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Deutsche Hersteller sehen großes Potenzial auf Chinas Automarkt

Eigentlich ist die jetzige Situation auf dem chinesischen Automarkt eher frustrierend, dennoch sieht man einen Hoffnungsschimmer am Horizont für deutsche Autohersteller, da der Absatz nach monatelangen Minuszahlen mittlerweile erstmals wieder leicht - um zwei Prozent - zugenommen habe. Auch von der jüngsten Automesse in Shanghai erhielt man neue Impulse und Ermutigungen.

Über dem chinesischen Automarkt sind dunkle Wolken aufgezogen. Das einstige Paradies für PKW-Hersteller hat sich unerwartet schnell in eine Problemzone verwandelt. Audi, BMW und DaimlerChrysler haben 2004 ihre Absatzziele verfehlt. Volkswagen, seit Jahren Marktführer in China, bezeichnet sein chinesisches Geschäft als „großen Unsicherheitsfaktor“.

Die gegenwärtig schwierige Situation auf dem chinesischen Markt bewertet Bernd Gottschalk, Präsident des Verbands der Deutschen Autoindustrie, jedoch als eine Atempause vor der nächsten Wachstumsphase. Laut seiner Auffassung bleibe China ein Markt, der mittel- und langfristig unverändert attraktiv für deutsche Autohersteller ist. Die Situation zeige, dass es auch hier Normalisierungs- und Anpassungsbedarf gibt. Dabei war allen Autoherstellern durchaus klar, dass die Erschließung dieses Markts kein Sparziergang werden, sondern Weitsicht, Risikobewusstsein und Durchhaltevermögen erfordern würde:

„Zunächst einmal glaube ich, dass wir nicht zu Unrecht in den letzten 10 Jahren erlebt haben, dass das durchschnittliche jährliche Wachstum im PKW-Absatz über zehn Prozent lag. Und die langfristigen Entwicklungsperspektiven, die wir hier sehen, sind so, dass wir glauben, dass vielleicht mit Schwankungen von Jahr zu Jahr zu rechnen ist, dass aber im Durchschnitt ein zweistelliges Wachstum hier auch in den nächsten Jahren durchaus möglich sein wird. Das zweite ist, wir sehen natürlich, dass es einen Anpassungsbedarf gibt und dass der Markt insgesamt noch nicht konsolidiert ist und auch noch nicht über ein international wettbewerbsfähiges Preis- und Kostenniveau verfügt. Daher müssen wir diese langfristige positive Erwartung hinsichtlich der Mengen kombinieren mit der Aussage, dass wir sowohl hinsichtlich der Produkt-Konzepte als auch hinsichtlich der Unternehmensstruktur noch mit Anpassungsfragen zu rechnen haben. Die kosten in der Regel Geld und führen auch dazu, dass man in Aufbau-Phasen nicht immer profitabel ist. Wir hatten allerdings auch zurückblickend einige Jahre, in denen wir sehr, sehr gutes Geld verdient haben. Im Augenblick ist die Situation schwieriger. Aber ich halte dies für eine vorübergehende Erscheinung.“

Diese Einschätzung teilen auch zahlreiche chinesische und internationale Branchenkenner. Schließlich leben in China derzeit 1,3 Milliarden Menschen, und immer mehr von ihnen können sich ein Auto leisten. Chinesen wollen moderne Autos, weshalb Qualität von Volkswagen und BMW gefragt ist. Der chinesische Automarkt dürfte bis zum Jahr 2020 der größte Automarkt der Welt sein. Chinas Wachstum, könnte man meinen, sorgt bei ausländischen Herstellern für eitel Freude. Und wie kein anderes Herstellerland hat die deutsche Automobilindustrie mit den weitsichtigen Aktivitäten von Volkswagen und Audi das Potential des chinesischen Marktes frühzeitig erkannt. In den vergangenen 15 Jahren haben deutsche Autobauer in China insgesamt 4,3 Millionen Pkw verkauft. Die deutsche Automobilindustrie verfügt inzwischen über eine stetig wachsende Basis von Standorten, Produkten und Jointventures und wird auch weiterhin erfolgreich sein. Statistischen Angaben von VDA zufolge wurden im vergangenen Jahr sieben Prozent der globalen Pkw-Produktion deutscher Hersteller in China abgesetzt und höher als in den USA. Vor zehn Jahren waren es lediglich knapp drei Prozent.

Langfristig gesehen hat China auf Grund seiner Größe, seines rasanten Wachstums und seiner Energieknappheit allen Grund, auf neue Technologien zu setzen. So herrscht allgemein die Auffassung, dass Autohersteller, die den Benzinverbrauch dramatisch reduzieren oder Alternativen zum Benzinmotor bieten, große Chancen in China haben. Dazu sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbands der Deutschen Automobilindustrie:

„Ich glaube sogar, dass wir hier die Nase vorn haben in vielen Technologien. Ich glaube, dass es nicht einen Weg geben wird. Es wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Antriebsarten und auch Kraftstoffarten sein, die zum Einsatz kommen. Ich glaube, dass der Begriff der Nachhaltigkeit der Mobilität in China wie auch im Rest der Welt sehr entscheidend ist. Wir werden immer weniger Ressourcen beanspruchen.“

Laut Angaben von Gottschalk gibt es bei der Erschließung der Alternativen zum Benzin- und Dieselmotor enge technische Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland:

„Es gibt eine ganze Reihe von technischer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China in diesem Bereich. Zwei Sachen haben wir im Auge, einmal in der Verwendung von Wasserstoff als Antrieb als Ersatz von Benzin und Diesel, zum anderen ein Antrieb durch die Brennstoffzelle. In beiden Sektoren liegt die Zukunft. Ich glaube, dass wir hier auch die Nase vorn haben, weil wir schon weit über 200 Fahrzeuge im realen Betrieb haben und jetzt Erfahrungen mit ihnen sammeln. Wir haben hier im letzten Jahr in China die ersten Busse teils mit Hybrid-Antrieb und teils mit Brennstoffzellen vorgestellt. Das zeigt uns, dass wir hier in diesem Wege vorfahren sollen und wir glauben, dass China mit seiner Politik in gewissem Maße die Entwicklung überspringen und vorantreiben will, schneller als andere Länder.“

„Die Entwicklung überspringen“ das sieht man heutzutage in der gesamten chinesischen Automobilbranche. Schätzungen zufolge werden in zehn Jahren zahlreiche Autos, die in Europa verkauft werden, entweder in China gebaut oder von chinesischen Herstellern mit Sitz in Europa gebaut und verkauft werden. VW-Partner SAIC wird eine eigene Marke entwickeln, den Export vorantreiben und bald auf den globalen Märkten mitspielen. Mit dem Einstieg bei der britischen Automarke Rover und der Übernahme des südkoreanischen Autobauers Ssangyong hat SAIC nur die ersten Schritte einer globalen Expansionstour getan. Weitere werden folgen.

Zur Entwicklung der heimischen Autoproduktion Chinas sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie:

„Ich bin sicher, dass der inzwischen schon eingeleitete Konsolidierungsprozess insgesamt die chinesische Automobilindustrie nach vorne bringen und sie international wettbewerbsfähiger machen wird. Und deshalb sehe ich mit großem Interesse den internationalen Bemühungen der lokalen Hersteller sowohl in Nordamerika als auch in Europa entgegen.“

(CRI)

 

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