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Partner in Entwicklung

China und Afrika streben nach gemeinsamer Entwicklung, daher arbeiten sie in vielen Bereichen, einschließlich der Energie, miteinander zusammen.

Von He Wenping, Direktorin und Forschungsrätin des Büros für Afrika des Instituts für Westasiatische und Afrikanische Studien an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften

Ein neuer Meilenstein in der Geschichte der chinesisch-afrikanischen Beziehungen wird errichtet werden, als afrikanische Führer Anfang November in Beijing mit ihren chinesischen Amtskollegen für das erste Gipfeltreffen und das dritte Forum über die chinesisch-afrikanische Kooperation zusammentreffen.

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao traf während seiner Afrika-Reise im April dieses Jahres mit Marokkos König Mohammed VI zusammen.
Foto von Lan Hongguang

Afrika nimmt in diesem Jahr in der chinesischen Diplomatie einen wichtigen Platz ein. Bisher haben vier wichtige Ereignisse in- und ausländische Massenmedien auf die chinesisch-afrikanischen Beziehungen aufmerksam gemacht: Der chinesische Außenminister Li Zhaoxing begann am 11. Januar eine Reise nach Cape Verde, Senegal, Mali, Liberia, Nigeria und Libyen. Die chinesische Regierung veröffentlichte am 12. Januar zum ersten Mal ein Dokument über ihre Afrika-Politik. Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao besuchte vom 24. bis 29. April Marokko, Nigeria und Kenia. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao besuchte vom 17. bis 24. Juni Ägypten, Ghana, die Republik Kongo, Angola, Südafrika, Tansania und Uganda.

Diese wichtigen Ereignisse zeigen, dass die chinesische Regierung und die chinesischen Staatsführer den chinesisch-afrikanischen Beziehungen große Aufmerksamkeit schenken und dass die chinesisch-afrikanischen Beziehungen in eine Ära der rapiden Entwicklung, die durch die Kooperation in mehr als 50 Jahren nach der Aufnahme der bilateralen diplomatischen Beziehungen gekennzeichnet ist, eingetreten sind.

Mit Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er verlor Afrika seinen geopolitischen Status. Als Folge hat die Aufmerksamkeit, die der Westen dem afrikanischen Kontinent geschenkt hatte, stetig nachgelassen, so dass Afrika in den diplomatischen Strategien wichtiger westlicher Länder marginalisiert geworden ist. China entwickelt jedoch nach wie vor seine Beziehungen zu Afrika. Während es die bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, die in den 1980ern begonnen wurden, verstärkt, schenkt China der Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen in anderen Bereichen, einschließlich der Politik, der Kultur und der Bildung, große Beachtung.

Das Forum über die chinesisch-afrikanische Kooperation, das im Jahr 2000 etabliert wurde, liefert eine strategische Plattform für die Verstärkung des gegenseitigen Austausches und der gegenseitigen Kooperation. Das Dokument über Chinas Afrika-Politik und die Vorschläge des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao über die Entwicklung der strategischen chinesisch-afrikanischen Partnerschaft neuen Typs, die er während seines Afrika-Besuches im April unterbreitete, haben nicht nur die Natur der chinesisch-afrikanischen Beziehungen genau definiert, sondern auch die Richtung der zukünftigen Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen gezeigt.

Neue Partnerschaft

Die strategische Partnerschaft neuen Typs zwischen China und Afrika ist durch die Kooperation in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sicherheit sowie die Kooperation in internationalen Angelegenheiten gekennzeichnet. Auf politischem Gebiet sind China und Afrika nach wie vor gleichberechtigte strategische Partner auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens und der gegenseitigen Unterstützung. China respektiert das Recht der afrikanischen Länder, selbstständig ihren Entwicklungsweg zu wählen.

Ein chinesischer Arbeiter arbeitet am von China finanzierten Merowe-Staudamm im Sudan, dem größten Wasserkraftprojekt in Afrika.
Foto von Yang Lei

China unterstützt die Bemühungen der afrikanischen Länder um die Selbststärkung durch die Vereinigung. Es beteiligt sich aktiv an den internationalen Bemühungen um die Förderung des Friedens und der Entwicklung in Afrika. Afrikanische Länder unterstützen die Ein-China-Politik und sind dagegen, dass sich die westlichen Länder unter dem Vorwand der „Menschenrechte“ in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen.

Seit den 1950ern und den 1960ern gewährt China Afrika moralische und materielle Unterstützung in dessen nationaler Befreiungsbewegung und Kampf gegen den Imperialismus, Kolonialismus und Rassismus. In den letzten Jahren beteiligte es sich aktiv an UN-Friedenserhaltungsaktionen in Afrika. Bisher hat China insgesamt mehr als 3000 Personen zu 12 UN-Friedenserhaltungsmissionen in Afrika entsandt. Heute arbeiten noch über 850 chinesische Offiziere und Soldaten für acht Friedenserhaltungsmissionen in Afrika.

Im Jahr 1971 erlangte China dank der Unterstützung afrikanischer Länder seinen legitimen Sitz in der UN wieder. Mit ihrer Unterstützung hat China seit 1990 11mal chinafeindliche Anträge, die westliche Länder der UN-Menschenrechtskommission vorlegten, erfolgreich abgelehnt und 14 dem Allgemeinen Ausschuss der UN vorgelegten Anträge über die Aufnahme der Frage über Taiwans „Rückkehr in die UN oder Beitritt zur UN“ in die Tagesordnung der UN-Vollversammlung durchkreuzt. Afrikanische Länder haben zudem China geholfen, Versuche der taiwanesischen Behörden zum Beitritt zu internationalen Organisationen, deren Mitglieder souveräne Staaten sein müssen, zu vereiteln.

Was die Wirtschaft anbelangt, sind China und Afrika Kooperationspartner, die sich einander ergänzen und gegenseitig nutzen. Afrika ist ein aufsteigender Kontinent mit reichen Natur- und Arbeitskräfteressourcen sowie einem riesigen Markt.

Bisher hat China 44,4 Mrd. Yuan ausgegeben, um Afrika zu helfen, über 800 Projekte, darunter Textilfabriken, Wasserkraftwerke, Stadien, Krankenhäuser und Schulen, durchzuführen. Zurzeit wächst der Handel zwischen China und Afrika rapide an. Das bilaterale Handelsvolumen ist von 12,11 Mio. US$ in den 1950ern auf 10,5 Mrd. US$ im Jahr 2000, 29,4 Mrd. US$ im Jahr 2004 und etwa 40 Mrd. US$ im Jahr 2005 gestiegen. Insbesondere in den letzten Jahren hat China seinen Import von afrikanischen Ländern erweitert, so dass sie einen großen Betrag von Deviseneinnahmen erwirtschaften können.

Um den Zugang afrikanischer Waren zum chinesischen Markt zu erleichtern, hat China Waren aus 29 unterentwickeltesten afrikanischen Ländern von Zöllen in 190 Kategorien befreit. Auf diese Weise verdoppeln sich die Exporte der betroffenen Länder nach China. Im Jahr 2005 verbuchte Afrika einen Handelsüberschuss von 2,4 Mrd. US$ mit China. Darüber hinaus hat China in den letzten Jahren 156 Schulden von 31 afrikanischen Schuldnerstaaten in Höhe von 10,5 Mrd. Yuan erlassen.

Auch chinesische Unternehmen haben ihren Schritt zum afrikanischen Markt beschleunigt. Bisher beläuft sich Chinas Direktinvestition in Afrika auf 1,25 Mrd. US$. Über 800 chinesische Unternehmen sind in Afrika errichtet worden. Sie beschäftigen sich mit Handel, Produktion und Verarbeitung, Erschließung von Ressourcen, Transport, Landwirtschaft, umfassender Entwicklung von Agrarprodukten usw.

Im Bereich der Kultur sind China und Afrika gleichberechtigte Partner, die gemeinsam die Prosperität und den Fortschritt der menschlichen Zivilisation vorantreiben. Sowohl China als auch Afrika sind die Wiege der menschlichen Zivilisation und haben ein glänzendes Kulturerbe, daher sollen sie ihren Kulturaustausch weiter ausbauen, um gemeinsam eine harmonische Welt, wo verschiedene Zivilisationen im Geist der Toleranz und Gleichberechtigung koexistieren und voneinander lernen, zu schaffen.

Im Bereich der Sicherheit sollen China und Afrika Austausch und Konsultation intensivieren, das Bewusstsein für die kollektive Sicherheit in der internationalen Gemeinschaft erhöhen, ein neues Konzept, das durch gegenseitiges Vertrauen, gegenseitigen Nutzen, Gleichberechtigung und Kooperation gekennzeichnet ist, fördern und eine internationale Umgebung, die zur gemeinsamen Entwicklung beiträgt, schaffen. China muss die Kooperation mit afrikanischen Ländern im nichttraditionellen Bereich wie Verhütung schwerer Infektionskrankheiten, einschließlich der Vogelgrippe, und Bekämpfung grenzüberschreitender Verbrechen verstärken, um gemeinsam mit Herausforderungen im Zuge der Globalisierung fertig zu werden. China wird mehr Ressourcen für UN-geführte Friedenserhaltungsaktionen einsetzen und bei der Lösung interner Konflikte und Dispute in Afrika eine konstruktive Rolle spielen.

Afrika stellt eine wichtige Kraft in internationalen Angelegenheiten dar. China und Afrika teilen einen breiten Konsens über wichtige internationale Probleme. Sie haben in diesem Bereich eine gute Tradition der Zusammenarbeit. Die Verstärkung der Koordination in diesen Angelegenheiten entspricht den Interessen der beiden Seiten. Sie wollen zur Förderung der Multipolarisierung und Demokratie in internationalen Beziehungen und in der UN-Reform kooperieren und zusammen auf den Frieden und die Harmonie der Welt hinarbeiten.

Die strategische Partnerschaft neuen Typs zwischen China, dem größten Entwicklungsland in der Welt, und Afrika, einem Kontinent, der die größte Konzentration von Entwicklungsländern hat, dient nicht nur den Interessen der beiden Seiten, sondern trägt auch zur Förderung der Süd-Süd-Kooperation und der gemeinsamen Prosperität der Entwicklungsländer bei. Angesichts der Erweiterung der Kluft zwischen Süden und Norden und der Bedrohung seitens des Terrorismus sind die gemeinsame Prosperität der Entwicklungsländer und ihre Teilung der Früchte der Globalisierung für den Frieden und die Entwicklung der Welt von weitreichender Bedeutung.

Gegenseitiger Nutzen

Westliche Medien haben der rapiden Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen, insbesondere ihrer Kooperation im Energiebereich, „besondere Aufmerksamkeit“ geschenkt. Sie machen viel Lärm um Chinas „Plünderung afrikanischer Erdölressourcen“ und „Verfolgung des ökonomischen Neokolonialismus in Afrika“. Wenn ein chinesischer Führer Afrika besucht, bezeichnen sie diesen Besuch als „eine Energiereise“ oder „eine Erdölreise“.

China hat seit 1963 16 000 medizinische Mitarbeiter wie diesen Arzt, der die Ohren eines Uganders untersucht, nach 47 afrikanischen Ländern entsandt. Foto von XINHUA

Als ein großes Entwicklungsland mit einer riesigen Bevölkerung und dem Mangel an Erdöl braucht China wirklich Erdöl zu importieren, um die wachsende inländische Nachfrage zu befriedigen. Seitdem China 1993 zu einem reinen Erdölimporteur geworden ist, hat China seine Anstrengungen verdoppelt, um Energie auf dem internationalen Markt durch gegenseitig nützliche Kooperation mit verschiedenen Ländern, einschließlich der afrikanischen Länder, zu erwerben. China hat weder diese Tatsache verschleiert noch braucht, dies zu tun.

Anders als die Kolonialisten, die die afrikanischen Ressourcen mit grausamen Mitteln plünderten, arbeitet China mit afrikanischen Ländern auf der Grundlage der Befriedigung gegenseitiger Bedürfnisse und in Übereinstimmung mit dem Prinzip des gegenseitigen Nutzens zusammen. Die Kooperation zwischen den beiden Seiten ist nicht gegen eine dritte Partei gerichtet. Nehmen wir den Vertrag über die Erdölförderung, der während des Nigeria-Besuches des Staatspräsidenten Hu Jintao im April unterzeichnet wurde, als Beispiel. Nigeria stellte der China National Petroleum Corp. Lizenzen für die Erdölförderung in vier Gebieten in diesem Land aus, zwei Gebiete davon liegen im ölreichen Niger-Delta, während sich die anderen zwei im unwirtlichen Gelände am unerschlossenen Tschad-See befinden.

Das chinesische Unternehmen bildet keine Bedrohung für die Interessen von Multis in Nigeria. Stattdessen wird dies Nigeria helfen, sein jungfräuliches Land zu erschließen und seine Quellen ausländischen Kapitals zu diversifizieren. Noch wichtiger ist, versprach China Nigeria, 4 Mrd. US$ in den Aufbau diesbezüglicher infrastruktureller Einrichtungen und weitere 5 Mio. US$ in den Einkauf von Medikamenten gegen die Malaria und in die Ausbildung des nigerianischen Personals für die Kontrolle der Malaria und Vogelgrippe sowie die technologische Kooperation in diesem Bereich zu investieren.

Fakten sprechen lauter als Worte. Was China in Afrika getan hat, zeigt, dass es gegenseitigen Nutzen in der Energiekooperation sucht. Es liefert afrikanischen Ländern Kapital und Technologien, die notwendig für die Erschließung ihrer Energieressourcen sind. Zugleich hilft es den afrikanischen Ländern, zu wahren Herren ihrer Ressourcen zu werden.


 

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