Welche Rolle spielte der Westen vor und nach dem Putsch in Tibet 1959?
 

Von Luo Hongbing und Li Yongjing

In der amerikanischen „News Weekly“ vom 19. April 1999 gestand der Dalai Lama, der seit 40 Jahren im Exil im Ausland lebt, dass Tibet und er selbst im Kalten Krieg zum benutzten Werkzeug würden. Die Behauptung der KP Chinas „Die westlichen Imperialisten sind mit den Spaltertätigkeiten in Tibet beschäftigt“ sei auf keinen Fall grundlos.

Da der Dalai sich stets mit den politischen Aktivitäten für die Unabhängigkeit Tibets beschäftigt, hat er als geistlicher Führer des tibetischen Buddhismus in den letzten 40 Jahren nie seinen zwei Millionen zählenden Anhängern, die heute in Tibet leben, über die buddhistische Doktrin gepredigt. Obwohl der Dalai Lama selbst diese Tragödie aufführte, spielten die westlichen chinafeindlichen Kräfte jedoch vor und nach seinem bewaffneten Putsch 1959 eine berüchtigte Rolle und spielen sie bis heute weiter.

Tao Changsong, stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts für das gegenwärtige Tibet bei der Akademie der Sozialwissenschaften Tibets, stellte fest: Bereits im 17. Jahrhundert bildete Großbritannien die Britisch-Ostindische Handelsgesellschaft“ und zwang die Qing-Regierung Chinas, ungleiche Verträge zu unterzeichnen, wodurch es mit Gewalt große Menge von Yak- und Schafwolle und –flaums, Moschus und Drogen ausplünderte. Damals z. B. konnte ein Brite in Tibet eine Schachtel Streichholz gegen ein Schaf tauschen. Nachdem sie auf den Widerstand der tibetischen Bevölkerung gestoßen waren, scheuten sich die Briten nicht davor, 1888 und 1904 mit Waffengewalt zweimal in Tibet einzudringen. Tao sagte: „Danach merkte Großbritannien, dass die Peitsche nicht wirkte, und gab also Zuckerbrot. Es griff zu einigen anderen Mitteln wie politischen Tricks oder wirtschaftlichem Köder, wobei es eine Handvoll probritische Elemente der tibetischen Oberschicht hochpäppelte und sie zur Ausbildung ins Ausland gehen ließ. Einige von den drei Feudalherren – Beamte, Adlige und religiöse Oberhäupter – schlossen sich auch der Reihe an. Später wurden die politischen Zustände in Tibet labil, und es entstand eine separatistische Kraft.“

Der tibetische Historiker wies darauf hin, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts in vielen tibetischen Wörterbüchern überhaupt nicht das Wort „Unabhängigkeit“ gab. Auf der „Simla-Konferenz“, die Ende 1913 von Großbritannien einberufen wurde, stellte ein hoher Beamter der damaligen tibetischen Lokalregierung zum ersten Mal das Wort „Unabhängigkeit Tibets“ auf. Seither lies Großbritannien Tibet keine Ruhe, indem es sogar die tibetische Lokalregierung anstiftete, ein „Amt für auswärtige Angelegenheiten“ illegal zu bilden und ihre Delegierten auf internationalen Konferenzen die sogenannte tibetische „Staatsflagge mit dem Schneeberg- und Löwenmuster“ hängen zu lassen.

Mit seinem Verfall nach Ende des 2. Weltkriegs wurde Großbritannien allmählich durch die USA ersetzt, die in Tibet ihre Spionage und Spaltungstätigkeiten gegenüber China intensivierten. Nach der Gründung der Volksrepublik China 1949 planten die USA, den Dalai mit dem Flugzeug aus Tibet abzuholen, und versuchten auch, Beamte der tibetischen Lokalregierung ihn ins Ausland kidnappen zu lassen. Die USA veröffentlichten nicht nur ihren Plan zur Hilfe für Tibet, sondern transportierten auch Waffen aus Kalkutta an die tibetische Lokalregierung, ja stachelten sogar El Salvador an, die UNO aufzufordern, sich mit der Tibet-Frage zu beschäftigen.

Der Berichterstattung von „Newsweek“ im April 1999 zufolge versprach Washington dem Dalai Lama, der in die USA zu fliehen plante, die Organisierung einer Widerstandsbewegung in Tibet zu finanzieren. Der Beamte der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) K. Knaus, der damals für tibetische Angelegenheiten zuständig war, sagte, die Unterstützung Tibets sei die Idee der US-Regierung. Im Oktober 1957 wurden zwei von der CIA ausgebildete Tibeter als erste Spione in Tibet abgeworfen. 1958 begannen über 30 Tibeter, sich in Korolador einer Ausbildung der CIA zu unterziehen. In den folgenden Jahren wurden insgesamt ca. 300 Tibeter von Amerikanern ausgebildet.

In der „Newsweek“ heißt es: Die Flucht des Dalai veranlasste die amerikanische Eisenhower-Regierung, die Ausführung des Plans zur geheimen Hilfe für Tibet zu intensivieren. Vom Juli 1959 an warf die CIA Waffen und Munitionen sowie die in den USA ausgebildeten Tibeter vom Flugzeug über Tibet ab. Zwischen 1957 und 1960 warfen die USA für die tibetischen Rebellen über 40-mal Materialien von insgesamt mehr als 400 t vom Flugzeug ab.

Budaindui, der heute bereits 80 Jahre alt ist, wurde damals vom VBA-Generalstab als das einzige Fahndungsobjekt unter den tibetischen Rebellen festgelegt, denn er nahm als der erste an der tibetischen Rebellion teil und spielte die Rolle des Oberbefehlshabers der rebellischen Streitkräfte.

Er erinnerte sich daran und sagte: „Die USA warfen beim erstenmal mit zwei Flugzeugen über zehn Menschen ab, von denen fünf bei mir wohnten, zum zweiten Mal wurden ein Sendegerät, einige Hunderte halbautomatische 8-Patronen-Gewehre sowie eine große Menge von Munitionen und rückstoßfreie Kanonen abgeworfen, und zum dritten Mal wurden in der Nacht mit vier Flugzeugen relativ moderne Kanonen, Sturmgewehre und amerikanische Rindfleischkonserven abgeworfen. Da wir uns im Urwald versteckten, wurden diese Lebensmittel von lokalen Einwohnern weggenommen. Aber sie wollten nicht die Gewehre. Ich kann mich noch daran erinnern, dass sie den Fallschirm als guten Stoff betrachteten, ihn abschnitten und mitnahmen.“

Mit der Zeit und der Veröffentlichung staatlicher Geheimakten der USA und anderer Länder bestätigten immer mehr Beweismaterialien, dass sich zwei ältere Brüder des Dalai Lama, Gyiale Toinzhub und Damcai, sowie einige andere Leute nacheinander von der CIA bestechen ließen. Sie bildeten für den Dalai Rebellen aus und halfen ihm, mit der CIA, dem State Department und dem Kongress Kontakte herzustellen. Ein Helfer des Dalai sagte zum Korrespondenten der „Newsweek“: Als sie in Indien ankamen, beeindruckte sie die gute Ausrüstung der Kämpfer sehr tief. Sie erhielten tatkräftige Unterstützung der USA.

Che Huaiming, Gelehrter für die moderne Geschichte Tibets, wies darauf hin, dass von den 50er Jahren bis heute die antichinesischen westlichen Kräfte mit den USA an der Spitze niemals auf die Unterstützung des Dalai Lama verzichten, indem sie z. B. auf ihren Parlamenten oder internationalen Konferenzen Anträge oder Resolutionen über die Tibet-Frage ausbrüten, den Dalai zum Besuch einladen, ihm Zusammenkunft mit ihren Präsidenten oder Kronprinzen ermöglichen, ja sogar ihm den Nobel-Friedenspreis verliehen, ungeachtet der Tatsache, dass 1989 der Dalai Menschen schickte, die den Lhasa-Aufruhr stifteten, all dies zielt darauf ab, China zu spalten.

Die strategische Lage Tibets ist sehr wichtig, denn es liegt an einer Seite des Himalaya in Südasien, dessen Gesamtlänge über 2500 km ist. Militärisch gesehen, ist die Himalaya-Kette ein natürlicher Schutzwall. Außer Alpinisten kann niemand diese Kette überwinden. Deshalb kann sie die Infiltration der Expansionisten mit Ambition abschneiden; außerdem bilden einige kreuz und quer in Tibet verlaufende große Gebirgsketten einen natürlichen Schutzwall für das Landesinnere Chinas, so dass fremde Invasion sehr schwer gelingen wird, so Che.

Che betonte, dass sich die USA tatsächlich nicht nur für Tibet, sondern auch für Xinjiang und die Innere Mongolei Chinas interessieren, denn Xinjiang hat eine Fläche von mehr als 1,6 Millionen qkm, die Innere Mongolei eine Fläche von mehr als 1,1 Millionen qkm und Tibet eine Fläche von mehr 1,2 Millionen qkm, die zusammen fast der Hälfte des chinesischen Territoriums entsprechen. Wenn diese drei autonomen Gebiete von China abgetrennt werden, wird die Stärke Chinas beträchtlich abgeschwächt werden.