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Wirtschaftliche Aussichten

Eine stabile Entwicklung wird der Haupttrend der chinesischen Wirtschaft im Jahr 2006 sein.

Von Lan Xinzhen

Der offiziellen Untersuchung zufolge behielt die chinesische Wirtschaft im Jahr 2005 ein rapides Wachstum bei, während die Globalsteuerung besser als in irgendeinem Jahr seit 1998 durchgeführt wurde.

Während die Wirtschaft ein schnelles Wachstum beibehielt, gab es weder Inflation noch Deflation. Die Wachstumsrate des BIP in den ersten drei Quartalen von 2005 lag bei 9,4%, 9,5% bzw. 9,4%. Diese Rate für das ganze Jahr wird voraussichtlich 9,2% betragen.

Ein Jahr des Zuwachses

Dank der Durchführung der Globalsteuerungspolitik ist die Struktur der chinesischen Wirtschaftszweige in den vergangenen zwei Jahren weiter optimiert worden.

Die Forschungsgruppe für Wirtschaftliche Lage beim Staatlichen Informationszentrum ist der Ansicht, dass Chinas Wirtschaft im Jahr 2005 gute Fortschritte erzielte, wobei die Investitionsstruktur nach einem stabilen Rückgang der Anlageinvestition verbessert worden ist.

Die gesamte Investition in Anlagevermögen belief sich schätzungsweise auf 8,78 Billionen Yuan (etwa 1,09 Billionen US$), was eine Zunahme um 25,3% im Vergleich zum Jahr 2004 bedeutete. Die Wachstumsrate ging um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2004 zurück. Es wurden mehr Investitionen in die Landwirtschaft getätigt, während der Anstieg der Investitionen in die Industrie verlangsamt und der in den Tertiärsektor im Wesentlichen beibehalten wurde.

In den ersten acht Monaten von 2005 betrugen die Investitionen in den Primärsektor 39,6 Mrd. Yuan (4,9 Mrd. US$), ein Anstieg um 20% gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2004, was eine Zunahme der Wachstumsrate um 3,7 Prozentpunkte gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2004 bedeutete. Die Investitionen in den Sekundärsektor betrugen 1,73 Billionen Yuan (214,4 Mrd. US$), ein Anstieg um 35,2% im Vergleich zum gleichen Zeitraum von 2004, was eine Abnahme der Wachstumsrate um 6,5 Prozentpunkte gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2004 bedeutete.

Die Investitionen in die schwachen Kettenglieder der Volkswirtschaft wie die Kohle-, die Elektrizitäts- und die Erdölindustrie sowie das Verkehrswesen sind beträchtlich gestiegen, während die Wachstumsrate der Investitionen in überhitzte Industrien wie die Eisen- und Stahlindustrie und die Eisenlegierungsindustrie zurückgegangen ist.

Die Situation, in der das Wachstum der Schwerindustrie das der Leichtindustrie übertrifft, hat sich verändert. Von Januar bis August 2005 betrug die Wachstumsrate der Schwerindustrie 16,9%, 1,7 Prozentpunkte niedriger als die Wachstumsrate von 18,6% im gleichen Zeitraum von 2004. Der Abstand zwischen der Wachstumsrate der Schwerindustrie und der der Leichtindustrie hat sich von 3,2 Prozentpunkten 2004 auf 0,7 Prozentpunkte verringert.

Die verkleinerte Abstand bedeutet, dass die Wirtschaft begonnen hat, sich in Richtung auf ein ausgewogenes und stabiles Wachstum zu entwickeln. Dank der verlangsamten Wachstumsrate der Schwerindustrie wurde der Druck auf das Verkehrswesen und die Elektrizitätsindustrie, die seit langem ein Engpass in der Wirtschaftsentwicklung Chinas sind, einigermaßen gemildert.

Die schwache Nachfrage begann, sich zu erholen. Der Konsum spielte eine immer wichtiger werdende Rolle bei der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. In den ersten drei Quartalen von 2005 betrug das gesamte Einzelhandelsvolumen 4,508 Billionen Yuan (557,6 Mrd. US$), eine Zunahme um 13% gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2004, damit erreichte es eine Rekordhöhe seit 1997. Es machte 42,4% des BIP Chinas aus, und seine Wachstumsrate ist um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2004 gestiegen.

Da das Einkommen der Bauern stabil stieg, hat sich der Abstand zwischen den ländlichen und den städtischen Gebieten hinsichtlich des Konsumwachstums ein bisschen verkleinert. In der ersten Hälfte des Jahres 2005 betrug das Pro-Kopf-Bargeldeinkommen der Bauern 1586 Yuan (192 US$), eine reale Zunahme um 12,5%. Die Wachstumsrate war 1,6 Prozentpunkte höher als die im gleichen Zeitraum vom 2004. Die Wachstumsrate des Pro-Kopf-Nettoeinkommens der Bauern im ganzen Jahr wird voraussichtlich über 5% betragen.

Im Jahr 2005 entwickelte sich sowohl die ländlichen als auch die städtischen Märkte lebhaft— eine Seltenheit seit vielen Jahren. In den ersten acht Monaten von 2005 stieg das Einzelhandelsvolumen der städtischen und der ländlichen Märkte um 14% bzw. 11%. Die Abstand zwischen ihren Wachstumsraten ist von 5,1 Prozentpunkten 2004 auf 3 Prozentpunkte verringert worden.

Der Finanzmarkt wurde weiter geöffnet. Ausländischen Finanzinstitutionen wurde erlaubt, in China RMB-Geschäfte abzuwickeln. Der RMB-Yuan wurde in kleinem Maße aufgewertet, was Bedingungen für die Einführung eines flexiblen Wechselkurssystems schuf. Die Reform der staatseigenen Banken beschleunigte sich mit der Börsennotierung der Construction Bank in Hong Kong.

Allerdings war die chinesische Wirtschaft im Jahr 2005 nicht problemlos.

Erstens gab es eine beträchtliche Zunahme von internationalen Handelsreibereien. Handelspartner errichteten Handelsschranken gegen mehrere chinesische Exportwaren, was das Außenhandelsklima Chinas verschlechterte. Trotz dieser Schranken wird Chinas Außenhandelsvolumen im Jahr 2005 voraussichtlich 1,4 Billionen US$ betragen. Die Wachstumsrate des Exports war offensichtlich höher als die des Imports. Das Exportsvolumen wird voraussichtlich um 29% und das Importsvolumen um 19% steigen. Der Handelsüberschuss im Jahr 2005 wird etwa 100 Mrd. US$ erreichen. Vorläufigen Berechnungen zufolge wird der Nettoexport von 2005 zu mehr als 35% zum Wirtschaftswachstum Chinas beitragen. Ausländische Nachfrage spielte eine außergewöhnlich große Rolle bei der Stimulierung des Wirtschaftswachstums. Forscher des Staatlichen Informationszentrums wiesen darauf hin, dass der dauernde Außenhandelsüberschuss und die übermäßige Rolle der ausländischen Nachfrage bei der Ankurbelung der Wirtschaft potenzielle Wirtschaftsschwankungen herbeiführen könnten.

Zweitens war das Energieproblem immer noch gravierend. China erlitt 2005 eine zeitweilige Ölknappheit, als der Ölpreis in die Höhe schnellte, was die nachhaltige und ausgewogene Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigte.

Darüber hinaus war die Beharrungswirkung der durch Investment angekurbelten Wirtschaft offensichtlich. Die Zahl der Industrien mit übermäßigen Produktionskapazitäten hat zugenommen. Abgesehen von der Zement- und der Elektrolytaluminiumindustrie sowie anderen überhitzten Industrien sind die Eisen- und Stahl-, die Automobil-, die Flachglas- und die Chemiefaserindustrie mit diesem Risiko konfrontiert.

Plan für die Wirtschaftsentwicklung 2006

Nach der Arbeitskonferenz der Zentralregierung über die Wirtschaft, die am 1. Dezember 2005 in Beijing stattfand, wird China im Jahr 2006 weiterhin seine umsichtige Finanz- und Geldpolitik durchführen und eine stabile und rapide Wirtschaftsentwicklung beibehalten. Diese Jahreskonferenz legte die Richtlinien und Hauptaufgaben für die chinesische Wirtschaftsarbeit im Jahr 2006 fest.

Am 11. Dezember veröffentlichte die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ein Blaubuch über Chinas Wirtschaft, in dem es heißt, dass die Wachstumsrate des BIP im Jahr 2006 etwa 8,8% betragen wird, ein Ziel, das die chinesische Regierung in den letzten zwei Jahren zu erreichen hoffte.

Aus der Analyse der Aussichten von Investment, Konsum sowie Im- und Export, drei Lokomotiven, die die Volkswirtschaft treiben, haben die Forscher des Staatlichen Informationszentrums die folgenden Schlussfolgerungen über Chinas Wirtschaft im Jahr 2006 gezogen:

Abnahme der Anlageinvestition. Die Regierung wird weiter Globalsteuerungsmaßnahmen ergreifen, um die Kontrolle über die Bodennutzung zu verstärken. Im Jahr 2005 begann die Wachstumsrate der lang- und mittelfristigen Kredite der Banken zurückzugehen, was wahrscheinlich das Wachstum der Investitionen in Anlagevermögen, insbesondere in den Immobiliensektor, im Jahr 2006 beeinflussen wird.
Das Problem der übermäßigen Produktionskapazität im Herstellungssektor wird im Jahr 2006 noch gravierender werden. Die Erhöhung von Produktionskosten und die Reduzierung von Preisen werden die Gewinnspanne einiger Unternehmen verkleinern, daher wird ihr Enthusiasmus für Investment und Expansion gedämpft werden.

Zugleich werden einige chinesische Unternehmen mit der Eskalation der Außenhandelsreibereien und dem Druck von ihren Kollegen mit übermäßigen Produktionskapazitäten konfrontiert sein. Daher werden ausländische Unternehmen mancher Sektoren die Verlegung ihrer Produktion nach China verlangsamen. In den ersten acht Monaten von 2005 ging das real genutzte Auslandskapital um 3,02% im Vergleich zum gleichen Zeitraum von 2004 zurück. So wird die Wachstumsrate der Anlageinvestition im Jahr 2006 wahrscheinlich um 5 Prozentpunkte gegenüber 2005 zurückgehen und bei etwa 20% liegen.

Florieren des Konsummarktes. Einige günstige Faktoren werden zum rapiden Wachstum des Konsums im Jahr 2006 beitragen.
Erstens ist das Einkommen der Bauern in den letzten zwei Jahren gestiegen. Die Konsumstruktur in den ländlichen Gebieten ist optimiert worden. Die Landbewohner im Landesinnern werden anstelle der Bewohner der Küstengebiete zu den wichtigsten Verbrauchern großer Haushaltelektrogeräte werden.

Zweitens wird das Durchschnittseinkommen der Stadtbewohner weiter beträchtlich steigen. Die Verdiener mit Durchschnittseinkommen werden zur wichtigsten Triebkraft für den städtischen Konsum werden.

Drittens trägt die ständige Verbesserung des Sozialabsicherungssystems zur Erweiterung des Sofortkonsums bei. Da das Sozialabsicherungssystem mit den Fonds, die die Regierung bereitstellt, verbessert wird, werden die Stadtbewohner noch zuversichtlicher in die Zukunft schauen.

Noch ausgewogenere Entwicklung des Außenhandels. Die Forscher prophezeien, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2006 mit der Beschleunigung des Wachstums des Welthandels gut bleiben wird und dass Chinas Exportstruktur weiter optimiert werden wird und seine Exportprodukte auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger werden werden.
Da die inländische Produktionskapazität ständig steigt und die inländische Konkurrenz eskaliert, werden immer mehr Unternehmen dazu gezwungen werden, ihre Exporte zu erweitern.

Gleichzeitig werden Importe infolge der Energieknappheit und aus Mangel an Rohstoffen, fortgeschrittenen Technologien und Schlüsselanlagen beträchtlich steigen. Die Wachstumsrate des Ex- und Imports wird voraussichtlich bei etwa 15% bzw. 17% liegen.


 

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