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Wiederbelebung durch Innovation

China ist entschlossen, in den kommenden Jahren seine Anstrengungen zu verdoppeln, um neue wissenschaftliche und technologische Fortschritte zu erzielen.

Von Zhang Zhiping

China bemüht sich, seinen Wirtschaftswachstumsmodus zu ändern, um eine neue Ära der Innovation einzuleiten. Die Nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie, die am 9. Januar 2006 stattfand, gab dieser Bemühung einen neuen Impuls.

Die Strategie der „Erhöhung der Innovationsfähigkeit in der Wissenschaft und Technologie und des Aufbaus eines innovationsorientierten Landes“ wurde zum ersten Mal im Vorschlag für das 11. Fünfjahresprogramm (2006-10), der auf der 5. Plenartagung des XVI. ZK der KP Chinas im letzten Oktober angenommen wurde, und auf der Zentralen Wirtschaftskonferenz im letzten Dezember vorgebracht. Diese Konferenzen forderten, die Strategie im Modernisierungsprogramm durchzuführen und der wissenschaftlichen und technologischen Innovation hohen Wert beizumessen.

Die Nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie, die erste dieser Art im neuen Jahrhundert, konzentrierte sich auf die Innovation, die Chinas wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung eine wissenschaftliche und technologische Unterstützung geben wird.

Auf der Konferenz verlieh Staatspräsident Hu Jintao persönlich den Staatspreis für Wissenschaft und Technologie, die höchste Auszeichnung des Landes für Wissenschaftler, was zeigt, dass die Zentralregierung der Wissenschaft und den Wissenschaftlern große Aufmerksamkeit schenkt. Hu sagte in seiner Rede auf der Eröffnungszeremonie, dass hervorragende Wissenschaftler und Techniker ein entscheidender Faktor für die wissenschaftliche und technologische Entwicklung Chinas seien.

Aufbau eines innovationsorientierten Landes

Die Konferenz veröffentlichte das mittel- und langfristige wissenschaftlich- technologische Entwicklungsprogramm für China (2006-2020). Dieses Programm, an dem über 2000 Experten und Gelehrte über zwei Jahre lang gearbeitet hatten, ist eine Blaupause über den Aufbau eines innovationsorientierten Landes.

Nach diesem Programm wird China bis zum Jahr 2020 zu einem innovationsorientierten Land aufgebaut werden, was dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt ermöglichen wird, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eine starke Unterstützung zu gewähren.

In seiner Rede beschrieb Hu ein innovationsorientiertes Land wie folgt: Die Wissenschaft und Technologie spielen eine große Rolle in der Förderung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und in der Gewährleistung der Sicherheit des Staates, die Fähigkeit zur Grundlagenforschung und der Forschung im wissenschaftlichen Neuland hat sich beträchtlich erhöht, und eine Reihe wissenschaftlicher und technologischer Errungenschaften von Weltklasse wird erzielt.

Nach diesem Programm wird China die Entwicklung der Informationstechnik als Triebkraft für seine Industrialisierung beschleunigen, neue wachstumsfördernde Faktoren in den Bereichen, die für die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft von Bedeutung sind, wie z. B. strategische Energie und maritime Technologie sowie High-Tech-Sektoren wie Biotechnik, Material- und Nanowissenschaft, schaffen und neue Innovationsfähigkeit für Raumfahrt, Lasertechnik und andere Bereiche, die einen Einfluss auf die industrielle Konkurrenzfähigkeit und die Sicherheit des Staates haben, entwickeln.

„Wir werden uns darauf konzentrieren, in einigen High-Tech-Bereichen, die von strategischer Bedeutung sind, Durchbrüche zu erzielen“, sagte Lu Yongxiang, Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Abgesehen von seinen wichtigen Erfindungen in alten Zeiten wie Schießpulver, Papierherstellung, Drucken und Kompass, ist China in heutigen Innovationen relativ schwach. Dem Bericht über die Weltkonkurrenzfähigkeit, der vom Swiss International Institute of Management Development veröffentlicht wurde, zufolge rangierte China im Jahr 2004 hinsichtlich der wissenschaftlichen und technologischen Innovationsfähigkeit unter den 49 Ländern, deren BIP 92% des gesamten BIP der Welt ausmachte, an 24. Stelle.

Sun Honglie, Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, sagte, dass Chinas durchschnittliches Jahreswachstum von 9% in den vergangenen 20 Jahren hauptsächlich durch arbeitsintensive Industrien angekurbelt worden sei. Mit einer begrenzten Gewinnspanne, übermäßigem Ressourcenverbrauch und schwerwiegender Umweltverschmutzung seien diese Industrien unhaltbar, äußerte er.

Statistiken zufolge stammen 86% des Weltinvestments in die Forschung und Entwicklung und über 90% der Patente von den entwickelten Ländern. Handelsminister Bo Xilai sagte einmal, dass China 800 Mio. Hemden verkaufen müsse, um ein Boeing käuflich zu erwerben.

Xu Guanhua, Minister für Wissenschaft und Technologie, ist der Ansicht, dass Chinas schwache Innovationsfähigkeit angesichts der immer heftiger werdenden internationalen Konkurrenz ein großes Hindernis für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und seine Staatssicherheit bilde.

Zur Zeit haben die USA, Japan und die Europäische Union die wissenschaftliche Innovation in ihre Staatsstrategie aufgenommen und stocken ihre Investitionen in die Wissenschaft und Technologie ständig auf. Als Folge tragen ihre wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte zu etwa 70% zu ihrem Wirtschaftswachstum bei.

Im Jahr 1960 wurde 2,32% des BIP Chinas für die Wissenschaft und Technologie eingesetzt, der höchste Anteil seit der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949. Im Jahr 2004 lag dieser Anteil lediglich bei 1,23%, was niedriger als der im Gesetz vorgeschriebene Anteil von 1,5% war.

Im mittel- und langfristigen wissenschaftlich-technologischen Entwicklungsprogramm für China wird festgelegt, dass der wissenschaftliche und technologische Fortschritt bis zum Jahr 2020 zu etwa 60% zum Wirtschaftswachstum des Landes beitragen und der Anteil des Investments in die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung am BIP auf etwa 2,5% erhöht werden soll.

Sun Honglie sagte, dass das Wirtschaftswachstum Chinas lange Zeit durch den Input von Ressourcen, Kapital und Arbeitskräften angekurbelt worden sei. Aber mit der Erweiterung der Wirtschaft würden Energie, Ressourcen und Umwelt das Wirtschaftswachstum behindern, so Sun. Mit dem traditionellen Wachstumsmodus werde die Wirtschaftsentwicklung nicht nachhaltig sein, wenn sie einen großen Bedarf an Ressourcen und eine Zerstörung der Umwelt verursache. Das veranlasse China, seinen Wirtschaftswachstumsmodus durch die Erhöhung der Innovationsfähigkeit zu ändern, sagte Sun weiter.

Neuer Meilenstein

Die Nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie in diesem Jahr war die vierte zu diesem Thema seit der Gründung der Volksrepublik. Die anderen drei waren die Intellektuellenkonferenz im Jahr 1956, die Nationale Wissenschaftskonferenz im Jahr 1978 und die Nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie im Jahr 1995. Jede Konferenz veröffentlichte ein entsprechendes Programm oder Dokument und führte dadurch einen wissenschaftlichen und technologischen Boom herbei.

Die Intellektuellenkonferenz von 1956, die erste nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie, rief das ganze Land auf, „in Richtung auf die Wissenschaft zu marschieren“. In den Jahren nach dieser Konferenz stieg die Zahl der wissenschaftlichen Forschungsinstitute in China von 381 im Jahr 1956 auf 1296 im Jahr 1962. Sie deckten die meisten wissenschaftlichen und technologischen Gebiete ab. Die Zahl der Forscher stieg von mehr als 60 000 auf mehr als 200 000. Durchbrüche wurden in der Ölschürfung, der Entwicklung und Herstellung der Atombombe und vielen anderen Bereichen erzielt.

Die Nationale Wissenschaftskonferenz, die im März 1978 stattfand, wies darauf hin, dass die Wissenschaft und Technologie Produktivkräfte seien und dass talentiertes Personal ausnahmsweise ausgewählt und ausgebildet werden solle. Nach dieser Konferenz wurden viele wissenschaftliche Programme, wie z. B. das „Funkenprogramm“, Chinas erstes Programm für die Stimulierung der Entwicklung der Landwirtschaft mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie, das „Fackelprogramm“, ein nationaler Plan für die Entwicklung der Neu- und Hochtechnologie, und das „863-Programm“, ein Programm für die Förderung der Forschung im wissenschaftlichen Neuland, eines nach dem anderen veröffentlicht. Bemerkenswerte Errungenschaften wurden in der Entwicklung der Raketen vom Typ „Langer Marsch“, des Hybridreises und der Hochleistungscomputers erzielt. Viele neue High-Tech-Industrien sind in China entstanden, wodurch die Wissenschaft und Technologie des Landes auf ein höheres Niveau gehoben wurden.

Die Nationale Konferenz über Wissenschaft und Technologie, die im Mai 1995 stattfand, bestätigte nochmals den Gedanken, dass die Wissenschaft und Technologie entscheidende Produktivkräfte sind, und forderte das ganze Land auf, unbeirrt die Strategie der Wiederbelebung des Landes mit der Wissenschaft und Bildung durchzuführen. In den folgenden Jahren wurde eine Reihe von neuen Errungenschaften in der Nanowissenschaft und anderen Bereichen erzielt.

Chinas Industrie für Computersoftware entwickelte sich aus dem Nichts und hat allmählich das Monopol multinationaler Konzerne gebrochen. Auch in der bemannten Raumfahrt, der Entwicklung der Chinese Central Processing Unit und der Genomforschung wurde Fortschritt gemacht. All diese Durchbrüche haben China geholfen, seine Wirtschaftsentwicklung und die Verbesserung des Lebensstandards seiner Bevölkerung zu fördern und seine Landesstärke und internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen.

Auf der Nationalen Konferenz über Wissenschaft und Technologie in diesem Jahr sagte Hu Jintao, dass sich China bis zum Jahr 2020 unter die innovationsorientierten Länder einreihen werde. Damit werde der Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand tatkräftig unterstützt werden.

Um dieses von Hu gesetzte Ziel zu erreichen, werden die chinesischen Wissenschaftler in den kommenden Jahren große Anstrengungen unternehmen müssen. Daher wird diese Konferenz als ein Meilenstein in der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung Chinas betrachtet.

 

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