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Ausländische Unternehmen sehen grünes Licht

Die Gewinnzahlen der meisten ausländischen Unternehmen in China sehen gut aus.

Von Lan Xinzhen

Die Schilder ausländischer Banken im Geschäftsviertel Lujiazui in Shanghai
Foto von Chen Fei

Die Investitionsrentabilität ausländischer Unternehmen in China betrage 22 Prozent, sagte der Direktor der Abteilung für China und Mongolei der Weltbank, David Dollar, auf dem Vierten Forum über Chinas Investitionsklima, das am 11. November in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang, stattfand. Diese Zahl ging aus einer Studie der Weltbank hervor, an der 12 400 Unternehmen in 12 Städten Chinas teilnahmen, sagte Dollar. Etwa 8 Prozent der untersuchten Unternehmen waren staatseigene, 28 Prozent sind mit ausländischem Kapital bestückt und die übrigen 64 Prozent sind Privatunternehmen. Die Investitionsrentabilität der Unternehmen mit Auslandskapital beträgt 22 Prozent, während die Quote bei Privatunternehmen bei 19 Prozent liegt. „Im Vergleich mit der weltweiten Situation ist die Investitionsrentabilität von Unternehmen mit Auslandskapital und Privatunternehmen in China sehr hoch“, sagte er.

Ein Weißbuch der Amerikanischen Handelskammer in China zeigt, dass 68 Prozent der 450 im Jahr 2005 untersuchten amerikanischen Unternehmen profitabel bzw. erfolgreich waren. Auslandskapital ist bereits in angesagte Industriezweige wie Bankwesen, Versicherungswesen, Telekommunikation, Automobilindustrie, Logistik, Einzelhandel, Maschinenbau, Energie, Eisen- und Stahlindustrie, IT, Webseiten und Immobilienwesen investiert worden. Die Aussicht auf verlockende Renditen aus dem Geschäft in China ermutigen ausländische Unternehmen, ihr Investitionsvolumen auf dem chinesischen Markt ständig zu erweitern.

Die rentabelsten Branchen

Statistiken des Handelsministeriums, der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform und des Staatlichen Statistikamts zufolge machen die Unternehmen mit Auslandskapital in der verarbeitenden Industrie, im Einzelhandel und aus der pharmazeutischen Industrie die größten Gewinne. Die Produktion nach China zu verlegen ist schon seit längerem die erste Wahl für Investoren aus dem Ausland, und Unternehmen mit Auslandskapital nehmen nun den größten Anteil dieses Marktes für sich ein. Statistiken des Staatlichen Statistikamts aus den Monaten Januar bis Oktober 2006 zufolge belief sich der gesamte Gewinn aller staatseigenen Industrieunternehmen sowie nichtstaatlichen Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 5 Mio. Yuan auf 1,47 Billionen Yuan. Das entspricht einer Zunahme von 30,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. 410,5 Mrd. Yuan, eine Zunahme von 27,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, davon waren die Gewinne von Unternehmen mit Auslandskapital oder von Investoren aus Hongkong, Macau und Taiwan. Das Handelsministerium stellte eine Lists der 500 Top-Unternehmen mit Auslandskapital von 2004 bis 2005 je nach ihrem Umsatzvolumen auf. Diese Liste umfasste 405 Betriebe aus der verarbeitenden Industrie, was einer Quote von 81 Prozent entspricht, darüber hinaus gehörten neun der 10 Top-Unternehmen dem verarbeitenden Gewerbe an. In diesem Sektor kam es in den Unternehmen mit Auslandskapital in den Jahren 2001-2005 zu einem jährlichen Wertzuwachs um ca. 30 Prozent. Dies wiederum trug zu einem Drittel des Bruttoproduktionswertes der Industrie des Landes bei. Die von den Unternehmen mit Auslandskapital entrichteten Steuern stiegen jährliche um 22 Prozent, was einem Fünftel der gesamten Steuereinnahmen des Landes entsprach.

Einzelhandel

Die Automobilindustrie ist eine der profitabelsten Industrien in China. Das Bild zeigt, wie Techniker der ChangAn Auto Co. Ltd. ein neues Auto testen.
Foto von Liu Chan

Im Jahr 2005 betrug die Gewinnrate von Einzelhandelsunternehmen mit Auslandskapital etwa 3,7 Prozent, dies besagen Statistiken des Handelsministeriums. Internationale Multis haben große Schritte unternommen, um einen Zugang zum chinesischen Einzelhandelsmarkt zu finden, nachdem der chinesische Einzelhandel am 11. Dezember 2004 den völligen Zugang für Auslandskapital erlaubte. Aus Statistiken des Staatlichen Statistikamts geht hervor, dass von Januar 2005 bis September 2006 1580 weitere ausländische Einzelhandelsunternehmen in China Filialen eröffnet haben. Diese Zahl entspricht einer Verfünffachung der Zahl im Vergleich zu der Zeit vor der Öffnung des Marktes. Nachdem China im Jahr 1992 seinen Handelssektor geöffnet hatte, haben bis Ende 2004 nur 314 ausländische Einzelhandelsunternehmen Filialen in China gegründet. In den großen Metropolen wie Beijing, Shanghai und Guangzhou wird der Einzelhandelssektor im Wesentlichen von ausländischen Einzelhändlern kontrolliert.

Pharmazeutische Industrie

Statistiken der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform zufolge betrug der Bruttoproduktionswert der pharmazeutischen Industrie in der ersten Hälfte dieses Jahres 251,09 Mrd Yuan, was einem Anstieg von 19,47 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahrszeitraum entspricht. Der Gesamtgewinn der pharmazeutischen Industrie betrug 18,09 Mrd Yuan, was einer Zunahme von 7,65 Prozent entspricht. Unternehmen mit Auslandskapital und Investoren aus Hongkong, Macau und Taiwan waren für 75 Prozent des gesamten Umsatzvolumens verantwortlich. Diese Unternehmen erwirtschafteten auch 80 Prozent der Gewinne in der pharmazeutischen Branche.

Neuer Investitionstrend

Die Veränderungen im Bezug auf ausländische Investitionen in China in den vergangenen zwei Jahren bezeugen, dass China sein Versprechen gegenüber der Welthandelsorganisation hält, seinen Markt völlig zu öffnen. Im Anschluss an die Notierung der Bank of China, Der China Construction Bank und der Industrial und Commercial Bank of China an der Börse haben ausländische Unternehmen durch den Wertpapiermarkt in Chinas Bankwesen investiert. Beispielweise haben sich die Bank of America mit einem Volumen von 2,5 Mrd. US$ und die Singapore Temasek Holdings mit einem Volumen von 1,4 Mrd US$ im Juni 2005 an den Aktien der China Construction Bank beteiligt. Die Royal Bank of Scotland wurde im August 2005 mit einem Volumen von 3,1 Mrd US$ zu einem Aktionär der Bank of China. Bis Ende des Jahres 2005 haben ausländische Banken bereits 254 betriebliche Institutionen in China gegründet, berichten Statistiken aus der Chinesischen Verwaltungskommission für Banken. Die energiebezogenen Bereiche haben die Aufmerksamkeit ausländischer Investoren auf sich gezogen. Das größte private Kohlenunternehmen in den USA, Peabody Energy, richtete im September 2005 seine Niederlassung in Beijing ein. Gegenwärtig hat Peabody Energy Kontakte mit der China Huaneng Group, der Shenhua Group Co. Ltd. und einigen großen Stahl- und Eisenunternehmen Chinas aufgenommen. In Zukunft wird Peabody Energy Rohstoffe für Chinas Kraftwerke und Stahl- und Eisenunternehmen liefern und sich am technologischen Austausch mit ihnen beteiligen. Auslandskapital wird darüber hinaus in die petrochemische Industrie investiert werden.

Politik für Investitionen aus dem Ausland

Die Anziehung ausländischer Investitionen ist weiterhin ein wichtiges Ziel der chinesischen Regierung. Das Hauptaugenmerk wird aber auf eine Optimierung und eine verbesserte, effizientere Nutzung ausländischen Kapitals gelegt. Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform veröffentlichte am 10. November einen Plan zur Nutzung von ausländischem Kapital in den Jahren 2006-2010. Li Pumin, der Direktor der Abteilung für Politische Studien bei der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, sagte, dass eine wichtige Aufgabe in der Zukunft sei, ausländisches Kapital in zentral- und westchinesische Regionen zu führen. Ausländische Geschäftsleute haben in der Tat schon begonnen, sich mit Investition in Zentral- und Westchina zu beschäftigen. Dies geschieht aufgrund eines Mangels an verfügbarem Land und an Arbeitskräften in Ost- und Südchina. In West- und Zentralchina ist schon eine Menge von günstigen politischen Maßnahmen ergriffen worden. Der Plan der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform passt sich genau diesem Trend an. Die Priorität wird in den kommenden fünf Jahren bei der Einführung fortgeschrittener Technologien, Managementerfahrungen und hochqualifizierter Fachkräfte liegen, sagte Li.


 

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