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Libo — ein Wunderland

Der Kreis Libo, der in der südwestchinesischen Provinz Guizhou liegt, ist ein grünes Reich von wunderbaren Flüssen und Bergen. Nach vielen Jahren der Bemühungen hat die Lokalregierung einen neuen Weg zum Schutz der biologischen Artenvielfalt und Integrität in diesem Gebiet gefunden.

Von Liu Wei

Der Kreis Libo liegt im Süden der südwestchinesischen Provinz Guizhou, die Hälfte seines Landes ist bewaldet. Die Bewaldungsrate im Karstwald-Naturschutzgebiet Maolan, das sich in Süden des Kreises befindet, beträgt 92%. Dieses Gebiet ist das einzige Karstwald-Ökosystem auf der gleichen geographischen Breite der Erde und ein seltener Genpool. Daher wird es als „ein Smaragd auf dem Gürtel der Erde“ bezeichnet.

Einzigartige Landschaft

Obwohl die Oberfläche der Berge in Maolan durch steile Berghänge und zerklüftete Felsen von bizarren Formen, von denen 80% nackt liegen, gekennzeichnet ist, gibt es hier 20 000 ha immergrüne Laubbäume. Sie werden als „Wälder auf Felsen“ bezeichnet.

Die Koexistenz von stagnierendem Waldwasser und Karst-Grundwasser hat eine einzigartige hydrogeologische Dualstruktur gebildet.

Die einzigartige ökologische Umwelt und die günstigen Klima- und Wasserbedingungen tragen dazu bei, dass Maolan reiche Tier- und Pflanzressourcen hat. In Maolan haben die Forscher 163 Arten von Pilzen, 345 Arten von Heilkräutern, 144 Arten von Moosen, 34 Arten von Wildtieren, 103 Vogelarten, 109 Arten von Amphibien, 17 Fischarten, 39 Arten von Reptilien und 289 Insektarten gefunden. Auch seltene Pflanzen sind hier überall zu sehen.

Erforschung der Harmonie zwischen Mensch und Natur

Früher wurde das Karstwald-Ökosystem durch übermäßige Abholzung und Verbrennung zerstört. Deshalb ist es schwierig, es wiederherzustellen, weil das geschädigte Wurzelsystem zu schwach ist, um wieder zu keimen. Das Verschwinden der feuchten Umwelt wird zu schwerer Bodenerosion, ja sogar zu Steinwüsten führen.

China hat 1,25 Mio. qkm Land mit bloßliegenden Karbonaten, die etwa 13% der gesamten Landfläche Chinas ausmachen. 55% des Karstlandes Chinas liegen in den süd- bzw. südwestchinesischen Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten Guizhou, Yunnan, Chongqing, Guangxi, Sichuan, Hunan, Hubei und Guangdong. Beeinflusst durch Monsune, waren die Karstgebiete vor menschlichen Einwirkungen zum größten Teil mit dichten Wäldern bedeckt. Doch vor mehr als 300 Jahren haben sich viele Karstwälder infolge menschlicher Aktivitäten in Steinwüsten verwandelt. Nur Libo, gelegen an der Grenze zwischen der Provinz Guizhou und dem Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität, hat dank seiner geographischen Lage und spärlichen Bevölkerung seine Karstwälder bewahrt und ist zu einer wichtigen Forschungsbasis für subtropische Karstwälder in China und in der Welt geworden.

Libo ist auch ein idealer Ort zum Studium der Karsterscheinung. Daher räumt das Karstwald-Naturschutzgebiet Maolan dem Schutz seiner ökologischen Ressourcen Priorität ein.

Im Mai 1988 wurde das Naturschutzgebiet Maolan zum Naturschutzgebiet auf Staatsebene eingestuft. Im Mai 1989 wurde ein Verwaltungsbüro in diesem Gebiet mit Genehmigung der Provinzregierung ins Leben gerufen. Ein dreistufiges Schutznetz, das sich aus dem Verwaltungsbüro, dem Team für Waldsicherheit und der Gruppe für Dorfsicherheit zusammensetzt, ist etabliert worden. Das Verwaltungspersonal vermittelt den einheimischen Bewohnern Kenntnisse über den Schutz der Naturressourcen und die Verhütung von Waldbränden sowie die diesbezüglichen Gesetze und Vorschriften. Darüber hinaus sind Maßnahmen ergriffen worden, um illegale Abholzung und Urbarmachung sowie illegale Jagd zu bekämpfen. Zugleich unternahm das Naturschutzgebiet mit den betreffenden Institutionen und Hochschulen gemeinsam Anstrengungen, um wissenschaftliche Forschung über das Karstwald-Ökosystem in Maolan durchzuführen.

Eine andere Aufgabe der Verwaltung ist, den einheimischen Bewohnern zu helfen, die Armut durch die Entwicklung der lokalen Wirtschaft zu beseitigen. Ran Jingcheng, Direktor des Verwaltungsbüros des Naturschutzgebiets Maolan, zufolge leben 8000 Menschen in 87 Dörfern in diesem Gebiet. Die meisten von ihnen sind Angehörige von nationalen Minderheiten, darunter Bouyei, Shui, Yao und Zhuang. Die Errichtung des Naturschutzgebiets hat zwar die Naturressourcen unter den Schutz gestellt, aber das Verbot von Holzkohlebrennung, Jagd und Sammlung von Pflanzen hat das Einkommen der einheimischen Bauern beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass die einheimischen Bewohner seit langem ein abgeschlossenes Leben führen und kein Verständnis für die Bedeutung und Funktion des Naturschutzgebiets haben. So haben sie Abneigung gegen das Naturschutzgebiet.

Um dieses Problem zu lösen, wurde viel Arbeit geleistet, die in drei Perioden aufgeteilt werden konnte. Von 1989 bis 1993 wurde den Bauern, deren landwirtschaftliche Kulturpflanzen von Wildtieren verwüstet worden waren, Schadenersatz geleistet. Von 1994 bis 2000 wurde den einheimischen Bewohnern finanzielle Unterstützung gewährt, um ihnen bei der Beseitigung der Armut zu helfen. Von 2001 bis 2003 wurde ihnen mit Wissenschaft und Technik Hilfe geleistet, um ihre traditionelle rückständige Produktionsweise zu verändern und unter der Voraussetzung, der ökologischen Umwelt und den Naturressourcen keinen Schaden zuzufügen, die lokalen Ressourcen rationell zu nutzen.

Mittlerweile ist eine Reihe von effektiven Maßnahmen zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur ergriffen worden. Beispielsweise bauten die einheimischen Bewohner früher kein Gemüse an, sondern kauften mit dem Geld, das sie durch Holzkohlebrennung verdienten, Gemüse. Angesichts dieser Situation veranstaltete das Verwaltungsbüro des Naturschutzgebiets für die Einheimischen Ausbildungskurse über den Gemüseanbau. Jetzt beherrschen immer mehr Einheimische die Technik für den Gemüseanbau und haben dadurch ihr Einkommen erhöht.

Die von den Frauen nationaler Minderheiten in Südwestchina hergestellten Handarbeiten sind landesweit bekannt. In der Vergangenheit wurden die schönen Handarbeiten wie handgewebter Baumwollstoff, Stickarbeiten und Silberschmucksachen von den einheimischen Bewohnern für den eigenen Gebrauch oder als Geschenk benutzt. Jetzt werden die traditionellen Handarbeiten als ein Mittel zur Erhöhung des Einkommens der Frauen und ihrer Stellung in der Familie betrachtet.

In der Vergangenheit holzte jeder Bauernhaushalt jährlich im Durchschnitt 8 Kubikmeter Bäume als Brennstoff ab. Mit der Einführung von Faulgasgruben, die den alltäglichen Bedarf an Energie im Wesentlichen decken können, ist der Brennholzverbrauch um zwei Drittel zurückgegangen.

Die Kinder werden zum Schutz der Wälder erzogen, und die Geldspenden aus allen Landesteilen werden dafür eingesetzt, den Kindern aus armen Familien zu helfen, die Schule zu besuchen.

Bewerbung um den Status des Weltnaturerbes

Mit Genehmigung des Staatsrats bewerben sich die kegelförmige Karstlandschaft in Libo, Guizhou, die spitzenförmige Karstlandschaft in Shilin, Yunnan, und die Karstlandschaft Tiankeng in Wulong, Chongqing, die das Karstgelände in Südchina bilden, um den Status des Weltnaturerbes 2007. Alle Antragsmaterialien sind dem UNESCO-Zentrum für Welterbe zur Überprüfung vorgelegt worden. Wenn die Bewerbung erfolgreich ist, werden die o.g. Gebiete nach Huanglong, Jiuzhaigou, Zhangjiajie und dem Gebiet mit drei parallel fließenden Flüssen die 5. Weltnaturerbestätte in China sein.

 

Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24,
100037 Beijing, Volksrepublik China