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G-8-Gipfeltreffen

Es ist für die G-8 notwendig, mehr Outsiders einzulassen.

Von Dr. Chen Xulong aus dem Chinesischen Institut für Internationale Studien

Das G-8-Gipfeltreffen, das jährlich einmal stattfindet, steht immer im Brennpunkt des internationalen Interesses. Das G-8-Gipfeltreffen, das vom 15. bis zum 17. Juli in St. Petersburg stattfand, zog selbstverständlich die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf sich.

Drei Gründe machen das G-8-Gipfeltreffen attraktiv: Erstens sind die acht Mitglieder der G-8 die weltweit stärksten westlichen Mächte, die politisch und wirtschaftlich eine ausschlaggebende Rolle in der heutigen Welt spielen. Sie beeinflussen in hohem Grad den Frieden und die Entwicklung der Welt. Zweitens beziehen sich die Themen, die sie jährlich auf dem Gipfeltreffen diskutieren, immer auf globale Fragen von allgemeinem Interesse bzw. wichtige regionale Fragen. Drittens verschließt sich das G-8-Gipfeltreffen nicht mehr dem Rest der Welt, sondern lädt aus eigener Initiative Entwicklungsländer zum Dialog ein. Das G-8-Gipfeltreffen zeigt immer mehr die Tendenz, dass es zu einem Gipfel der Weltmächte wird und in internationalen Angelegenheiten und in der Behandlung der Nord-Süd-Beziehungen, nämlich der Beziehungen zwischen reichen und armen Ländern, eine immer wichtigere Rolle spielt.

Die Entwicklung der G-8

Die G-8 ist ein Dialog- und Koordinationsmechanismus zwischen den westlichen Mächten. Im November 1975 trafen sich die Staatsführer Frankreichs, der USA, Deutschlands, Italiens, Japans und Großbritanniens in Rambouillet, Frankreich, um die Fragen in Bezug auf die Währung, den Handel, die Energie und die Roh- und Werkstoffe sowie ihre Beziehungen zu den Entwicklungsländern zu diskutieren und die Wirtschaften der kapitalistischen Mächte zu koordinieren. Sie erzielten auf der Konferenz eine Vereinbarung über Wechselkurse. Dies bedeutet, dass diese Mächte begannen, ihre Haltung in diesen Bereichen von Konflikt zu Kooperation zu verändern.
Die Tatsache hat bewiesen, dass diese Konferenz zur wirtschaftlichen Wiederbelebung und Weiterentwicklung der westlichen Mächte führte, wodurch diese erkannten, dass dieser Mechanismus fortgesetzt werden sollte.

Im nächsten Jahr fand das Gipfeltreffen von sieben Ländern nach dem Beitritt Kanadas statt. Angetrieben von dem damaligen US-amerikanischen Präsidenten, wurde das Gipfeltreffen institutionalisiert. Danach wurde es jährlich turnusmäßig von einem der sieben Länder veranstaltet. Während der Entwicklung der G-7 wurde der Themenkreis, den das Gipfeltreffen diskutierte, von wirtschaftlichen auf politische Fragen ausgedehnt und dann weiter diversifiziert, so dass er schließlich alle wichtigen internationalen Fragen abdeckt. Nach Ende des Kalten Krieges realisierte das Gipfeltreffen durch den Beitritt Russlands eine wichtige Expansion und verwandelte sich von einem „Klub von reichen Ländern“ in einen „Klub von Weltmächten“.

Die G-8 schenkt von Anfang an ihren Beziehungen zu den Entwicklungsländern und den Beziehungen zwischen Norden und Süden große Aufmerksamkeit. Mit der Entwicklung der Globalisierung, der Vertiefung der gegenseitigen Abhängigkeit aller Länder und der Erhöhung der internationalen Stellung der Entwicklungsländer stellte die G-8 fest, dass ihre interne Koordination bei weitem nicht genug ist. Sie muss die Kontakte und Dialoge mit den Entwicklungsländern, insbesondere mit den großen Entwicklungsländern, ausbauen. Deshalb lädt sie, wenn das G-8-Gipfeltreffen stattfindet, aus eigener Initiative einige wichtige Entwicklungsländer zum Dialog ein. In diesem Jahr lud sie China, Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko und die Republik Kongo ein.

Die Verstärkung der Rolle der Gruppe

Während des Kalten Krieges spielte die G-7 auf dem Gebiet der Wirtschaft und Politik eine wichtige Rolle. Die G-7-Mitglieder unternahmen gemeinsam große Anstrengungen, um verschiedene wirtschaftliche Probleme, mit denen sie konfrontiert waren, zu bewältigen und durch Dialog, Koordination und Kooperation die Wirtschaftsentwicklung der westlichen Länder zu fördern. Das G-7-Gipfeltreffen verstärkte politisch die Geschlossenheit der westlichen Länder und erreichte das Ziel, die Sowjetunion in Schach zu halten.

Nach dem Kalten Krieg hat sich die G-7 zur G-8 entwickelt. Mit der Vertiefung der Globalisierung ist die G-8 allmählich zu einem Zentrum für die Regelung und Koordinierung globaler Fragen in Bezug auf die traditionelle Wirtschaft, Politik und Sicherheit geworden. Diese globalen Fragen umfassen u. a. große Schulden, die durch die Beschleunigung der Globalisierung verursacht wurden, genetisch modifizierte Nahrungsmittel, „digitale Kluft“, globale Erwärmung, Energiesicherheit und Epidemieverhütung und -kontrolle.

Die Praxis hat bewiesen, dass die Rolle der G-8 praktisch, einzigartig und wichtig ist.

Die G-8 ist sich darüber im Klaren, dass einige Entwicklungsländer, einschließlich Chinas, dank ihrer schnellen Wirtschaftsentwicklung in internationalen politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten zunehmend eine wichtige Rolle spielen. Dialoge mit den Staatsführern dieser Länder zu führen, entspricht dem Entwicklungstrend der Welt und kann der internationalen Gemeinschaft helfen, mit den Herausforderungen, die die Globalisierung mit sich gebracht hat, fertig zu werden.

In der Tat ist die Süd-Nord-Kooperation wie auch der Dialog zwischen der G-8 und den Entwicklungsländern für die effektive Lösung wichtiger globaler Fragen von großer Bedeutung. Das „8+n “-Modell ist wichtiger als die G-8 selbst und ist bereits zu einem wichtigen Teil des G-8-Gipfeltreffens geworden. Die Vertiefung und Weiterentwicklung dieses Dialogmechanismus wird nicht nur zur Lösung wichtiger globaler Fragen, sondern auch zum Aufbau einer harmonischen Welt beitragen.

Die meisten Entwicklungsländer können nun die G-8 objektiv beurteilen und schenken ihrer Rolle große Beachtung. Nehmen wir China als Beispiel. Dieses nach außen geöffnete Land mit Selbstvertrauen hat eine reife Meinung zur G-8 und hat einen gemeinsamen Standpunkt und genug Raum für die Kooperation mit der G-8 gefunden. China ist der Ansicht, dass die G-8 als ein Koordinationsmechanismus der entwickelten Länder eine wichtige Rolle in den politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Welt spielen. China und die G-8 sind beide wichtige Mitglieder der internationalen Gemeinschaft. Als ein Entwicklungsland glaubt China, dass die Entwicklungsländer und die entwickelten Länder Partner der gleichberechtigten Kooperation bei der gemeinsamen Bewältigung globaler Herausforderungen sein sollten. Daher hat China in den letzten Jahren seine Kontakte, Dialoge und Kooperation mit der G-8 verstärkt. Seiner Meinung nach entspricht das den Interessen aller Seiten und kann zur Erhaltung des Friedens, der Stabilität und der Entwicklung der Welt beitragen. Das Ziel der Beteiligung Chinas am Dialog zwischen der G-8 und den Entwicklungsländern ist, in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens Fortschritte bei der internationalen Kooperation in den betreffenden Bereichen zu erzielen und positive Beiträge für die Lösung globaler Fragen zu leisten. China will dabei nach Gemeinsamkeiten suchen und die Differenzen zurückstellen, pragmatisch vorgehen und eine Kooperation mit Gewinn für beide Seiten anstreben. Chinas Kontakt, Dialog und Kooperation mit der G-8 kann zur Verbesserung des Koordinationsmechanismus der G-8 beitragen und der G8 helfen, bei der Lösung globaler Fragen eine noch bessere Rolle zu spielen.

Jetzt besteht die G-8 nur aus westlichen Mächten, ihr mangelt es an universaler Repräsentanz. Darüber hinaus ist die G-8 keine internationale Organisation, deshalb kann die Implementierung der auf dem G-8-Gipfeltreffen getroffenen Abkommen kaum garantiert werden.

Die G-8 sollte mehr tun, um ihre eigene Beschränktheit, insbesondere ihre sektiererischen Vorurteile, zu überwinden und ihre Rolle bei der globalen Verwaltung zu vergrößern. Sie sollte sich mehr nach den Entwicklungsländern öffnen und dem Dialog mit ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schenken, bevor sie sie als Vollmitglied aufnimmt.


 

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