Einwohnermelderegeln gelockert

 

Von Wang Jun

Aufgrund des hukou (Einwohnermelde) -Systems waren die Bauern in China viele Jahrzehnte lang an ihr Land gebunden und konnten nicht in die Städte ziehen. Bauern, die keinen städtischen hukou hatten, war ein Ticket, um in den Städten zu leben oder zu arbeiten, verwehrt. Dieses Arrangement unterdrückte den freien Fluss Chinas Arbeitskräfte, ein notwendiger Faktor für eine effiziente Marktwirtschaft.

Schließlich hat die Regierung entschieden, das hukou-System auf einer Probebasis abzuschaffen. In vielen Regionen hat eine einheitliche „Wohn“-Erlaubnis den Platz des traditionellen hukou übernommen, das die Chinesen in ländliche und städtische Bewohner teilte. Die künstliche Trennung des Arbeitsmarktes in ländliche und städtische Sektoren ist ein Produkt der alten Planwirtschaft. Seit Ende der 1970er sind Wirtschaftsreformen initiiert worden und große Veränderungen haben in der chinesischen Gesellschaft stattgefunden. Das hukou-System ist daher überflüssig.

Hier ist ein Einblick in das, was in einer Anzahl von Provinzen und Städten passiert.

Beijing: Ein ständiger Wohnort für Babys, die nach dem 7. August 2003 geboren wurden, kann am Wohnort des Vaters oder der Mutter eingetragen werden, eine Entscheidung, die jetzt von den Eltern gefällt wird. Kinder unter 18 Jahren, die in anderen Städten gemeldet sind, können einen Beijing-hukou erhalten, wenn ihr Vater in Beijing gemeldet ist. In den 14 Satellitenstädten und 33 zentralen Ortschaften können Bewohner mit einer ländlichen Einwohnermeldung sich in den Ortschaften registrieren lassen, wenn sie dort mehr als zwei Jahre mit einer ständigen Beschäftigung, einem regelmäßigen Einkommen oder einer ständigen Unterkunft gelebt haben.

Shenzhen: Als eine Sonderwirtschaftszone in der südchinesischen Provinz Guangdong flirtet Shenzhen mit einer verbotenen Zone in der Reform des Einwohnermeldesystems, indem es Menschen ohne ständigen Wohnsitz erlaubt, sich bei ihren Verwandten, die in der Stadt leben, melden zu lassen. Diese Maßnahme trat am 1. April in Kraft und besagt zudem, dass nichtstaatliche Unternehmen mit einer Belegschaft von über 20 Angestellten eine kollektive Einwohnermeldung beantragen dürfen. Nicht aus Shenzhen stammenden Absolventen von Hochschulen und Universitäten, die noch nicht beschäftigt sind, wird es erlaubt sein, wenn sie es möchten, in jeglichem Teil der Stadt eine Einwohnermeldung zu beantragen. Sie können dies ohne die Befürchtung, ihre Einwohnermeldung wieder zurück an ihren Geburtsort verlegen zu müssen, tun.

Chongqing: Die südwestchinesische regierungsunmittelbare Stadt führte im August 2003 Reformen ein. Das neue System erlaubt ländlichen Bewohnern mehr Freiheit in die Städte zu ziehen, wo sie Zugang zu den Sozialleistungen, die nur für städtische Bürger zur Verfügung stehen, haben können. Dies wird es für qualifizierte ländliche Bewohner einfacher machen, in den Städten zu leben und zu arbeiten. Universitätsstudenten mit einer ländlichen Einwohnermeldung können nun eine städtische Einwohnermeldung beantragen, wenn sie anfangen zu studieren. Andere ländliche Bewohner, die eine städtische Einwohnermeldung beantragen möchten, müssen Hochschulabsolventen mit einer stabilen beruflichen Laufbahn sein oder eine Wohnung, die größer als 30qm ist besitzen.

Fuzhou: Die Hauptstadt der südchinesischen Provinz Fujian reformierte ihr Einwohnermeldesystem bereits 2002 und etablierte ein einheitliches Einwohnermeldesystem für städtische und ländliche Bewohner. Im Rahmen des neuen Systems wird was die Einwohnermeldung anbelangt kein Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Bewohnern gemacht. Alle Menschen, die unter Fuzhous Zuständigkeit leben, werden als lokale Bewohner registriert, ganz gleich welche Art von hukou sie einst hatten. Die Quoten für die Menschen, die zum Zuzug in die Stadt zugelassen werden, sind abgeschafft und durch Zugangsbedingungen, die auf dem Besitz eines rechtmäßigen Wohnortes, einer rechtmäßigen Beschäftigung und einer rechtmäßigen Einkommensquelle basieren, ersetzt worden.

Hebei: Diese Provinz in Nordchina nahm am 1. Oktober 2003 eine neue Einwohnermeldepolitik an. Es wird kein Unterschied mehr zwischen einer ländlichen Einwohnermeldung und einer nicht-ländlichen Einwohnermeldung gemacht werden. Babys können basierend auf einem Zertifikat von dem Krankenhaus, wo sie geboren wurden, angemeldet werden. Familienplanungszertifikate sind nicht länger notwendig.