Ein neues Stadtbegrünungsmodell

Von Hu Xin

Der Widerspruch zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz, der auch als ein Problem von „Magen und Lunge“ betrachtet wird, plagt die Entwicklungsländer seit langem. In den letzten Jahren hat Shanghai Wege zur Lösung dieses Problems gesucht und dabei Fortschritte erzielt.

Begrünungsprojekte und die Immobilienbranche

Die Shanghai Greenland (Group) Co. Ltd. ist ein Produkt der Implementierung der Stadtbegrünungsstrategie und der Vertiefung der Reform Shanghais. Die Firma entstand mit Genehmigung der Stadtregierung und finanzieller Unterstützung der Shanghaier Landwirtschaftskommission und der Shanghaier Aufbau- und Verwaltungskommission aus der ehemaligen Shanghai Greenland Development Generalgroup. Seit ihrer Gründung im Jahr 1997 hat sie sich Shanghais Stadtbegrünungsprojekten gewidmet. Nach mehrjährigen Bemühungen hat sie einen wissenschaftlichen Mechanismus der Stadtbegrünung, der durch die Anleitung der Regierung, die Unternehmensoperation und die Finanzbasis des Immobiliensektors gekennzeichnet ist. Im Rahmen dieses Mechanismus bietet die Stadtregierung den Unternehmen für die Entwicklung von Immobilienprojekten politische Vorzugsmaßnahmen an; ein Teil der Gewinne der Unternehmen muss jedoch für die Anlegung öffentlicher Grünanlagen eingesetzt werden. In nur einigen wenigen Jahren hat die Gesellschaft 285 Mio. Yuan in Grünanlagen mit einer Gesamtfläche von 260 ha investiert, darunter die Lujiazui-Grünanlage in der Neuen Zone Pudong, der Grüngürtel entlang des Bundes, die Grünanlagen rund um das Shanghaier Stadion und das Shanghaier Wissenschaftlich-Technische Museum.

„Shanghaier Frühling“, ein Wohnviertel, entwickelt von der Grennland (Group) Co. Ltd., spiegelt die Idee des Respektes der Natur und des Lebens in einer gesunden und harmonischen Umwelt voll wider. Der 300 000 qm großer Park in diesem Wohnviertel integriert Grünanlagen, Seen, Sumpfland und Wald, um den Einwohnern ideale Lebensbedingungen bieten. Seit 1996 steht die Gesellschaft, was den Wohnungsabsatz anbelangt, im Immobiliensektor der Stadt an führender Stelle, und mit ihren drei im Bau befindlichen Wohnanlagen zählt sie zu den 50 besten Wohnungsverkäufern in der Stadt. Ein gut funktionierender Kreislauf in der Immobilienentwicklung und der Implementierung von Begrünungsprojekten hat Gestalt angenommen.

Privatinvestment anziehen

Das Shanghaier Begrünungsverwaltungsamt veröffentlichte vor kurzem den Plan für den Aufbau des Binhai-Waldparks. Das Kapital für die erste Bauphase wird von der Stadtregierung und das für die zweite Bauphase aus der Gesellschaft kommen. In den ersten 30 Jahren nach der Fertigstellung des Parks werden die Investoren das Recht haben, diesen gewinneinbringend zu bewirtschaften, dann soll das Recht an die Regierung zurückgehen. Diese Bewirtschaftungsmethode ist für die Stadt bisher beispiellos.

Bis zum Jahr 2005 wird die Stadt in ihrem Vorortgebiet 12 Waldparks, einschließlich des Binhai-Waldparks im Nanhui-Bezirk aufbauen. Dabei wird ein ökologisches System mit verschiedenen Landschaften, darunter Wälder, Grasland, Sumpfland und Seen, entstehen. Die Sumpflandschutzzone, die auf einem bestehenden Sumpfland angelegt wird, wird auch einen botanischen Garten, der sich für diese Umwelt eignet, umfassen. Cheng Xuke, Experte der Gartenbaukunst, sagte, dass eine Hong Konger Firma die 2. Bauphase des Binhai-Waldparks vertraglich übernommen habe. Wenn dieses Projekt fertiggestellt sein werde, werde die Firma das Recht haben, diesen Park 30 Jahre lang zu bewirtschaften. Wenn die Frist des Vertrages abgelaufen sein werde, werde dieser Firma Priorität bei der Erneuerung des Vertrages eingeräumt werden; diese könne auch Aktien des Parks bis zu von 40% des Mehrwerts ihrer Investition während der Bewirtschaftungsperiode erwerben, so Cheng Xuke. Die Hong Konger Firma beabsichtigt momentan, den Park um 333 ha zu erweitern.

Eine marktorientierte Bewirtschaftung

Nur 15 Gärtner sind von der Taipingqiao-Grünanlage, die so groß wie acht Fußballplätze ist, beschäftigt worden. Ein Beamter des Shanghaier Begrünungsverwaltungsamtes sagte, dass einst 30 Gärtner dafür nicht ausgereicht hätten, dank der marktorientierten Reform des Managementmusters sei die Arbeitsleistung jetzt jedoch beträchtlich erhöht worden.

Shanghai wird innerhalb von drei Jahren seine Bemühungen in diesem Bereich weiter fortsetzen, indem das neue Muster in der ganzen Stadt verbreitet wird.

Shanghais Grünflächen betragen zur Zeit insgesamt 58,07 Mio. qm. Darunter gibt es 20 Grünanlagen mit jeweils einer Fläche von 3000 qm. Da das traditionelle Managementmuster nicht nur Arbeitskräfte verschwendet, sondern auch nicht der gegenwärtigen Situation entspricht, ist Shanghai mit der Aufgabe der Etablierung eines effektiven Systems zur Garantie der anhaltenden Entwicklung des Begrünungssektors konfrontiert. Hierfür hat die Stadt Versuchsgebiete in den Bezirken Pudong, Xuhui, Jing’an und Luwan etabliert.

Praktiken in den Bezirken Xuhui, Luwan und Jing’an beweisen, dass die Reform nicht nur die Kosten reduziert, sondern auch den Enthusiasmus der Arbeiter stimuliert hat.

Die Stadt wird zudem die folgenden zwei Maßnahmen ergreifen:

• Um die Arbeitsleistung weiter zu erhöhen, wird die Stadt die staatseigenen Gesellschaften bis zu 90% abziehen und die Verantwortung jedes Unternehmens in diesem Sektor deutlich definieren.

• Um die Aufbaukosten zu reduzieren, wird die Regierung für alle Projekte Ausschreibungen durchführen und den dreijährigen Plan, den die Begrünungsabteilungen ausgearbeitet haben, kontinuierlich verbessern. Dem Plan zufolge sollten im Jahr 2001 20% der Begrünungsprojekte durch öffentliche Ausschreibungen durchgeführt werden; im Jahr 2002 sollte der Anteil bei 50% liegen; und im Jahr 2003 soll er 100% erreichen.