ingenieurprojektverträge, medizinische Dienstleistungen, Tourismus und Gastronomie und Informationsdienste umfassten.

Das meiste chinesische Investment fand in asiatischen Ländern statt, die 60% aller Investitionen ausmachten, gefolgt von den USA und Kanada mit 13,81% und Europa mit 5,33%.

Unterdessen hat China stets unter den größten Empfängern für ausländisches Investment rangiert.

Im Jahr 2002 belief sich das direkte Auslandsinvestment in China auf 52,7 Mrd. US$. Ende 2002 hatte das Land 424 000 Projekte mit direktem Auslandsinvestment, wobei das eingezahlte Kapital über 448 Mrd. US$ ging.

Zwei Drittel des direkten Auslandsinvestments in China kam von asiatischen Investoren, während das von den vier asiatischen Tigern (die Republik Korea (ROK), Singapur, Hong Kong und Taiwan) 56,7% ausmachte.

Ende 2000 hatten die Geschäfte aus Japan und der ROK gemeinsam 38,48 Mrd. US$ in China hineingesteckt, was 11% des gesamten direkten Auslandsinvestments des Landes waren. Die beiden Länder sind für China ebenfalls führende Lieferanten für direktes Auslandsinvestment geworden, wobei Japan auf Platz zwei und die ROK auf Platz vier rangiert.

Japan ist seit 1993 10 Jahre in Folge Chinas größter Handelspartner, wobei der chinesisch-japanische Handel mit 20% zu Chinas gesamter Außenhandel beiträgt.

Die ROK wurde 1998 Chinas viertgrößter Handelspartner, wobei der bilaterale Handel fast 7% Chinas gesamten einnahm. Die Handelsverbindungen zwischen Japan und der ROK waren ebenfalls eng. Japan ist jetzt der zweitgrößte Handelspartner der ROK, während die ROK Japans viertgrößter Handelspartner ist.