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Guge: Ein verschwundenes Reich

Von Wang Tiegang, Yang Yi und Liu Meijia

(Fortsetzung)

Das Tholing-Kloster wurde das Religionszentrum des Guge-Reiches. Seine Baugeschichte ist eine der frühesten und sehr rührenden Legenden über das Guge-Reich.

Die tragische Geschichte eines Prinzen namens Kechi, der seinen Thron aufgab und Mönch wurde, markierte den Beginn der Wiederbelebung des Buddhismus. Prinz Kechi, ein Enkel Gyide Myimagons, entschied unter dem Einfluss der Staatspolitik, die nur die Anbetung des Buddhismus erlaubte, auf den Thron zu verzichten. Er bekannte sich zum Buddhismus, wurde Mönch und erhob seinen Bruder auf den Thron. Kechi führte den Mönchnamen Yeshi-O und spielte eine wichtige Rolle beim Bau des Tholing-Klosters.

(Der Fernsehfilmkommentar Zhang Jianlins: „Nach dem Bau des Tholing-Klosters spielte das Kloster eine Schlüsselrolle bei der späteren Verbreitung des Tibetischen Buddhismus. Die Klosterstruktur sieht wie ein Mandala (das buddhistische Weltmodell) aus. Im Zentrum befindet sich ein Sumeru, um das Caturdvipal („vier große Kontinente“) und Astadvipal („acht kleine Kontinente“) liegen; sie alle stellen ein Weltmodell der Tantra-Schule des Tibetischen Buddhismus dar. Es ist ein typisches Modell der tibetischen Architektur in der Baukunst und -technik.“)

Das Tholing-Kloster wurde 1997 mit Geldmitteln des Staatlichen Amts für den Denkmalschutz der Volksrepublik China renoviert. Das Kloster hat zwei Hallen, die Rote und die Weiße Halle. Die Rote Halle ist eine Versammlungshalle der Mönche. Man sagt, dass die Wandmalereien in der Roten Halle den Wandmalereien in den Ruinen der Stadt Guge ähneln würden. In der buddhistischen Welt herrscht heilige Freude; die Figuren auf den Wandmalereien sind zuversichtlich und wirken lebendig. Die Farben sind einfach und elegant und die Figuren anmutig.

Anhand der Inschriften auf den Wandmalereien sind die Figuren Yeshi-Os, Antiyas und Richen Zangpos leicht zu erkennen. Der 83jährige Lama Tsultsim Danba erzählte uns die Geschichten über diese Helden.

Yeshi-O erreichte ein hohes Alter. Als der Enkel seines Bruders als der vierte König des Guge-Reiches den Thron bestieg, war Yeshi-O noch um die chaotische Situation des Buddhismus im Guge-Reich besorgt.

Als Yeshi-O ein Prinz und General war, entschied er, durch Kriege Gold zu sammeln, um Antiya, einen hochgestellten indischen Mönch, zur Predigt nach Guge einzuladen. Yeshi-O führte mit seinen Truppen einen Krieg gegen das Galoe-Reich, um es unterzuwerfen. Aber es misslang ihm. Er wurde von dem Galoe-König gefangengenommen, der Yeshi-O anbot, ihn freizulassen, wenn er auf seinen religiösen Glauben verzichtete. Yeshi-O sagte, dass er lieber sterbe als seinen religiösen Glauben aufgebe. Der Galoe-König verlangte eine Menge Gold als Lösegeld, die dem Gewicht Yeshi-Os entsprach; außerdem ließ er seine Untertanen den Kopf Yeshi-Os braten, um seinen Willen zu schwächen. Als Guges Boten mit dem Gold Galoe erreichte, das dem Gewicht Yeshi-Os entsprach, sagte Yeshi-O, dass er lieber für seinen Glauben sterben wollte.

Diese Tragödie schockierte Atiya. Er erreichte in zehn Jahren Guge. Im Tholing-Kloster schuf Atiya das Werk „Laternen von Bodhi-Studien" (Latern of Bodhi Stages), das vielen Tibetern als ein großes Werk gilt.

1706 entfiel nach dem Tibetischen Kalender das Jahr des Feuerdrachens.

Im Tholing-Kloster fand ein großes Gebet zum Gedenken an Atiya statt, das den ersten Aufschwung der Wiederbelebung des Tibetischen Buddhismus herbeiführte und als das „Große Gebet im Jahr des Feuerdrachens" bezeichnet wurde.

(Der Kommentar Zhang Jianlins: „Dieses Kloster ist nur 20 Kilometer von den Guge-Ruinen entfernt. Dieser Platz liegt am Südufer des Langchen Khabab-Flusses. Dank günstigen Verkehrsbedingungen fanden hier wichtige buddhistische Aktivitäten im Guge-Reich statt. Es gibt nur vereinzelte Aufzeichnungen über diese Aktivitäten in Dokumenten. Daher können wir keine chronologische Tabelle über diese religiösen Aktivitäten zusammenstellen.“)

Die im Tholing-Kloster benutzte Trommel ist im typischen Stil der Guge-Periode angefertigt. Während wir die Töne der Trommel hören, scheint es uns, als ob das Guge-Reich vom buddhistischen Licht bestrahlt würde.

Das schöne Guge

Jetzt besuchen wir das Zentrum Guges. Wir bekommen einen ungewöhnlichen Berg zu sehen. Vor 400 Jahren gab es auf dem Berg eine blühende Stadt, die einen Palast, Klöster, Wohnviertel, Straßen und militärische Einrichtungen umfasste. Diese Stadt hatte alle notwendigen Einrichtungen. Die Ruinen der 445 Häuser, 870 Wohnhöhlen, 58 Burgen und 28 Stupas bezeugten die glänzende Geschichte. Seit jener Zeit wurde der Berg ein riesiges Grab für das Geheimnis des Guge-Reiches. Vor diesen Ruinen versuchten wir, uns dieses 700 Jahre existierende Reich vorzustellen.

Die Siedlungsstruktur vom Bergfuß zum Berggipfel verdeutlicht das Netz einer streng geschichteten Gesellschaft. Gewöhnliche Einwohner lebten in Wohnhöhlen im unteren Teil des Berges, die Adligen in speziellen Häusern in der halben Höhe des Berges und die königliche Familie in den prächtigen Palästen auf dem Gipfel. Buddhistische Klöster befanden sich am Abhang und am Bergfuß.

Dieser Raum ist so groß wie ein halber Basketballplatz. Er war der Sitzungsraum des Palastes. Jahrhundertslang wurden Entscheidungen in diesem Sitzungsraum gefällt, die Tragödien und Komödien im Guge-Reich verursachten.

Wir versuchen, zusammen mit den Archäologen Szenen aus dem Guge-Reich wiederherzustellen.

(Fortsetzung folgt)


 

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