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Stabilisierung des chinesischen Geldwesens

Ein stabiles chinesisches Geldwesen wird nicht nur zur Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, sondern auch zur Entwicklung der Weltwirtschaft beitragen.

Von Lan Xinzhen

Am 30. Oktober veröffentlichte die Chinesische Volksbank, die Zentralbank Chinas, einen Bericht über die Stabilität des chinesischen Geldwesens im Jahr 2006. Im Bericht heißt es, dass China in der Finanzreform einen Durchbruch erzielt hat und angemessen mit Finanzkrisen fertig geworden ist und dass das chinesische Geldwesen im Allgemeinen stabil ist.

Das chinesische Geldwesen wird immer stabiler. Das Bild zeigt das Bürogebäude der Chinesischen Volksbank.
Foto von Chen Haitong

„Ein stabiles chinesisches Geldwesen ist etwas Gutes für die Weltwirtschaft“, sagte Liu Fuxiang, Professor der Universität für Außenhandel und -wirtschaft, der sich mit dem Studium der internationalen Finanzlage beschäftigt.

Dieser Bericht ist der zweite dieser Art. Der erste Bericht, der am 7. November 2005 veröffentlicht wurde, kam ebenfalls zum Schluss, dass das chinesische Geldwesen im Allgemeinen stabil ist. Allerdings wies der erste Bericht darauf hin, dass das chinesische Geldwesen trotz der Stabilität mit zehn Herausforderungen, einschließlich der Veränderung des wirtschaftlichen Wachstumsmodus und der Verbesserung der Verwaltung der Geldinstitute, konfrontiert ist.

Liu zufolge bewunderte man nach der asiatischen Finanzkrise im Jahr 1997 einerseits die Anstrengungen Chinas zur Stabilisierung der asiatischen Finanzordnung, andererseits war man besorgt darum, ob China nach der Öffnung des chinesischen Geldmarktes eventuelle Finanzkrisen überwinden kann.

„Nach der gegenwärtigen Situation beurteilt, braucht man sich keine Sorgen darum zu machen. Der chinesische Geldmarkt ist in der Lage, mit allen Herausforderungen fertig zu werden“, sagte Liu.

Veränderungen in den letzten acht Jahren

Seit 1998 sind die Verhütung und Überwindung von Finanzkrisen der Fokus des chinesischen Geldwesens. In den letzten acht Jahren hat sich im chinesischen Geldwesen eine wesentliche Veränderung vollzogen.

Am 14. Oktober 2005 begann China Construction Bank in Hong Kong, Aktienkapital aufzubringen.
Foto Von Xinhua

„In der Vergangenheit war die Rate der nicht eintreibbaren Außenstände der Banken zu hoch und das Niveau der Vermarktung sehr niedrig. Inzwischen haben sich die Kapitaldeckungsrate und die Qualität des Vermögens der chinesischen staatseigenen Banken merklich erhöht, und die Rentabilität und die Fähigkeit zur anhaltenden finanziellen Entwicklung haben sich ebenfalls verbessert“, sagte Liu. „Gegenwärtig ist unser Bankwesen sogar auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig.“

Von den vier größten staatseigenen Banken Chinas haben drei Banken -- Bank of China, China Construction Bank und Industrial and Commercial Bank of China -- eine Reform gemäß dem Aktiensystem durchgeführt und sind börsennotiert geworden. Jetzt beträgt die Rate ihrer faulen Kredite 5,41%, 3,51% bzw. 4,69%. Agricultural Bank of China bereitet sich momentan für diese Reform vor.

Was den Effektenhandel betrifft, wies der Finanzbericht darauf hin, dass in der Reorganisation der Wertpapiergesellschaften positive Fortschritte erzielt worden sind. Acht Wertpapiergesellschaften, nämlich China Galaxy Securities, Guotai Junan Securities, Huaxia Securities, Beijing Securities, Tiantong Securities, Southwest Securities, Xinjiang Securities und Shenyin & Wanguo Securities, haben sich alle reorganisiert, wodurch eine Umverteilung der Ressourcen im Effektensektor realisiert worden ist.

Was den Versicherungssektor anbelangt, haben die Versicherungsgesellschaften eine standardisierte Verwaltungsstruktur etabliert, und 40 chinesische Versicherungsgesellschaften haben sich gemäß dem Aktiensystem reformiert. Bis Ende 2005 betrug die Direktinvestition der Versicherungsgesellschaften auf dem Aktienmarkt 15,89 Mrd. Yuan.

„Noch wichtiger ist, dass der Aufbau der infrastrukturellen Einrichtungen im Geldwesen verstärkt und das finanzielle Umfeld verbessert worden ist“, so Liu.

Aus dem Bericht geht hervor, dass das System des Zahlungsservicenetzwerks Gestalt angenommen hat und ein Notfallmechanismus in Umrissen errichtet worden ist. Zugleich hat die Gesetzgebung für das Finanzwesen eine große Entwicklung erfahren. Dank der Abänderung des Firmenrechts und des Effektenrechts können die finanziellen Gesetze noch besser durchgesetzt werden. Das Normensystem für die Buchhaltung verbessert sich weiter, und ein landesweites Datennetzwerk für die Kredite von Unternehmen und Einzelpersonen ist in Betrieb genommen worden. Darüber hinaus ist eine Anti-Geldwäsche-Kampagne im Gange.

„Die chinesische Regierung hat große Anstrengungen unternommen, um den Geldmarkt Chinas zu stabilisieren“, sagte Liu weiter.

Liu zufolge hat die Zentralregierung 1,4 Billionen Yuan für die Reform der staatseigenen Banken eingesetzt. Wenn man die Geldmittel für die Sanierung der städtischen Kreditgenossenschaften, der ländlichen Kooperationsstiftungen und der Investitions- und Treuhandgesellschaften sowie für die Lösung von Finanzrisiken der städtischen Kommerzbanken hinzuzählt, so hat die Regierung in den letzten acht Jahren nicht weniger als 3 Billionen Yuan investiert, fast so viel wie die Finanzeinnahmen Chinas im Jahr 2005.

Eine langfristige Stabilität gewährleisten

Nach der Finanzreform in den letzten Jahren wird der chinesische Geldmarkt weiter nach der Außenwelt geöffnet.

Am 5. Juli 2006 ließ sich Bank of China offiziell an der Shanghaier Börse notieren.
Foto von Chen Shugen

Dem Finanzbericht zufolge gab es bis Ende 2005 in China 254 Geldinstitute mit Auslandskapital, ihr Vermögenswert betrug insgesamt 87,66 Mrd. US$, was 1,89% des gesamten Vermögenswertes aller Banken ausmacht. Derzeit ist 154 Geldinstituten mit Auslandskapital erlaubt, in 25 Städten Reminbi-Geschäfte abzuwickeln, und weitere 25 ausländische Geldinstitute besitzen Aktien von 20 chinesischen Geldinstituten.

Es gibt momentan sieben Wertpapiergesellschaften mit ausländischer Kapitalbeteiligung, 20 Fondsverwaltungsgesellschaften mit ausländischer Kapitalbeteiligung und 32 qualifizierte ausländische institutionelle Investoren.

Es gibt 40 Versicherungsgesellschaften mit ausländischer Kapitalbeteiligung, 23 davon sind chinesisch-ausländische Joint Ventures und die übrigen Gesellschaften mit ausschließlich ausländischem Kapital. Ihr Vermögenswert beträgt 40,18 Mrd. Yuan bzw. 26,61 Mrd. Yuan, was 2,64% bzw. 1,75% des gesamten Vermögenswertes aller Versicherungsgesellschaften in China ausmacht.

„Das chinesische Geldwesen ist allmählich zu einem internationalen Geldmarkt geworden. Nach der Öffnung des chinesischen Geldmarktes am 11. Dezember dieses Jahres wird dieser Trend beschleunigt werden. Daher ist es notwendig, unser Geldwesen zu stabilisieren“, sagte Zhou Maoqing, Forschungsrat der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

Im Finanzbericht heißt es, dass China dem eventuellen negativen Einfluss der unausgeglichenen globalen Wirtschaft, der Schwankungen des Ölpreises, der strukturellen Widersprüche im inländischen Finanzwesen, der zunehmenden Konkurrenz im Geldwesen und der potentiellen Risiken in der finanziellen Innovation auf die finanzielle Stabilität Chinas Aufmerksamkeit schenken muss.

Die unausgeglichene globale Wirtschaft wird möglicherweise zu langfristig niedrigen Zinssätzen und zur Steigerung von Ressourcen- und Vermögenspreisen führen. Die Regulierung der unausgeglichenen globalen Wirtschaft, insbesondere eine unordentliche, wird möglicherweise die Schwankungen der Wechselkurse der wichtigsten Währungen der Welt verschärfen, das Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft verlangsamen und das Wachstum des chinesischen Exports und der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigen.

Darüber hinaus wird die Schwankung von Angebot und Nachfrage sowie der Preise der Ressourcenprodukte wie Erdöl China unter Druck der Steigerung der Importkosten und der potentiellen Inflation setzen, was die gesunde und nachhaltige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigen wird.

Die strukturellen Widersprüche wie ein zu schnelles Wachstum der Anlageinvestition, eine flaue Konsumtion und eine unausgeglichene internationale Zahlungsbilanz sind einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum abträglich und bilden einen Inflationsdruck. All das wird dazu führen, dass die Banken mit einem zunehmenden Kreditrisiko konfrontiert sein werden.

Der Bericht gibt zu, dass die Innovationsfähigkeit der Geldinstitute nicht stark ist.

Die Chinesische Volksbank hat im Bericht beschlossen, die besonnene und umsichtige Finanz- und Geldpolitik weiter durchzuführen und die Globalsteuerung zu verstärken, um die nachhaltige und gesunde Entwicklung der Wirtschaft und des Geldwesens zu fördern. Die Regierung wird den Aufbau eines Versicherungssystems für die Depositen, das alle Depositenbanken abdeckt, beschleunigen, um die Sparer verstärkt zu schützen.


 

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