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Galsang Yexei: Ein Tibetologe aus den Reihen der Waisen

Von Wangdui, Da Siping und Zhang Jianping

Galsang Yexei, ein Tibetologe der Tibetischen Akademie der Sozialwissenschaften, war ein Waisenkind. Wie viele Waisen, die aus armen Leibeigenenfamilien stammten, wußte er vor den demokratischen Reformen Tiebts seinen genauen Geburtstag nicht mehr und bettelte von Haus zu Haus.

Nach der Unterdrückung der Rebellion und der Durchführung der demokratischen Reformen 1959 entschied das Parteikomitee der Stadt Lhasa, alle schulpflichtigen Waisenkinder in die neu gebaute Grundschule Nr. 3 in Lhasa zu konzentrieren, damit sie dort lesen und schreiben lernen konnten. Die Kosten für ihre Verpflegung, Unterkunft und Bekleidung wurden vom Staat getragen. Nach 40 Jahren sind diese Waisenkinder alle schon erwachsen. Unter ihnen sind sowohl Unternehmer, Gelehrte, Professoren, Künstler, als auch hochrangige Journalisten und Offiziere. Sie haben sich als qualifizierte Fachkräfte für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des sozialistischen neuen Tibet eingesetzt.

Galsang Yexei war eines dieser Waisenkinder.

Galsang Yexei: „Ich hatte ursprünglich keine Gelegenheit, die Schule zu besuchen. Daher beneidete ich sehr diejenigen Kinder aus wohlhabenden Familien, die die Schule besuchen konnten. Nach der Durchführung der demokratischen Reformen und unter der Fürsorge der KP Chinas und der Regierung konnte ich schließlich die Schule besuchen. Der Staat bezahlte die Kosten für unsere Verpflegung, Unterkunft und Bekleidung. Ich dankte herzlich der Partei und der Regierung und schätzte gleichzeitig diese Gelegenheit hoch. Daher lernte ich fleißig und vergeudete die Zeit nicht. Mit Hilfe meiner tibetischen und chinesischen Lehrer, besonders aufgrund meiner Anstrengungen, konnte ich in viereinhalb Jahren mein Lernen in der Grundschule abschließen. Als ich 1969 die Mittelschule der Unterstufe besuchte, meldete ich mich freiwillig zum Militärdienst. Unterdessen hielt ich immer noch daran fest, zu lernen. Da China sich in jener Zeit in der ,Kulturrevolution’ befand, mangelte es mir an Lehrstoffen. Angesichts dieser Situation las ich Zeitungen und die Werke von Mao Zedong, um so mein Bildungsniveau zu erhöhen. 1971 wurde ich vom Parteikomitee des Militärbezirkes zur Ausbildung an die Zentrale Hochschule für Nationalitäten in Beijing geschickt. Duch dreijähriges Studium erhöhte sich mein Bildungsniveau beträchtlich. Später kehrte ich in meine ursprüngliche Armeeeinheit zurück. Ein Jahr später wurde ich in ein staatliches Übersetzungsamt versetzt und war als Übersetzer der Werke von Marx, Lenin und Mao Zedong und von Dokumenten einiger Konferenzen tätig. 1978 bestand ich die Prüfung der Magister-Abteilung der Zentralen Hochschule für Nationalitäten und begann, die antike tibetische Kultur zu studieren. Drei Jahre später erhielt ich den Magistertitel. Meine Diplomarbeit ,Über den ideologischen Gehalt und die künstlerische Besonderheit der Geschichte von Xunnu Damei’ erregte große Aufmerksamkeit in den tibetologischen Kreisen und wurde von der Zeitschrift ,Qinghais Bildung’ nachgedruckt und von der Tibet-Rundfunkstation übertragen. So trat ich in die akademischen Kreise ein.“

Nachdem Galsang Yexei den Magistertitel erhalten hatte, wurde er in die Tibetische Akademie der Sozialwissenschaften versetzt. In den letzten zehn Jahren hat er mehr als 30 akademische Abhandlungen über Tibets Geschichte und Politik, literarische Kommentare und Übersetzungsarbeiten veröffentlicht. Darunter wurden seine Abhandlungen „Über die tibetischen literarischen Formen“ und „Untersuchung der Entstehung der literarischen Form des Epos ,Gesar’“ von Experten aus dem In- und Ausland anerkannt. Er hat darüber hinaus bei der Verfassung und Übersetzung einer Reihe von großen Werken, darunter „Blick auf die Kultur der chinesischen Nation (Teil von Tibet)“ und „Allgemeine Geschichte Tibets“ mitgewirkt. Dadurch ist er ein weltbekannter Tibetologe geworden.

Galsang Yexei hat bei seiner tibetologischen Forschung einen festen politischen Standpunkt. Er läßt bewusst die marxistische Nationalitäten- und Religionsanschauungen seine akademische Forschung durchziehen, kämpft entschieden gegen die Spaltung und wahrt die Einheit des Mutterlandes. Das Werk „Tibets Politische Geschichte von Shageba und die eigentliche Natur der Geschichte Tibets“, das von Galsang Yexei und einem anderen erfahrenen Tibetologen gemeinsam verfasst wurde, hat das Werk „Tibets politische Geschichte“ von Shageba, einem Spalter, allseitig kritisiert und mit zuverlässigen und wahren historischen Materialien bewiesen, dass Tibet schon in der Yuan-Dynastie (1271-1368) ein untrennbarer Teil des chinesischen Teritoriums gewesen war. Die Herausgabe dieses Werkes erregte großes Aufsehen in den Tibetologenkreisen im In- und Ausland. Es ist nicht nur von hohem akademischen Wert, sondern auch ein gutes patriotisches Lehrmaterial.

Galsang Yexei ist, was sein Äußeres anbelangt, ein Intellektueller, der sich schlicht kleidet und nicht gut redet. Seine Gefühlsweit ist jedoch sehr reich. Er hat eine herzliche Liebe zur Partei, zur tibetischen Nationalität und zum sozialistischen neuen Tibet und dieses Gefühl in seine Arbeit eingesetzt.

Galsang Yexei sagte: „Aufgrund meiner reichen Kenntnisse konnte ich in die akademischen Kreise eintreten. Alle meine Kenntnisse wurden mir jedoch von der KP Chinas und der Regierung gegeben. Falls Tibet nicht befreit worden wäre oder keine demokratischen Reformen durchgeführt worden wären, würden viele Tibeter wie ich ewig Sklaven sein. Daher schätze ich mein heutiges glückliches Leben hoch und setze alle meine Kenntnisse für meine Sache und die Sache des Staates und der tibetischen Nationalität ein.“

1996 wurde Galsang Yexei vom Parteikomitee und der Regierung des Autonomen Gebiets Tibet als Lehrer der Geschichte zum Sera-Kloster entsendet. Dabei brachte er seine Spezialität voll zur Geltung und erklärte den Mönchen, dass Tibet schon in der Yuan-Dynastie ein untrennbarer Teil Chinas sei, um mit historischen Kenntnissen den Mönchen zu helfen, konfuse Vorstellungen zu dieser Frage zu klären und sich Klarheit über Recht und Unrecht zu verschaffen. Dies fand in den Herzen vieler Mönche Widerhall.

Galsang Yexei sagte: „Ich weiß, dass die Lamas im Sera-Kloster keine Analphabeten sind. Sie haben viele Bücher gelesen. Wenn ich nicht gut unterrichten könnte oder unglaubwürdige Beweisstücke angeführt hätte, würde dies negative Wirkungen ausüben. Daher sagte ich vom Anfang an zu den Mönchen, dass ich als Lehrer der Geschichte nur zwei Ziele habe: Erstens sollten alle Mönche die tibetische Geschichte verstehen; und zweitens sollten sie auf dieser Grundlage die Geschichte respektieren.

Wie wurden die Beziehungen zwischen der Zentralregierung und der tibetischen Lokalregierung aufgenommen und entwickelt? Gehört Tibet zu China? Diese Fragen sind sehr kompliziert und können nur durch die Geschichte erklärt werden. Die meisten Mönche sind gut gebildet. Einige alte Mönche sagten, dass alle Worte Gaisang Yexes Tatsachen enthalten. Auch der Sekretär des Parteikomitees des Autonomen Gebiets Tibet erkannte meine Arbeit an. Er sagte mir fröhlich: ,Ihr Unterricht ist sehr gut, durch ihn haben die Mönche eine gute Erziehung erhalten.’Im letzten Jahr wurde ich zum Kreis Soi geschickt, um dort Vorlesungen zu halten. Nachdem die Einheimischen meine Vorlesungen gehört hatten, sagten sie, dass sie ursprünglich Tibets Geschichte nicht mehr verstanden, so dass sie meinten, dass Tibet erst im Jahr 1959 in China eingegliedert worden sei. Nachdem sie meine Vorlesungen gehört hatten, verstanden sie, dass Tibet schon in alten Zeiten zu China gehört hatte.“


 

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