Chinas Autobahnbau geht voran

Auf dem ersten Treffen über den Aufbau der landesweiten Verkehrseinrichtungen Mitte Mai 2002 betonte Verkehrsminister Huang Zhendong, dass Chinas Verkehrsarbeit zwischen 2006 und 2010 den Bau von wichtigen Nationalstraßen und eines Straßennetzwerkes sowie von Verkehrsangelpunkten für den Frachttransport im Fokus haben werde.

Seit 1998 hat China jährlich 200 Mrd. Yuan für den Infrastrukturaufbau bereitgestellt, wobei der Autobahnbau den Löwenanteil davon getragen hat. Seit den 90er Jahren ist der Autobahnbau in China in vollem Gange. Allein 2001 belief sich die neu gebaute Autobahnstrecke auf insgesamt 3139 km. Die Gesamtlänge der Autobahnen (Hong Kong, Macao und Taiwan nicht eingeschlossen) erreicht jetzt 19 453 km und rangiert nach Kanada weltweit auf Platz zwei.

Ein das ganze Land abdeckendes Autobahnnetz

China brauchte nur 10 Jahre, um ein Autobahnnetz wie das von Industrieländern zu bauen; letztere hatten dafür aber etwa 40 Jahre aufgewendet. Ende 2001 hatte Chinas Autobahnstrecke 19 453 km erreicht, vor 10 Jahren waren es nur 552 km gewesen. Abgesehen vom Autonomen Gebiet Tibet haben alle anderen 30 Provinzen, regierungsunmittelbaren Städte und autonomen Gebiete auf dem chinesischen Festland Autobahnen. Sieben Autobahnen sind jeweils länger als 1000 km.

Die Autobahn Shanghai-Jiading, 1988 gebaut, war die erste Autobahn in China. Als ein Schlüsselprojekt des 7. Fünfjahresplans wurden hohe Standards in Technologie, Design und Bau für diese Autobahn gesetzt. Die Fertigstellung dieser Autobahn bereitete der autobahnlosen Geschichte des chinesischen Festlandes ein Ende. Landesweit setzte sie ein gutes Beispiel für den Bau von Autobahnen und kurbelte diesen auch an.

Im September 1990 wurde die 375 km lange Autobahn Shenyang-Dalian nach sechs Jahren und zwei Monaten dem Verkehr geöffnet. Diese Autobahn, die von Shenyang über Liaoyang, Anshan und Yingkou nach Dalian führt (fünf wichtige Städte in Nordostchina), schaffte einen Präzedenzfall für den Bau von Fernautobahnen und legte landesweit für den großangelegten Bau von Autobahnen eine Grundlage.

1993 wurde die Autobahn Beijing-Tianjin-Tanggu, die nach Genehmigung des Staatsrates mit Darlehen von der Weltbank gebaut worden war, dem Verkehr geöffnet. Die Höchstgeschwindigkeit auf dieser 142 km langen Autobahn beträgt 120 Stundenkilometer. Die Autobahn ist mit Einrichtungen für Aufsicht und Kontrolle, Telekommunikation, Gebühreneinziehung und Beleuchtung ausgestattet. Sie war zudem die erste Autobahn in China, die durch mehrere Provinzen bzw. regierungsunmittelbare Städte führte. Von dieser Autobahn entwickelte China seine Technologiestandards im Autobahnbau.

Am 18. Dezember 2000 wurde die 1260 km lange Autobahn Beijing-Shanghai dem Verkehr übergeben, was das Ende Chinas erster Phase im Autobahnbau markierte.

Die chinesische Regierung hat niemals in ihren Bemühungen nachgelassen, das Verkehrswesen zu entwickeln. Der Aufbau eines transprovinzialen Straßennetzes, das aus fünf Nord-Süd-Strecken und sieben West-Ost-Strecken besteht, ist momentan im Gange. 30 Jahre sind für die Fertigstellung des 35 000 km langen Straßennetzes, das Beijing mit anderen regierungsunmittelbaren Städten und Hauptstädten von Provinzen und autonomen Gebieten verbinden wird, veranschlagt worden. Das Straßennetz wird zudem alle Großstädte mit einer Einwohnerzahl über 1 Mio. miteinander verbinden und 93% der Städte mit einer Einwohnerzahl von über 500 000.

Das Projekt wird 200 Städte und eine Bevölkerung von 600 Mio. bzw. die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Landes betreffen.

Der Netzwerkrahmen wird auf großen Nationalstraßen basieren, der Bau wird momentan beschleunigt. Ende 2001 waren etwa 21 576 km fertiggestellt worden, darunter 13 533 km Autobahnstrecke. Darunter waren wiederum 1709 km in Südwestchina, die sich durch Sichuan, Guizhou und Beihai in Guangxi erstrecken. Zuvor waren bereits die 658 km lange Autobahn Beijing-Shengyang und die 1 262 km lange Autobahn Beijing-Shanghai dem Verkehr übergeben worden. Die Autobahn Sichuan-Guizhou-Guangxi, eine Hauptverkehrsader Südchinas zum Meer hin, markiert die erste Erfüllung der drei wichtigen Abschnitte der wichtigsten Nationalstraßen.

Den Straßenbau in Westchina forcieren

China hat in der Entwicklung von Autobahnen große Errungenschaften erzielt, die eine zunehmend wichtige Rolle in der volkswirtschaftlichen Entwicklung spielen. Im Vergleich mit Industrieländern liegt China, was die Kilometerstrecke, die Dichte sowie die Qualität der Autobahnen anbelangt, allerdings noch weit zurück. Dieses Problem wird insbesondere in Westchina offensichtlich.

Autobahnen spielen eine Schlüsselrolle im Transportwesen in den Westgebieten Chinas. Unter den drei Hauptverkehrsadern Landstraßen, Eisenbahnen und Wasserwege machen die Landstraßen im Westen des Landes mehr als 90% der gesamten Streckenlänge, 93,3% der Passagierbeförderung und 85,4% des Frachttransports aus; was weitaus höher als der Durchschnittswert des Rest des Landes ist. Der Landstraßenbau ist jedoch immer noch nicht in der Lage, die wirtschaftliche Entwicklung in den Westgebieten voranzubringen und dieser hinkt nach wie vor hinter den östlichen Küstengebieten her.

Westchina bezieht sich auf die Provinzen Shaanxi, Gansu, Qinghai, Sichuan, Yunnan und Guizhou, die autonomen Gebiete Ningxia, Xinjiang, Tibet, Innere Mongolei und Guangxi und die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing. Es umfasst eine Fläche von 6,86 Mio. qm, 71,5% der Gesamtfläche des Landes. Ostchina hat 10 878 km an Autobahnstrecke, was 56% der landesweiten Strecke ausmacht; Zentralchina hat 5 014 km bzw. 25,8% und Westchina 3 545 km bzw. 18,2%. Die Autobahnen in den Ostgebieten nehmen 2% aller dortigen Schnellstraßen ein, in Zentralchina sind es 0,9% und in Westchina 0,6%.

Seit vielen Jahren ist Westchina mit Transportproblemen geplagt, darunter ungünstige Straßenbedingungen, ein niedriges Niveau des Zugangs zu entlegenen Gebieten und ein Mangel an Straßenbautechnologie und unzureichende Fonds für den Schnellstraßenbau.

Die Entwicklungsstrategie Westchinas, ein riesiges Projekt für das ganze Land im 21. Jahrhundert, hat dem Schnellstraßenbau Priorität eingeräumt. Das Verkehrsministerium hat einen umfassenden Plan für die Beschleunigung des Straßenbaus in Westchina ausgearbeitet und beabsichtigt ein Netzwerk, das durch ein rationales Muster und vollständige Funktionen gekennzeichnet ist und das die Bedürfnisse der gesellschaftlichen Entwicklung im ganzen in den nächsten 20 Jahren befriedigen kann, aufzubauen. Zwei Schritte werden im Rahmen des Straßennetzaufbaus unternommen werden: Acht Nationalstraßen sollen bis 2010 gebaut sein und weitere acht transprovinziale Straßen bis 2020. Diese werden miteinander verbunden werden, um ein Netz zu bilden, das zum einen Chinas westliche, zentrale und östliche Gebiete und zum anderen den Südwesten und den Nordwesten des Landes miteinander verbinden. Damit werden diese Gebiete Zugang zu den Meeren und den Nachbarländern haben.

Das Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 28 000 km wird sowohl Nationalstraßen als auch transprovinziale Straßen umfassen. Abgesehen von dem Abschnitt zwischen Ürümqi, der Hauptstadt von Xinjiang, und Lhasa, der Hauptstadt von Tibet, werden die anderen Abschnitte, die die Hauptstädte auf Provinzebene miteinander verbinden, Straßen von bester Qualität sein. Die Höchstgeschwindigkeit wird in den Berggebieten bei 60 und in der Ebene bei 80 Stundenkilometer liegen. Die Straßen werden mit einem grünen Baum- und Buschgürtel versehen werden.

Die Straßen zwischen den Provinzhauptstädten bzw. regierungsunmittelbaren Städten und ihren Bezirken und kleineren Städten werden auf der Qualitätsstufe 2 oder darüber sein. Abschnitte, die ein starkes Verkehrsaufkommen bewältigen müssen, werden Autobahnen oder Straßen der Qualitätsstufe 1 sein. Die Straßen von Bezirken in die Kreise werden die Qualitätsstufe 3 erreichen und diejenigen in entlegene Gebiete sollten die 4. Stufe erreichen. Zwischen Kreisen und Kleinstädten werden ebenfalls Straßen der 4. Stufe gebaut werden. Ein Transportdienst wird zwischen Kleinstädten und Verwaltungsdörfern eingerichtet werden.

Mannigfaltige Finanzierungskanäle

Seit vielen Jahren hat die chinesische Regierung durch viele Kanäle Fonds für den Autobahnbau aufgebracht. Huang, der chinesische Vizeverkehrsminister, sagte: „China wird den Autobahnbau in Zukunft verstärkt mit Auslandskapital vornehmen, so dass mehr Vitalität in diesen Sektor injeziert wird. Bisher hat China 1 Mrd. US$ eingesetzt.“

Wu Rehe, Vizedirektor der „Beijing Capital Highway Development Co. Ltd.“ (BCHD), sagte: „Solange sie sich an Chinas Gesetze und Regeln halten, würden wir gerne mit jedem in jeder Form zusammenarbeiten.“

Anfang Juni dieses Jahres wurde die erste Gruppe von Wertpapieren im Wert von 1,5 Mrd. Yuan in Beijing herausgegeben. Die Gesamtsumme der Fonds aus diesen Wertpapieren wird in den Bau von Autobahnen in Beijing gesteckt werden. Die zweite Gruppe der Wertpapiere im Wert von 1-1,5 Mrd. Yuan wird für den Bau der fünften Ringstraße der Stadt und für die Autobahn Beijing-Chengde ausgegeben werden. Um das Tempo der Finanzierung und des Baus der 630 km langen Autobahnstrecke zu steigern, wird die BCHD die Betriebsrechte der sechsten Ringstraße und der Autobahn Beijing-Kaifeng ausschreiben und die Projekte an der Börse notieren lassen.

Beijing wird das Geld für den Bau der Autobahn Beijing-Chengde durch BOT, eine allgemeine Praxis in anderen Ländern, aufbringen. Beijing hat jetzt eine Autobahnstrecke von 300 km und plant bis 2005 zwei Ringautobahnen und acht strahlenförmige Autobahnen zu bauen. Hierfür muss die Stadt in den nächsten drei Jahren 30 Mrd. Yuan aufbringen. Die BCHD sucht Investoren, die gemeinsam eine Firma gründen, die für das Projekt der Autobahn Beijng-Chengde, darunter Darlehen- und Finanzierungsangelegenheiten, verantwortlich sein wird. Die Firma wird die Betriebsrechte der Autobahn, nach deren Fertigstellung, haben.

Mitte April wurde ein Abkommen für den Bau und die Inbetriebnahme der Autobahn Huangling-Yanan, mit einem vertraglichen Investment von 6,6 Mrd. Yuan, unterzeichnet. Es wird die erste Autobahn sein, die in Westchina mittels BOT gebaut werden wird. Das Verkehrsamt von Shaanxi übertrug die Aufgabe der Geldaufbringung und des Baus der „China Railway Engineering Company“. Wenn das Projekt fertiggestellt sein wird, wird die Firma durch die Betriebsführung der Autobahn für eine Zeit von 28 Jahren und die Gebührenerhebung profitieren.

Dieses Jahr begann Guangzhou damit, seine Bürger anzuleiten, in den Infrastrukturaufbau und die öffentliche Wohlfahrt zu investieren, darunter Autobahnen, Brücken, Tunnel, Häfen, Parkeinrichtungen und öffentliche Verkehrsmittel sowie Abwasser- und Müllentsorgungsprojekte. Die Stadt wird die Beschränkungen für den Marktzugang weiter lockern, um das Investment der Bürger zu steigern. Abgesehen von den Projekten im Bereich Staatssicherheit und staatliche Wirtschaft werden Projekte, die für ausländische Investoren zugänglich sind, auch für chinesische Einzelpersonen oder Privatunternehmen geöffnet werden. Zuständige Abteilungen und Systeme werden eingerichtet werden, um das Projekt zu verwalten.

Die Regierung von Guangzhou äußerte, dass die Stadt den internaionalen Gepflogenheiten folgen wird und zusätzlich zum Investment in das Bauwesen der Verwaltung von Projekten hohen Investments und geringen Profits finanzielle Hilfe gewähren wird.