Fragen und Antworten zu Tibet
 

Tibet ist ein untrennbarer Bestandteil Chinas

39. Was sind die Arbeitsschwerpunte Tibets bei der Erschließung des Westens?

Antwort: Zum einen plant man, die wirtschaftliche Struktur zu regulieren, die Spezial- und Bio-Landwirtschaft sowie die Viehzucht in Landwirtschaftsgebieten zu fördern. Dabei muss man großen Wert auf die Wassereinsparung legen. Die Verarbeitungsindustrie und das tibetische Handwerk sollen durch Einbeziehung von High-Tech-Verfahren effektiver gemacht werden. Die konkurrenzfähigen Unternehmen sollen sich mit Unterstützung der Regierung schnell entwickeln können. Im Zuge der Erschließung des Westens ist der Tourismus in Tibet auch vielversprechend.

Zum anderen wird man großes Gewicht auf die Durchführung des landwirtschaftlichen Projekts „Ein Fluss, zwei Nebenflüsse“ legen. Demnach soll im nördlichen Teil Tibets ein Erschließungsgebiet für Viehzucht und im südöstlichen Teil eine Erschließungszone für Forst, Obst, Tee und Heilkräuter errichtet werden.

Drittens soll der Aufbau der Infrastruktur gestärkt werden. So ist geplant, mehrere Landstraßen und Eisenbahnlinien zu bauen und neue Fluglinien einzurichten. Ferner sollen alte Flughäfen ausgebaut und neu Flughäfen angelegt werden. Außerdem sollen neue Technologien wie die Nutzung der Solar- und Windenergie erschlossen und genutzt werden. Im Bereich des Post- und Fernmeldewesens besteht der Schwerpunkt darin, die Kommunikation per optischer Fasern und Satelliten zu fördern.

Viertens soll die Umwelt vor allem am Oberlauf des Yangtse und am Yarlung-Zangbo-Fluss geschützt und das Projekt zum Schutz der natürlichen Wälder in Qamdo intensiviert werden. Die Bodenerosion und die Verwüstung der Steppen sollen noch schneller gestoppt und in manchen Gebieten soll Ackerland wieder in Wälder und Steppen umgewandelt werden.

Fünftens sollen die Bioressourcen des Plateaus in großem Umfang erschlossen werden. Wichtige Bodenvorkommen sollen schneller erschlossen und gefördert werden.

Sechstens soll die Entwicklung der kleinen Städte beschleunigt werden. Mit Lhasa und den Bezirksverwaltungsstädten als Zentrum soll eine Reihe von kleinen Städten ausgebaut werden, damit sie Sammel- und Verteilungszentren der Waren werden und den überflüssigen Arbeitskräften vom Lande Arbeitsplätze bieten.

40. Wie war die Wirtschaftslage Tibets im Jahr 2000?

Antwort: Bis 2000 hat Tibet die Aufgaben des 9. Fünfjahresplans erfüllt. Und die meisten Ziele, welche die Zentralregierung bei der 3. Arbeitsbesprechung über Tibet für die Periode bis zum Jahr 2000 formuliert hatte, wurden auch erreicht. 2000 betrug das Bruttoinlandsprodukt Tibets 11,65 Milliarden Yuan, 9,3% mehr im Vergleich zu 1999. Das Pro-Kopf-Einkommen der Bauern und der städtischen Bewohner lag jeweils bei 1325 Yuan und bei 6385 Yuan, und hatte sich um 5,3% bzw. 6,5% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Außerdem litten 26 000 Tibeter nicht mehr unter Hunger und Kälte.

Bis 2000 hat man in 13 aufeinanderfolgenden Jahren reiche Ernte eingebracht. 2000 betrug der Getreideertrag 946 700 t. Die Produktionsmenge von Fleisch und Milch hat sich jeweil um 2,8% und 5,4% erhöht. Die ländlichen Unternehmen Tibets erzielten 2000 einen Produktionswert von 770 Millionen Yuan, 18,5% mehr als 1999.

Der industrielle Gesamtproduktionswert Tibets betrug im Jahr 2000 1,792 Milliarden Yuan, was einen Zuwachs von 8,2% im Vergleich zu 1999 bedeutet. Das Absatzvolumen wichtiger Produkte wie Strom und Bier nahm ständig zu. Außerdem erzielte die Reform der staatlichen Unternehmen viele Erfolge.

Der Produktionswert des Dienstleistungssektors hat im Jahr 2000 auf 5,38 Milliarden Yuan, also um 12,2% mehr als 1999, zugenommen. Insgesamt 550 000 in- und ausländische Touristen besuchten im Jahr 2000 Tibet und gaben dafür 630 Millionen Yuan aus, was jeweils eine Steigerung von 22% bzw. 11% im Vergleich zu 1999 bedeutet. Das gesamte Im- und Exportvolumen Tibets betrug 132 Millionen US-Dollar. Davon hat sich der Exportwert um 30,2% im Vergleich zu 1999 erhöht.

Im Jahr 2000 betrugen die Investitionen Tibets für feste Anlagevermögen 6,658 Milliarden Yuan, ein Plus von 17,6% im Vergleich zu 1999. Ferner wurde eine Reihe von Schwerpunktprojekten in den Bereichen Energie, Verkehr, Kommunikation und Wasserwirtschaft in Betrieb genommen.

41. Welche Entwicklungsziele hat Tibet für die kommenden 50 Jahre?

Antwort: Die Lokalregierung Tibets hat einen Gesamtplan mit verschiedenen Zielsetzungen für die kommenden 50 Jahre ausgearbeitet. Demnach soll Tibet dem Gesetz der Marktwirtschaft zufolge realisierbare Maßnahmen treffen, um die wirtschaftliche Entwicklung anzuziehen.

Zu den Entwicklungszielen gehört es, in den kommenden 50 Jahren mit der Modernisierung im Wesentlichen abzuschließen, Tibet zu einem attraktiven Reiseziel zu entwickeln und das größte Naturschutzgebiet der Welt aufzubauen. Ferner soll Tibet das größte Zentrum Chinas für die Erforschung und den Export tibetischer Heilkräuter sowie die wichtigste Basis Westchinas für wertvolle und seltene Metalle werden. Darüber hinaus soll Tibet beim Handelsverkehr zwischen China und Südasien eine bedeutende Rolle spielen.

Für die kommenden 50 Jahre hat man fünf Branchen wie den Tourismus, die tibetische Medizin und die Erschließung von Mineralien als wirtschaftliche Stützen bestimmt. Außerdem will man eine noch günstigere Politik ausarbeiten, um ein gute Investitionsklima zu schaffen.

42. Wie wird die Öffnungspolitik Tibet verändert?

Antwort: Es wird die folgenden fünf Veränderungen geben: 1) Die Beziehung zwischen Tibet und den anderen Landesteilen Chinas wird sich von der einseitigen Unterstützung Tibets zur Zusammenarbeit beider Seiten wandeln. Unterstützt von allen Provinzen will man in Tibet das Investitionsklima verbessern und jene Projekte, die sich in Richtung Marktwirtschaft orientieren und darum eine gute wirtschaftliche Effizienz versprechen, fördern. 2) Dem gegenseitigen Öffnungsprinzip entsprechend wird Tibet auch in den anderen Landesteilen investieren, um den dortigen großen Markt auszunutzen und eigene Spezialitäten zu verkaufen. 3) Die Öffnungspolitik Tibets wird in mehreren Bereichen durchgeführt, d.h. neben dem Waren- und Arbeitsmarkt werden auch andere Gebiete wie die des Kapitals und der Technik nach außen hin geöffnet. So werden mehr Investitons- und Betriebsmöglichkeiten eröffnet. Neben der Wirtschaft werden Bereiche wie Wissenschaft und Technik, Bildungswesen und Kultur immer offener. 4) Die Öffnung Tibets wird nicht mehr nur durch eine günstige Poltik, sondern auch durch die Verbesserung des ganzen Investitionsklimas beschleunigt. Dafür will man werben und die Infrastruktur ausbauen. 5) Tibet wird nicht mehr vor allem gegenüber dem Inland geöffnet. Die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland werden auch gefördert. Dabei sind der Außenhandel mit den Nachbarländern und die Anziehung ausländischer Investitionen die Arbeitsschwerpunkte.

43. Wie entwickelt sich der Außenhandel Tibets?

Antwort: Mit den Nachbarländern Indien, Nepal, Myanmar, Bhutan und Sikkim hat Tibet seit alters her einen regen Handelsverkehr. Nach der friedlichen Befreiung hat Tibet im Außenhandel glänzende Erfolge erzielt.

In den letzten Jahren hat man in Tibet dank der günstigen Außenhandelspolitik zahlreiche Handwerks- und Viehzuchtprodukte exportiert. Zur Zeit gibt es in Tibet 28 Grenzmärkte, die hauptsächlich zwischen Tibet und Nepal liegen. Man kann sagen, dass Tibet zum Fenster Chinas nach Südasien geworden ist.

Es gibt in Tibet 152 Außenhandelsunternehmen, 65 von ihnen haben ausländisches Kapital. 1998 betrug der gesamte Im- und Export Tibets 936 Millionen Yuan.

In den letzten 20 Jahren ist die Zuwachsrate von Tibets Export erheblich höher als die seines Bruttoproduktionswertes gewesen. Von 1979 bis 1998 hat sich Tibets Gesamtexportwert von 2,72 Millionen Yuan auf 610 Millionen Yuan, d.h. um das 224fache, erhöhte. 1995 war der Exportwert Tibets zum ersten Mal höher als sein Importwert. 1998 machte der Exportwert 65% des gesamten Im- und Exportwertes Tibets aus. Die aktive Bilanz betrug 330 Millionen Yuan.

Vor 1985 stand Tibet nur mit seinen Nachbarländern in Handelsverbindung. Vor 1985 an gibt es einen Überseehandel zwischen Tibet und entwickelten Ländern. Primärprodukte wie Viehzuchtprodukte stellen nach wie vor einen großen Teil der ausgeführten Waren Tibets dar.

44. Gibt es in Tibet ein internationalen Normen entsprechendes Außenhandelssystem?

Antwort: Im Zuge der vertieft durchgeführten Reform des Außenhandelssystems Chinas hat auch das Autonome Gebiet Tiebet ein Außenhandelssystem, das Tibets eigene Besonderheiten berücksichtigt und internationalen Normen entspricht, eingeführt. So führte Tibet 1994 in den Finanzbereich einen einheitlichen variablen Kurs ein, der auf der Beziehung zwischen Angebot und Nachfrage basiert und gleichzeitig unter staatlicher Kontrolle steht. In den Außenhandlesunternehmen Tibets hat man ein modernes Management eingeführt, um der Marktwirtschaft zu entsprechen.

45. In welchen Bereichen möchte Tibet mit dem Ausland zusammenarbeiten?

Antwort: In den Bereichen Energie, Wasserwirtschaft, Verkehr, Kommunikation, Bau öffentlicher Einrichtungen, Textil-, Maschinenbau- und Lebensmittelindustrie, Zucht und Verarbeitung, Handel, High-Tech-Industrie sowie Erschließung von Viehzucht, Landwirtschaft und Forstwirtschaft möchte Tibet gerne mit dem Ausland zusammenarbeiten. Besonders willkommen sind mittel- und langfristige Projekte, die vielseitige Erschließungen unternehmen und eine gute wirtschaftliche Effizienz haben.

Die folgenden Bereiche sind auch für ausländische Investoren geöffnet. Der Tourismus sowie die Erschließung und Nutzung von Naturressourcen; die Entwicklung neuer Arzneien aus tibetischen Heilkräutern und ihre Produktion in großem Umfang sowie die künstliche Pflanzung von tibetischen Heilkräutern; die Fertigbearbeitung von Forstwirtschafsprodukten; die Erschließung und Nutzung von unterirdischen Ressourcen; die Förderung und Bearbeitung von Bodenvorkommen; die Verarbeitung von Landwirtschafts- und Viehzuchtprodukten; das tibetische Handwerk; die Erschließung und Produktion neuer Baumaterialien usw.

Die Lokalregierung Tibets unterstützt private Geschäftsleute und Betriebe, die mit dem Ausland Joint Ventures gründen oder auf andere Weise zusammenarbeiten. Der Grenzhandel wird ebenfalls von der Regierung gefördert. Alle Unternehmen mit ausländischen Investitionen, die mit der Genehmigung der Regierung gegründet wurden, können eine entsprechend günstige Politik in Anspruch nehmen.

46. Welche Erfolge hat Tibet bei der Gewinnung ausländischer Investitionen erzielt?

Antwort: Bisher hat die Lokalregierung Tibets mehr als 50 Unternehmen mit ausländischen Investitionen genehmigt. Die Investoren kommen aus den USA, Japan, Deutschland, Malaysia, Nepal und den chinesischen Sonderverwaltungszone Macao und Hongkong.

Beim Hongkong Handelsgespräch, das 2000 in Tibet stattfand, wurden 13 Absichtsvereinbarungen mit Investitionen in Höhe von 411 Millionen US-Dollar und 14 Exportvereinbarungen im Wert von 44,48 Millionen US-Dollar getroffen. Davon betrugen die ausländischen Invesititonen und finanziellen Unterstützungen 68,68 Millionen US-Dollar, 87 Millionen Yuan davon sind schon ausgegeben.

47. Welche Projekte mit internationaler Hilfe werden in Tibet durchgeführt?

Antwort: Seit 1981 unterstützt das UNDP der UNO Tibet mit rund vier Millionen US-Dollar beim Bau des Erdwärmekraftwerkes in Yangbajain. 1989 leistete das WFP der UNO dem Projekt zur vielseitigen landwirtschaftlichen Erschließung in vier Kreisen am Fluss Lhasa eine finanzielle Unterstützung, um dort die Dürre zu bekämpfen und Bewässerungsbedingungen zu verbessern. Die zehn Projekte wie das zum Bau einer Mütterberatungsstelle haben von der UNICEF der UNO 3,215 Millionen US-Dollar bekommen. 1995 beschloss das UNDP der UNO, in den vier Kreisen des Naturschutzgebiets Qomolangma 822 000 US-Dollar zu investieren, um dort Projekte in Bereichen wie der Landwirtschaft, des Bildungswesens und Familienhandwerks durchzuführen.

48. Welche Vorzugsmaßnahmen hat Tibet für ausländische Investoren ausgearbeitet?

Antwort: Bisher hat die Lokalregierung Tibets die „Bestimmungen zur Investorenanwerbung“ und Ende 2000 ergänzende Zusatzbestimmungen erlassen. Darin wurden festgelegt, welche Vorzugsbedingungen Investoren in Tibet genießen können.

Die Zusatzbestimmungen gelten für in- und ausländische Unternehmen und Privatleute, deren Invesitionen mehr als 20% des Nettovermögens eines Joint-Ventures ausmachen. Die günstige Finanzpolitik, welche die Zentralregierung füt Tibet ausgearbeitet hat, kann auch von Investoren in Anspruch genommen werden. Außerdem gelten in Tibet vereinfachte Formalitäten für die Gründung einer Firma. So bekommt man innerhalb von zehn bis 15 Tagen eine Antwort, nachdem man einen vollständigen schriftlichen Antrag für die Gründung eines Unternehmens gestellt hat.

49. Welche Behörden für auswärtige Angelegenheiten gibt es in Tibet?

Antwort: Das Zollamt in Lhasa ist eine Zweigstelle des Staatlichen Zollamts der VR China in Tibet. Ihm unterstehen die vier Zollbezirke Xigaze, Nyalam, Shiquanhe und Gyirong, die jeweils eine Dienststelle im Postamt Lhasa errichtet haben. Beim Zollamt Lhasa müssen Ausländer und Auslandstibeter, die über den Flughafen Gongga ein- und ausreisen, entsprechende Formalitäten erledigen.

Das Staatliche Zollamt hat speziell für Auslandstibeter neue Bestimmungen ausgearbeitet. So können sie z. B. mehr Gepäck mitnehmen. Beim Zollamt Lhasa werden zwei Steuerordnungen verwendet: Die „Im- und Exportzollsteuerordnung der Volksrepublik China“ und die „Importzollsteuerordnung des Autonomen Gebiets Tibet der VR China“. Für die Importwaren, die in Tibet verkauft werden, erheben man nach 21 Steuerposten einen niedrigen Steuersatz.

Die Testbehörde Tibets für Im- und Exportwaren sitzt in Zham und hat in Chengdu und Golmud jeweils eine Dienststelle.

In Tibet gibt es mehr als 80 Kontroll- und Testorgane für die Nahrungsmittelhygiene. Nach dem „Gesetz der Volksrepublik China für die Nahrungsmittelhygiene“ und dem „Quarantänegesetz der Volksrepublik China“ sowie seinen „Detaillierten Regeln und Vorschriften zur Durchführung“ müssen vom 1. Juni 1992 an alle Lebensmittel, die man über Tibet importiert, von der Kontroll- und Testbehörde Tibets für die Hygiene der importierten Nahrungsmittel überprüft werden. Nur mit dem von dieser Behörde ausgestellten Hygienezertifikat darf man importierte Lebensmittel verkaufen.

Die Quarantänestation in Lhasa für Tiere und Pflanzen hat ihre vier Zweigstellen in Zham, Burang, Gyirong und Riwo. Es gibt noch zwei weitere Quarantänestellen auf dem Flughafen Gongga und in Lhasa Internationalem Amt für Postaustausch. Nach dem „Quarantänegesetz der Volksrepublik China für ein- und ausgeführte Tiere und Pflanzen“ müssen die folgenden Gegenstände beim Zoll in Lhasa unter Quarantäne gestellt werden: Lebende Tiere, Tierprodukte, Kulturpflanzen, wilde Pflanzen und ihre Saaten und Keimlinge, Pflanzenprodukte, Tierimpfstoffe, Blutserum, Abfälle von Tieren und Pflanzen, Gefäße und Verpackungen der oben genannten Gegenstände und die Transportmittel von Tieren und Pflanzen aus Seuchengebieten.