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Eine feste Verbindung

Handelsreibereien sollen die chinesisch-amerikanische Kooperation in Wirtschaft und Handel nicht beeinträchtigen.

Von Zhou Shijian, Vorstandsmitglied der Chinesischen Studiengesellschaft für die USA, und Wang Lijun, außerordentlicher Professor der Shoudu-Universität für Wirtschaft und Handel

Chinas Staatspräsident Hu Jintao begann am 18. April seinen ersten Staatsbesuch in den USA und traf während seines Aufenthalts in den USA mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen George W. Bush zusammen. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern, ein wichtiger Bestandteil der bilateralen Beziehungen, waren eines der wichtigsten Gesprächsthemen zwischen den beiden Staatsführern.

Seit Beginn dieses neuen Jahrhunderts entwickelt sich die chinesisch-amerikanische Kooperation in Wirtschaft und Handel sehr schnell und zeigt gute Aussichten. Den Statistiken der chinesischen Zollämter zufolge stieg das Volumen der Exporte Chinas in die USA von 52,1 Mrd. US$ im Jahr 2000 auf 162,9 Mrd. US$ im Jahr 2005, was eine Zunahme um 212,7% bedeutet. Den Statistiken der amerikanischen Zollämter zufolge stieg das Volumen der Exporte der USA nach China von 16,2 Mrd. US$ im Jahr 2000 auf 41,8 Mrd. US$ im Jahr 2005, ein Plus von 157,5%.. Im Vergleich zu den Exporten nach den anderen wichtigsten Handelspartnern der USA sind die Exporte nach China am schnellsten gestiegen.

Den Statistiken der USA zufolge war China im Jahr 2000 ihr viertgrößter Handelspartner, ihr viertgrößter Importhandelspartner und ihr elftgrößter Exporthandelspartner. Im Jahr 2005 ist China zum drittgrößten Handelspartner, zum zweitgrößten Importhandelspartner und zum viertgrößten Exporthandelspartner der USA geworden.

Bush sagte am 9. März, China sei ein strategischer Handelspartner der USA.

Den Statistiken der USA zufolge betrugen Chinas Exporte in die USA im Jahr 2005 243,5 Mrd. US$, was 32% des gesamten Exportvolumens Chinas von 762 Mrd. US$ und 14,6% des gesamten Importvolumens der USA ausmachte. Dies zeigt, dass die beiden Länder die größten Märkte füreinander sind. Schon im Jahr 1994 setzte das amerikanische Handelsministerium China an die erste Stelle auf der Liste der zehn neu entstandenen größten Märkte der Welt, was durch die Tatsachen in den vergangenen mehr als zehn Jahren bewiesen worden ist.

Wie Waren braucht das Kapital auch Märkte und kann ohne hohe Profite abnehmen. Statistiken zufolge betrugen die von den USA in China getätigten Investitionen bis Ende 2005 51,1 Mrd. US$. Das zeigt, dass China nach Westeuropa, Nordamerika, Zentral- und Südamerika sowie Japan bereits zu einem der wichtigsten Märkte für das Kapital der USA in Übersee geworden ist.

China und die USA erfreuen sich zudem einer erfolgreichen Kooperation im Finanzbereich. Bis Ende November 2005 besaß China US-amerikanische Staatsobligationen in Höhe von 254,4 Mrd. US$ und eine beachtliche Menge von Aktien und Obligationen amerikanischer Unternehmen. Ende 2005 betrugen Chinas Devisenreserven über 800 Mrd. US$, 60% davon waren in US-Dollar.

Allerdings kommen Handelsreibereien zwischen den beiden Ländern seit Anfang 2005 oft vor. In den kommenden Jahren werden die bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit den folgenden Fragen konfrontiert sein: Schutz des geistigen Eigentums, Wechselkurs des Renminbi gegenüber dem US-Dollar, Handelsbilanz, Textilhandel und Öffnung des Dienstleistungssektors.

Freundschaftliche Verhandlung ist notwendig

Obwohl es oft zu Handelsreibereien zwischen den beiden Ländern kommt, muss man feststellen, dass die meisten von ihnen keine grundsätzlichen Interessenkonflikte zwischen den beiden Ländern, sondern die wirtschaftlichen Widersprüche zwischen einigen Branchen sind und durch gleichberechtigte Verhandlungen sowie gegenseitiges Verständnis und Entgegenkommen gelöst werden können. Außerdem sind diese Reibereien nur ein nebensächlicher Aspekt der chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und sollen nicht die Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen den beiden Ländern beeinträchtigen.
Gleichberechtigung und gegenseitiger Nutzen sind die Voraussetzung der Wirtschafts- und Handelskooperation; gegenseitige Ergänzung ist die wichtige Bedingung für den Ausbau der Wirtschafts- und Handelskooperation; und freundschaftliche Verhandlung ist ein effektiver Weg zur Lösung von Disputen. Drohung mit Sanktionen und Vergeltung ist unvernünftig. Anstatt die Probleme zu lösen, kann sie sie nur komplizieren und die Widersprüche verschärfen. Ein Handelskrieg kann nur den beiden Seiten sowie den Ländern, die enge Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit China und den USA haben, Schaden zufügen und daher nicht die Unterstützung der meisten Geschäftsleute beider Länder finden. Dies ist durch die Quoteneinschränkungen und den Kampf dagegen im Textilhandel zwischen den beiden Ländern im Jahr 2005 nachgewiesen worden. Vom 17. Juni bis zum 8. November 2005 führten die Regierungsdelegationen Chinas und der USA sieben Runden von harten Verhandlungen durch und unterzeichneten schließlich ein Verständigungsmemorandum über den Textil- und Bekleidungshandel. Das Memorandum spiegelt den Geist des gegenseitigen Verständnisses und Entgegenkommens und des gegenseitigen Nutzens wider und gibt ein gutes Beispiel für die Beilegung von Disputen im chinesisch-amerikanischen Handel. Es trägt auch dazu bei, ein stabiles Umfeld für den Textilhandel zu schaffen und die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelskooperation zu fördern.

Zur Zeit ist das Handelsdefizit der USA gegenüber China eine hervorstechende Frage in den bilateralen Handelsbeziehungen. Den Statistiken der chinesischen Zollämter zufolge betrug der Handelsüberschuss Chinas gegenüber den USA im Jahr 2005 114,2 Mrd. US$, während das Handelsdefizit der USA gegenüber China nach den statistischen Angaben des amerikanischen Handelsministeriums 201,6 Mrd. US$ erreichte.

Die USA importieren aus China eine große Menge von preiswerten Gebrauchsartikeln guter Qualität, was die Nachfrage ihres Marktes befriedigt, ihren Verbrauchern zugute kommt, ihre Inflation erleichtert und zur Umstrukturierung ihrer Industrie und zur Entwicklung ihrer Wirtschaft beiträgt.

Was das Handelsdefizit betrifft, soll es aus der Perspektive der Marktnachfrage analysiert werden. China muss 40 Mio. bis 50 Mio. Paare Schuhe in die USA exportieren, um ein Boeing 747 zu erwerben. Daher soll man nicht leichtfertig behaupten, dass ein Entwicklungsland, das durch den Export einer großen Menge von arbeitsintensiven Konsumgütern eine kleine Menge von High-Tech-Ausrüstungen und -Technologien erwirbt, Handelsüberlegenheiten hat. In der Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und den USA bleiben die Handelsüberlegenheiten beim letzteren. Das Handelsdefizit der USA gegenüber China seit Anfang 1993 ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Überlegenheiten der USA in der Hochtechnologie nicht voll zur Geltung gebracht werden konnten. Die Kontrolle über den Export von Hochtechnologien zu lockern ist der Weg zur Reduzierung des Handelsdefizits der USA gegenüber China. Die Initiative für die Reduzierung des Handelsdefizits liegt in der Hand der Amerikaner.

Das Handelsdefizit der USA ist die notwendige Folge der wirtschaftlichen Globalisierung und der Umstrukturierung der Industrie der Welt. Es ist auch ein Resultat der Arbeitsteilung der Welt und letzten Endes eine strukturelle Frage.

Handelsungleichgewicht

Wie sollen wir das Handelsungleichgewicht zwischen China und den USA beurteilen?

Erstens ist es eine wichtige Besonderheit des Handels zwischen China und den USA, dass die meisten der chinesischen Exporte in die USA verarbeitete Produkte sind, die etwa 70% der chinesischen Exportwaren ausmachen. Das bedeutet, dass China nur einen geringen Betrag von Verarbeitungsgebühren erhält.

Zweitens kommen 70% der auswärtigen Investitionen in China aus ostasiatischen Ländern. Seit vielen Jahren haben Japan, die Republik Korea, Taiwan, Singapur, Malaysia, Thailand und die Philippinen ihre Produktion auf das chinesische Festland verlagert, daher sind die Produkte, die von den Joint Ventures oder Unternehmen mit ausschließlich ausländischem Kapital produziert werden, nicht „Made in China“, sondern „Made in Asia“. Deshalb gehört Chinas Handelsüberschuss nicht nur China, sondern auch den o. g. Ländern und Regionen.

Den Statistiken der amerikanischen Zollämter zufolge sind ihre Importe aus den o. g. Ländern und Regionen von 302,3 Mrd. US$ im Jahr 2000 auf 294,7 Mrd. US$ im Jahr 2005 gesunken, ein Minus von 2,5%. Im gleichen Zeitraum sind ihre Importe aus China von 100 Mrd. US$ auf 243,5 Mrd. US$ gestiegen, ein Plus von 143%. Den Statistiken der chinesischen Zollämter zufolge betrug Chinas Handelsüberschuss gegenüber den USA im Jahr 2005 114,2 Mrd. US$. Im gleichen Zeitraum hatte es jedoch ein Handelsdefizit in Höhe von 140 Mrd. US$ gegenüber den o. g. Ländern und Regionen. In diesem Sinne ist China ein Verarbeitungszentrum in Asien.

Drittens manifestieren sich die chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen hauptsächlich in den folgenden vier Bereichen: Warenhandel, Technologiehandel, Dienstleistungshandel und gegenseitiges Investment. Das Handelsdefizit der USA bezieht sich normalerweise auf das Defizit im Warenhandel. Die Handelsüberlegenheiten der USA finden aber in den anderen drei Bereichen ihren Ausdruck. Ende 2005 haben amerikanische Geschäftsleute 51,1 Mrd. US$ in China investiert und dort 49 000 Unternehmen gegründet. Die Produkte, die von diesen Unternehmen produziert werden, werden zum größten Teil auf dem chinesischen Markt verkauft, nur ein kleiner Teil von ihnen wird auf dem amerikanischen Markt abgesetzt.

Nehmen wir General Motors and Motorola als Beispiel. In China herrscht große Nachfrage nach GM-Autos und Handys von Motorola, die in China produziert werden, was den Auto- und Handyimport Chinas aus den USA ersetzt hat. Den unvollständigen Statistiken des chinesischen Handelsministeriums zufolge belief sich das Absatzvolumen der amerikanischen Unternehmen in China im Jahr 2004 auf 75 Mrd. US$. Diese Summe konnte 46% des Handelsdefizits der USA gegenüber China in jenem Jahr, das 162 Mrd. US$ betrug, ausgleichen.

In den Jahren 2001-2005 betrug Chinas gesamtes Importvolumen 2,17 Billionen US$. In den kommenden fünf Jahren (2006-2010) erwartet China ein Importvolumen von 4 Billionen US$. Das ist eine bedeutende Zunahme. Sollte die Bush-Regierung wie die Reagan-Regierung ihre Exportkontrolle gegenüber China lockern, werden die großen und mittelgroßen Unternehmen der USA in der Lage sein, einen großen Anteil des rapide wachsenden Marktes Chinas zu besitzen.

China und die USA können sich wirtschaftlich einander ergänzen, was die Entwicklung der Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen ihnen gewährleisten wird. Die Verbindung des Kapitals, der Technologien und der Managementerfahrungen der USA mit dem riesigen Markt, den Ressourcen und den billigen Arbeitskräften Chinas wird sicher der Wirtschaftsentwicklung der beiden Länder Nutzen bringen. China braucht im Zuge seiner Modernisierung eine große Menge von Kapital, Technologien und Ausrüstungen der USA, was die Wirtschaftsentwicklung der USA vorantreiben kann.


 

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