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Ausbau der chinesisch-europäischen Wirtschaftsbeziehungen

Das Volumen des Handels zwischen China und der EU ist laut einer Statistik des chinesischen Handelsministeriums im Jahre 2005 erstmals auf über 200 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit wurde das im Jahre 2003 von Spitzenpolitikern beider Seiten erklärte Ziel acht Jahre früher erreicht. Die EU ist damit weiterhin Chinas größter Handelspartner, und China ist zweitgrößter Handelspartner der EU.

Die Zukunft der chinesisch-europäischen Handelsbeziehungen sieht das chinesische Handelsministerium optimistisch. In einigen Jahren könnte das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten auf 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen, so das chinesische Handelsministerium.

China und die Europäische Union bemühen sich derzeit um gute gegenseitige Kontakte, vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Beide Seiten sprechen sich dafür aus, die gegenseitigen Direktinvestitionen zu erhöhen. Handelsprobleme in bestimmten Bereichen wollen China und die EU künftig durch sektorale Dialoge beheben. Die Beilegung des Textilstreits vor einigen Wochen ist Beweis dafür, dass China und die EU den Handel zum gegenseitigen Vorteil für beide Seiten verstärken wollen.

Die Kontakte zwischen China und der EU sind derzeit so umfangreich wie nie zuvor. Die Gesprächsthemen umfassen eine Aufhebung des Waffenembargos, die Schaffung eines günstigen Geschäftsklimas bis hin zu Erleichterungen im Tourismusbereich. Dazu sagte Mei Zhaorong, Direktor des Chinesischen Staatlichen Forschungsinstituts für Weltentwicklung (IWD):

„Die Führungen der beiden Seiten haben ja 2003 bei ihrem Treffen vereinbart, dass beide Seiten sozusagen sich bemühen werden, eine umfassende strategische Partnerschaft zu entwickeln. Und diese umfassende strategische Partnerschaft bedeutet erstens, dass die beiderseitigen Beziehungen umfassend sein sollen, dass es sich nicht auf einige Gebiete beschränkt, sondern Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur umfasst, also vielschichtig auf verschiedendsten Gebieten geschieht. Und strategisch bedeutet es, dass diese Beziehungen von langfristiger Natur sind, dass sie stabil sind, trotz aller möglichen Reibungen, Probleme, die es normalerweise gibt. Ich glaube, die Partnerschaft wird nicht negativ beeinflusst von den kleinen Problemen, die eventuell auftauchen können. Und Partnerschaft bedeutet, dass beide Seiten sich gegenseitig vertrauen und durch Dialoge die Probleme, die entstehen können, lösen werden.“

Nach Auffassung von Jörg Wuttke, Vizepräsident der EU-Handelskammer in China und Chef-Repräsentant des BASF-Konzerns in China, sind die Probleme und Streitpunkte zwischen beiden Seiten geradezu ein Beweis dafür, dass die chinesisch-europäischen Wirtschaftsbeziehungen ausgebaut worden sind:

„Je mehr wir Europäer mit China zusammenarbeiten und je größer dieser Kuchen wird, wird es immer wieder Flexionen und Probleme geben. Nun muss man das Verhältnis des Gesamtbildes sehen. Die Beziehungen werden enger und größer, und es wird sicherlich auch mehr Probleme in der Zukunft geben. Aber prozentual zum Ganzen wird es immer sehr viel kleiner sein. Es gibt Streitpunkte zwischen Europa und China. Aber man muss auch sehen, dass die EU ein schwieriges Gebilde von 25 Ländern ist. So sind zum Beispiel einige Länder wie Deutschland sehr für die Aufhebung einer Textil-Quote, während Länder aus dem Mittelmeerraum sehr stark für eine Textil-Quote argumentieren. Europa spricht da zwar mit einer Stimme, aber dahinter stecken viele verschiedene Stimmen.“

Diese Gedanken teilen auch viele Wirtschaftsexperten. Man befürchtet, dass es keine einheitliche EU-Politik bezüglich des Handels mit China gibt, dass die einzelnen EU-Staaten vielmehr nach ihren eigenen Interessen handeln. Wuttke begründet damit die Forderung nach der Bildung einer einheitlichen EU-Handelskammer in China:

„Die deutsche Kammer ist für die bilateralen Beziehungen zuständig, während die EU-Kammer wirklich eine Kammer wäre, die sich aus Arbeitsgruppen zusammensetzt, die zum Beispiel die Interessen der Petrochemie vertritt, oder der Kosmetikindustrie oder des Automobilbaus oder des Flugzeugbaus. Das heißt, die Europäische Kammer versammelt Mitglieder aus den bilateralen Kammern, um ein größeres Maß an Interessen zu binden und Themen aufzubereiten, mit denen Peking und auch Brüssel etwas anfangen können. Die Europäische Kammer ist sehr viel stärker in die Lobbyarbeit eingebunden als die deutsche Kammer.“

Die Lobbyarbeit dient sicherlich zur Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und zum Ausbau der beiderseitigen Partnerschaft. In der chinesisch-europäischen Partnerschaft sieht Wuttke folgende Punkte:

„Also die europäisch-chinesische Partnerschaft ist zweifach zu sehen. Auf der einen Seite sind die Wirtschaftsbeziehungen. Sie müssen bedenken, dass die Handelsbeziehungen nicht mehr zwischen Peking und Berlin verhandelt werden, sondern zwischen Peking und Brüssel. Dort gibt es sehr viel Kommunikation. Europa und China arbeiten sehr stark im technischen Rahmen, im Finanzbereich, bei der Ausbildung von Rechtsanwälten und bei der Hilfe zum Schutz des geistigen Eigentums zusammen. Dort gibt es sehr viele Programme, wo sich chinesische und europäische Fachleute treffen.“

(CRI)

 

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