Unverzügliche Hilfe
 

China schickt Rettungsteams nach vom Tsunami heimgesuchten Ländern, um ihnen humanitäre Hilfe zu leisten.

Von Ni Yanshuo

Angesichts der gravierenden Tragödie, die durch das Erdbeben und den Tsunami im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 verursacht wurde, ist China eines der ersten Länder, die den betroffenen Ländern Rettung bringen.

Am 26. Dezember 2004, an dem die Katastrophe geschah, versprach China eine humanitäre Hilfe im Wert von 21,63 Mio. Yuan (2,61 Mio. US$). Staatspräsident Hu Jintao schickte den betroffenen Ländern Telegramme, um ihnen seine Anteilnahme und den Todesopfern sein Beileid auszusprechen. Die erste Lieferung von Chinas Hilfsgütern umfasste Nahrungsmittel, Medikamente und Zelte im Wert von 5 Mio. Yuan (604 600 US$) und erreichte am 30. Dezember das Rettungszentrum von Indonesien.

Nur fünf Tage später kündigte Ministerpräsident Wen Jiabao an, dass China eine zusätzliche Hilfe im Wert von 500 Mio. Yuan (60,46 Mio. US$) leisten werde.

„Im Namen der chinesischen Regierung, des chinesischen Volkes und des Präsidenten Hu Jintao und im meinen eigenen Namen spreche ich den von der Katastrophe heimgesuchten Ländern und Völkern noch einmal meine Anteilnahme und den Todesopfern mein tiefempfindendes Beileid aus“, sagte Wen bei seinem Treffen mit den Diplomaten aus den betroffenen Ländern am 31. Dezember in Beijing.

Henk Bekedam, Chefvertreter der Weltgesundheitsorganisation in China, äußerte, dass die chinesische Regierung schnell reagiert und unverzüglich Hilfe geleistet habe, was die Freundschaft zwischen China und den Katastrophenländern wiederspiegele.

Am 5. Januar 2005 wurde Chinas 6. Lieferung von Hilfsgütern im Wert von 4 Mio. Yuan (483 000 US$), die Medikamente, medizinische Instrumente und Kleidungsstücke umfasste, mit der Sondermaschine des Ministerpräsidenten Wen Jiabao nach Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, transportiert, als Wen nach Jakarta flog, um am Tsunami-Gipfeltreffen, das am 6. Januar in Jakarta abgehalten wurde, teilzunehmen.

Statistiken des Handelsministeriums zufolge hat die chinesische Regierung bis zum 5. Januar Indonesien, Sri Lanka und Thailand eine humanitäre Hilfe im Wert von mehr als 65 Mio. Yuan (7,85 Mio. US$) geleistet.

Mittlerweile haben Organisationen wie das Chinesische Rote Kreuz (Red Cross Society of China, RCSC) und der Allchinesische Frauenverband zum Geldspenden aufgerufen. Einzelpersonen und Organisationen haben aktiv darauf reagiert, um den Obdachlosen in den Katastrophengebieten großzügig zu helfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Chinesen freiwillig Geld für Ausländer spenden. Sie unternahmen die gleichen Anstrengungen während der afrikanischen Hungersnot in den 1980ern und während der jüngsten Kriege in Afghanistan und dem Irak. „Diesmal nehmen noch mehr Chinesen am Geldspenden teil und legen dabei die größte Leidenschaft an den Tag“, sagte Wang Xiaohua, Leiter der Abteilung für Public Relations des RCSC.

Das RCSC eröffnete am 30. Dezember 2004 Hotlines für Spenden und erhielt kurz darauf Anrufe, die die Hilfsbereitschaft zum Ausdruck brachten. Bis zum 4. Januar hat das RCSC Spenden bzw. Zusagen zum Spenden im Wert von 25 Mio. Yuan (3,01 Mio. US$) erhalten, abgesehen von den Spenden, die seine Ortsvereine in den verschiedenen Provinzen, regierungsunmittelbaren Städten und autonomen Gebieten erhalten haben. Bis zum 5. Januar hat diese Organisation durch die Internationale Liga des Roten Kreuzes und der Gesellschaft Roter Halbmond sowie das Rote Kreuz der Katastrophenländer 5,4 Mio. Yuan (660 000 US$) gespendet.

„Der Enthusiasmus der Menschen für Geldspenden ist noch nie so hoch gewesen, und die diesmaligen Spenden sind wahrscheinlich die größten in der Geschichte des RCSC“, sagte Ma Wenbo, ein Beamter der internationalen Verbindungsabteilung des RCSC, zu Beijing Rundschau.

Jan Egeland, UNO-Koordinator für Nothilfe, hat Chinas Leistungen in den internationalen humanitären Hilfsbemühungen gelobt und ist mehrmals mit chinesischen Vertretern zusammengetroffen. Er äußerte, dass Chinas Hilfe beim Wiederaufbau der Katastrophengebiete eine wichtige Rolle spiele.

Neben der finanziellen Unterstützung hat China noch verschiedene Arbeitsgruppen in diese Gebiete geschickt, um dort den Überlebenden zu helfen. Das Chinesische Internationale Rettungsteam ist das erste Rettungsteam, das in Indonesien eintraf. Das erste der 10 chinesischen medizinischen Rettungsteams, die sich aus 100 Ärzten und Krankenschwestern zusammensetzen, brach am 31. Dezember in Shanghai auf, am selben Tag flog das zweite Team von Guangdong nach Thailand. Gleichzeitig empfahl China der Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation vier chinesische Experten für die Krankheitskontrolle.

Das Chinesische Internationale Such- und Rettungsteam unter Leitung von Zhao Heping, dem Vizedirektor des Chinesischen Büros für Seismologie, traf am 31. Dezember 2004 in Aceh, der Katastrophenprovinz Indonesiens, ein.

„Das 35köpfige Team, das sich aus Ärzten, Pionieren und Experten für Seismologie zusammensetzt, wird in drei Phasen — Suche und Rettung, medizinische Behandlung und Epidemievorbeugung — arbeiten“, sagte Yin Guanghui, Leiter der Abteilung für Nothilfe des Chinesischen Büros für Seismologie, zu Beijing Rundschau.

Es ist das dritte Mal, dass das Chinesische Internationale Such- und Rettungsteam in von Naturkatastrophen heimgesuchte Gebiete geschickt wird. Dieses Team, das im April 2001 gegründet wurde, wurde im Jahr 2003 nach dem Iran und Algerien, die von einem Erdbeben heimgesucht wurden, entsandt.

Die indonesische Regierung hat gemeldet, dass bis zum 5. Januar 95 000 Menschen in der Provinz Aceh in der Tsunami-Katastrophe ums Leben gekommen und 400 000 Menschen obdachlos geworden seien und dass 90% der infrastrukturellen Einrichtungen dort zerstört worden seien.

Das chinesische Rettungsteam hat moderne medizinische Instrumente, darunter tragbare Beatmungsgeräte, Operationskoffer und Desinfektionsmittel, mitgebracht. „Mit dieser Ausstattung kann unser Team Erste Hilfe leisten. Kurz gesagt, unser Team kann wie ein kleines Krankenhaus funktionieren“, sagte Zheng Jingchen, ein Teamleiter.

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