China und die ASEAN erhöhen den Einsatz
 
China etabliert engere Verbindungen mit der Vereinigung Südostasiatischer Nationen, indem es verspricht, eine strategische Partnerschaft für Frieden und Prosperität mit seinen südostasiatischen Nachbarn aufzubauen.

Von Zan Jifang

Traditionelle Freunde brauchen auch etwas um ihre Beziehung zu untermauern. Dies ist was China und die 10 Mitglieder umfassende Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) in ihrem jüngsten Führertreffen erreichten.

Die beiden Seiten kamen überein, „eine strategische Partnerschaft für Frieden und Prosperität“ zu etablieren und gaben am 8. Oktober eine gemeinsame Erklärung auf dem Siebten China-ASEAN-Gipfel („10+1“) auf der indonesischen Insel Bali ab.

Die ASEAN ist die erste regionale Gruppe, mit der China eine Partnerschaft geschmiedet habe, sagte der chinesische Außenminister Li Zhaoxing.

Die gemeinsame Erklärung Chinas und der ASEAN lautet: „In der heutigen Welt, die durch komplexe und tiefgreifende Veränderungen geht, wird die verbesserte Kooperation zwischen der ASEAN und China, zwei wichtige Partner in der asiatisch-pazifischen Region, den unmittelbaren und langfristigen Interessen beider Seiten dienen und für den Frieden und die Prosperität in der Region nützlich sein.“

Beide Seiten versprachen, ihre Gespräche über die China-ASEAN-Freihandelszone (CAFTA), die eine Schlüsselsäule der Wirtschaftskooperation zwischen China und der ASEAN geworden ist, zu beschleunigen. Sie planten ebenfalls, die Kooperation in wesentlichen Bereichen darunter die Landwirtschaft, die Information und Telekommunikation, die Entwicklung der menschlichen Ressourcen, das Zweiwege-Investment und die Entwicklung im Mekong-Bassin zu vertiefen.

Die indonesische Präsidentin Soekarnoputri Megawati, die Gastgeberin dieses ASEAN-Gipfels, sagte: „Die Erklärung wird als eine Blaupause für die Pflege der Partnerschaft zwischen ASEAN-Staaten und China für Frieden und Prosperität dienen. Und ihre Unterzeichnung markierte den Beginn einer neuen Phase in unseren Beziehungen.“

Die ASEAN und China würden die Kooperation in Handel, Investment, Technologie und gesellschaftlichem und kulturellem Dialog stärken, um die Stabilität und Prosperität in der Region zu verbessern, so die indonesische Präsidentin auf einer Pressekonferenz.

Megawatis Aussage bekräftigend betonte der Premierminister von Singapur Goh Chok Tong, dass die Erklärung einer strategischen Partnerschaft gegenseitiges Vertrauen zwischen der ASEAN und China zeige und eine ernstzunehmende Erklärung von beiden Seiten sei.

In einer anderen Entwicklung unterzeichneten chinesische und ASEAN-Führer auf dem Bali-Gipfel auch ein Dokument über Chinas Beitritt zum Vertrag über die Freundschaft und Kooperation (TAC) in Südostasien. China wurde damit das erste Nicht-ASEAN-Mitglied, das dem TAC beitrat, der 1976 von der ASEAN geschlossen wurde.

Als es dem Vertrag beitrat, stimmte China zu, alle Bestimmungen im TAC auszuführen, dessen Zweck es ist, den ewigen Frieden, immerwährende Freundschaft und Kooperation, basierend auf gegenseitigem Respekt, dem Prinzip der Nicht-Einmischung und der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten ist.

Die Etablierung einer strategischen Partnerschaft mit der ASEAN und Chinas Beitritt zum TAC würden eine neue Phase in der Geschichte der bilateralen Beziehungen einleiten, sagte Xu Ningning, ein bekannter ASEAN-Experte beim China-ASEAN-Geschäftsrat.

Xu denkt, es handelt sich ebenfalls um einen notwendigen Schritt in der Entwicklung der China-ASEAN-Freundschaft. „Er wird sowohl China als auch den ASEAN-Staaten nutzen“, sagte er, hinzusetzend, dass dieser Schritt den Weg für eine vertiefende und allumfassende Kooperation in der Zukunft zwischen den beiden Seiten pflastern würde.

Für China, sagte Xu, würden engere Verbindungen mit der ASEAN ein besseres äußeres Umfeld für die Öffnung schaffen und eine bessere Wirtschafts- und Handelskooperation mit umliegenden Ländern erlauben. „Um eine langfristige, nachhaltige und rapide Wirtschaftsentwicklung aufrechtzuerhalten, braucht China ein stabiles Umfeld. Gleichzeitig wird erwartet, dass die sich erholende ASEAN-Wirtschaft Vorteile aus dem Aufstieg Chinas ziehen wird“, äußerte der Forscher.

Die China-ASEAN-Kooperation hat sich in den letzten paar Jahren schnell entwickelt. Im November 2001 hielten Führer Chinas und von ASEAN-Mitgliedern in Brunei ein Treffen ab, wo sie übereinkamen, in den nächsten 10 Jahren eine China-ASEAN-Freihandelszone zu gründen. Ein Jahr später trafen die Führer beider Seiten in Phnom Penh, Kambodscha, zusammen und unterzeichneten das Rahmenabkommen über die Umfassende Wirtschaftskooperation zwischen China und der ASEAN. Das Abkommen schreibt vor, dass Freihandelspakte zwischen China und Brunei, den Philippinen, Indonesien, Malaysia, Singapur und Thailand 2010 in Kraft treten werden und Myanmar, Laos, Vietnam und Kambodscha 2015 folgen werden. Wenn die Freihandelszone dann etabliert wird, wird sie einen riesigen Markt aus Entwicklungsländern mit einer Bevölkerung von fast 2 Mrd. Menschen umfassen.

Um letztendlich die größte Freihandelszone der Welt einzurichten, unterzeichnete der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao vor der Eröffnung des diesjährigen ASEAN-Gipfels das Abkommen über die Zolltarifreduzierung mit den ASEAN-Führern, in dem versprochen wurde, dass Tarife für landwirtschaftliche und industrielle Produkte aus ASEAN-Ländern ab dem 1. Januar 2004 reduziert würden. Dies ist als ein weiterer Schritt auf die CAFTA zu gesehen worden.

Auf dem diesjährigen ASEAN-Geschäfts- und Investmentgipfel äußerte der chinesische Ministerpräsident, dass Chinas Wirtschaft dazu beitragen werde, Asiens Finanzstabilität aufrechtzuerhalten. Er sagte, trotz des schweren wirtschaftlichen Schlages durch SARS habe Chinas Wirtschaft in der ersten Hälfte dieses Jahres immer noch ein BIP-Wachstum von 8,2% aufrechterhalten und solle ein Jahreswachstum von 7% erreichen.

Xu zufolge stieg der bilaterale Handel zwischen China und der ASEAN in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 43,4% gegenüber dem gleichen Zeitraum letztes Jahr. Dies markiert die bisher schnellste Zunahme zwischen China und einer seiner 10 Spitzenhandelspartner, worunter die ASEAN auf Platz fünf rangiert.

In dieser Periode seien Chinas Importe aus den ASEAN-Nationen um 53,1% auf einer Jahr-zu-Jahr-Basis gestiegen und sein Anstieg der Importe sei weitaus größter als die Exportzunahme gewesen, sagte Xu.

„In der Tat gewinnen ASEAN-Nationen mehr Nutzen aus der bilateralen Kooperation, als China es in den letzten Jahren getan hat, oder wie China es in der frühen Periode der CAFTA werden wird“, betonte Xu.

Jetzt hat die ASEAN sich das Ziel gesetzt, bis 2020 eine ASEAN-Gemeinschaft basierend auf der politischen, sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und sozio-kulturellen Kooperation zu erreichen, was die Transformation der ASEAN von einer relativ lockeren regionalen Allianz, die auf die Wirtschaftskooperation konzentriert ist, zu einer sehr viel engeren und integrierteren regionalen Organisation sein wird.

Xu sagte, dies würde für die Etablierung der CAFTA gut sein. Er äußerte, dass verschiedene ASEAN-Mitglieder sich in unterschiedlichem Tempo entwickeln würden, was eine Barriere für die Etablierung der CAFTA bilden würde.

„Falls die ASEAN-Nationen eine Gemeinschaft bilden“, sagte er, „werden reiche Mitglieder, um die Stärke des ganzen Organs zu verbessern, die Entwicklung der unterentwickelten Mitglieder unterstützen und diesen helfen. Damit wird die Kluft zwischen Reich und Arm kleiner gemacht werden.“

Dies werde ebenfalls ein leichterer und effizienterer Weg sein, um der Region zu helfen, anstatt auf Unterstützung von China zu bauen, beteuerte Xu.