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China im Jahr 2010

Unterstützung der Entwicklung der ländlichen Gebiete, Verbesserung des Marktwirtschaftssystems und Förderung von wissenschaftlichen und technologischen Innovationen sind eine der wichtigsten Aufgaben der chinesischen Regierung in den kommenden fünf Jahren.

Von Lan Xinzhen

Im Entwicklungsplan für die kommenden fünf Jahre, der vom Nationalen Volkeskongress (NVK), dem obersten Gesetzgebungsorgan, am 14. März angenommen wurde, heißt es, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den kommenden fünf Jahren jährlich im Durchschnitt um 7,5% und bis zum Jahr 2010 auf 26,1 Billionen Yuan steigen soll.

Professor Liu Fuxiang aus der Universität für Außenwirtschaft und -handel meint jedoch, dass dieses Ziel wahrscheinlich unrealisierbar ist. Er sagte, dass die Wachstumsrate im Jahr 2005 bei 9,9% lag und einige in den letzten zwei Jahren festgelegte Investitionsprojekte in den kommenden Jahren Frucht tragen werden. Daher werde es einige Zeit dauern, bis die Wachstumsrate auf 7,5% zurückgehe, so er. Er sagte voraus, dass die durchschnittliche Jahreswachstumsrate des BIP Chinas nicht niedriger als 8% sein werde.

Darüber hinaus scheint die Aufwertung des RMB Yuan in den kommenden fünf Jahren unvermeidlich zu sein. „Unter diesen Umständen wird die Stelle Chinas in der Weltrangfolge hinsichtlich des Wirtschaftsvolumens möglicherweise um drei Stellen vorrücken, selbst wenn sein Wirtschaftsvolumen bei 26,1 Billionen Yuan gehalten werden wird,“, sagte Prof. Liu. China ist momentan nach den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich die sechsgrößte Wirtschaft in der Welt.

In fünf Jahren wird Chinas Wirtschaftsstruktur noch gesunder sein. Nach dem Fünfjahresplan wird der Entwicklung von High-Tech-Industrien Priorität eingeräumt werden. Es gilt, die selbstständige Innovationsfähigkeit zu erhöhen und die Zusammensetzung der Produkte, die organisatorische Struktur der Unternehmen und die Standortverteilung der Industrie zu regulieren und zu optimieren.

Am 20. März unterzeichneten Xu Guanhua, Minister für Wissenschaft und Technologie, und Chen Yuan, Präsident der Staatlichen Entwicklungsbank, einen Vertrag über finanzielle Zusammenarbeit, nach dem die Staatliche Entwicklungsbank einen Kredit in Höhe von 50 Mrd. Yuan für die Unterstützung der wissenschaftlichen und technischen Innovation gewähren wird.

Die selbstständige Innovation wird sich in den kommenden fünf Jahren in die folgenden vier Bereiche konzentrieren: Elektronik- und Informationsindustrie, Bioingenieurwesen, Raumfahrttechnologie und Entwicklung von neuen Materialien.

Mit einer 20prozentigen Wachstumsrate, die seit mehreren Jahren beibehalten werde, würden Chinas High-Tech-Industrien einen immer größeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten, sagte Xu voraus.

Der von der chinesischen Regierung geförderte konsumorientierte Dienstleistungssektor wird bei der Ankurbelung des BIP-Wachstums eine große Rolle spielen.

Bis zum Jahr 2010 wird China die Umwandlung des investitions- und exportorientierten Wirtschaftswachstumsmodus in einen konsumorientierten Wachstumsmodus vollenden. Nach dem Entwicklungsplan werden die Ausgaben für den Konsum mit der Vergrößerung seines Anteils am BIP auf 60% die Hauptantriebkraft für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas sein. Zur Zeit macht der Konsum von Individuellen nur 46,5% des BIP Chinas aus.

Wert auf die Entwicklung des Sozialwesens legen

Anfang der 1980er stellte die chinesische Regierung das Konzept auf, einen Teil der Menschen zu ermutigen, als erste reich zu werden und dann anderen zu helfen, zum Wohlstand zu gelangen. Dieses Konzept führte jedoch zur Erweiterung der Kluft zwischen Reich und Arm, wodurch die sozialen Widersprüche verschärft wurden. Deshalb tritt die chinesische Regierung momentan dafür ein, gemeinsam zum Wohlstand zu gelangen, um die Kluft zu verringen und die Polarisierung zu dämpfen.

In den kommenden fünf Jahren wird China dem gesellschaftlichen Fortschritt und der wirtschaftlichen Entwicklung gleiche Bedeutung beimessen, um so die gesellschaftliche Unausgewogenheit, die durch die Überbetonung der Wirtschaftsentwicklung in der Vergangenheit verursacht wurde, auszugleichen. Die chinesische Regierung wird den Armen und den benachteiligten Gruppen mehr Sozialleistungen gewähren und die Entwicklung der sozialen Bereiche wie Wissenschaft und Technologie, Bildungs- und Gesundheitswesen bevorzugt unterstützen.

Die Unterentwicklung der ländlichen Gebiete ist das größte soziale Problem, mit dem China konfrontiert ist. Um dieses Problem zu lösen, hat die chinesische Regierung dem „Aufbau sozialistischer Dörfer neuen Typs“ Priorität eingeräumt, wobei die Investition in die Landwirtschaft aufgestockt und die Ausbildung von Fachkräften für die ländlichen Gebiete intensiviert werden wird.

Das jährliche Pro-Kopf-Nettoeinkommen der Landbewohner wird von 3255 Yuan im Jahr 2005 auf 4150 Yuan im Jahr 2010 steigen.

Was das gegenwärtige genossenschaftliche medizinische Betreuungssystem anbelangt, wird jeder Bauer aufgefordert, 10 Yuan für die medizinische Betreuung in einem Jahr zu zahlen, während die Zentralregierung und die lokalen Regierungen jeweils 10 Yuan für jeden Bauern zahlen. Von diesem Jahr an werden die Zentralregierung und die lokalen Regierungen jeweils zusätzlich 10 Yuan für jeden Bauern zahlen. Dieses neue System wird bis zum Jahr 2010 in mindestens 80% der Dörfer eingeführt werden.

Der Abstand zwischen den Städten und den ländlichen Gebieten hinsichtlich der Bildungseinrichtungen wird allmählich verringert und schließlich eliminiert werden. Die Regierung plant, mehr als 200 Mrd. Yuan für die Verbesserung der Bildungseinrichtungen auf dem Lande, wie z. B. den Aufbau eines Fernunterrichtsnetzes, bereitzustellen. Ab 2006 wird die kostenlose Bildung gemäß der allgemeinen Schulpflicht schrittweise in den ländlichen Gebieten popularisiert werden, damit alle Kinder aus armen Familien in den ländlichen Gebieten bis zum Jahr 2010 eine kostenlose Bildung genießen können.

Die Regierung wird sich darum bemühen, die Entwicklung von Stadt und Land zu koordinieren und die Urbanisierungsrate auf 47% zu erhöhen. Die Zentralregierung fordert die lokalen Regierungen auf, die bäuerlichen Wanderarbeiter in die Sozialabsicherung, die Unfallversicherung und die öffentlichen Dienstleistungen einzubeziehen, die Norm für den Mindeststundenlohn für sie festzulegen und ihre demokratischen und politischen Rechte nach dem Gesetz zu schützen.

In den kommenden fünf Jahren werden in den Städten 45 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen werden, und die Rate der registrierten Arbeitslosen wird bei 5% gehalten werden.

Schutz und Verbesserung der Umwelt

Schutz und Verbesserung der Umwelt ist eine der wichtigsten Aufgaben der chinesischen Regierung in den kommenden fünf Jahren.

Ziel ist, bis zum Jahr 2010 die Ausstoßmenge der wichtigsten Schadstoffe um 10% zu reduzieren und die Aufforstungsfläche auf 20% der gesamten Fläche des Landes zu erweitern.

Um die Umwelt zu schützen, hat die chinesische Regierung 22 Zonen, deren Erschließung zu beschränken ist, und 1164 Zonen, deren Erschließung verboten ist, festgelegt. Die ersteren beziehen sich hauptsächlich auf Wüsten, Wälder, Steppen und Sumpfgebiete und die letzteren hauptsächlich auf Naturschutzgebiete, Landschaftsgebiete und geologische Parks. Die Gesamtfläche der Zonen der beiden Typen macht über 60% der Fläche des Landes Chinas aus.

Die chinesische Regierung hat zudem 10 wichtige Projekte zum Schutz der Umwelt festgelegt, darunter der Schutz der Quellen des Gelben Flusses und des Jangtse-Flusses, die Kontrolle über die Verschmutzung in den Einzugsgebieten von wichtigen Flüssen und die Entschwefelung des Rauchs von Wärmekraftwerken.

Nach dem Entwicklungsplan sollen bis zum Jahr 2010 mindestens 70% des Abwassers in den Städten aufbereitet und mindestens 60% der Abfälle in den Städten auf umweltfreundliche Weise entsorgt werden.

Der Fünfjahresplan sieht vor, dass der Energieverbrauch pro Einheit des BIP im Jahr 2010 20% weniger als im Jahr 2005 sein soll.

Chinas Energienachfrage macht 21% der Weltnachfrage in diesem Bereich aus. China ist einer der größten Ressourcenverbraucher in der Welt. Im Jahr 2005 waren nahezu 50% der Ölversorgung Chinas vom Import abhängig. Statistiken zufolge ist Chinas Energieverbrauch für jede Einheit des BIP (in US-Dollar umgerechnet) 11,5fach soviel wie der Japans, 7,7fach soviel wie der Deutschlands und Frankreichs und 4,3fach soviel viel wie der der USA.

Wenn China sein Ziel der Reduzierung des Energieverbrauchs um 20% gegenüber 2005 realisieren möchte, muss es in den kommenden fünf Jahren seinen Energieverbrauch jährlich um 4,4% reduzieren. Ma Kai, Vorsitzendem der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, zufolge wird China drei Schritte tun, um dieses Ziel zu erreichen. Erstens wird es den Anteil der High-Tech-Industrien, der Fertigungsindustrie für Anlagen und des Dienstleistungssektors, die einen niedrigen Energieverbrauch haben, erhöhen und gleichzeitig den Anteil der Eisen- und Stahlindustrie und der Elektrolytaluminiumindustrie, die viel Energie verbrauchen, reduzieren. Zweitens wird es fortgeschrittene energiesparende Technologien verbreiten. Drittens wird es befürworten, im Alltagsleben und in der Routinearbeit Energie einzusparen, um eine energiesparende Gesellschaft aufzubauen.

Es ist zu erwarten, dass der Verschlechterung der Umwelt in China bis zum Jahr 2010 im Wesentlichen Einhalt geboten werden wird und dass Süßwasser, Energieträger und wichtige Bodenschätze verstärkt geschützt werden werden. Bis dahin wird die Umwelt in China viel besser werden.

 

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