Kontakt mit der Bevölkerung halten
 

Ein Interview mit dem Präsidenten der Vereinigung des Chinesischen Volkes für die Freundschaft mit dem Ausland

Diesen Mai werden wir den 50. Jahrestag der Vereinigung des Chinesischen Volkes für die Freundschaft mit dem Ausland (Chinese People’s Association for Friendship with Foreign Countries, CPAFFC), eine nichtstaatliche Organisation Chinas, um den Kontakt zu den Menschen anderer Länder zu fördern, erleben. Der BEIJING RUNDSCHAU-Reporter Zan Jifang setzte sich mit Chen Haosu, Präsi n+vdent der CPAFFC zusammen, um über die Rolle und Errungenschaften der Organisation zu sprechen.

Beijing Rundschau: Was denken Sie, ist die Bedeutung des Kontakts zwischen den Menschen verschiedener Länder für die politischen Beziehungen unter Regierungen?

Chen: Die nichtstaatliche freundschaftliche Kooperation ist die Grundlage der Regierungsdiplomatie. Bevor zwei Länder auswärtige Beziehungen etablieren, wird der nichtstaatliche Kontakt die Etablierung von offiziellen diplomatischen Beziehungen ermöglichen. Wenn sie diplomatische Beziehungen etabliert haben, werden verbesserte nichtstaatliche Beziehungen fortfahren, Energie in die Regierungsbeziehungen zu injizieren.

Die nichtstaatliche Diplomatie ist besonders wichtig für China. Wie Sie wissen, entwickelten sich Chinas diplomatische Beziehungen nach der Gründung der Volksrepublik China 1949 aufgrund der In-Schachhaltung und Sanktionen von gewissen Ländern nicht reibungslos. Angesichts dieser Umstände trug der Kontakt zwischen den Menschen viel zur Verbesserung der äußeren Umgebung des Landes bei und ersetzte sogar die offizielle Diplomatie in gewisser Weise. Nach 1978 begann die Situation, sich zu verändern, wobei die Regierungsdiplomatie auf die schnelle Bahn gelang und der nichtstaatliche Austausch verlagert wurde, um eine ergänzende Rolle zu spielen.

Seit die CPAFFC 1954 in Beijing gegründet wurde, hat sie freundschaftliche Verbindungen mit 550 nichtstaatlichen Organisationen in 130 Ländern geschmiedet. Darüber hinaus hat die Vereinigung mehr als 1000 chinesischen Städten geholfen, Partnerschaftsbeziehungen mit Städten in über 100 Ländern zu knüpfen.

Der Austausch zwischen den Menschen hat eine unermessliche Rolle für die Voranbringung der Regierungsbeziehungen gespielt. Jedes Mal, wenn die offiziellen Beziehungen von zwei Ländern auf Eis gelegt wurden, war der inoffizielle Austausch zwischen ihnen der beste Weg, die Krise zu lösen.

BR: Wie beschreiben Sie den Zustand Chinas inoffizieller Beziehungen mit anderen Ländern?

C: Die Entwicklung des nichtstaatlichen Austausches zwischen China und anderen Ländern ist aufgrund der großen Bedeutung, welche die chinesische Regierung diesem beimisst und der Unterstützung von allen Gesellschaftsschichten, insbesondere der Kultur- und Wirtschaftskreise, gut.

In den vergangenen 50 Jahren hat die CPAFFC eine Reihe von Aktivitäten gesponsert, welche Frieden und Freundschaft im Fokus hatten. Unsere Vereinigung steht für die Förderung von Vertrauen und Verständnis unter den Menschen auf der ganzen Welt und für Demokratie in internationalen Beziehungen, um so den Frieden und die Entwicklung in der Welt zu fördern.

Die CPAFFC hat auch eine aktive Rolle in multilateralen nichtstaatlichen Aktivitäten gespielt und die Kooperation mit Freunden auf der ganzen Welt intensiviert. Zum Beispiel ist die China-EU-Vereinigung, welche im November 2001 eingerichtet wurde, eine Verkörperung der umfassenden chinesisch-europäischen Partnerschaft in der inoffiziellen Gesellschaft.

In den letzten Jahren entwickelten sich die Beziehungen zwischen China und der EU durch Dialog und Kooperation zwischen beiden Seiten gut. China ist das größte Entwicklungsland in der Welt und die EU ist eine wichtige politische Kraft und eine Wirtschaftseinheit. Sie beide spielen eine zunehmend bedeutende Rolle in internationalen Angelegenheiten.

Die China-EU-Vereinigung hat eine Menge Forschungsarbeit über die Entwicklung der EU und ihre Mitgliedstaaten gemacht und China in EU-Ländern vorgestellt. Die Vereinigung ist aktiv gewesen, die regelmäßige Kooperation zwischen China und EU-Mitgliedsstaaten in Wirtschaft und Handel, Bildung, Wissenschaft und Kultur voranzubringen. Sie hat auch eine Menge Arbeit für die Stärkung der Kooperation zwischen Lokalregierungen auf beiden Seiten gemacht.

Die Vereinigung hat zudem als eine Plattform für eine Reihe von Kooperationsprojekten Chinas und der EU, wie die Gründung des China-EU-Institutes, welches kurze Schulungen und Expertenforen und offizielle Bildungskurse durchführt, fungiert.

Letzten Oktober fand das 6. Treffen der Staatsführer Chinas und der EU in Beijing statt, womit den Beziehungen zwischen China und der EU neuer Schwung gegeben wurde. Vor diesem Hintergrund wird die China-EU-Vereinigung zweifelsohne ihren Vorteil, weitgefächerte Kanäle der Kommunikation mit der EU zu haben, ins Spiel bringen und neue Bereiche des Austausches zwischen den Menschen in China und der EU mit großer Begeisterung erforschen.

BR: Was wird in den folgenden Jahren im Fokus des Interesses der CPAFFC stehen?

C: Wir sind mit den Errungenschaften der letzten 50 Jahre zufrieden und hoffen, die CPAFFC wird in der Zukunft mehr Einfluss ausüben und mehr Beiträge für engere Beziehungen zwischen China und der Welt leisten.

Um den 50. Jahrestag der CPAFFC zu markieren, habe ich ein Buch über die nichtstaatliche Diplomatie geschrieben, um unsere Arbeitsregeln und Entwicklungspläne darzulegen. In dem Buch erwähne ich, dass unsere Arbeit sich in der Zukunft hauptsächlich auf die Kooperation in wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bereichen und zwischen Lokalregierungen konzentrieren sollte.

Die Wirtschaftskooperation ist äußerst wichtig, da sie eine solide relevante Grundlage für die Regierungsbeziehungen liefern wird. In den letzten Jahren hat die nichtstaatliche Diplomatie eine wichtigere Rolle in der Wirtschaftskooperation zwischen China und anderen Ländern gespielt und den Austausch zwischen Chinas kleinen und mittleren Unternehmen mit ausländischen Firmen ermöglicht. Ein weiteres stark berücksichtiges Gebiet ist die Kooperation im kulturellen Bereich, die eine weitere wichtige Säule der diplomatischen Beziehungen ist. Darüber hinaus sollte die Kooperation zwischen Lokalregierungen ebenfalls vertieft werden. Und selbstverständlich ist der inoffizielle politische Austausch auch ein Muss.

Lassen Sie uns noch einmal einen Blick auf die China-EU-Vereinigung werfen, welche eine breite Reichweite an Mitgliedern anzieht, einschließlich Regierungen, Unternehmen, akademischen Instituten, Medien und nichtstaatlichen Gruppen. Diese Mitglieder haben Vorteile hinsichtlich der Lieferung von politischer Anleitung und der finanziellen Unterstützung, der Durchführung von akademischer Forschung und der Planung, Organisation und Förderung von verschiedenen kooperativen Aktivitäten. Die Vereinigung sollte als eine Brücke zwischen China und EU-Mitgliedern fungieren, um den Austausch unter verschiedenen Branchen zu fördern.

Abgesehen von der Abhaltung verschiedener Austauschaktivitäten sollte die Vereinigung auch mehr Wirtschaftskooperationsprojekte starten und den Austausch und die Kooperation zwischen Lokalregierungen auf beiden Seiten konsolidieren. Alle diese Bemühungen werden eine positive Rolle für die Förderung der Beziehungen zwischen China und der EU spielen, beiden Seiten nutzen und zu Gewinnen für beide Seiten führen.

BR: Welche Position sollten Ihrer Meinung nach diese inoffiziellen Beziehungen in Chinas allgemeiner diplomatischen Strategie einnehmen?

C: Nichtstaatliche Beziehungen sollten eine wichtige Rolle der allgemeinen Diplomatie Chinas spielen.

Der dominante Faktor in bilateralen Beziehungen sind offizielle Beziehungen, sie werden jedoch in großem Ausmaß vom inoffiziellen Austausch bekräftigt. Noch wichtiger ist, dass die Tendenz der Globalisierung mehr Raum für die Entwicklung der nichtstaatlichen Beziehungen geschaffen hat. Wenn zwei Länder engen Kontakt zwischen den Menschen halten, werden ihre Regierungsverbindungen stabil bleiben.