Deutsch-chinesische Kooperation soll Frieden, Stabilität und Entwicklung in der Welt fördern
 

Am 6. Dezember begann der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen China-Besuch. In einem schriftlichen Exklusivinterview mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua vor seiner Abreise sagte Schröder, in vielen internationalen Bereichen könnten Deutschland und China noch stärker kooperieren und damit Frieden, Stabilität und Entwicklung in der Welt fördern.

In dem schriftlichen Interview mit Xinhua ging Schröder auf verschiedene internationale Angelegenheiten ein, die Deutschland und China mit Aufmerksamkeit verfolgten. Dazu zählten die Bemühungen um eine stärkere Rolle der UNO und Durchsetzung eines multilateralen Systems, der internationale Kampf gegen den Terrorismus sowie aktuelle Krisen im Nahen Osten und Osten. Der Bundeskanzler betonte dabei, dass es zwischen Deutschland und China einen breiten Konsens in Fragen der nachhaltigen Entwicklung, der global effektiven Nutzung von Ressourcen, des Umweltschutzes und der Verringerung der Kluft zwischen Nord und Süd gibt. In dieser Richtung könne eine verstärkte Kooperation beider Länder entscheidend zu Frieden, Stabilität und Entwicklung in der Welt beitragen, so Schröder weiter.

Auf seinen China-Besuch eingehend sagte Gerhard Schröder, er wolle mit chinesischen Spitzenpolitikern verschiedene Fragen erörtern, dazu gehörten die Entwicklung der bilateralen Handelsbilanz, die Verstärkung der Kooperation in den Bereichen Kultur und Umwelt sowie der Dialog zu Fragen der Rechtsstaatlichkeit. Zudem wolle man über eine stärkere Zusammenarbeit im Nichtregierungsbereich beraten.

Schröder sagte, die deutsche Wirtschaft zeige großes Interesse am Prozess der Strukturumwandlung in den traditionellen Industriestandorten in Nordostchina und wolle sich daran aktiv beteiligen. Zudem wolle die deutsche Wirtschaft Projekte zur Erschließung Westchinas unterstützen, so Schröder.

Zur Taiwan-Frage sagte Schröder, Deutschland lehne eine sogenannte „Unabhängigkeit“ Taiwans sowie jede Aktion zur Eskalation der angespannten Lage im Gebiet der Taiwan-Straße ab. Dabei halte Deutschland an seiner klaren Ein-China-Politik fest und unterstütze eine friedliche Wiedervereinigung Chinas.

Zur Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China wies Schröder darauf hin, dass entsprechende Verhandlungen zwischen den EU-Außenministern fortgesetzt würden. Dabei wolle Deutschland die anderen EU-Mitglieder zu einer Einigung in der Frage der Aufhebung des Waffenembargos gegen China bewegen.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder ist seit 1999 bereits fünfmal nach China gereist. Bei all seinen Besuchen hätten ihn nicht nur die Freundlichkeit, der Ehrgeiz zum Lernen und der Optimismus der Chinesen beeindruckt, sondern auch deren enorme Lebenskraft und Streben nach Entwicklung, erklärte Schröder im Interview mit Xinhua. Die chinesische Bevölkerung habe die Notwendigkeit von Reformen erkannt und bemühe sich aktiv, die Reformmaßnahmen umzusetzen. Davon, so Schröder weiter, „könnten wir Deutsche lernen“.

(CRI)