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Chinas Raumfahrt 2006

Presseamt des Staatsrats der Volksrepublik China
Oktober 2006 Beijing

(Fortsetzung)

V. Internationaler Austausch und Zusammenarbeit

Die chinesische Regierung ist der Ansicht, dass der Weltraum der gemeinsame Reichtum der gesamten Menschheit ist und dass alle Länder das gleiche Recht haben, den Weltraum und die Himmelskörper frei zu erforschen, zu erschließen und zu nutzen; die Weltraumaktivitäten aller Länder sollen zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und des gesellschaftlichen Fortschritts aller Länder, zur Begünstigung der Sicherheit, Existenz und Entwicklung der Menschheit und zur Verstärkung der Freundschaft und Kooperation zwischen den Völkern aller Länder beitragen.

Bei der internationalen Weltraumzusammenarbeit sollen die grundlegenden Prinzipien befolgt werden, die in der „Erklärung über internationale Zusammenarbeit bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums zum Vorteil und im Interesse aller Staaten, unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Entwicklungsländer“ („Erklärung über die internationale Weltraumzusammenarbeit“) formuliert sind. China tritt dafür ein, auf Grundlage der Prinzipien der Gleichberechtigung, des gegenseitigen Nutzens, der friedlichen Nutzung und der gemeinsamen Entwicklung den internationalen Austausch und die internationale Zusammenarbeit hinsichtlich des Weltraums zu verstärken.

Grundlegende politische Richtlinien

Beim internationalen Austausch und bei der internationalen Zusammenarbeit in Bezug auf den Weltraum befolgt die chinesische Regierung folgende grundlegende politische Richtlinien:

- An der Unabhängigkeit und Selbstständigkeit festhalten, den Bedürfnissen der Modernisierung des Landes entsprechend die Märkte und Ressourcen im In- und Ausland berücksichtigen, sie durch umfassende Planung rationell nutzen sowie aktiv und pragmatisch mit den Staaten der Welt zusammenarbeiten.

- Alle Aktivitäten zur friedlichen Nutzung des Weltraums im Rahmen der UNO unterstützen; alle Aktivitäten zur Förderung der Entwicklung der Weltraumtechnik, -nutzung und -wissenschaften zwischen Regierungen bzw. Nichtregierungsorganisationen für Weltraum unterstützen.

- Die regionale Weltraumkooperation in der Asien-Pazifik-Region betonen und die regionalen Weltraumkooperationen in anderen Teilen der Welt unterstützen.

- Die Weltraumkooperation mit den Entwicklungsländern verstärken und der Weltraumkooperation mit den entwickelten Ländern große Aufmerksamkeit schenken.

- Chinesische Forschungsinstitutionen, Industrieunternehmen, Hochschulen und Universitäten sowie Massenorganisationen ermutigen und unterstützen, sich im Rahmen der entsprechenden politischen Richtlinien, Gesetze und Vorschriften auf allen Ebenen und in verschiedener Form am internationalen Weltraumaustausch und an der internationalen Weltraumkooperation zu beteiligen.

Wichtige Aktivitäten

In den vergangenen fünf Jahren führte China mit vielen Ländern bilaterale Weltraumkooperationen durch und unterzeichnete mit 13 Ländern, Weltrauminstitutionen und internationalen Organisationen 16 internationale Abkommen bzw. Verständigungsmemoranden über die internationale Weltraumkooperation, wodurch die multilaterale Kooperation und die Institutionalisierung dieser Kooperation in den Bereichen der Weltraumtechnik und ihrer Anwendung in der asiatisch-pazifischen Region vorangetrieben wurden; China hat sich an allen betreffenden Aktivitäten der UNO und anderer internationaler Organisationen beteiligt; China unterstützt die internationalen kommerziellen Aktivitäten hinsichtlich des Weltraums und hat dabei positive Ergebnisse erzielt.

1. Bilaterale Kooperation. In den letzten fünf Jahren hat China mit Argentinien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Malaysia, Pakistan, Russland und der Ukraine sowie der ESA und der EU-Kommission Kooperationsabkommen über die friedliche Nutzung des Weltraums bzw. Kooperationsvereinbarungen über Weltraumprojekte unter-zeichnet. Mit Brasilien, Frankreich, Russland und der Ukraine wurden Kooperationsmechanismen in der Raumfahrt wie Ausschüsse bzw. gemeinsame Kommissionen etabliert; China hat mit den Weltrauminstitutionen Indiens, Großbritanniens und anderer Länder Verständigungsmemoranden zur Weltraumkooperation unterzeichnet und mit den Weltrauminstitutionen von Algerien, Chile, Deutschland, Italien, Japan, Peru und den USA einen Austausch in Gang gesetzt.

China und Brasilien arbeiten weiterhin zusammen an dem Projekt für Erdbeobachtungssatelliten zur Erkundung von Bodenschätzen (CBERS). Nach dem erfolgreichen Start von CBERS 02 im Oktober 2003 unterzeichneten die Regierungen der beiden Länder ein Zusatzprotokoll über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Herstellung der Erdbeobachtungssatelliten 02B, 03 und 04 sowie über Anwendungssysteme für die gewonnenen Daten, um die Kontinuität der CBERS-Daten zu gewährleisten und die Anwendung der CBERS-Daten in der Region und der ganzen Welt zu ermöglichen.

China und Frankreich haben eine breite Weltraumzusammenarbeit verwirklicht. Im Rahmen der chinesisch-französischen Kommission für Raumfahrt-Zusammenarbeit machten beide Seiten bei Austausch und Zusammenarbeit in den Bereichen der Weltraum-, Geo- und Lebenswissenschaften sowie bei Satellitenanwendungen, -vermessung und -kontrolle wichtige Fortschritte.

China und Russland haben bei der Weltraumzusammenarbeit viele Ergebnisse erzielt. Im Rahmen des Ausschusses für die Zusammenarbeit in der Raumfahrt des Komitees für die regelmäßigen Treffen der Ministerpräsidenten der beiden Länder wurde ein langfristiger Kooperationsplan festgelegt. Außerdem arbeiteten China und Russland hinsichtlich der bemannten Raumfahrt bei der Ausbildung von Kosmonauten zusammen.

China und die Ukraine haben Austausch bei der Weltraumzusammenarbeit aufgenommen. Im Rahmen des Kooperationsmechanismus der chinesisch-ukrainischen Kommission für Raumfahrt arbeiteten die beiden Seiten ein Kooperationsprogramm aus.

China und die ESA haben in der chinesisch-europäischen Zusammenarbeit das Double-Star-Erdbeobachtungsprojekt realisiert. Die zuständigen Abteilungen Chinas und der ESA haben das Dragon-Programm, eine Kooperation im Bereich der Erdbeobachtung, umgesetzt und auf den Gebieten der Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Meteorologie, Ozeanografie und des Katastrophenschutzes bei 16 Projekten im Bereich der Fernerkundung kooperiert.

2. Multilaterale Kooperation. Im Oktober 2005 haben Vertreter der Regierungen von China, Bangladesch, Indonesien, Iran, der Mongolei, Pakistan, Peru und Thailand in Beijing die Konvention der Organisation für die Asiatisch-Pazifische Weltraumzusammenarbeit (APSCO) unterzeichnet. Im Juni 2006 hat auch der Vertreter der Türkei diese Konvention unterzeichnet. Die Organisation wird ihre Zentrale in Beijing einrichten, was die offizielle Gründung einen wichtigen Schritt weiterbringen wird.

China treibt das Projekt zur multilateralen asiatisch-pazifischen Kooperation bei kleinen Multi-Missions-Satelliten weiter voran. China, Bangladesch, Iran, die Mongolei, die Republik Korea, Pakistan und Thailand sind bereit, gemeinsam kleine Multi-Missions-Satelliten zu entwickeln, herzustellen und einzusetzen. Sie sollen 2007 auf Umlaufbahnen gebracht werden.

China hat aktiv an allen Aktivitäten des UNO-Ausschusses für die friedliche Nutzung des Weltraums (COPUOS) und seiner Unterausschüsse für Wissenschaft und Technik bzw. für juristische Fragen teilgenommen, ist dem Weltraumvertrag, dem Bergungs-Übereinkommen, dem Haftungs-Übereinkommen und dem Registrierungs-Übereinkommen der UNO beigetreten, kommt strikt seiner Verantwortung nach und erfüllt seine Pflichten. China beteiligt sich aktiv an allen vom COPUOS organisierten Aktivitäten zur Umsetzung der Vorschläge der 3. UNO-Konferenz über die Erforschung und friedliche Nutzung des Weltraums (UNISPACE III). Zusammen mit Kanada und Frankreich als Kovorsitzenden trieb China die Tä-tigkeit der Aktionsgruppe des COPUOS für Katastrophenmana-gement (AT-7). Daran nahmen 40 Mitgliedsstaaten des COPUOS und 15 internationale Organisationen teil. China beteiligte sich außerdem aktiv an der Arbeit einer Sonderkommission des COPUOS für eine Projektstudie eines Koordinationsmechanismus für Katastro-phenmanagement. China trat der Internationalen Charta für Weltraum und Großkatastrophen bei. In Zusammenarbeit mit der UNO wurden in China das Seminar der UNO, der ESA und Chinas über die Grundlagen der Weltraumwissenschaft und das Seminar der UNO und Chinas über die Entwicklung der Telemedizin in der Asien-Pazifik-Region abgehalten. In Zusammenarbeit mit dem Sekretariat für multilaterale Zusammenarbeit der Asiatisch-Pazifischen Organisation für Weltraumkooperation und der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der UNO (ESCAP) wurden mehrere Ausbildungskurse und Symposien über die Anwendung der Weltraumtechnik veranstaltet. China stellte für diese Aktivitäten Geldmittel bereit. Ferner wirkte China an dem von der ESCAP organisierten und durchgeführten Programm über die Nutzung des Weltraums und die nachhaltige Entwicklung in der asiatisch-pazifischen Region mit.

China beteiligt sich aktiv an allen Aktivitäten des Interinstitutio-nellen Koordinierungsausschusses für Weltraummüll (IADC),
hat dessen Aktionsprogramm gegen Weltraummüll in Angriff genommen und intensiviert den internationalen Austausch und die Zusammenarbeit im Bereich der Erforschung des Weltraummülls. China nahm an entsprechenden Aktivitäten des Ausschusses für Erdbe-obachtungssatelliten (CEOS) teil und fungierte im November 2004 als Gastgeberland für die 18. Plenartagung des CEOS in Beijing und für die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag seiner Gründung. Im Mai 2005 wurde China offiziell Mitglied der zwischenstaatlichen Ad-hoc-Gruppe für Erdbeobachtung (GEO) und ihres Exekutivkomitees. Im Juli 2006 fanden in Beijing die 36. Wissenschaftliche Tagung des Komitees für Weltraumforschung (COSPAR) und die 8. Internationale Konferenz zur Erforschung und Nutzung des Mondes (ILEWG) statt. China wirkte ferner an verschiedenen Aktivitäten der internationalen Organisationen in Bezug auf den Weltraum mit, beispielsweise der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), des Internationalen Verbands für Raumfahrt (IAF) und des COSPAR.

3. Kommerzielle Tätigkeiten. Im April 2005 wurde der Nachrichtensatellit „Asien-Pazifik Nr. 6“ erfolgreich auf eine Umlaufbahn gebracht. Im Dezember 2004 unterzeichneten China und Nigeria einen Vertrag über einen kommerziellen Nachrichtensatelliten, der betriebsfertig auf einer Umlaufbahn geliefert wird; im November 2005 unterzeichneten China und Venezuela einen Vertrag über einen kommerziellen Nachrichtensatelliten, der ebenfalls betriebsfertig auf einer Umlaufbahn übergeben wurde, sowie die entsprechenden Bodenanlagen.

Prioritäten der Zusammenarbeit

Die chinesische Regierung wird den internationalen Austausch und die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Weltraumtechnik, -nutzung und -wissenschaften weiter unterstützen. In den kommenden fünf Jahren wird der internationalen Kooperation in folgenden Bereichen Priorität eingeräumt:

- Forschung in den Bereichen Weltraumastronomie, Weltraum-physik, Mikrogravitationswissenschaft, Weltraum-Lebenswissenschaften sowie Mond- und Planetenerkundung.

- Mitbenutzung und Überlassung der Daten von Erdbeobachtungssatelliten für Anwendungen und Forschung in Bereichen wie Erkundung von Bodenschätzen, Umweltüberwachung, Katastrophenschutz sowie Überwachung und Voraussage globaler Veränderungen.

- Gemeinsame Nutzung der Ressourcen des Weltraumvermes-sungs- und -kontrollnetzes und gegenseitige Unterstützung bei der Weltraumvermessung und -kontrolle.

- Entwicklung und Herstellung von Nachrichten- und Erdbeobachtungssatelliten.

- Aufbau von Bodenanlagen und Entwicklung von Schlüsselbauteilen für die Satellitentelekommunikation, -fernerkundung, -navigation und -ortung.

- Anwendung von Satellitentelekommunikation und -rundfunk bei Fernunterricht und Telemedizin und Ausbau der Anwendungsbereiche von Satellitenrundfunk und -fernsehen und der mit Satellitennavigation und -ortung in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.

- Kommerzielle Satellitenstarts, Export von ganzen Satelliten und deren Komponenten und Einzelteilen sowie Aufbau von Telemetrie-, Kontroll- und Anwendungsanlagen für Satelliten und den entsprechenden Dienstleistungen.

- Austausch und Ausbildung von Personal in den verschiedenen Bereichen der Raumfahrt.

(Ende)


 

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