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Millionenerfolg bei Chery

Am 22. August rollte in der zentralchinesischen Stadt Wuhu das millionste Chery Auto vom Fließband. Für die Global Player der Automobilindustrie ist diese Zahl nicht besonders eindrucksvoll, aber für den jungen chinesischen Autobauer, der gerade mal zehn Jahre alt ist, bedeutet die erste Million einen Meilenstein der Firmengeschichte.

Trotz der erfreulichen Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist der Vorstandsvorsitzende des Autobauers, Yin Tongyao, der Meinung, dass sein Unternehmen jederzeit vom Markt verschwinden kann, wenn es ihm nicht gelingt, sein Potenzial restlos auszuschöpfen. Mehrfach hat Yin betont, dass Chery nur dann auf dem so hart umgekämpften chinesischen Markt überleben wird, wenn es sein enormes Entwicklungstempo beibehält.

Der erste Spatenstich für den Bau des Chery-Werks wurde am 18. März 1997 gesetzt. Am 18. Dezember 1999 rollte das erste Fahrzeug vom Band. Und im Oktober 2001 erhielt der junge Autobauer den ersten Exportvertrag. Heute verkauft Chery seine Automobile in mehr als 50 Ländern und Gebieten. Aber was für ein Unternehmen ist Chery? Und wie hat es das Unternehmen geschafft, als Neuling auf dem hart umgekämpften chinesischen Automarkt Fuß zu fassen? Wir haben bei Yin Tongyao, Chef und Gründer des Unternehmens Chery, nachgefragt.

Beijing Rundschau: Zuerst gratulieren wir ganz herzlich zum millionsten Chery. Was bedeutet dieser Wagen für Ihr Unternehmen?

Er ist ein Zeichen für den Abschluss der ersten Entwicklungsphase von Chery. In den vergangenen zehn Jahren haben alle unsere Mitarbeiter ihre hohe Arbeitsbereitschaft unter Beweis gestellt. Die rasche Entwicklung Cherys ist vor allem der Arbeitsmoral unserer Mitarbeiter zu verdanken. Wir haben uns mächtig ins Zeug gelegt: beim Bau des Werks wurde 15 Stunden an jedem Tag der Woche gearbeitet. Seit 2001 hat Chery insgesamt 153 694 Autos exportiert. Damit waren wir vier Jahre in Folge größter Autoexporteur Chinas.

Beijing Rundschau: Was zeichnet Ihrer Meinung nach Chery gegenüber seinen Mitbewerbern aus?

Chery verfügt über ein sehr gutes Team. Von Anfang an legte Chery großen Wert auf die Bildung eines hochkompetenten Technik- und Managementteams. Bereits in der Vorbereitungsphase ist es uns gelungen, eine Reihe hervorragender Forschungs- und Entwicklungsexperten aus Deutschland, den USA und Japan zu gewinnen. Zudem hat Chery gezielt in die Ausbildung von Facharbeitern investiert, außerdem haben wir zahlreiche Mitarbeiter zur Fortbildung ins Ausland geschickt. Wir kooperieren einerseits mit international renommierten Autodesignern und bauen andererseits verstärkt ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsteam auf. Ein weiterer Vorteil von Chery liegt in unserer hohen Produktionskapazität. So wird unser drittes Autowerk in Kürze in Betrieb genommen, wodurch sich unsere Produktion von 250 000 auf 300 000 Einheiten erhöhen lässt.

Beijing Rundschau: Seit einiger Zeit ist in der chinesischen Automobilindustrie ein merkwürdiges Phänomen zu beobachten: Während chinesische Partner internationaler Automobilhersteller zunehmend selbständig entwickelte Automodelle auf den Markt bringen, hat Chery die Zusammenarbeit mit Weltkonzernen wie Chrysler und Fiat verstärkt und beginnt erst jetzt für sie zu produzieren. Weshalb?

Chery ist ein außergewöhnlicher Autobauer, der in der Anfangsphase einen ziemlich Zigzackkurs gefahren ist und viele Fehler gemacht hat. Nachdem wir zehn Jahre lang Erfahrung sammeln konnten, haben wir beschlossen, die Produktion für den Weltmarkt auszuweiten, aber immer unter Aufrechterhaltung des Inlandsmarktes. Wir haben festgestellt, dass fast alle Autoriesen der Welt globalisierte Unternehmen sind, die ihre Qualitätsprodukte weltweiter Arbeitsteilung verdanken. Chery hat sich heute schon in die Gruppe der führenden inländischen Autobauer vorgearbeitet, aber damit wollen wir uns nicht zufrieden geben. Unser strategisches Ziel ist es, die Produktion zu globalisieren, um uns so schnell wie möglich auf dem internationalen Markt zu etablieren.

Beijing Rundschau: Mit Erfolg. Immerhin ist Chery nun ein begehrter Kooperationspartner einiger weltweiter Automobilkonzerne.

In den vergangenen Jahren hat Chery unter dem Motto „Innovation und Aufbau einer chinesischen Marke“ enorme Fortschritte erzielt. Heute sehen wir uns angesichts zunehmender Konkurrenz von allen Seiten an einem wichtigen Wendepunkt, denn die Entscheidung für den Weltmarkt ist lebenswichtig für die Zukunft unseres Unternehmens.

Im Juli haben wir mit der Chrysler-Gruppe eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, nach welcher Chery und Chrysler gemeinsam Kleinwägen und Autos der Mittelklasse für Nordamerika und Europa entwickeln sollen. Von dem Projekt profitieren beide Vertragspartner: Chery hat ein leistungsfähiges Entwicklungsteam und sehr konkurrenzfähige Produktionskosten, während Chrysler über einflussreiche Marken und ein optimales Vertriebsnetz in Europa und Nordamerika verfügt. Zudem wollen wir zusammen mit dem italienischen Autoproduzenten Fiat einen Markt für Minibusse erschließen. All dies zählt zur Strategie, Chery in eine internationale Marke zu verwandeln. Im Vergleich zu den großen Namen der internationalen Autoindustrie ist Chery mit seinen zehn Jahren immer noch sehr jung. Durch Kooperationen mit Global Playern erhöhen sich Vermarktungschancen und Produktionspotenzial. Außerdem verbessern wir so unsere Konkurrenzfähigkeit. Ziel ist es letztlich, eine eigene Marke auf dem Weltmarkt einzuführen.

Beijing Rundschau: Hat Chery heute schon einen konkreten Plan, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen?

Nachdem die Produktionskapazität Cherys erweitert wurde, müssen wir uns nun darauf konzentrieren, ein leistungsfähiges Vertriebsnetz aufzubauen. Wir wollen dieses Ziel in drei Schritten erreichen. Zuerst werden wir unseren Zugang zum Weltmarkt erweitern und den Export intensivieren. Seit dem ersten exportierten Auto im Jahre 2001 haben wir unseren Export bereits auf 56 Länder erweitert. Das Exportvolumen von Chery macht etwa die Hälfte des gesamten Pkw-Exports Chinas aus. Zweitens errichten wir Produktionsstandorte im Ausland. Bisher haben wir Werke in Russland, Ägypten, Indien, Uruguay, in der Ukraine und im Iran eröffnet. Wir hoffen, uns dadurch besser auf dem internationalen Markt zu positionieren und schneller auf Kundenwünsche reagieren zu können. Als dritten Schritt wollen wir mehr internationale strategische Investoren wie Chrysler und Fiat gewinnen. So können wir die Vorteile der jeweiligen Seite nutzen und gemeinsam den Weltmarkt erschließen.

Beijing Rundschau: Wie sieht Ihre Prognose aus? Wann rechnen Sie mit dem zweimillionsten Auto und wann wird die Jahresproduktion Cherys die Marke von einer Million Einheiten überschreiten?

Ich glaube nicht, dass das zweimillionste Chery-Auto noch lange auf sich warten werden lässt. Ich persönlich halte es für realistisch, dass es im Jahr 2009 vom Band rollen wird. Für jeden Autobauer bedeutet die Jahresproduktion von einer Million einen wichtigen Meilenstein und eine wertvolle Orientierungsmarke. Wir hoffen, dass wir dieses Ziel mit unseren Partnern Chrysler und Fiat im Jahre 2012 erreichen können.


 

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