Fragen und Antworten zu Tibet
 

Tibet ist ein untrennbarer Bestandteil Chinas

82. Welche Reiserouten gibt es in Tibet? Und wie ist die Aufnahmekapazität?

Antwort: Seit dem Jahr 2000 bemüht sich die tibetische Lokalregierung um den Aufbau von Touristikzonen mit „einem Zentrum, fünf Reisegebieten, fünf wichtigen Reiserouten und drei Ringreiserouten“. Laur Plan soll Lhasa zum Zentrum für die Kulturreise aufgebaut werden. Die fünf Reisegebiete sind wie folgt: das Reisegebiet im hinteren Tibet für Wander- und Fahrradtouren; das Reisegebiet in Osttibet für wissenschaftliche Forschung; das Reisegebiet in Nordtibet für die Beobachtung von Wildtieren und das Genießen der Steppenlandschaft; das Reisegebiet mit dem Yarlong-Fluss als Zentrum. Die fünf wichtigen Reiserouten sind die Reiseroute Chuanzang (Chengdu-Qamdo-Nyingchi-Lhasa), die Route Dianzang (Xiaguan in Yunnan-Mangkam-Qamdo), die Route Qingzang (Xining in Qinghai-Golmud-Nagqu-Lhasa), die Route zwischen Nepal und China (Lhasa-Xigaze-Zham) und die Route Xinzang (Ürümuqi-Yecheng-Shiquanhe). Außerdem stehen den Touristen drei Ringreiserouten zur Verfügung. Es sind die Route Lhasa-Nyingchi-Shannan-Lhasa, die Route Lhasa-Xigaze-Ngari-Nagqu-Lhasa und die Route Lhasa-Nagqu-Qamdo-Nyingchi-Lhasa. Die obenerwähnten Reiserouten sind teilweise erschlossen.

Zur Zeit gibt es in Tibet über 30 Reisebüros und 50 Hotels für Ausländer, sieben von ihnen sind mit Sternen ausgezeichnet. Außerdem stehen über 400 Busse und 3000 Reiseführer den Touristen zur Verfügung.

Seit der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik hat sich der Tourismus in Tibet sehr schnell entwickelt. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2000 haben 185 000 in- und ausländische Touristen Tibet besucht.

V. Religiöser Glaube und Menschenrechte

83. Glauben alle Tibeter an den tibetischen Buddhismus?

Antwort: Der tibetische Buddhismus ist bei den Tibetern tief verwurzelt. Zwar nicht alle, aber die meisten Tibeter bekennen sich zum tibetischen Buddhismus. Im 7. Jahrhundert verbreitete sich der Buddhismus in Tibet und seitdem drang er in die Bereiche der Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Bildung vor. Der tibetische Buddhismus ist die wichtigste Religion in Tibet, er hat die Denkweise, die Weltanschauunung und die Lebensgewohnheiten der Tibeter tief beeinflusst. Die Beziehungen zwischen Mensch und Buddha stehen immer im Mittelpunkt aller Fragen über Leben und Gesellschaft in Tibet.

Manche Gelehrte sind der Meinung, dass die Bon-Teligion einen sehr wichtigen Platz im Volksglauben der Tibeter einnehme. Der tibetische Buddhismus entstand gerade nach dem langjährigen Kampf und Verschmelzen zwischen dem Buddhismus und der Bon-Religion. Außerdem hat die Bon-Religion bis heute noch einen großen Einfluss in den abgelegenen Gebieten.

84. Welche Besonderheiten hat der tibetische Buddhismus?

Antwort: Der tibetische Buddhismus ist eine Form des Buddhismus, der sich vorwiegen in Tibet und in der Mongolei verbreitet hat. Im Volksmund heißt er auch Lamaismus. Er entstand am Ende des 10. Jahrhunderts und ab der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde er von der Zentralregierung der Yuan-Dynastie (1271-1368) unterstützt. Allmählich riss er die Lokalmacht Tibets an sich und drang in die Mongolei vor.

Die Besonderheiten des tibetischen Buddhisums sind wie folgend:

1. Lange Zeit wurde das System mit der Politik und Religion in einer Einheit als das wichtigste Merkmal des tibetischen Buddhismus praktiziert.

2. Die meisten Tibeter sind Buddhisten, sie sind fromme Gläubige.

3. Der tibetische Buddhismus ist von mystischen Elementen geprägt. Das Reinkarnationssystem des lebenden Buddha gilt als einzigartig für den tibetischen Buddhismus. Innerhalb des tibetischen Buddhismus gibt es unzählige Sekten, die wichtigsten davon sind: die Nyingmapa-Schule, die Kagyupa-Schule, die Sakyapa-Schule und die Gelugpa-Schule.

85. Manche sagen, dass die chinesische Regierung die religiösen Tätigkeiten verschiedener Sekten des tibetischen Buddhismus nicht respektiere und schütze. Ist das die Wahrheit?

Anwort: Es ist eine grundlegende Politik der chinesischen Regierung, die Glaubenfreiheit zu achten und zu schützen. Wie in anderen Gebieten Chinas, so wird diese Religionspolitik auch in Tibet praktiziert. Gemäß der Verfassung und der Gesetze der VR China hat jeder Bürger die Freiheit, sich zu einer Religion zu bekennen oder keiner Religion anzugehören. Er hat die Freiheit, ein Atheist zu sein und morgen einer Religionsgemeinschaft beizutreten und umgekehren. Innerhalb einer religiösen Betätigung hat er die Freiheit, sich dieser oder jener Sekte anzuschließen.

Unter dem Schutz der Verfassung und der Gesetze des Staates genießt die tibetische Bevölkerung die volle Freiheit zur Veranstaltung religiöser Aktivitäten.

Die Vereinigung der Buddhisten Chinas, Zweigstelle Tibet, hat die buddhistische Akademie Tibet errichtet. Außerdem hat sie noch Sutra-Kurse in Klöstern verschiedener Sekten veranstaltet. Jährlich schickt sie einige lebende Buddhas und Mönche nach Beijing, um in der tibetischen Fakultät im buddhistischen Institut zu studieren. 1984 schenkte die tibetische Lokalregierung der Vereinigung der Buddhisten Tibets das „Gangsur·Tripitaka“ (Die buddhistisichen Kanos) in tibetischer Sprache und begründete das Institut für indische Sutras in Lhasa. 1958 hat die Vereinigung der Buddhisten in Tibet die Zeitschrift „Der tibetische Buddhisums“ gegründet. 1990 begann die Vereinigung der Buddhisten, Zweigstelle Tibet, das „Gangsur·Tripitaka“ im Kloster Muru in Lhasa drucken zu lassen, was eigentlich die Aufgabe des 13. Dalai Lama gewesen war.

Die Suche und die Bestimmung des Seelenkindes des 10. Panchen Lama im Jahre 1992, sowie die Losziehung aus der goldenen Urne und die Einsetzungsfeier des 11. Panchen Lama zeigen, dass die Zentrale Volksregierung den tibetischen Buddhismus respektiert. Das ist allen bekannt.

In den letzten Jahren waren die Organisationen und Persönlichkeiten des tibetischen Buddhismus mehrmals zu Studienreisen im Ausland. Zugleich haben sie Persönlichkeiten und Organisationen aus einigen Dutzend Ländern empfangen, die der Buddhastatue in Tibet opfern, wissenschaftliche Untersuchungen oder eine Reise in Tibet machten.

86. Welche Klöster in Tibet sind besonders bekannt?

Antwort: Die berühmten Klöster in Tibet sind die Klöster Jokhang, Drepung, Sera, Ganden und Sakya (alle in Lhasa), das Kloster Tashilhunpo in Xigaze und das Kloster Palkor im Kreis Gyangze.

Das Kloster Jokhang, im 7. Jahrhundert gebaut, ist ein bekanntes Kloster der Gelben Sekte des tibetischen Buddhismus. Den Überlieferungen nach wurde das Kloster von der Prinzessin Wencheng, der Frau des tibetischen Königs Songtsan Gampo, entworfen, und eine andere Frau des tibetischen Königs übernahm die Leitung der Bauarbeiten. Im Kloster wurde eine Shakyamuni-Statue, die die Prinzessin Wencheng von der Hauptstadt der Tang-Dynastie Chang’an nach Tibet bringen ließ, aufbewahrt. Vor dem Haupteingang des Klosters steht eine Tafel für das Bündnistreffen zwischen der Tang-Dynastie und der Tubo-Dynastie. Heute ist das Kloster Jokhang eine beliebte Wallfahrtsstätte für Tibeter.

Das Kloster Drepung wurde im Jahre 1416 gebaut und ist das größte Kloster der Gelben Sekte. Im Kloster werden zahlreiche wertvolle Kulturgegenstände und Sutras aufbewahrt. 1653 machte der Qing-Kaiser Shunzhi den fünften Dalai Lama zum weltlichen und geistlichen Oberhaupt in Tibet und seitdem erledigt die tibetische Lokalregierung hier die Amtsgeschäfte.

Das Kloster Sera, im Jahr 1419 gebaut, ist ein großes Kloster der Gelben Sekte. Im Kloster werden viele wertvolle Kulturgegenstände aufbewahrt. Besonders erwähnenswert sind Bildrollen aus der Ming- und Qing-Dynastie und die vergoldenen tibetischen Sutras.

Das Kloster Tashilhunpo ist ein großes Kloster der Gelben Sekte in Xigaze. Es wurde unter der Führung des ersten Dalai Lama gebaut. Die Bauarbeit begann im Jahre 1447 und dauerte 12 Jahre. Später wurde es mehrmals von verschiedenen Panchen Lamas renoviert. Es ist der Wohnsitz des Panchen Lama. Im Kloster werden zahlreiche Sutras und wertvolle Kulturgegenstände aufbewahrt. Die höchste Buddhastatue ist 26,2 m hoch.

Das Kloster Sakya liegt am Drongchu-Fluss, 150 km südwestlich von Xigaze und ist das wichtigste Kloster der Sakyapa-Schule des tibetischen Buddhismus. Das Kloster hat zwei Teile. Der nördliche Teil wurde im Jahre 1079 gebaut. In der Mitte des 13. Jahrhunderts, nachdem Pagpa, der Führer der Sakyapa-Schule, von dem Yuan-Kaiser zum Leiter des Amtes für die buddhistischen Angelegenheiten und damit zum Gouverneur über Tibet ernannt worden war, begann die Ausbauarbeit des Klosters. Der südliche Teil des Klosters wurde im Jahre 1268 gebaut und ist in gutem Zustand. Für den Bau des Eingangs wurden viele han-chinesische, mongolische und tibetische Baumeister und Handwerker engagiert, und so stellt der Eingang den Baustil dieser drei Nationalitäten dar. Der Hauptkomplex des Klosters kann 10 000 Mönche zum Vortragen der Sutras beherbergen. Im Kloster sind viele Sutras aus der Yuan-Dynastie und Geschenke der Yuan-Kaiser zu finden. Eine große Wandmalerei schildert lebendig die Szene, in der der erste Yuan-Kaiser Kublai Khan Pagpa empfing.

Die chinesische Regierung hat den Potala-Palast, die drei großen Klöster in der Umgebung von Lhasa (Ganden, Drepung und Sera), das Jokhang-Kloster und das Kloster Tashilhunpo unter den besonderen Schutz des Staates gestellt. Außerdem hat sie noch viel Geld in die Renovierung der berühmten Klöster wie Ganden, Sakya und Shalu investiert.

87. Wird die Glaubensfreiheit der Tibeter geachtet und geschützt?

Antwort: Die meisten in Tibet lebenden Menschen sind Buddhisten. Die Verfassung Chinas hat bestimmt, dass die Glaubensfreiheit ein grundlegendes Recht der Staatsangehörigen ist. Die Religionspolitik der Glaubensfreiheit wird in Tibet gewissenhaft befolgt. Unter dem Schutz der Verfassung und der Gesetze des Staates genießt die tibetische Bevölkerung die volle Freiheit religiöser Aktivitäten. Zur Zeit gibt es in Tibet über 1700 Klöster. Fast alle Familien der Gläubigen haben einen Betraum oder eine Nische mit Buddhastatue zu Hause. Jedes Jahr machen über eine Million Tibeter eine Pilgerfahrt nach Lhasa. In Tibet sind überall Fahnen mit Sutras zu finden. Und in den großen Klöstern wie im Jokhang-Kloster versammeln sich zahlreiche buddhistische Gläubige.

Seit den 80er Jahren hat die chinesische Regierung jährlich eine große Menge von Geld, Gold und Silber in den Wiederaufbau, die Renovierung und den Schutz religiöser Stätten investiert. Bis 1997 erreichten die Investitionen schon 300 Millionen Yuan. Eine große Anzahl buddhistischer Sutras wie das „Gangsur“ und „Dangsur“ des Tripitakas wurde in tibetischer Sprache herausgegeben und damit die Bedürfnisse der Mönche und Nonnen sowie der Gläubigen befriedigt.

Gemäss den religiösen Regeln hat das Verwaltungsamt für die religiösen Angelegenheiten des Staatsrates die Einsetzung des 17. Lebenden Buddha Karmapa genehmigt. 1995 wurde nach den religiösen Regeln und den historischen Gepflogenheiten das Seelenkind des 10. Panchen Lama gefunden und bestimmt. Außerdem wurde die Benennungs- und Einsetzungszeremonie des 11. Panchen Lama gefeiert.

88. Bechränken die Klöster in Tibet den Zuzug der Mönche und Nonnen?

Antwort: Die entsprechenden Materialien zeigen, dass es Ende der 50er Jahre in Tibet 2711 Klöster gab, in denen 114 103 Mönche und Nonnen lebten. Während der Kulturrevolution (1966-1976) erfuhr die Religionspolitik in Tibet wie auch in den anderen Landesteilen Rückschläge. Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik Ende der 70er Jahre wurde die Politik der Glaubensfreiheit gewissenhaft wieder in die Tat umgesetzt. Die Zahl der Stätten für religiöse Aktivitäten lag bei 64 im Jahre 1982, bei 978 im Jahre 1987 und bei 1353 im Jahre 1990. Und die Zahl der Mönche und Nonnen belief sich auf 1288, 14 320 und 42 190 zu den entsprechenden Zeitpunkten. Ende August 1994 gab es in Tibet 1787 Stätten für religiöse Aktivitäten mit 46 380 Mönchen und Nonnen. Im Vergleich zum Zeitraum vor dem Jahr 1959 hat sich die Zahl der Mönche und Nonnen verringert. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

1. Die renovierten und geöffneten Stätten für religiöse Aktivitäten sowie die Zahl der Mönche und Nonnen im Kloster haben die Bedürfnisse der Gläubigen nach einer normalen Religionsausübung im Wesentlichen befriedigt.

2. Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung in Tibet in den letzten Jahren bietet den Tibetern, besonders den jungen Menschen, vielfältigere Arbeitsmöglichkeiten. In dieser Situation wollen selbstverständlich immer weniger Mönche oder Nonnen werden.

3. Dank der Vorzugsbedingungen für die Ausbildung, die die Zentrale Volksregierung dem Autonomen Gebiet Tibet eingeräumt hat, ist ein vollständiges Bildungssystem in Tibet aufgebaut werden. Die meisten tibetischen jungen Menschen wollen lieber in der Schule ausgebildet werden als Mönche oder Nonnen werden.

Zur Zeit machen die Mönche und Nonnen 2% der gesamten Bevölkerung in Tibet aus. Diese Zahl ist im Vergleich zu den anderen Ländern und Gebieten ziemlich groß.

89. Was bedeutet die Reinkarnation des Lebenden Buddha im tibetischen Buddhismus?

Antwort: Der tibetische Buddhismus unterscheidet sich in Bezug auf die Nachfolgeregelung der Sektenführer von anderen Schulen des Buddhismus durch das Reinkarnationssystem des Lebenden Buddha. Durch dieses System wurden die Doktorin des Buddhismus wie unsterbliche Seele und Wiedergeborenwerden mit den buddhistischen Gedanken wie Nirwana, Reinkarnation und Befreiung aller Kreaturen aus dem Meer des Leidens durch Buddha und Bodhisattva miteinander verbunden und deshalb von Buddhisten anerkannt.

Das Reinkarnationssystem wurde zuerst in die Kagyupa-Sekte eingeführt. Dusoun Khyenpa (1110-1193), Führer dieser Sekte, kündigte seinen Jüngern in seinem Vermächtnis seine Wiedergeburt durch Reinkarnation an. 11 Jahre später wurde Karma Paksi geboren. Als er zehn Jahre alt war, wurde er vom ältesten Jünger Ponmdragpa Sonam Doje als dessen Seelenkind der Reinkarnation betrachtet. Nach einer zehnjährigen Ausbildung im Kloster wurde er zum Führer der Kagzupa-Sekte und galt als der erste Lebende Buddha der Reinkarnation in Tibet. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Reinkarnationssystem für Dalai Lama und Panchen Lama in der Gelugpa-Sekte eingeführt. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde es zur Hauptmethode des Nachfolgewechsels im tibetisichen Buddhimus.

Mit der Verbreitung des Reinkarnationssystems des Lebenden Buddha ging aber auch eine Tendenz zum Missbrauch einher, besonders bei der Suche und Bestimmung des Seelenkindes der Reindkanation. Um diese Missstände grundsätzlich zu beheben, verlieh die Zentralregierung der Qing-Dynastie dem Jokhang-Kloster in Lhasa und dem Lamatempel Yonghegong in Beijing jeweil eine goldene Urne (Die Urne im Jokhang-Kloster wurde später in den Potala-Palast gestellt). Durch Losziehung aus der goldenen Urne in Lhasa wurden Dalai Lama, Panchen Lama und die großen Lebenden Buddhas unter mehreren Kandidaten ausgewählt, durch Losziehung aus der goldenen Urne in Beijing wurden die großen Lebenden Buddhas für die mongolischen Stämme bestimmt.

90. Warum hat die chinesische Regierung das Seelenkind des Panchen Lama, das von dem Dalai Lama bestimmt worden war, nicht anerkannt? Wer hat gegen die Regeln des tibetischen Buddhismus verstoßen?

Antwort: Am 14. Mai 1995 gab der Dalai Lama in Indien überraschend bekannt, dass das Seelenkind des Panchen Lama bestimmt worden sei. Wie allgemein bekannt, wurden der Dalai Lama und der Panchen Lama der Gelugpa-Sekte des tibetischen Buddhismus von der Zentralregierung der Qing-Dynastie benannt. Im 57. Regierungsjahr des Qing-Kaisers Qianlong (1792) wurde das System der Reinkarnation durch die Losziehung aus der goldenen Urne eingeführt. Nach den religiösen Regeln wurde das Seelenkind des Panchen Lama und Dalai Lama durch die Losziehung aus der goldenen Urne vor der Buddhastatue Shakyamuni unter einigen Kandidaten ausgewählt. Erst mit der Genehmigung durch die Zentrale Volksregierung wird das Seelenkind anerkannt. Das ist eine nicht zu verändernde geschichtliche Gepflogenheit.

Der Dalai Lama hat diese geschichtliche Gepflogenheit nicht berücksichtigt und die religiösen Regeln verletzt. Im Ausland machte er unverfroren das Seelenkind des Panchen Lama bekannt. Deshalb wird es für rechtswidrig und ungültig erklärt. Das unlautere Ziel des Dalai Lama ist es, die Tradition des Panchen Lama zur Liebe seines Vaterlandes und zur Liebe des tibetischen Buddhismus zu verändern und damit das Vaterland zu spalten. Die Zentrale Volksregierung dagegen hat die religiösen Regeln des tibetischen Buddhismus und den Glauben der Tibeter geachtet, so dass die Arbeit für die Suche und die Bestimmung des Seelenkindes des Panchen Lama zügig voran gehen konnte. Nach der Einsetzungsfeieer des 11. Panchen Lama hat er Unterstützung aus dem Kreis des tibetischen Buddhismus, der Mönchen und Nonnen sowie der Gläubigen gefunden.

91. Wie sind die zwei Systeme des Lebenden Buddha von Dalai Lama und Panchen Lama in Tibet entstanden?

Antwort: Dalai und Panchen sind zwei weitergegebene Systeme des großen Lebenden Buddha, die von zwei bekannten Jüngern Tsong Khapas, Führers der Gelugpa-Sekte, in den tibetischen Buddhismus eingeführt wurden. Die beiden Titel Dalai Lama und Panchen Lama wurden von den Kaisern der chinesischen Dynastien offiziell verliehen.

Im 16. Jahrhundert schenkte der Mongolenführer Ael Tanhan und König Shunyi der Ming-Dynastie, dessen Armee in Qinghai stationiert war, dem Buddhistenführer Tibets Soiram Gyaco den Titel Dalai. Nach der Gründung der Qing-Dynastie hatte der 5. Dalai Lama bei Kaiser Shunzhi in Beijing eine Audienz und knüpfte Verbindungen mit der Qing-Dynastie. 1653 verlieh ihn der Qing-Kaiser offiziell den Dalai-Titel, das Goldsiegel und die Goldurkunde. Später wurde ihm die Verwaltungsmacht für die lokale Angelegenheiten in Tibet verliehen.

Den Ehrentitel Panchen verlieh Kui She Han, ebenfalls ein Mongolenführer, dem 4. Panchen. 1713 verlieh der Qing-Kaiser dem 5. Panchen offiziell den Ehrentitel „Panchen Erdini“, das Goldsiegel und die Goldurkunde. Die Zentralregierung der Qing-Dynastie verlieh dem Panchen auch die Verwaltung und den Herrschaftsanspruch über das hintere Tibet.

Seit der Titelverleihung durch die chinesischen Kaiser der Qing-Dynastie finden die Zeremonien der Reinkarnation der Lebenden Buddhas Dalai Lama und Panchen Lama ausschließlich unter der Kontrolle der Zentralregierung statt. Das Seelenkind der Reinkarnation, das durch die Losziehung aus der goldenen Urne bestimmt ist, wird erst mit der Genehmigung durch die Zentralregierung anerkannt. Erst dann ist es ihm gestattet, eine Tonsur anzulegen, einen Mönchsnamen zu tragen und den Lehrer zu bestimmen, bei dem er die Sutras studieren soll. Die Einsetzungsfeier des Dalai Lama und des Panchen Lama wurde nur unter der persönlichen Überwachung des Gesandten der Zentralregierung veranstaltet.

Vor dem Jahr 1959 wurde das System mit Politik und Religion in einer Einheit in Tibet eingeführt. Dalai Lama und Panchen Lama waren sowohl die religiösen Führer als auch die örtlichen Führer in Tibet. Die Zentralregierung erkannte mit ihrer Genehmigung des Seelenkindes der Reinkarnation von Dalai und Panchen nicht nur ihre religiösen Führungsposten an, sondern ernannte sie auch zum politischen Führer in Tibet. Das war ein wichtiger Inhalt der Ausübung der Souveränität der chinesischen Zentralregierung über Tibet.

92. Wie ist es um die Menschenrechte in Tibet bestellt?

Antwort: Alle Tatsachen respektierenden Menschen werden zustimmen, dass Tibet im Vergleich zu der Zeit vor 1959 große Fortschritte gemacht hat. Vor der demokratischen Reform 1959 herrschte in Tibet das Feudalsystem der Leibeigenschaft. Die Leibeigenen machen über 90% der gesamten Bevölkerung Tibets aus. Sie wurden in der Politik unterdrückt und in der Wirtschaft ausgebeutet. Das alte Tibet war eines der rückständigsten Gebiete in der Welt, wo das Menschenrecht schwer verletzt wurde. Nach der demokratischen Reform wurde das Feudalsystem der Leibeigenschaft beseitigt. Die Tibeter haben ihre persönliche Freiheit gewonnen und genießen alle politischen Rechte, die von der Verfassung Chinas und dem Gesetz über die regionale Autonomie der Nationalitäten bestimmt worden sind. Die Lage der Menschenrechte in Tibet hat einen großen Sprung nach vorn gemacht. Es ist nicht schwer, diesen Schluss zu ziehen, wenn man keine Vorurteile gegen die chinesische Regierung hat.

93. Wie viele Tibeter leben im Ausland?

Antwort: Unvollständigen statistischen Angaben zufolge verteilen sich 150 000 Tibeter auf 40 Länder der Welt wie Indien, Nepal, die Schweiz und die USA.

94. Erlaubt die chinesische Regierung den im Ausland lebenden Tibetern, frei nach China zurückzukehren?

Antwort: Die chinesische Regierung führt eine Politik gegenüber den Tibetern im Ausland nach der Devise durch, die heißt „Alle Menschen, die das Vaterland lieben, gehören einer Familie an. Und man fragt nicht, ob er das Vaterland früher oder später liebt“. Die chinesische Regierung heißt alle Tibeter herzlich willkommen, in China Verwandte zu besuchen, eine Reise zu machen oder zu leben, sofern sie keine Aktivitäten zur Spaltung des Vaterlandes und nichts zur Beeinträchtigung der Einheit des Landes und des Zusammenschlusses der chinesischen Nation unternehmen. Außerdem wünscht die chinesische Regierung, dass die Tibeter im Ausland die Gesetze des Staates, in dem sie leben, befolgen, und mit deren Einwohnern harmonisch miteinander leben. Seit 1979 sind über 60 000 Tibeter aus dem Ausland nach China zurückkommen, 2000 von ihnen haben sich in China niedergelassen.

Wenn die im Ausland lebenden Tibeter nach China reisen wollen, können sie in der chinesischen Botschaft und den chinesischen Konsultaten im Ausland einen Antrag zur Erledigung der Formalitäten für ihre Rückkehr stellen. Wenn sie nach der Rückkehr wieder ins Ausland wollen, ist ihre Freiheit garantiert.

VI. Die Politik der Zentralen Volksregierung für den Dalai Lama

95. Dem Dalai Lama ist im Ausland der „Friedensnobelpreis“ verliehen worden. Er wird von manchen Leuten als „Schützer der Menschenrechte“ und „gewaltloser Mensch“ bezeichnet. Was ist die Meinung der Zentralen Volksregierung dazu?

Antwort: Nach der Rebellion im Jahre 1959 hat der Dalai Lama stets im Ausland Aktivitäten zur Spaltung des Vaterlandes und zur Störung der Einheit der Nationalitäten betrieben, obwohl er wiederholt erklärt hat, dass er für Gewaltlosigkeit eintrete. Bei der bewaffneten Rebellion 1959 hatte die Dalai-Clique zahlreiche Schätze geplündert und tibetische Beamten ermordet. Nach der Rebellion hatte sie Militärgruppen aufgebaut und die Grenzgebiete in Tibet gestört und zerstört. Die Sicherheit der Person und des Eigentums in Tibet war bedroht und schwer beschädigt. 1987 hatte sie in Lhasa rücksichtslos geplündert, viele Menschen geschlagen und ermordet sowie zahlreiche Häuser angezündet.Der Dalai Lama war Schuld an diesem gewaltsamen Zwischenfall. Wieso kann man dann sagen, dass er „keine Gewalt angewendet“ haben?