Beträchtliche Verbesserung des Lebensstandards der Stadt- und Landbevölkerung
 

Von Li Ling, Baima Yangjian, Cao Yibing, Yan Hong, Meng Liwei und Gao Feng

In den 50 Jahren nach der friedlichen Befreiung hat die Zentralregierung insgesamt mehr als 50 Mrd. Yuan in Tibet investiert, um die Entwicklung Tibets und die Verbesserung des Lebensstandards der Stadt- und Landbevölkerung zu beschleunigen. Bisher hat Tibet im Wesentlichen das Nahrungs- und Kleidungsproblem der Bevölkerung gelöst. Ein Teil der Volksmassen führt ein wohlhabendes Leben.

Beispielsweise wurde das Lugu-Wohnviertel auf der Barkor-Straße vor 50 Jahren als „Bamcang“ (Ort, in dem Bettler wohnten) bezeichnet. Heute hat sich hier ein großer Wandel vollzogen. Alle Bedürftigen haben sich von der Armut befreit.

Nyima Cering (68) hat in Lugu 54 Jahre lang gelebt und viele Wechselfälle erfahren. Seinen Aussagen zufolge übernachteten vor 50 Jahren viele 5-15jährige Kinder, einschließlich seines selbst, in „Bamcang“ und bettelten am Tag.

Laut Nyima Cering arbeitete er nach der friedlichen Befreiung mit Hilfe der Regierung als Steinmetz und baute in Lugu viele Häuser. Jetzt ist er zwar pensioniert, kann aber monatlich noch eine Rente in Höhe von 1400 Yuan erhalten. Seine vier Söhne sind Kader des Staates geworden. Nyima Cering ist jetzt als Gruppenleiter des Einwohnerkomitees tätig.

Nyima Cering: „Die KP Chinas hat uns Bettler im alten Tibet von Not und Elend befreit, und die Politik der Partei hat uns geholfen, uns von der Armut zu befreien und ein wohlhabendes Leben zu führen.“

Die Zahl der Haushalte in Lugu ist von knapp 200 im Jahr 1951 auf nahezu 1000 im Jahr 2000 gestiegen. Das Analphabetentum unter den Erwachsenen ist beseitigt worden. Die meisten Jugendlichen in Lugu haben Mittelschul- bzw. Hochschulbildung erhalten. Seit der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik hat das Einwohnerkomitee von Lugu den Tertiärsektor entwickelt, um so den bedürftigen Einwohnern bei der Beschäftigung zu helfen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner in Lugu belief sich 2000 auf mehr als 3400 Yuan. Das Leben von gestern und heute in Lugu zeigt lediglich eine Miniatur der Entwicklung und der Veränderung aller Städte Tibets. Bis Ende 2000 erreichte die Beschäftigungsrate der Stadtbewohner Tibets über 40%. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Stadtbevölkerung betrug 6448 Yuan.

Nehmen wir die Gemeinde Nyetang des Kreises Qüxü, der als Demonstrationszone für die Mechanisierung der Landwirtschaft festgelegt wurde, als Beispiel. 90% der Bauern haben Agrarmaschinen erworben. Hier sind die Bauern mit alten Ackergeräten selten zu sehen.

Ein alter Bauer namens Chasi ist für seine Agrarmaschinen im Dorf Degyi bekannt. Laut Chasi war er seit seinem 8. Lebensjahr Sklave eines Feudalherrn. Nach der friedlichen Befreiung erhielt er von der Regierung 0,67 ha Land. 1984 gewährte der Staat den tibetischen Bauern zinslose Kredite, um sie zu ermutigen, moderne Ackergeräte zu kaufen. Damals verstand er nicht, warum man mit Darlehen „eiserne Gegenstände“ kaufen sollte. Sein Sohn, der die Mittelschule besuchte, rechnete für ihn einmal aus: Jeder Mu (15 Mu=1 ha) mit künstlicher Aussaat brauchte 22,5 kg Saatgüter. Wenn eine Sämaschine benutzt würde, bräuchte jeder Mu nur 14 kg Saatgüter. Mit dem dadurch eingesparten Geld kann man in zwei Jahren eine Sämaschine erwerben.

„Daher kaufte ich mit einem Darlehen in Höhe von 25 000 Yuan eine Sämaschine. Nach den knapp drei Jahren tilgte ich nicht nur Darlehen, sondern erwarb auch einen Handtraktor. Meine Familie ist sehr wohlhabend“, so Chasi.

In der Hauptsaison in der Feldarbeit verpachtet Chasi seine drei Handtraktoren; in der Mußezeit in der Landwirtschaft lässt er seine Söhne mit den Handtraktoren Güter transportieren. Auf diese Weise kann seine Familie jährlich mehr als 10 000 Yuan verdienen. Durch die Verwirklichung der Mechanisierung die Bauern von der schweren körperlichen Arbeit zu befreien und die umfassende Produktionskapazität der Landwirtschaft und Viehzucht zu erhöhen ist eines der wichtigen Ziele des 9. Fünfjahresplans des Autonomen Gebiets Tibet. Bis 2000 gab es in Tibet 9 Basen für Marktgetreide auf Staatsebene. In 15 Kreisen wurden Demonstrationsprojekte für die Entwicklung des Viehzuchtgebiets durchgeführt. 17 Unternehmen bzw. Haushalte, die selbständig Gewerbe treiben, sowie 44 000 Demonstrationshaushalte sind entstanden. Die Landwirtschaft und Viehzucht haben begonnen, sich in die Richtung der Integration von Handel, Industrie, Landwirtschaft, Produktion und Absatz zu entwickeln. Das Pro-Kopf-Nettoeinkommen der Bauern und Hirten betrug im Jahr 2000 1331 Yuan. Ein Teil der Bauern und Hirten haben das Nahrungs- und Kleidungsproblem gelöst und begonnen, in eine Etappe mit bescheidenem Wohlstand einzutreten.