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Bosch expandiert in Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen

Chinas Automobilmarkt ist und bleibt ein Wachstumsmarkt. Der Erfolg einer Automobilindustrie ist Branchenkennern zufolge aber vor allem auf das gute Zusammenspiel zwischen Herstellern und Zulieferern zurückzuführen. Viele deutsche Zulieferer sind im Laufe der Zeit in China aktiv, um langfristig die Marktchancen zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist das verstärkte Engagement des weltgrößten Autozulieferers Bosch, der in allen Landesteilen über mehr als 430 Autoservice-Stationen verfügt.

Die Tairui Autotechnik GmbH ist ein chinesisch-deutsches Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz im Stadtzentrum von Jinan, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Shandong. Auf einer Werksfläche von 3000 qm arbeiten 50 Angestellte des Verkaufs und Techniker. Produkte und Dienstleistungen, die von der Firma angeboten werden, stehen unter dem Markennamen „Bosch“. Der weltgrößte Autozulieferer ist im Bereich Kraftfahrzeugtechnik in China nun mit drei technischen Zentren in Shanghai, Suzhou und Wuxi vertreten und verfügt über ein flächendeckendes Vertriebs- und Kundendienstnetz mit acht Verkaufsniederlassungen und mehr als 430 Autoservice-Stationen.

Die Firma in Jinan ist eine der insgesamt acht Vertriebsgesellschaften, die Bosch entweder direkt führt oder in Form von Joint Venture mit einem chinesischen Unternehmen zusammen betreibt.

Zur Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Autozulieferer sagte Nie Bin, der Generaldirektor der Tairui Autotechnik GmbH:

„Bereits in den 90er Jahren haben wir begonnen, mit dem Bosch-Konzern zusammenzuarbeiten. Zunächst erfolgten die Kooperationen in Form von beauftragtem Vertrieb der Auto-Bauteile, die von Bosch produziert werden. Im September 2004 wurden neue Inhalte in unsere bestehenden Kooperationen hinzugefügt. Mittlerweile sind wir das größte Glied des landesweiten Kundendienstnetzes des deutschen Konzerns in der Provinz Shandong, uns unterstehen provinzweit noch 15 Autoservice-Stationen.“

Bereits beim ersten Blick auf das neue zwölfstöckige Gebäude des Unternehmens Tairui Autotechnik GmbH erkennt man den Willen des Bosch-Konzerns, das China-Geschäft deutlich auszubauen. So hat der deutsche Konzern Ende 2005 einen neuen Entwicklungs- und Fertigungsstandort im ostchinesischen Wuxi eröffnet. An dem etwa 300 000 Quadratmeter großen Standort in Wuxi, rund 200 Kilometer westlich von Shanghai, wird Bosch bis 2007 rund 200 Millionen Euro in die Produktion und Entwicklung modernster Diesel-Systeme investieren. Für das ganze Chinageschäft sind bis 2007 Investitionen von insgesamt rund 650 Millionen Euro vorgesehen. Bis 2004 hatte Bosch bereits rund 550 Millionen Euro für den Auf- und Ausbau der chinesischen Aktivitäten ausgegeben. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl der Bosch- Fertigungsstandorte in China von 10 auf 20 verdoppelt.

Ziel ist, das Chinageschäft weiter nachhaltig zu stärken. Laut eigenen Angaben wird in diesem Jahr der Umsatz des Konzerns in China voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro übertreffen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 20 Prozent. Bis 2007 will Bosch den Umsatz in China auf dann 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Dies gilt auch für das Einkaufsvolumen, das derzeit bei rund 670 Millionen Euro liegt. Im selben Zeitraum soll auch die Anzahl der Mitarbeiter von aktuell rund 14 000 auf nahezu 18 000 steigen. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auch auf lokale Führungskräfte.

Bosch war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ersten Handelsniederlassungen in China präsent. Seit Mitte der 80er Jahre hat Bosch seine Präsenz in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde deutlich ausgebaut. Dazu sagte der für Asien-Pazifik-Raum zuständige Bosch-Vorstand Dr. Rudolf Colm:

„Wir haben sehr früh in China angefangen. Eigentlich seit 1909, es war unsere erste Präsenz in Asien, also in China, zwei Jahre vor unserem Start in Japan 1911. Aber wir haben dann richtig angefangen in der neuen Zeit, möchte ich sagen, vor 20 Jahren, zunächst Mitte der 80er Jahre mit Lizenzen, und dann vor 10 Jahren mit einem Joint Venture, unserem ersten Joint Venture in China.“

Bosch ist heute in China mit allen Unternehmensbereichen vertreten. Neben modernsten Dieselsystemen erwartet der weltgrößte Autozulieferer in China vor allem auch beim Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ein erhebliches Wachstum. Dabei war ESP ausgerechnet der entscheidende Faktor, der das chinesische Unternehmen Tairui dazu veranlasste, ihre Zusammenarbeit mit Bosch von einem Vertriebsbeauftragten zu einem echten Partner zu verstärken. Dazu noch einmal Nie Bin, das Unternehmenschef der Tairui in Jinan:

„2004 waren in China erst zwei Prozent aller neu produzierten Personenwagen mit ESP ausgerüstet. 2009 könnten es schon zehn Prozent sein. Wir sehen darin eine gute Chance, das Geschäft unserer Firma erheblich zu bereichern und den Qualitätsstandard unserer Dienstleistungen zu erhöhen. Nun sind wir in der Lage, alle Fahrzeugmarken zu betreuen. Wir bieten für unsere Kunden neben dem Markenservice unter anderem die Mobilitäts-Garantie „Bosch-Service-Assitance“, einen bequemen Hol- und Bringservice, den Werkstattersatzwagen, Rabatte auf Zubehörkäufe sowie einen kostenlosen Radwechsel pro Jahr.“

Laut Auffassung von Nie Bin hat China noch großen Nachholbedarf nach ausländischem Knowhow und modernen Technologien. Diese Lücke wird sich in den kommenden Jahrzehnten schließen, da die lokalen Zulieferer schnell lernen und ihre Qualität deutlich erhöhen werden. Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von Volkswagen und seinen Joint Ventures mit rund 800 chinesischen Zulieferern. Durch Qualifizierungsprogramme haben diese chinesischen Lieferanten bereits einen hohen Standard bei der Produkt- und Fertigungstechnologie sowie bei der Qualität und modernen Managementmethoden erreicht. Dazu sagte Bosch-Vorstand Dr. Rudolf Colm:

„Die Zulieferindustrie in China entwickelt sich sehr gut. Es gibt sehr gute Wettbewerber, die inzwischen auch außerhalb Chinas Fuß fassen, also international tätig sind. Ich glaube, sie sind ernstzunehmende Wettbewerber in einigen Branchen.“

(CRI)


 

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