Ansturm auf den Goldmarkt
 
Von Ni Yanshuo

Als der drittgrößte Goldkäufermarkt der Welt hat China die Aufmerksamkeit des World Gold Council (WGC), der weltweit größten Goldwerbeorganisation, die China 2003 zu ihrem größten Markt in der Goldwerbung machte, auf sich gezogen.

„China spielt eine wichtige Rolle in der globalen Goldindustrie“, sagte Albert Cheng, Direktor des WGC für Ostasien, während er an der Veranstaltung „New Concept of K-Gold Consumption Promotion“, die vom WGC in Shanghai am 12. September organisiert wurde, teilnahm.

WGC-Statistiken zeigen, dass von 1997-2002 ein starkes Anwachsen des Kaufs von Platinschmuck und -ornamenten in China zu einer Abnahme des Konsums an Gold um mehr als 40% führte. Die Goldnachfrage des Landes im Jahr 2002 war mit 202,3 Tonnen dennoch sehr hoch, womit China nach Indien und den USA der drittgrößte Markt wurde.

Der WGC zeigte drei Entwicklungstrends in Chinas Goldmarkt in diesem Jahr auf: der Markt öffnete sich weiter zur Welt nach außen, die Marktstruktur ist verbessert worden; und die Investmentnachfrage geht hoch.

Am 30. Oktober 2002 öffnete die Shanghaier Goldbörse (SGE), womit dem 50 Jahre langen Staatsmonopol des Kaufs und der Distribution von Gold ein Ende gesetzt wurde. In der ersten Hälfte dieses Jahres strich die Chinesische Volksbank, Chinas Zentralbank, 26 administrative Überprüfungs- und Bestätigungspunkte im Goldsektor, darunter die Voraussetzung, eine Genehmigung für eine Goldkauflizenz, die Produktion, die Verarbeitung und den Großhandel von Goldprodukten, die Goldlieferung und den Goldprodukteinzelhandel zu erhalten. Dies bedeutet, dass jeder Händler von überall in der Welt in die Produktion, den Großhandel und den Einzelhandel von Goldschmuck in China investieren darf, solange das Gold auf dem chinesischen Markt erworben wurde.

„Chinas Goldmarkt ist ein absolut freier Markt“, sagte James Burton, Generaldirektor des WGC nach Durchführung einer Markterhebung.

Die große Marktnachfrage hat eine steigende Anzahl von ausländischen Goldunternehmen und diesbezüglichen Organisationen auf das chinesische Festland angezogen, darunter die berühmten Hong Konger Juweliere Chow Sang Sang Jewelry und die Chow Taik Fook Jewelry Co. Ltd.

„Das Festland hat einen großen Markt, der unwiderstehlichen Charme für jeden Juwelierproduzenten hat. Wir sind zuversichtlich, was unsere hiesige Entwicklung anbelangt“, sagte Chow Wun Sing, stellvertretender Generalmanager von Chow Sang Sang.

Merrill Lynch, eines der führenden Finanzmanagement- und-beratungsunternehmen der Welt, zufolge hat China ein erstaunliches Potential in der Goldmarktentwicklung. Die Gründung der SGE und die mögliche Öffnung des individuellen Goldim-/exporthandels würden einen großen Einfluss auf die weltweite Goldmarktstruktur ausüben, sagte das Unternehmen voraus.

China hatte 2002 eine große Goldnachfrage, der Pro-Kopf-Goldverbrauch blieb mit nur 0,16 Gramm, was Rang 10 in Asien entsprach, jedoch niedrig. Wenn die Zahl bis 0,35 Gramm steigen sollte, der gleiche Betrag wie Pakistans, das auf Rang neun in Asien liegt, würde Chinas gesamte Goldnachfrage 450 Tonnen erreichen, was 13,2% der weltweiten Gesamtnachfrage sein würde.

Unterdessen ist die Nachfrage der Regierung nach Gold ebenfalls groß. Im Jahr 2002 waren Chinas Devisenreserven 286 Mrd. US$ wert, darunter waren nur 2,6% Goldreserven. Wenn die Devisenreserven des Landes 400 Mrd. US$ erreichen und der Prozentsatz der Goldreserve bis auf 5% steigt, würde die Goldnachfrage um 122 Tonnen steigen.

Auch wenn Chinas Goldnachfrage 2002 bei 202,3 Tonnen lag, macht dieser Betrag nur ein Drittel des Indiens aus. Chinas Goldmarkt hat ein großes Potential noch mehr zu wachsen.

Eine weitere Attraktion für die internationalen Goldhändler ist Chinas Markt des individuellen Goldhandels. Momentan wird geplant, dass dieser neben der SGE betrieben werden soll. Der WGC hat eine enge Verbindung mit der SGE etabliert und eine Sonderkonsultationsgruppe gegründet, die der SGE bei der Investmentproduktforschung und -entwicklung, darunter Goldtermingeschäfte, helfen soll. Industriebrancheninsider sagten voraus, dass, sobald Einzelpersonen erlaubt werde, in Gold zu investieren, Chinas Goldnachfrage um 100 Tonnen pro Jahr steigen würde.

Unterdessen werden Chinas andere Schmuckprodukte auch rapide entwickelt. Vom 22. bis zum 25. Oktober fand die China Internationale Jewelry Show 2003 im Internationalen Chinesischen Ausstellungszentrum in Beijing statt. Mehr als 800 Juweliere aus der ganzen Welt nahmen an dem Ereignis teil.

Hotan-Jade aus dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang ist in China äußerst beliebt. Vor der Messe sagten viele Hotan-Jade-Schmuckhändler der China Gem Association (CGA), dass sie nichts auszustellen hätten, da alle ihre Produkt ausverkauft seien. Einige konnten noch nicht einmal ihre Aufträge erfüllen. Ein Verkäufer aus Xinjiang sagte, dass die Jade-Produktion in Xinjiang nicht durch SARS beeinträchtigt worden sei und die Produktion einen bedeutenden Anstieg verzeichnet habe. Der Preis der Hotan-Jade ist ebenfalls rapide angestiegen, eine Zunahme um das 10fache in den letzten 10 Jahren.

Sun Wensheng, Generalsekretär der CGA, sagte, dass die Verkäufe Chinas Schmuckornamente im Jahr 2010 über 180 Mrd. Yuan (21,74 Mrd. US$) betragen sollen und der Exportwert 7 Mrd. US$ erreichen soll.

Die chinesische Regierung hat die Entwicklung des Schmucksektors ermutigt. Den eingegangenen WTO-Versprechen zufolge werden Chinas durchschnittliche Zolltarifsätze von den 15,3% im Jahr 2001 Anfang 2004 auf 10% runtergesetzt werden. Darüber hinaus strich China die Mehrwertsteuer auf importiertes Platin im Mai dieses Jahres. Dem Zoll zufolge ging das Wachstum Chinas Importe von Diamanten, Edelsteinen und Perlen über 20% in der ersten Hälfte dieses Jahres hinaus.