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Ich weiß, dass ich kann

Die Sonderolympiade, die im nächsten Jahr in Shanghai stattfinden wird, wird mehr Geistesbehinderten helfen, zu lernen, mit den Herausforderungen des Lebens fertig zu werden.

Von Tang Yuankai

Am 14. Oktober sprach Xu Chuang (19) an einem Tag mehr als in einer Woche vor drei Jahren.

Eine Fußballmannschaft der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang gewann am 3. August 2006 in der 4. Nationalen Sonderolympiade die Goldmedaille.
Foto von Cui Feng

Während der Einladungsspiele, die für die Vorbereitung auf die Sommerspiele der Sonderolympiade der Welt 2007 in Shanghai stattfanden, hielt Xu als globaler Botschafter der internationalen Sonderolympiade, Führer der Sportler der internationalen Sonderolympiade und Sportler aus der Austragungsstadt Shanghai eine Rede auf der Eröffnungszeremonie einer Konferenz der Delegationsleiter. Seine Rede erhielt begeisternden Beifall.

„Ich bin geistesbehindert und genierte mich früher vor fremden Leuten. Ich wollte ungern viel sprechen und sogar keine Antwort geben, selbst wenn man mir zehn Fragen gestellt hatte“, sagte Xu. „Dank der Sonderolympiade bin ich gesprächig geworden, und die Sonderolympiade hat meinem Leben positive Veränderungen gebracht, so dass meine Familie nicht mehr betrübt über mich ist. Stattdessen ist sie stolz auf mich.“

Xu ist stolz auf seine Heimatstadt, Shanghai, die die Ausschreibung für die Austragung der Sonderolympiade gewonnen hat, was China zum ersten asiatischen Land, das diese Begegnung veranstaltet, macht.

„Ich weiß, dass ich kann“, der Slogan für die Sommerspiele der Sonderolympiade der Welt 2007, ist ein Satz, den Xu häufig im Mund führt. „Während der Wettkämpfe sprechen wir Sportler diesen Slogan zueinander. Außerhalb der Sportplätze sprechen wir diesen Slogan, um unseren Wunsch nach Gleichberechtigung, Beteiligung, Integration und Fröhlichkeit auszudrücken. Diejenigen, die sich um Geistesbehinderte kümmern, sprechen ihn, um ihre Unterstützung für die Geistesbehinderten zu bekräftigen“, erklärte Xu.

Frau Eunice Kennedy Shriver mit einem geistesbehinderten Kind in Shanghai
Foto von Pan Qing

Xu erinnerte sich daran, dass Frau Eunice Kennedy Shriver, die im Jahr 1968 die Sonderolympiade initiierte, zu den Sportlern der Sonderolympiade sagte, dass sie alle Sieger seien und stolz sagen könnten: „Ich kann“.

Die Sonderolympiade folgt dem Modell der traditionellen Olympischen Spiele, aber sie hat andere Anforderungen für die Sportler: Sie müssen mindestens acht Jahre alt sein und einen IQ unter 70 haben. Während der Slogan der Olympiade „noch schneller, noch höher und noch stärker“ lautet, fordert die Sonderolympiade jeden Teilnehmer auf, seine bzw. ihre körperliche Grenze herauszufordern.

Die Organisation von Aktivitäten außerhalb der Sportplätze wie Familienforen, globaler jugendlicher Gipfeltreffen und globaler Werbekampagne für die Sonderolympiade zielt darauf ab, die Humanität gegenüber den Geistesbehinderten hervorzuheben und diese in Kommunikationsfähigkeit, Selbstachtung und Selbstvertrauen zu stärken.

Von Musik bis Sport

Xu Chuang wurde in einer Familie mit musikalischem Hintergrund geboren. Sein mütterlicher Großvater ist ein Dirigent des Shanghaier Philharmonischen Orchesters und sein Vater ein Geigespieler eines Theaters. „Chuang“ bedeutet im Chinesischen „Bahnbrechen“. Xus Name drückt die Hoffnung der Familie aus, dass er eine neue Bahn auf dem Gebiet der Musik brechen und die Tradition der Familie fortsetzen würde.

Eine Schiedsrichterin versucht, eine Hochspringerin, die in den Internationalen Einladungsspielen der Sonderolympiade in Shanghai den Wettkampf verloren hat, zu trösten.
Foto von Fan Jun

Schon in der Kindheit zeigte Xu sein musikalisches Talent. Doch als er sechs Jahre alt war, wurde die Hoffnung seiner Familie begraben, weil er sich eine seltene Krankheit zugezogen hatte und zu einem Geistesbehinderten geworden war.

„Einen geistesbehinderten Sohn zu haben, ist etwas, was wie ein Stein mir das Herz abdrückt“, sagte Xus Mutter Bao Meiqin, die Ärztin einer Schule für geistesbehinderte Kinder. Nachdem sie mit den Eltern, die ein ähnliches Schicksal haben, kontaktiert hatte, konnte Bao ihren Kummer nachvollziehen. „Wer wird unsere Kinder betreuen, wenn wir gestorben sind?“ sagte sie.

Kurz nachdem Xu in die Schule, wo seine Mutter arbeitet, gebracht worden war, entdeckten seine Mutter und der Lehrer für Sportunterricht, dass er großes Interesse für den Sport hatte.,

Einige Lehrer sagten zu Xus Mutter, dass es für Xu nicht geeignet sei, an den Wettkämpfen der Sonderolympiade teilzunehmen, weil sein Gedächtnis schwach und seine körperliche Koordination schlecht sei. Er brauchte mehrere Tage, um einen Satz von einfachen gymnastischen Übungen zu erlernen.

Am 20. Mai 2006 nahmen nahezu 20 000 Einwohner der Stadt Hangzhou, Provinz Zhejiang, an einer Werbekampagne für die Sommerspiele der Sonderolympiade der Welt 2007 teil.
Foto von Shao Quanda

Doch die Lehrer waren darüber erstaunt, dass sich Xus physisches Können durch die Vorbereitung für die Sonderolympiade merklich verbessert hatte und dass er extravertierter geworden war. Auch seine Sportleistungen zeigten große Fortschritte. In den Tischtennis-Wettspielen für Geistesbehinderte in der Asiatisch-Pazifischen Region im Jahr 1999 gewann Xu die Meisterschaft, nachdem er über 500 Spieler aus mehr als 30 Ländern besiegt hatte. Dies gab ihm die Gelegenheit, dem Trainingsteam für Sportler der Sonderolympiade einer anderen Schule für geistesbehinderte Kinder beizutreten.

Auf der dritten chinesischen nationalen Sonderolympiade im März 2002 wurde Xu zur Teilnahme an einem jugendlichen Gipfeltreffen eingeladen. Auch seine Mutter wurde zum Familienforum eingeladen, damit sie ihre Erfahrungen über die Ausbildung ihres Kindes für die Sonderolympiade weitergeben konnte. Im Jahr 2003 nahm Xu auf Empfehlung seiner Schule am Ausbildungsprogramm für die Führer der Sportler der Ostasiatischen Sonderolympiade teil und wurde zu einem der Führer der Sportler der globalen Sonderolympiade gewählt.

Beteiligung der Gesellschaft

„Meiner Meinung nach hat die Sonderolympiade der am meisten benachteiligten Gruppe Aufmerksamkeit geschenkt und ihr Hilfe gewährt. Sie zeigt die geistige Kraft und die humanitäre Fürsorge“, sagte Deng Pufang, Vorsitzender des Chinesischen Verbandes der Behinderten.

Am 14. November 2005 übergab Yang Yan, die Weltmeisterin der Sonderolympiade, Arnold Schwarzenegger, dem globalen Botschafter der Sonderolympiade, die Fackel der Sonderolympiade. Timothy Shriver, der Vorsitzende des Internationalen Organisationskomitees für Sonderolympiade, klatscht ihnen Beifall.
Foto: Li Ying

Deng ist der älteste Sohn von Deng Xiaoping, dem Generalarchitekten der Reform und Öffnung Chinas. Während der „Kulturrevolution“ (1966-1976) wurde er politisch verfolgt, so dass er halbseitig gelähmt worden ist. Im Jahr 1983 begann er, sich einem Programm für die Wohlfahrt und die humanitäre Fürsorge für Chinas Behinderte zu widmen.

„Es ist für die Geistesbehinderten schwierig, von der Gesellschaft akkzeptiert zu werden. Sie müssen die Hindernisse einer ungünstigen gesellschaftlichen Umgebung und ihre eigenen Gebrechen bewältigen“, sagte er. „Der Aufbau einer guten gesellschaftlichen Umgebung, in der die Behinderten weder diskriminiert noch verspottet werden, erfordert die Bemühungen der ganzen Gesellschaft. Die Sonderolympiade hat den Geistesbehinderten Mut und Zuversicht gegeben, sich in die Gesellschaft einzugliedern.“

In China, einem Land mit einer Bevölkerung von 1,3 Mrd. Menschen, gibt es etwa 13 Mio. Geistesbehinderte. Die geistesbehinderten Kinder bleiben lange Zeit zu Hause und haben kaum Kontakt mit der Gesellschaft.

Chinas Sonderolympiade wurde von Frau Eunice Kennedy Shriver und ihrem Mann während ihres China-Besuchs im Jahr 1985 initiiert. Die Chinesische Sportgesellschaft für Geistesbehinderte wurde im Juni desselben Jahres gegründet und im April 2004 in das Chinesische Organisationskomitee für Sonderolympiade umgenannt. Seitdem China vor 20 Jahren zu Mitglied des Internationalen Organisationskomitees für Sonderolympiade geworden ist, hat es viermal eine nationale Sonderolympiade organisiert. Shanghai veranstaltete im Jahr 1996 die Erste Asiatisch-Pazifische Sonderolympiade. Seit 1987 hat China eine Sportdelegation zu den Sommer- und Winterspielen jeder Sonderolympiade entsandt.

Im Mai 2000 wurde in Beijing, Shenzhen und Shanghai eine Werbekampagne für die Sonderolympiade durchgeführt. Im selben Jahr stieg die Zahl der chinesischen Teilnehmer an der Sonderolympiade von 5000 auf 76 000. Heute erreicht diese Zahl über 500 000.

Immer mehr Geistesbehinderte haben begonnen, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Sie können nun feststellen, dass die traditionellen Vorurteile gegen sie mit der Wirtschaftsentwicklung des Landes abgebaut werden.

Die chinesische Regierung hat versprochen, der Sonderolympiade eine finanzielle Unterstützung zu geben. Mit der Unterstützung des Internationalen Organisationskomitees für Sonderolympiade hat China Dutzende von Ausbildungskursen auf Staatsebene abgehalten, auf denen einige Tausend Trainer, Verwaltungsbeamte, Eltern von Sportlern und Freiwillige aus 31 Provinzen, autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten eine Ausbildung erhielten.

 

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