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Chinas Tibet: Fakten und Zahlen 2005

(Fortsetzung)

Die tibetischen Klöster

Der tibetische Buddhismus stellt die Grundlage der traditionellen Kultur der tibetischen Nationalität dar und bestimmt Politik, Wirtschaft, Bildungswesen, Leben, Sitten und Gebräuche in Tibet.

Die ersten tibetischen Klöster wurden im 8. Jahrhundert gebaut. Etwa im Jahr 779 wurde das Samye-Kloster unter der Leitung des Tubo-Königs Trison Detsan nach zwölf Jahren Bearbeit fertiggestellt. Samye ist eines der bedeutendsten Klöster in der Geschichte des tibetischen Buddhismus. Nach dem Tod Trison Detsans wurde der Buddhismus unterdrückt. Die folgenden Kriegswirren dauerten über hundert Jahre bis zum Ende des 9. Jahrhunderts an. Das Volk verlangte gesellschaftliche Stabilität und Wiederherstellung der Produktion. Das reine Sklavensystem löste sich auf, ein neues System der Leibeigenschaft in der Feudalgesellschaft entstand, was der Herstellung einer neuen Herrschaft bedurfte. Der Buddhismus war wieder im Aufstieg.

1054 starb der indische buddhistische Prediger Atisa (982-1054), der den Buddhismus in Tibet gepredigt hatte. 1076 wurde unter der Leitung des Königs Guge eine große Gebetsversammlung zum „Feuerdrachen-Jahr“ im Toling-Kloster veranstaltet, diese demonstrierte die Belebung und Weiterentwicklung des Buddhismus. Nach dieser Gebetsversammlung schlossen die Klöster überall wie Pilze aus dem Boden.

In der weiteren Entwicklung des tibetischen Buddhismus entstanden verschiedene Sekten, die über eigene Klöster verfügten. Beispielsweise baute die Nyingma-Sekte gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Dojechag-Kloster in der Nähe von Lhasa und Mitte des 17. Jahrhunderts das Minzhoiling-Kloster, die später Ursprung der zwei Zeige der Nyingma-Sekte wurden. Die Gatang-Sekte entstand in der späteren Entwicklungszeit des Buddhismus, baute 1054 das Razheng-Kloster, der Ausgangsort dieser Sekte. Später baute sie die Klöster Butog, Qucka und Gyibug, die mit einigen kleinen Klöstern zusammen eine großflächige Klostergruppe bildeten. Da diese Sekte früh aufgelöst wurde, sind nur wenige Klöster dieser Sekte erhalten. Das Natang-Kloster in Xigaze ist ein typisches Kloster dieser Sekte. In der Blütezeit des Natang-Klosters lebten hier über 3000 Mönche, und es gab 12 Sutrahallen. Die Sutra-Druckerei des Klosters war eine der drei ersten Druckereien in Tibet. In dieser Druckerei wurden viele Sutras in der tibetischen Schrift und handgeschriebene buddhistische Sutras aufbewahrt. In dieser Druckerei wurde 1732 und 1742 das Tripitaka nach dem Verfahren des Holzblockdrucks hergestellt. Man sagt, das „Gangyur“ sei eine einzigartige Auflage, ein Erfolg der Gelug-Sekte.

Die Sagya-Sekte entwickelte sich aus der Kun-Familie. Anfang des 9. Jahrhunderts löste sich Goinqog Gyaibo von der Nyingma-Sekte, baute in Sagya das Sagya-Kloster und bildete allmählich die Sagya-Sekte. „Sagya“ bedeutet auf Tibetisch weiß bzw. farblos. Dieses Kloster wurde in der Nähe eines weißen Berges gebaut und Sagya-Kloster genannt. Da die Wände des Sagya-Klosters mit schwarzer, weißer und roter Farbe bemalt waren, hieß sie im Volksmund auch Streifen-Sekte. 1449 wurde das Gyichag-Kloster erbaut und war eine wichtige Versammlungs- und Gebetsstätte in der späteren Entwicklung der Sagya-Sekte. Die Gagyu-Sekte wurde „Weiße Sekte“ genannt und hatte viele Zweige. Jeder Zweig verfügte über eigene Klöster. Das von der Pagmo Zhuba Gagyu-Sekte im Jahre 1351 erbaute Zetang-Kloster war vor der Entstehung der Gelug-Sekte schon ein berühmtes Kloster. Am 5. Tag des zweiten Monats 1410 nach dem tibetischen Kalender führte Zongkapa den Vorsitz bei der Einweihungsfeier des Gandain-Klosters. So entstand die Gelug-Sekte mit Zongkapa an der Spitze und wurde „Gelbmünzen-Sekte“ genannt. Zongkapa hatte viele bekannte Anhänger. Nach seinem Tod im Jahre 1419 erstarkte die Gelug-Sekte weiter und baute viele Klöster. Jamyang Qugyai erbaute 1415 das Zhaibung-Kloster. 1418 hatte er eine Audienz beim Kaiser Yongle der Ming-Dynastie (1368-1644), erhielt viele Zuwendungen und erbaute damit das Sera-Kloster. Sera bedeutet auf Tibetisch Rose. Das Sera-Kloster bedeutet „Wildrosen-Kloster“. Das Gandain-, das Zhaibung- und das Sera-Kloster sind die drei größten Klöster im südlichen Tibet. 1447 erbaute Gundain Zhuba in Xigaze das Tashilhunpo-Kloster. Dieses Kloster wurde später von Bainqen Lamas verwaltet. Das Gandain-Kloster, in dem Zongkapa Sutras verbreitete und eine Grundlage der exoterischen und der tantristischen Schule schaffte, wurde zu einem Forschungszentrum der Gelug-Sekte. Das Zhaibung-Kloster, dessen Abbot Zhaci Bedain aus einer reichen und einflussreichen Familie stammte und enge Beziehungen zu der Pagmo Zhuba-Regierung hatte, wurde in der Tat Verwaltungsorgan der Gelug-Sekte. Gundain Gyaico, ein anderer wichtiger Mönch der Gelug-Sekte, leistete einen großen Beitrag zur Entwicklung und Verwaltung der Klöster dieser Sekte. Nach seinem Tod wurde Soinam Gyaico, ein Kind aus einer Beamtenfamilie, als seine Reinkarnation bestimmt und ins Zhaibung-Kloster gebracht. Die Gelug-Sekte führte damit das Reinkarnationssystem ein. Soinam Gyaico verlieh posthum Gundain Zhuba den Titel „der 1. Dalai Lama“ und Gundain Gyaico den Titel „der 2. Dalai Lama“. Soinam Gyaico nannte sich „der 3. Dalai Lama“.

(Fortsetzung folgt)

 

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