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So nahe, aber so fern

Die chinesische Fußballmannschaft ist nicht in der Lage, die Fußball-Weltbühne zu betreten.

Von Tang Yuankai

„Ich habe viele Träume gehabt, aber ich habe niemals davon geträumt, dass die chinesische Fußballmannschaft die Weltmeisterschaft gewinnt.“ Das ist eine Offenbarung eines Mitglieds der chinesischen Fußball-Nationalmannschaft.

Die chinesische Fußballmannschaft hat achtmal versucht, sich für die Teilnahme am Endspiel der WM zu qualifizieren. Sie erzielte nur im Jahr 2002 einen Erfolg. Die wiederholten Rückschläge und Enttäuschungen haben die Zuversicht der chinesischen Mannschaft reduziert, während andere asiatische Mannschaften in der Verbesserung der Geschicklichkeiten Fortschritte erzielten. Die wiederholten Misserfolge sind nicht nur ein bitterer Schlag für die chinesische Mannschaft, sondern haben auch die Fußballfans zur Verzweiflung gebracht. Trotzdem bleibt die Hoffnung der Spieler und Fans auf einen Sieg unvermindert. Sie richten mit Hoffnung den Blick auf die WM 2010 in Südafrika.

1958, der erste Versuch

Um sich für die Teilnahme am Endspiel der WM zu qualifizieren, waren die meisten chinesischen Spieler in Ungarn zwei Jahre lang ausgebildet worden.

Anfangs tat die chinesische Mannschaft gut. Sie hatte den Gegner besiegt und brauchte nur ihr Auswärtsspiel zu gewinnen. Allerdings bestand sie hauptsächlich aus den Spielern, denen es an Erfahrungen für internationale Wettkämpfe mangelte. An einem heißen Sommernachmittag (40 Grad Celsius) kämpften die jungen chinesischen Spieler zwar hart gegen die indonesische Mannschaft, eine der damals stärksten Mannschaften in Asien, aber sie wurden schließlich mit 0:2 niedergeschlagen.

Im Heimspiel hatte die chinesische Mannschaft keine andere Wahl, als mit aller Kraft einen Angriff zu unternehmen. Schließlich gewann sie mit 4:3 das Spiel. Zum ersten Mal jubelten die chinesischen Fans über den Sieg ihrer Mannschaft und begannen, die WM mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Gemäß den Spielregeln fand das Endspiel zwischen China und Indonesien in Rangun, Burma, statt. Das Resultat war jedoch ein torloses Remis. Die chinesische Mannschaft wurde schließlich in der Vorrunde ausgeschieden.

In den folgenden 22 Jahren nach der WM 1958 in Schweden erschien die chinesische Fußballmannschaft aus verschiedenen Gründen nicht auf der Weltfußballarena.

1982, ein knapper Misserfolg

Nach einer Unterbrechung von 24 Jahren setzte die chinesische Mannschaft seinen Traum von der WM fort. Ihre verbesserte Technik ermöglichte es ihr, die Mannschaft von Saudi-Arabien mit 4:2 zu besiegen, nachdem sie zwei Tore verloren hatte. In der Tat wurde diese Mannschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten als die beste Nationalmannschaft Chinas betrachtet, obwohl sie schließlich vom Endspiel der WM ausgeschlossen wurde.

1986, eine unerwartete Niederlage

Die chinesische Mannschaft hätte am Endspiel der WM teilnehmen können, wenn sie im Heimspiel gegen Hong Kong ein Remis erzielt hätte. Doch sie verlor unerwartet das Spiel mit 1:2, wodurch ihre Hoffnung, nach Mexiko zu gehen, vereitelt wurde.

1990, ein 3-minutiger Albtraum

Die chinesische Mannschaft verlor nur in den letzten drei Minuten die Chance, nach Italien zu gehen. In der letzten Qualifikationsrunde Asiens lag die chinesische Mannschaft immer in Führung, doch in den letzten drei Minuten erzielte die Mannschaft von Katar zwei Tore, so wurde die chinesische Mannschaft mit 1:2 besiegt.

1994, Anstellung eines ausländischen Trainers

In der Erkenntnis, dass die chinesische Mannschaft unfähig war, es mit ausländischen Mannschaften aufzunehmen, beschloss der Chinesische Fußballverband, einen ausländischen Trainer anzustellen. Diese Maßnahme wurde als ein ,,Durchbruch“ in der Reform des chinesischen Fußballs betrachtet. Hohe Hoffnung wurde auf den deutschen Trainer Klaus Schlappner gesetzt. Man erwartete von ihm, dass er die chinesische Mannschaft von ihrer regelmäßigen Ausscheidung aus der Vorrunde retten würde.

Anders als andere Trainer zog Schlappner die Einimpfung des Kampfgeistes der technischen Ausbildung vor. Er sagte oft zu den Spielern: ,,Wenn Sie nicht wissen, wo der Ball gehen soll, schießen Sie ihn ins Tor!“ Doch man wusste nicht, ob sein Stil dem chinesischen Fußball nicht entsprach oder die chinesischen Spieler sich nicht seinen Trainingsmethoden anpassen konnten. Als Folge wurde die chinesische Mannschaft noch einmal vom Endspiel der WM ausgeschlossen.

1998, immer schwierig, die Tür des Sieges zu öffnen

1998 wurde die Zahl der Mannschaften, die am Endspiel der WM teilnehmen sollten, von 24 auf 32 und die Zahl der asiatischen Mannschaften, die sich für die Teilnahme am Endspiel der WM qualifizieren, von zwei auf vier gesteigert. In der Vorrunde erkämpfte die chinesische Mannschaft mit fünf Siegen und einem Remis einen Platz in den letzten zehn Mannschaften. Sie erzielte zwar 11 Punkte und rangierte mit drei Siegen, zwei Remis und drei Niederlagen in den Gruppenspielen an dritter Stelle, doch mit 1 Punkt hinter der zweiten Stelle in der Gruppe verpasste sie noch einmal die Gelegenheit, am Endspiel der WM teilzunehmen.

2002, endliche Erfüllung des Traums

Um 21 Uhr 21 des 7. Oktober 2001 markierte der Schlusspfiff einen historischen Augenblick in der chinesischen Fußballgeschichte. Die Tür der Weltmeisterschaft wurde endlich von der chinesischen Mannschaft aufgemacht. Die chinesische Mannschaft erhielt zwei Runden vorfristig in der asiatischen Zone ihre erste Eintrittskarte zum Endspiel der WM 2002, nachdem sie mit fünf Siegen und einem Remis insgesamt 16 Punkte erzielt hatte.

Diesmal war die chinesische Mannschaft vom Glück gesegnet: Sie konnte in der Vorrunde das Spiel mit Südkorea und Japan vermeiden, weil die beiden Gastgeberstaaten der Weltmeisterschaft 2002 waren, und die Verlosung in der Gruppe half ihr, ihren starken Rivalen Saudi-Arabien und dem Iran aus dem Weg zu gehen.

Abgesehen vom Glück, musste man anerkennen, dass die chinesische Mannschaft technisch reifer geworden ist und versteht, die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen. Ihr Erfolg war auch dem jugoslawischen Trainer Bora Milutinovic zu verdanken.

Milutinovic erwies sich als ein guter ,,Psychologe“. Er betonte wiederholt die Wichtigkeit einer positiven Haltung für das Spiel und ermahnte die Spieler, sich zu entspannen und das Spiel zu genießen. Er wurde bisher als der erfolgreichste Trainer der chinesischen Mannschaft betrachtet.

2006, noch einmal eine Niederlage

Die chinesische Mannschaft, die von einem ausländischen Trainer profitiert hat, ist begierig, mehrere Wettkämpfe zu gewinnen. So stellte sie den zweiten ausländischen Trainer, Arie Haan aus den Niederlanden, an, in der Hoffnung, dass er sie zur WM in Deutschland führen würde. Allerdings ist Arie Haan nicht wie Milutinovic vom Glück begünstigt, und die chinesische Mannschaft wurde schon in der Gruppenvorrunde ausgeschieden. Ob Arie Haan oder der Chinesische Fußballverband daran schuld ist, ist eine Frage, die eine Debatte ausgelöst hat.


 

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