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Der Potala-Palast

Der Potala-Palast, ein burgartiger weltbekannter antiker Bau auf dem Roten Hügel in Lhasa, wurde bereits im 7. Jahrhundert errichtet und blickt auf eine Geschichte von 1300 Jahren zurück.

Der Weiße Palast, ein Bestandteil des Potala-Palastes

Der Potala-Palast liegt 3700 m über dem Meeresspiegel und nimmt ein Terrain von 360 000 qm ein. Er hat eine Ost-West-Ausdehnung von 360 m und von Süden nach Norden eine Ausdehnung von 270 m. Der Hauptteil des Palastes ist 117 m hoch und hat 13 Stockwerke, er ist damit der höchst gelegene Bau der Erde und eine Kulmination von Palast-, Burg- und Klosterbau. Der Potala-Palast ist aus Stein und Holz in tibetischem Stil gebaut. Gleichzeitig ist er vom traditionellen han-chinesischen Stil geprägt: Balken, goldenes Dach und Kassettendecke. Er hat mehrere Höfe, die durch Wandelgänge miteinander verbunden sind. Der Hauptteil des Palastes unterscheidet sich klar vom Rest des Palastes, der Hauptteil wird hervorgehoben, während die anderen Bauten auch ihn in koordinierter Weise einfassen. Der großartige Potala-Palast - ein Wunder in der Baugeschichte der Welt - bietet mit seinen vielen verschiedenen Stockwerken einen schönen harmonischen Rhythmus und einen herrlichen Anblick.

Den Überlieferungen zufolge bekannte sich der Tubo-König Songzain Gambo zum Buddhismus. Nachdem er die Hauptstadt nach Lhasa verlegt hatte, las er häufig auf dem Berg in der Nähe von Lhasa Sutras und verrichtete hier Gebete, so benannte er diesen Berg „Potala“. „Potala“ ist die phonetische Transkription vom Sanskrit „Buddhas Berg“ und bezieht sich auf Tibetisch auf den Wohnort von Guanyin-Bodhisattwa. Im Jahr 641 heiratete Songzain Gambo die Tang-Prinzissin Wen Cheng. Aus Freude ließ er an der Stelle des heutigen Potala-Palastes einen Palast für die Prinzessin erbauen. Damals war dieser Palast ein neunstöckiges Bauwerk mit 999 Räumen und einem Meditationsraum, es sah herrlich und grandios aus. Aber mit der Zeit wurde der Palast mehrmals von Donnern, Blitzen und Kriegsfeuern beschädigt. Er verfiel und war unbewohnbar. Nur die Höhle für den Prinzen von Dharma und der Hauptpalast Pagbalhakang blieben erhalten. Der heutige Potala wurde im 17. Jahrhundert gebaut.

Der Rote Palast

Der Potala-Palast besteht aus zwei wichtigen Teilen: Im einen lebte der Dalai Lama und widmete sich dem politischen Leben; der andere war der Religion vorbehalten - mit Stupas und Hallen für verschiedene Buddhastatuen.

Die Dalai Lamas lebten und regierten im Weißen Palast. Der Weiße Palast wurde 1645 bis 1653 gebaut, die Bauarbeiten nahmen insgesamt acht Jahre in Anspruch. Die Halle für Guanyin-Bodhisattwa, die in der Zeit von Songzain Gambo gebaut wurde, bildet das Zentrum, und um diese Halle wurde eine Gruppe von Tempeln und Klöstern errichtet. Die Wände dieser Bauwerke wurden mit augenfälliger weißer Farbe gestrichen, so dass man diese den „Weißen Palast“ nannte. Der Weiße Palast hat sieben Stockwerke. Die Östliche Große Halle im 4. Stock wird von 48 großen Säulen gestützt und ist mit einer Fläche von 717 qm die größte Halle im Weißen Palast. Große religiöse und politische Aktivitäten der Dalai Lamas wie die Einsetzungszeremonie und Regierungsübernahme fanden in dieser Halle statt. Im 5. bzw. 6. Stock lebten die Dalai Lamas bzw. gingen ihren politischen Verpflichtungen nach. Der 7. Stock stellte den Winterpalast der Dalai Lamas dar. Dieses Stockwerk hat eine große Fensterfront, den ganzen Tag über scheint die Sonne in die Fenster, so dass man dieses Stockwerk als „Halle des Sonnenscheins“ bezeichnet. Die Innendekoration des Palastes ist luxuriös. Juwelen wie Goldbecken und Jadeschüssel demonstrieren die hohe Stellung des Palastinhabers. Der Palast hat noch einen großen Balkon, von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt Lhasa. In der Ferne schlängeln sich die Bergketten und der schöne Lhasa-Fluss durchkreuzt sie wie ein Satinband. In der Umgebung sieht man Ackerfelder, Raine, Bäume und Bauernhöfe, das goldene Dach des alten Jokhang-Klosters an der Seite des Potala ist auch zu sehen.

Der andere Bestandteil des Potala-Palastes ist der Rote Palast, der 1690 gebaut wurde. Damals entsandte der Qing-Kaiser Kangxi über 100 Handwerker der Han-, mandschurischen und mongolischen Nationalität nach Tibet, um beim Bau dieses großartigen Projekts zu helfen. Die wichtigsten Bauten im Roten Palast sind Hallen für verschiedene Buddhastatuen und Stupas der verstorbenen Dalai Lamas. Innerhalb des Palastes sind acht Stupas der Dalai Lamas zu sehen, davon ist der des 5. Dalai Lama besonders groß und prachtvoll. Dieser Stupa ist mit Gold überzogen und mit Perlen und Edelsteinen verziert. Man sagt, dass insgesamt über 110 000 Tael Gold sowie 18 677 Perlen, Edelsteine, Korallen, Bern- und Achatsteine für die Dekoration dieses Stupas verwendet wurden. Die Westliche Große Halle, die größte innerhalb des Roten Palastes, hat eine Fläche von 725 qm. An der Vorderseite, ganz in der Mitte oben, hängt eine vom Qing-Kaiser Qianlong geschenkte Holztafel, und der Thron des 6. Dalai Lama steht darunter. Im Palast wird eine Brokat-Gardine, ein Geschenk des Qing-Kaisers Kangxi, aufbewahrt - sie gehört zu den wertvollen Schätzen im Potala-Palast. Die Drei-Welten-Halle ist die höchste Halle im Roten Palast. Auf dem Bücherregal steht noch die Beijing-Ausgabe von „Dangyur“, die der Qing-Kaiser Yongzheng dem 7. Dalai Lama überließ. Am westlichen Ende des Roten Palastes befindet sich die 14 m hohe Stupahalle des 13. Dalai Lama. Man sagt, dass das Mandala in dieser Halle aus über 200 000 Perlen angefertigt wurde. Die luxuriöse Innendekoration des Potala-Palastes ist einerseits die Schatzkammer der tibetischen Kunst, offenbart andererseits jedoch die große Kluft zwischen den Adligen und den Leibeigenen, die über 95 Prozent der tibetischen Bevölkerung im alten Tibet ausmachten. Der Rote Palast bot und bietet einen Ort für religiöse Tätigkeiten. Die beiden Farben Weiß und Rot verschmelzen zu einer unteilbaren Einheit, was den Charakter der Gesellschaft im alten Tibet, nämlich den Zusammenschluss von Politik und Religion, verkörpert. Nach der Fertigstellung des Weißen Palastes siedelte der 5. Dalai Lama vom Zhaibung-Kloster in den Palast um und lebte hier bis zu seinem Tod. Die kommenden Dalai Lamas lebten alle im Potala-Palast und übten hier auch religiöse Tätigkeiten aus, so dass der Potala zu einem heiligen Ort für Lamas und Gläubige wurde.

Teil des geschnitzten Balkens und ein prächtig verzierter Pfeiler des Potala-Palastes

Seit mehr als 300 Jahren funktioniert der Potala-Palast als das politische und religiöse Machtzentrum in Tibet. In diesem Palast sind so reichhaltige historische Kulturgegenstände und kunsthandwerkliche Arbeiten aufbewahrt, dass der Potala als Geschichts-, Kultur- und Kunstmuseum Tibets bezeichnet wird. Die farbenprächtigen und realistischen Wandgemälde, die eine Fläche von über 50 000 qm bedecken, zeugen von Kunstfertigkeit und sauberer Arbeit. Die Wandgemälde umfassen vier Themen: Religion, Sitten und Gebräuche, Biographien sowie historische Ereignisse. Die Szene vom Ausbau des Potala-Palastes wurde lebendig auf die Wand gezeichnet; das Gemälde über die Einreise der Tang-Prinzessin Wen Cheng nach Tibet spiegelt wider, wie sich die Han- und tibetische Nationalität harmonisch miteinander verbanden; an einer Wandseite der Westlichen Großen Halle wird die Audienz des 5. Dalai Lama 1652 beim Qing-Kaiser Shunzhi gezeigt. In der Halle für den Stupa des 13. Dalai Lama ist dessen Audienz mit dem Qing-Kaiser Guangxu und der Kaiserinwitwe Cixi geschildert. Im Potala-Palast sind außerdem Tausende von Stupas, Buddhastatuen, eine große Menge von tibetischen „Tangkas“ sowie viele wertvolle Klassiker zu sehen. Goldernennungszertifikate, Gold- und Jadestempel sowie Edikate, die die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie den Dalai Lamas verliehen und gewährten und die Beziehungen zwischen der Zentralregierung und der tibetischen Lokalregierung in der Geschichte zeigten, werden auch im Palast aufbewahrt. Diese Kulturgegenstände liefern unbestreitbare Beweise für die Entstehung des einheitlichen Nationalitätenstaates China. Darüber hinaus bieten Decken, Baldachine, Ritualinstrumente, Gardinen, Brokate, Gold- und Silbergeschirre, Porzellane und Steingeräte im Potala-Palast den Besuchern einen herrlichen Anblick.

Nach der friedlichen Befreiung Tibets 1951 schenkte die Zentralregierung dem Schutz des Potala-Palastes große Aufmerksamkeit. 1961 nahm der Staatsrat den Potala unter den schwerpunktmäßigen Denkmalschutz des Staates und bewilligte von da an jährlich eine Sondersumme für seine Renovierung. Aber an dem großartigen Palast wurden 300 Jahre lang keine großangelegten Restaurierungsarbeiten vorgenommen, so dass er durch Wind- und Wettereinwirkungen fast baufällig war. 1985 entschied der Staatsrat, eine enorme Geldsumme für die umfangreiche Restaurierung des Palastes bereitzustellen. Somit ist dies das größte Investitionsprojekt für den Denkmalschutz seit Gründung der VR China.

Das Renovierungsprojekt für den Potala wurde am 11. Oktober 1989 in Angriff genommen. Dank der guten Zusammenarbeit der tibetischen und han-chinesischen Techniker bzw. Bauarbeiter gingen die Restaurierungsarbeiten reibungslos voran und wurden im September 1994 vollendet. Das ganze Projekt hat insgesamt 53 Mio. Yuan in Anspruch genommen. Der Potala-Palast, das Juwel des gesamten Hochplateaus, strahlt wieder blendend und zieht immer mehr in- und ausländische Touristen an. Derzeit steht der Potala-Palast auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.


 

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