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Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng

Vor über 1300 Jahren verließ Wen Cheng, Prinzessin der Tang-Dynastie (618-907), die blühende Hauptstadt Chang’an (in Nordwesten der heutigen Stadt Xi’an, Provinz Shaanxi) und begab sich auf den 3000 km langen Schreckensmarsch nach Westen, voller Schwierigkeiten und Gefahren. Schließlich erreichte sie das schneebedeckte Plateau und heiratete dort den König Songzain Gambo. So begann eine neue Epoche der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Tang-Dynastie und dem Königreich Tubo. Die Geschichte von Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng kennt auch heute noch jeder.

Statue des Königs Songzain Gambo in der Höhle für den Prinzen von Dharma im Potala-Palast

Nach den langen Kriegswirren in den zentralen Geschichten Chinas gründeten Li Yuan (Gaozong) und Li Shimin (Taizong), Vater und Sohn, 619 das Tang-Reich, ein Reich, so mächtig wie noch nie zuvor in der chinesischen Geschichte. Seine Hauptstadt wurde in Chang’an aufgebaut. Das Tang-Reich war wegen seiner Landesstärke zum Zentrum der Zivilisation in Ostasien geworden. Es übte großen Einfluss auf die benachbarten Stämme und andere Nationalitäten aus. Viele Stämme bemühten sich um freundschaftliche Beziehungen mit dem Tang-Kaiserhof, wobei sie seine Oberherrschaft anerkennen wollten, ihm Tribut entrichteten und ihn baten, ihnen Ehrentitel zu verleihen. Dadurch wurde der Austausch zwischen der Han-Chinesen und den anderen Nationalitäten gefördert.

Während dieser Zeit vereinigte König Songzain Gambo in Tibet einige Stämme und gründete das Königreich Tubo, dessen Hauptstadt Luoso (Lhasa, Hauptstadt des heutigen Autonomen Gebiets Tibet) war. Das Königreich bemühte sich um die Herstellung enger Beziehungen mit der Tang-Dynastie. Nach 634 schickte Songzain Gambo zweimal den redegewandten und klugen Minister Gar Tongtsan nach Chang’an, um für ihn beim Tang-Kaiser um die Hand einer der kaiserlichen Töchter anzuhalten. 641 gewährte der Tang-Kaiser Taizong schließlich das Gesuch von Songzain Gambo und gab dem Tubo-König seine Prinzessin Wen Cheng zur Frau. In Begleitung der Boten des Tang-Kaiserhofes und von Tubo sowie vieler Bediensteter begab sich Prinzessin Wen Cheng nach Tibet. Diese Geschichte ist noch heute ein wichtiger Stoff der tibetischen Literatur.

Statue der Prinzessin Wen Cheng in der Höhle für den Prinzen von Dharma im Potala-Palast

Der langjährige Wunsch von Songzain Gambo ging schließlich in Erfüllung. Er freute sich sehr darüber und machte sich mit seiner Armee auf eine lange Reise nach Baihai (am heutigen Kreis Madu, Provinz Qinghai), um Prinzessin Wen Cheng zu begrüßen. Am Zhaling- und E’ling-See, unweit der Quelle des Gelben Flusses, ließ er die Baihai-Residenz erbauen, wo das Brautpaar aus den beiden Nationalitäten in diesem schönen Gebiet seine Hochzeit feierte und seine erste gemeinsame Nacht verbrachte.

Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng reisten nach Yushu (in der heutigen Provinz Qinghai). Infolge der langen mühsamen Reise verbrachte das Ehepaar seine Flitterwochen für einen Monat in einem Tal bei Yushu, in malerisch schöner Landschaft und angenehmem Klima. Prinzessin Wen Cheng schenkte den Einwohnern in Yushu die von ihrem Vater gegebenen Getreide- und Gemüse-Saatsorten. Zusammen mit den Bauern und Handwerken erklärte sie den Leuten in Yushu die Anbaumethoden und klärte sie über die Mühlen- und Brauereitechnik auf. Die Einwohner in Yushu waren der Prinzessin dankbar. Als Prinzessin Wen Cheng Yushu verließ, wollten sie sie ungern ziehen lassen. Die Einwohner dort bewahren bis heute die Stätte, wo die Prinzessin Wen Cheng ein Zelt aufschlagen ließ. In einen Stein meißelten sie die Gesichtszüge der Prinzessin, zu diesem Stein wurde gebetet. Im Jahr 710, während der Zeit des Kaisers Zhongzong, wurde eine andere Prinzessin der Tang-Dynastie, Prinzessin Jin Cheng, mit einem tibetischen König vermählt. Als sie Yushu passierte, ließ sie einen Tempel zur Erinnerung an Prinzessin Wen Cheng erbauen und taufte den Tempel „Wen Cheng-Tempel“.

Als Prinzessin Wen Cheng in Lhasa ankam, sangen, tanzten und jubelten die Tibeter, um sie zu begrüßen.

Dank den Bemühungen zur Verbreitung des Buddhismus durch die Prinzessin Wen Cheng in Tibet wird der Buddhismus auch heute auf dem schneebedeckten Hochplateau als größte Religion anerkannt.

Während der Zeit der Tang-Dynastie war der Buddhismus in China sehr verbreitet. Nach Tibet jedoch war der Buddhismus noch nicht vorgedrungen. Die Prinzessin war eine fromme Buddhistin. Sie brachte buddhistische Schriften und Buddhastatuen nach Tibet mit. Sie hatte beschlossen, In Tibet Klöster zu bauen und den Buddhismus zu verbreiten. Sie ließ einen Teich mit Erde auffüllen, wo dar Jokhang-Tempel gebaut wurde. Prinzessin Wen Cheng und Songzain Gambo pflanzten vor dem Tempel mit eigenen Händen einen Weidebaum, die bekannte „Tang-Weide“. Die berühmte Gedenkstele für die Allianz zwischen Neffen und Onkel, auch die Stele für die Changqing-Allianz genannt, steht an diesem Weidebaum. Eine von der Prinzessin aus Chang’an mitgebrachte Sakyamuni-Statue steht heute in der Mitte der großen Halle des Jokhang-Tempels. Auf beiden Seiten der großen Halle stehen Statuen von Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng. Die Goldfolienschichten der Statuen haben wegen zu vieler Berührung von Pilgern und Touristen bereits Risse.

Später ließ Prinzessin Wen Cheng das Ramoge-Kloster erbauen. Seitdem wurde der Buddhismus in Tibet langsam verbreitet. Prinzessin Wen Cheng benannte die Berge um Lhasa nach den Schätzen wie Miaolian, Baosan, Youshihailuo, Jingang, Shenglizhuang, Baoping und Jinyu, die bis heute behalten werden.

Während Prinzessin Wen Cheng den Buddhismus in Tibet verbreitete und Gebete zum Glück und zur Vertreibung von Katastrophen verrichtete, schenkte sie den Tibetern Getreide- und Gemüsesaatgut und lehrte sie Anbaumethoden. Mais, Kartoffeln, Puffbohnen und Raps wuchsen dort üppig. Die Prinzessin brachte auch Wagen, Pferde, Maultiere, Kamele sowie Produktionstechnologien und medizinische Schriften nach Tibet mit, was den gesellschaftlichen Fortschritt in Tibet förderte.

Der von Prinzessin Wen Cheng und Songzain Gambo eigenhändig gepflanzte Tang-Weidebaum vor dem Jokhang-Tempel

Songzain Gambo liebte die anmutige und vornehme Prinzessin Wen Cheng leidenschaftlich. Er ließ einen Palast für sie dort erbauen, wo heute der Potala-Palast steht. Der prächtige Potala-Palast verfügte über 1000 Zimmer. Später wurde er von Gewittern und Kriegswirren zerstört. Nach dem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert erhielt der Potala-Palast seine heutige Gestalt. Sein 13stöckiges Hauptgebäude ist 117 m hoch. Der Potala mit seiner imposanten Majestät bedeckt eine Fläche von insgesamt über 360 0000 qm. Im Potala gibt es viele wichtige Wandgemälde. Darunter verdeutlicht ein Wandgemälde, wie der Gesandte Gar Tongtsan die fünf schwierigen Fragen des Tang-Kaisers beantwortete, als er in Chang’an die Prinzessin begrüßte. Ein anderes Wandgemälde stellt die Szene der Ankunft der Prinzessin Wen Cheng in Lhasa dar, wo sie von den Tibetern herzlich begrüßt wurde. Die Kompositionen der Wandgemälde sind fein und die bunten Figuren lebensgetreu. Hinter dem Potala befinden sich noch Überreste des Meditationszimmers von Songzain Gambo. An den Wänden befinden sich bunte Statuen von Songzain Gambo, Prinzessin Wen Cheng und Gar Tongtsan.

Die Ehe zwischen dem König Tibets und der Prinzessin der Tang-Dynastie brachte die Tibeter und die Han-Chinesen enger zusammen. Für eine Zeit von ca. 200 Jahre nach der Eheschließung gab es kaum Kriege. Es herrschte reger Verkehr zwischen Boten und Geschäftsleuten der Tang-Dynastie und des Königreiches Tubo. Songzain Gambo war Bewunderer der Kultur in den zentralen Gebieten Chinas. Er entledigte sich seiner Pelzkleidung, kleidete sich nun in Seide und schickte Kinder von Adligen zum Lernen nach Chang’an. Der Tang-Kaiserhof schickte ab und zu Handwerker nach Tubo, um die Tibeter verschiedene Techniken zu lehren.

Als Li Shimin, Kaiser der Tang-Dynastie, 649 starb, entsandte Li Zhi, der neue Kaiser Gaozong, Gesandte nach Tubo, um die Todesnachricht zu überbringen. Der Kaiser Gaozong verlieh Songzain Gambo die Titel „Fumaduwei“ (Schwiegersohn des Kaisers und Kommandant) und „Prinz von Xihai“. Songzain Gambo schickte Gesandte nach Chang’an, um seine Kondolenz zu überbringen, und bot dem Mausoleum des Kaisers Taizong Perlen aus 15 Sortimenten dar. Er sandte eine Botschaft an Gaozong, um dem neuen Kaiser der Tang-Dynastie zu gratulieren und ihn zu unterstützen. Gaozong verlieh Songzain Gambo den Titel „Zong-Prinz“ (Schatzprinz). Er errichtete eine Steinstatue des tibetischen Königs vor dem Mausoleum des Kaisers Taizong, um Songzain Gambo auszuzeichnen.

Songzain Gambo war sehr talentiert und weitblickend. Er vereinigte Tibet, wobei er die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in Tibet förderte und die engen Beziehungen zwischen der tibetischen und der Han-Nationalität vertiefte und dadurch große Beiträge zur Entwicklung des einheitlichen Staates mit vielen Nationalitäten, China, in der Geschichte leistete. Prinzessin Wen Cheng mit ihrem umfangreichen Wissen und Weitblick scheute weder Schwierigkeiten noch Gefahren und heiratete den tibetischen König in Tibet, um den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen der Tang-Dynastie und dem Königreich Tubo auszubauen, die engen freundschaftlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen der tibetischen und der Han-Nationalität zu vertiefen. Damit leistete Wen Cheng ebenfalls einen Beitrag von historischer Bedeutung.

All dies ist inzwischen nicht nur Teil der Annalen, sondern auch sich Han-Chinesen und Tibeter dies sehr zu Herzen genommen.


 

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