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China Time 2006 in Hamburg

Interview mit Frau Ebba Scholl, Leiterin des Kultur-, Presse- und Rechts- und Konsularreferates des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, über den Kulturaustausch zwischen China und Deutschland

Hamburg steht im Zeichen der Veranstaltung "China Time 2006"..

Die Veranstaltungsreihe „China Time 2006“, die in Hamburg stattfindet, neigt sich jetzt ihrem Ende zu. Vom 13. September bis zum 1.Oktorber 2006 herrscht in dieser norddeutschen Stadt eine China-Atmosphäre. Durch diese Veranstaltung können die Deutschen China besser kennenlernen. Die Chinesen freuen sich sehr darüber, dass solch eine große Veranstaltung über China in Deutschland stattfindet. China und Deutschland haben beides eine lange Kulturgeschichte. Wie sieht der Kulturaustausch zwischen den beiden Ländern in den letzten Jahren aus? Welche Rolle spielt die Veranstaltung beim Kulturaustausch und der Handelskooperation zwischen den beiden Ländern? Um eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen, hat die deutsche Redaktion der "Beijing Rundschau" Frau Ebba Scholl schriftlich interviewt.

Beijing Rundschau: Seit der Eröffnung der Veranstaltungsreihe „China Time 2006“ in Hamburg sind wir gespannt, wie sie läuft. Aus der deutschen Webseite www.chinatime-hamburg.de haben wir erfahren, dass der Sponsor für „China Time 2006“ viele inhaltsreiche Programme in Bezug auf Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung usw. organisiert hat. Können Sie uns etwas über diese Programme erzählen?

Fr. Ebba Scholl: Die erstmals als China Time überschriebene Veranstaltungsreihe blickt auf eine lange Tradition zurück: In 20 Jahren Städtepartnerschaft hat es in Hamburg schon viele China-Wochen, hochkarätige Wirtschaftstreffen und Veranstaltungen zum Kulturaustausch zwischen den beiden Hafenmetropolen Hamburg und Shanghai gegeben. Der Wirtschaftsgipfel Hamburg-Summit, zu dem Premierminister Wen Jiabao anreiste, fand zum zweiten Mal mit enormen Erfolg statt. Vom 13. September bis zum 1. Oktober ist Hamburg mit folgenden Veranstaltungen seinen Ruf als Europas Tor zu China eindrucksvoll unter Beweis: chinesisches Feuerwerk, Fest-Gala, Wirtschaftsgipfel in der Handelskammer, chinesischer Markt auf dem Jungfernstieg, Kulinarisches aus China und MAHJONG- die weltweit bedeutendste Ausstellung chinesischer Gegenwartskunst.

Mit einem feierlichen Auftakt wurde die China Time in Anwesenheit führender Politiker, Wirtschaftsvertreter und Kulturschaffender am 13. September im China Time Pavillon eröffnet. Auf dem freien Platz zwischen der alten Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart, errichtet aus 34 Seecontainern, befindet sich das kulturelle Zentrum der China Time 2006. 19 Tage lang bildet dieser öffentliche Raum den Mittelpunkt für Begegnungen von Deutschen und Chinesen.

Das Maskottchen der Veranstaltung

Mit über 200 einzelnen, oft hochkarätigen Ereignissen spiegelt die Veranstaltungsreihe die ganze Vielfalt der seit Jahrzehnten gewachsenen Beziehungen zwischen Hamburg und Shanghai, aber auch zwischen Deutschland und China in den Themenfeldern Wirtschaft und Umwelt, Politik, Gesellschaft und Recht, Kultur und Lebensart, Bildung und Wissenschaft sowie Sport wider.

Beijing Rundschau: Wie kommentieren die deutschen Medien dieses Ereignis?

Fr. Ebba Scholl: Die deutschen Medien, besonders im norddeutschen Raum, berichten ausführlich und facettenreich über die China Time. Das Medienecho war sehr positiv. Das Hamburger Abendblatt, die wichtigste Hamburger Tageszeitung, titelte „Politiker einig: China Time ein Erfolg“. Die Hamburger Morgenpost brachte etliche Beiträge auch zu kleineren Veranstaltungen rund um die China Time, z.B. einer chinesische Bambusausstellung im Magnolien-Duftweg Pavillon inmitten des Botanischen Gartens, zu den Kulinarischen Festwochen in chinesischen Restaurants sowie Berichte über prominente Chinesen, die in Hamburg leben. Auch die erstmals veranstaltete Zhejiang-China-Woche fand große Beachtung in den Medien.

Außerdem fanden viele Studenten und Schüler Gehör. Sie berichten im Rahmen des erhöhten Interesses rund um die China Time von ihren Erfahrungen, die sie bei ihrem Studium in China gesammelt haben. Chinesisch-deutsche Begegnungen nicht nur auf höchster Politiker-Ebene, sondern eine für alle zugängliche Auseinandersetzung mit China sind ein stärker werdender Trend im Medienecho.

Beijing Rundschau: Welche Rolle spielt die Veranstaltung beim Kulturaustausch und der Handelskooperation zwischen den beiden Ländern?

Bürgermeister Ole von Beust, Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Zeng Peiyan, Chinas stellvertretender Ministerpräsident, auf der chinesisch-europäischen Wirtschaftskonferenz "Hamburg Summit" .

Fr. Ebba Scholl: Die China Time ist eine Veranstaltungsreihe mit europaweiter Ausstrahlung. Einerseits wird durch den in Europa einzigartigen Wirtschaftsgipfel Hamburg-Summit der Handelskooperation auf höchster Ebene Rechnung getragen. Auf der anderen Seite wird das zunehmende Interesse an China mit einem in seiner Vielfalt einzigartigem Kulturprogramm belegt. Neben der Stärkung der deutschen China-Kompetenz sollen Berührungsängste abgebaut werden. Ganz gemäß dem Motto: „Hamburg: China ganz nah“ präsentieren rund 80 Aussteller auf dem China-Markt am Jungfernstieg ihre Garküchen, Kunsthandwerkstände und Waren in einer Szenerie von Lampions, Fahnen, fliegenden Fischen, Drachen und aufwändigen Dekorationen.

Allerdings wird auch Wert darauf gelegt, in den zahlreichen Vorträgen und Workshops ein differenziertes, realistisches Bild Chinas zu zeigen, das nicht nur durch wirtschaftlichen Boom, sondern auch durch gesellschaftlichen Wandel und mit diesem verknüpften Herausforderungen gekennzeichnet ist.

Auf der Alster selbst ist ein gewaltiger Kupferdrache, sieben Meter lang und vier Meter hoch, als weithin sichtbares Symbol und Glücksbringer von China Time 2006 zu sehen.

Die bedeutende Rolle der China Time für die europäisch-chinesischen Handelsbeziehungen lassen sich beispielsweise am Teilnehmerprofil des Hamburg Summits ablesen: unter ihnen führende Persönlichkeiten wie Premierminister Wen Jiabao, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der ehemalige Premierminister Singapurs Lee Kuan Yew und Nobelpreisträger Robert A. Mundell.

Hamburg während der Veranstaltung

In Hamburg sind rund 400 chinesische Unternehmen angesiedelt. Die meisten davon sind kleinere Handelsunternehmen, aber auch einige Europazentralen chinesischer Großkonzerne wie Chinatex, Baosteel, Cosco und China Shipping. Sie beschäftigen insgesamt 1500 Mitarbeiter.

Beijing Rundschau: Welchen Eindruck hat die chinesische Kultur bei Ihnen hinterlassen? Für welche Aspekte der chinesischen Kultur interessieren sich die Deutschen am meisten?

Fr. Ebba Scholl: Die chinesische Kultur bietet eine große Bandbreite an für uns Deutsche höchst interessanten Aspekten. So stehen die Themen Gegenwartskunst, Esskultur, Kampfsport, Philosophie und traditionelle chinesische Medizin gegenwärtig ganz hoch im Kurs deutschen Interesses an der chinesischen Kultur. Doch auch der Zusammenhang von wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung und deren Einfluss auf das Kulturleben rückt stärker in den Vordergrund. Wenn Sie mich persönlich fragen, so interessiert mich besonders die Kalligraphie, hinter deren sichtbaren Ergebnissen eine weite, tiefrührende Einstellung und Philosophie zu stehen scheint, die mich im besonderen Maße fasziniert.

Beijing Rundschau: Was ist Ihre Meinung zur weiteren Verstärkung des Kulturaustausches und der Kooperation zwischen China und Deutschland?

Fr. Ebba Scholl: Um es mit den Worten des amtierenden Ersten Bürgermeisters von Hamburg Ole von Beust zu sagen: „Unsere Beziehungen zu China sind europaweit einzigartig - in ihrer Intensität, ihrer Tradition und nicht zuletzt ihrem Erfolg.“

Es liegt in unserem Interesse, die hervorragenden Beziehungen der Partnerstädte Hamburg und Shanghai weiter auszubauen. Wir wollen auch in Zukunft weiter unter exzellenten Rahmenbedingungen kooperieren, so dass beide Seiten von der vielfältigen und intensiven Zusammenarbeit profitieren.



 

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