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Investment im Ausland

Auf der 2. Vorbereitungssitzung für die 10. Chinesische Internationale Messe für Investment und Handel, Chinas einzige Jahresveranstaltung, die auf die Förderung des weltweiten Investments abzielt, diskutierte Zhao Chuang, Vizeleiter der Abteilung für Wirtschaftskooperation mit dem Ausland des Handelsministeriums, mit Dai Xiaohua, Mitarbeiter der „Beijing Rundschau“, über die Aussichten des Investments chinesischer Unternehmen im Ausland.

Beijing Rundschau: Warum hat die chinesische Regierung die Strategie der Optimierung der Struktur des ausländischen Investments in China, der Aufstockung des chinesischen Investments im Ausland und der Ermutigung chinesischer Unternehmen zum „Gehen ins Ausland“ aufgestellt?

Zhao Chuang: Es ist allen bekannt, dass die Einführung ausländischer Investitionen ein wichtiger Teil der Öffnung Chinas, die die grundlegende Staatspolitik Chinas ist, ist. Von 1978, als Chinas Reform and Öffnung begonnen wurden, bis Ende 2005 hat die chinesische Regierung die Gründung von mehr als 500 000 Unternehmen mit Auslandskapital genehmigt, das eingezahlte Auslandskapital betrug über 270 Mrd. US$. Bisher haben mehr als 190 Länder und Regionen in China investiert. Die Zahl der Forschungs- und Entwicklungszentren, die von ausländischen Investoren in China errichtet wurden, beträgt über 700, und mehr als 40 Multis haben ihre regionalen Hauptquartiere in China eingerichtet. Die meisten Unternehmen mit Auslandskapital wirtschaften gut und spielen zunehmend eine wichtige Rolle in Chinas Wirtschaft.

Anfang dieses Jahrhunderts legte die chinesische Regierung entsprechend den Erfordernissen der Wirtschaft, Politik und Diplomatie Chinas die Strategie der Optimierung der Struktur des ausländischen Investments, der Aufstockung des chinesischen Investments im Ausland und der Ermutigung chinesischer Unternehmen „zum Gehen ins Ausland“ fest. Diese Strategie ist für die Gewährleistung der anhaltenden, gesunden und stabilen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, die Vergrößerung des Einflusses Chinas in internationalen Angelegenheiten und die Entwicklung der strategischen Partnerschaft mit anderen Ländern von großer aktueller und weitreichender Bedeutung.

BR: Wie steht es mit der Durchführung der Strategie, „ins Ausland zu gehen“? Gibt es dabei Probleme?

Zhao: In den letzten Jahren bauten chinesische Unternehmen ihre Präsenz auf dem internationalen Markt aus und zeigten im Investment im Ausland einen großen Schwung. Seit Anfang dieses Jahrhunderts ist Chinas Investment im Ausland jährlich im Durchschnitt um 20% gestiegen, die höchste Jahreswachstumsrate erreichte 80%. Das Jahresinvestment betrug im Durchschnitt 6-7 Mrd. US$. Bis Ende 2005 betrug das Investment chinesischer Unternehmen im Ausland insgesamt 51,7 Mrd. US$. Mit dieser Wachstumsrate wird Chinas Jahresinvestment im Ausland im Jahr 2020 schätzungsweise 30 Mrd. US$ erreichen. Damit wird sich China in den Zug der führenden Investmentländer der Welt einreihen. Die betreffenden UNO-Organisationen haben ein Auge auf Chinas Investment im Ausland und haben China in die Liste der „Investmentländer mit Potenzial“ aufgenommen.

Aber wir sollen nüchtern feststellen, dass Chinas Investment im Ausland viel geringer als ausländisches Investment in China ist und gar nicht mit dem Investment der entwickelten Länder im Ausland verglichen werden kann. Das Gesamtvolumen des chinesischen Investments im Ausland in Höhe von 51,7 Mrd. US$ entspricht nur dem Investment der USA oder Deutschlands in einem Jahr. China hat noch einen langen Weg vor sich, bis es zu einem Investmentland im wahrsten Sinne des Wortes wird.

Die Strategie der Ermutigung chinesischer Unternehmen zum „Gehen ins Ausland“ hat bei den meisten Ländern, insbesondere Entwicklungsländern, Anklang gefunden. Es gibt jedoch einige Länder, die dies politisieren wollen. Sie betrachten die Akquisition lokaler Unternehmen durch chinesische Unternehmen als eine Bedrohung und legen mit Absicht chinesischen Unternehmen bei der Kapitalanlage Hindernisse in den Weg. Ein typisches Beispiel ist die gescheiterte Bewerbung der China National Offshore Oil Corp. (CNOOC) um den Aufkauf der Unocal Corp. der USA. Eine Geschäftsübernahme dieser Art ist in den internationalen Geschäftskreisen üblich, doch sie wurde vom US-amerikanischen Parlament aus politischen Gründen abgelehnt.

Darüber hinaus haben einige lokale Regierungen und Behörden eine mangelnde Erkenntnis für die Wichtigkeit des Investments im Ausland. Sie schenken normalerweise der Einführung ausländischer Investitionen Beachtung und versäumen es, konkurrenzfähige chinesische Unternehmen zu unterstützen, Zugang zum Weltmarkt zu finden, was die Durchführung der Strategie der Ermutigung chinesischer Unternehmen zum „Gehen ins Ausland“ beeinträchtigt.

BR: Was sind die wichtigsten Vor- und Nachteile der international orientierten Unternehmen Chinas? Welche Maßnahmen ergreifen die zuständigen Regierungsabteilungen, um diese Unternehmen zu ermutigen, im Ausland zu investieren?

Zhao: Nach nahezu 30 Jahren der Reform und Öffnung haben immer mehr chinesische Unternehmen, ob staatliche oder private, die Qualifikation für den Zugang zum internationalen Markt erlangt. Bisher haben 10 000 chinesische Unternehmen in 170 Ländern und Regionen, hauptsächlich in Entwicklungsländern, investiert, um Fabriken zu gründen. Die meisten dieser Fabriken wirtschaften mit Gewinn.

Chinesische Unternehmen haben günstige Bedingungen für die Konkurrenz auf dem internationalen Markt. Erstens erhöhen sich die internationale Stellung und der Ruf Chinas von Tag zu Tag, und seine Entwicklungserfolge werden weltweit anerkannt. Zweitens interessieren sich immer mehr chinesische Unternehmen für den internationalen Markt. Die meisten chinesischen Unternehmen, die bereit sind, im Ausland zu investieren, konzentrieren sich auf die traditionellen Sektoren wie Textilindustrie, chemische Industrie, Energiewirtschaft und Bauwesen, in denen China Überlegenheit hat. Die meisten von ihnen haben eine relativ starke internationale Konkurrenzfähigkeit, und ihre Technologien sind für die Länder, in denen sie investieren, insbesondere die Entwicklungsländer, geeignet. Drittens haben viele chinesische Unternehmen mit der Eingliederung Chinas in die Welt international anerkannte Managementsysteme eingeführt. Hinzu kommt, dass standardisiertes Management, fortschrittliche Technologie und niedrige Arbeitskosten ihnen ermöglichen, eine relativ starke Konkurrenzfähigkeit zu haben. Darüber hinaus sind die meisten chinesischen Unternehmer arbeitsam und innovativ. Sie haben ein Managementkonzept des gegenseitigen Nutzens, was ihnen hilft, leicht mit ausländischen Partnern zu kooperieren.

Selbstverständlich haben chinesische Unternehmen auch Nachteile. Ihr Misslingen beim Investment im Ausland ist in den meisten Fällen auf ihre unüberlegte Entscheidungsfindung, ihre starren Bewirtschaftungsmechanismen und ihre unzureichende Konkurrenzfähigkeit zurückzuführen.

Um chinesische Unternehmen zu unterstützen und zu ermutigen, im Ausland zu investieren, haben die zuständigen Regierungsorgane in den letzten Jahren eine Reihe von Vorzugsmaßnahmen in Bezug auf Geschäftsregistrierung, finanzielle Unterstützung, Versicherung und Steuererhebung ausgearbeitet und sie auf ihren Websites bekannt gegeben, damit die Öffentlichkeit sie kontrollieren kann.

BR: Welche Rolle spielt die Chinesische Internationale Messe für Investment und Handel (China International Fair for Investment and Trade, CIFIT) als die einzige von der Globalen Vereinigung der Ausstellungsindustrie (Global Association of the Exhibition Industry, UFI) bestätigte Investmentveranstaltung bei der Förderung des Investments chinesischer Unternehmen im Ausland?

Zhao: Die CIFIT, die vom chinesischen Handelsministerium organisiert und in der Küstenstadt Xiamen der Provinz Fujian veranstaltet wird, ist eine wichtige Plattform für die Förderung des bidirektionalen Investments. In den letzten Jahren hat das Organisationskomitee der CIFIT aktiv die Strategie des „Ins-Ausland-Gehens“ durchgeführt, indem es ausländische Regierungsorgane und internationale bzw. regionale Investmentförderungsabteilungen zur Teilnahme an der CIFIT einlud und Konferenzen über die Investmentpolitik und -projekte verschiedener Länder abhielt. Dadurch können sich chinesische Unternehmen schnell über das Investitionsumfeld und die Investitionspolitik verschiedener Länder und Regionen informieren und so die Kosten für die Suche nach Investmentprojekten reduzieren.

2003 begann die CIFIT, Symposien über Investmentprojekte als eine Plattform für Handelsverhandlungen zu veranstalten. Damals haben 107 chinesische Unternehmen an derartigen Symposien teilgenommen. Diese Zahl stieg im Jahr 2004 auf 156 und im Jahr 2005 auf 179. Auch die Zahl der Objektländer des Investments nahm Jahr für Jahr zu. Sie stieg von 73 im Jahr 2003 auf 85 im Jahr 2004 und weiter auf 97 im Jahr 2005. Die Wirkung dieser Symposien ist immer größer geworden.

Dieses Jahr markiert den 10. Jahrestag der Gründung der CIFIT. Das Organisationskomitee hat seine Anstrengungen verdoppelt, um chinesische Unternehmen zu ermutigen, im Ausland zu investieren. „Einführung ausländischer Investitionen“ und „Ins-Ausland-Gehen“ werden das Hauptthema der diesjährigen Messe sein, und einige Foren über die Strategie des „Ins-Ausland-Gehens“ werden stattfinden. Eines dieser Foren wird auf das Investitionsumfeld Afrikas fokussieren, was chinesischen Unternehmen helfen, sich mehr über diesen unterentwickelten, aber vielversprechenden Kontinent zu informieren, und sie ermutigen wird, dort Fabriken zu gründen, um so die traditionelle Freundschaft zwischen China und den afrikanischen Ländern weiterhin zu festigen.

Als ein wichtiger Teil des Russlandjahr-Programms in China im Jahr 2006 wird ein Forum über die Investmentpolitik der Wirtschaftssonderzonen Russlands abgehalten werden. China hofft, dass die Handelsunausgewogenheit zwischen den beiden Ländern durch die Aufstockung des chinesischen Investments in Russland abgebaut werden kann. Während der Messe werden noch ein Wirtschafts- und Handelsforum für die Mitglieder der Shanghaier Kooperationsorganisation und ein Symposium über das Investment in Mexiko stattfinden. Ich bin fest davon überzeugt, dass all diese Aktivitäten zur Förderung des Investments chinesischer Unternehmen im Ausland beitragen werden.

 

Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24,
100037 Beijing, Volksrepublik China