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Beijing: Den öffentlichen Verkehr vorrangig entwickeln

Von Zhang Zhiping und Liu Yunyun

Häufige Verkehrsstockung und schlechte Luft sind der Übelstand vieler chinesischer Städte. Dieses Problem stecht besonders in den großen und mittelgroßen Städten hervor. Mit der rapiden Entwicklung der Wirtschaft und der Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung haben viele Menschen ein Privatauto gekauft, was zur Verschlechterung der Verkehrssituation in den Städten geführt hat. Der öffentliche Verkehr, der einst die Verkehrsader einer Stadt war, ist eine Zeit lang vernachlässigt worden.

Einige zentrale Behörden, darunter das Aufbauministerium, haben die lokalen Regierungen aufgefordert, der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs Priorität einzuräumen. Ende 2005 gaben Ministerpräsident Wen Jiabao und stellvertretender Ministerpräsident Zeng Peiyan jeweils die Anweisung über die vorrangige Entwicklung des städtischen öffentlichen Verkehrs. So ist die „vorrangige Entwicklung des öffentlichen Verkehrs“ ein Teil der Vorbereitungsarbeit Beijings für die Olympischen Spiele 2008 geworden.

Der Bürgermeister Beijings, Wang Qishan, prophezeit, dass die Beijinger, die den öffentlichen Verkehr benutzen, in den kommenden fünf Jahren 40% der Gesamtzahl der Einwohner Beijings ausmachen würden. Dieses Jahr wird die Stadtregierung von Beijing 5,4 Mrd. Yuan in die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, den Bau von Straßen in der Nähe von olympischen Einrichtungen und die Durchführung anderer öffentlicher Projekte investieren, was eine Zunahme um 11,8% im Vergleich zu 2005 bedeutet. Es ist geplant, dass bis 2008 die Zahl der Omnibusse, die die Norm für die Autoemission Euro III erreichen, über 8000 betragen, die der Omnibusse, die umweltfreundliche Treibstoffe benutzen, über 90% aller Omnibusse ausmachen und die Emissionsmenge der vier wichtigsten Schadstoffe in Beijing um 76% zurückgehen wird.

Weltweiter Untersuchung zufolge soll die Ausgabe für den Verkehr höchstens 10-12% des Einkommens einer Familie ausmachen, sonst wird sie ihr zur Last werden. Die einkommensschwachen Einwohner fahren hauptsächlich mit Omnibussen und können vom preiswerten und sicheren öffentlichen Verkehr profitieren. Dies trägt auch zum Umweltschutz und zur Einsparung von Ressourcen bei. Ein großer Bus kann 100 Fahrgäste aufnehmen, während die gleiche Ladung etwa 30-50 Autos braucht, die neunmal mehr Straßen und fünfmal mehr Treibstoffe in Anspruch nehmen und fünfzehnmal mehr Abgas ausstoßen würden.

Ohne Zweifel ist die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs für alle nützlich. Allerdings ist es nicht genug, ihr Aufmerksamkeit zu schenken und eine entsprechende Politik auszuarbeiten. Das Konzept, den öffentlichen Verkehr vorrangig zu entwickeln, muss aktiv in die Tat umgesetzt werden. Während der Verbesserung des öffentlichen Verkehrssystems müssen auch andere Faktoren, wie z. B. öffentlicher Service, Einsparung von Ressourcen und Umweltschutz, berücksichtigt werden. Nur so können die Stadtverwalter in der Frage, ob es lohnt, begrenzte Geldmittel in den öffentlichen Verkehr, der nicht viel wirtschaftlichen Nutzen abwirft, zu investieren, eine richtige Entscheidung treffen. Bei der Suche nach ausländischen Kooperationspartnern sollen sie darauf achten, ausländische fortschrittliche Managementerfahrungen und Technologien für den Umweltschutz einzuführen.

Die Anziehungskraft einer internationalen Metropole soll nicht nur in ihrem schönen Aussehen, ihren modernen Bürogebäuden und ihren luxuriösen Unterhaltungseinrichtungen, sondern auch in ihren günstigen Verkehrsbedingungen liegen. Daher ist die Verbesserung der Verkehrsbedingungen ein wichtiges Kettenglied beim Aufbau einer harmonischen Gesellschaft. Beijings Maßnahmen zur vorrangigen Entwicklung des öffentlichen Verkehrs haben zweifelsohne den anderen chinesischen Städten ein gutes Beispiel gegeben.

Dem öffentlichen Verkehr den Vorrang geben

Einem Bericht von World Resources Institute der USA zufolge steigt die Zahl der Privatautos in China jedes Jahr um 15-20%, was gravierende Umweltprobleme mit sich bringt. Eric Orts, Professor der University of Pennsylvania’s Wharton School, schlägt der chinesischen Regierung vor, die Entwicklung eines effizienten öffentlichen Verkehrssystems, das die zunehmende Nutzung von Privatautos ersetzen kann, zu berücksichtigen.

Qiao Linong, Ingenieur der Beijing Bus Group, sagt, obwohl ein Bus mehr Abgas als ein Auto ausstoße, könne ein Taxi höchstens vier Fahrgäste tragen, während ein 13,7 m langer Bus in der Lage sei, etwa 100 Fahrgäste zu beherbergen. Daher sei die durchschnittliche Schadstoffemission pro Person für einen Bus viel weniger als für ein Auto.

Ministerpräsident Wen Jiabao sagte im Jahr 2004, der Entwicklung des städtischen öffentlichen Verkehrssystems Priorität einzuräumen sei ein richtiger strategischer Plan. Im Januar 2005 gab die Stadtregierung von Beijing den Entwicklungsplan für die Hauptstadt bis zum Jahr 2020 bekannt. Dieser Plan ist bereits vom Staatsrat überprüft und genehmigt worden. Im Plan heißt es, dass der öffentliche Verkehr die wichtigste Art und Weise des Verkehrs sein soll.

Im Jahr 2005 kaufte die Beijing Bus Group mit der finanziellen Unterstützung der Regierung etwa 4000 neue Busse. Obwohl die Zahl der zu kaufenden Busse in diesem Jahr ein bisschen abnehmen würde, würde der gesamte Wert der Busse doch steigen, sagte Feng Xingfu, stellvertretender Generaldirektor der Beijing Bus Group. Ihm zufolge wird sich die Qualität der Busse, von denen einige über eine Mio. Yuan kosten, beträchtlich verbessern. Für den Kauf von neuen Bussen wurden insgesamt 3 Mrd. Yuan bereitgestellt.

Meinungen von Fahrgästen

Es ist für viele Menschen in anderen Weltteilen wahrscheinlich schwierig, das Verkehrsproblem in Chinas Großstädten zu begreifen. Beijing, eine Stadt mit einer Bevölkerung von mehr als 15 Mio. Menschen, die über der Hälfte der Bevölkerungszahl Kanadas entspricht, ist besonders von Verkehrsstauung geplagt, und seine Einwohner finden die Lösung dieses Problems schwer.

The Beijing News berichtet, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit eines Busses in Beijing 10,2 km pro Stunde beträgt, langsamer als die eines Fahrrades (12 km pro Stunde) und viel langsamer als die eines Autos (20 km pro Stunde). Über 72,5% der Befragten sagten, dass ihnen das langsame Tempo von Bussen, insbesondere in der Hauptstoßzeit, am meisten Kopfschmerzen mache.

Während viele Einwohner Beijings hoffen, dass mehr Busse angeboten werden und die neuen Busse weniger Abgas ausstoßen würden, sagen viele andere, es sei unnötig, luxuriöse Wagen anzubieten. Sie befürchten eine Steigerung der Fahrpreise.

Was das Gedränge von Fahrgästen anbelangt, sagte Herr He, ein Fahrgast, um dieses Problem zu lösen, sollten die Zahl der Busse und ihre Frequenz gesteigert werden. Er beklagte sich darüber, dass er manchmal eine halbe Stunde lang auf einen Bus warten müsse.

Herr Li, ein anderer Fahrgast, sagte, die Haltestellen seien zu dicht, und ihr Abstand solle vergrößert werden. Er schlug zudem vor, Vorschriften auszuarbeiten, um zu gewährleisten, dass die Spezialspuren für die Omnibusse nicht von anderen Wagen beansprucht werden.

Die Stadtregierung von Beijing sucht nun nach einem Weg zur Lösung solcher Probleme. Im Juni 2004 wurde ein öffentlicher Verkehrsknotenpunkt in Westbeijing in Betrieb genommen. Das moderne Kontrollzentrum in diesem Verkehrsknotenpunkt hat 12 Bildschirme für die Überwachung des Busbetriebs. Jeder Bus, der durch dieses Gebiet fährt, wird von dem Kontrolleur überwacht. Die Stadtregierung plant, in den kommenden Jahren über 20 derartige Verkehrsknotenpunkte zu errichten.


 

Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24,
100037 Beijing, Volksrepublik China